RE:Cornelius 362

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,1 (1900), Sp. 1507–1508
Servius Cornelius Scipio Salvidienus Orfitus (Konsul 149) in der Wikipedia
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362) Ser. Cornelius Scipio Salvidienus Orfitus, anscheinend Sohn des Vorhergehenden. Sein Name ist in den Datierungen nach seinem Consulat in folgenden Formen überliefert: Λ. Σέργιος Σκειπίων Ὄρφιτος IGIns. III 325 = Athen. Mitt. XXI 256 (Σέργιος irrig statt Σερούιος; für Λ(ούκιος) spricht vielleicht der Name des L. Scipio Orfitus Nr. 358; denkbar wäre etwa, dass C.s vollständige Nomenclatur Ser. Cornelius Scipio L. Salvidienus Orfitus gelautet habe); Σαλβιδηνὸς Σκιπίων Ὄρφιτος Borghesi Oeuvr. VIII 276 = Eranos Vindob. 1893, 84; ||Ser. Scipio Orfitus|| CIL VI 327; ... Skeipivn Or[fitow] Le Bas-Waddington 2307; Scipio Orphitus CIL VI 644 (die Schreibung Orphitus schon X 6638); Scipio (in den Hss. verderbt) Orfitus Lib. col. 244. 253; Orfitus in den Fasten. Auf Grund einer Stelle in der ἐκλογὴ νόμων vom J. 920 (Zachariae Ius Graeco-Romanum II 280), ἀδριανὸς ὁ βασιλεὺς ἐπιτρέπει Ἰουλιανῷ τῷ νομικῷ μετὰ Σερβίου Κορνελίου συλλέξασθαι ἐπιμελῶς καὶ κατὰ τάξιν ὑποτιτλῶσαι τὰ νομικά, äusserte Cuq (Consilium princ., Mém. prés. par div. sav. á l’acad. d. inscr. et b. lettr. IX 1884, 330f.) die ansprechende Vermutung, dass unser Orfitus der Mitredacteur des Edictum perpetuum gewesen sei (abweichend Krüger Quellen und Litt. d. r. Rechts 86, 8). Salvius Iulianus redigierte das Edict anscheinend als quaestor Augusti (vgl. in seinem jüngst bekannt gewordenen Cursus honorum [Rev. arch. XXXV 1899, 489]: quaestori imp. Hadriani, cui divos Hadrianus soli salarium quaesturae duplicavit propter insignem doctrinam); vielleicht hat C. in der gleichen Stellung an dem Werke mitgearbeitet. C. war Consul ordinarius des J. 149 mit Q. Nonius Sosius Priscus. Im J. 162/3 oder 163/4 verwaltete er Africa als Proconsul (Ser. Co[rneliu]s Orfitus procos. CIL VIII 24, vgl. 10999, Inschrift des von C. dedicierten, von C. Calpurnius Celsus errichteten Triumphbogens von Tripoli [Oea]; die Zeit ergiebt sich aus den Namen der Kaiser Marcus und Verus, vgl. Pallu de Lessert Fast. d. prov. Afr. I 208f.). Während seines Proconsulates hielt Apuleius eine Rede an ihn, die zum Teil erhalten ist (Florida III 17 [Scipio Orfite]). In derselben wird auch ein Gedicht erwähnt, das Apuleius zu Ehren des C. verfasste. Auf ihn und seine Kinder bezieht sich wahrscheinlich die (überlieferte) Inschrift:.....Ser. Cor. Scip. Orfi[t]i cos. [fi]liae Ni (wohl verlesen) ... Orfiti cos. (178 n. Chr.) sorori L. Lucilius Pansa Priscilianus [uxori?] sanctissim[a]e fecit (CIL LX 663 Ausculum; Priscilianus war wohl der Vater des im J. 223 erwähnten Senators L. Lucilius Priscilianus IX 338, 20). Mommsens Vermutung, dass diese Inschrift mit der an demselben Orte gefundenen der Corn. L. f. Marullina c. f. (IX 662) zu verbinden sei, dürfte kaum zutreffen (vgl. Klebs Prosopogr. I 471 nr. 1219). Doch wird Marullina mit den Orfiti verwandt gewesen sein; vielleicht war sie die Tochter einer Cornelia aus diesem Hause und eines L. Eggius Marullus. Demselben Verwandtschaftskreise werden L. Cossonius Eggius Marullus cos. 184 und C. Passienus Cossonius Scipio Orfitus (CIL X 211) angehören. Eine Tochter des C. heiratete vielleicht in die Familie der Pisonen (s. o. Bd. III S. 1401f., vgl. 1407 Nr. 133). Zu seinen oder eines anderen Scipio Orfitus Freigelassenen gehörte Salvidena Ser. l. Corinthia (CIL XIV 2369 ager Albanus).