RE:Domitius 69

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Paris, L. Freigelassener der Domitia
Band V,1 (1903) Sp. 1432
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69) (L. Domitius) Paris, Freigelassener der Domitia, der Schwester von Neros Vater, Tac. ann. XIII 19; Dig. XII 4, 3, 5 wird sie fälschlich als Neronis filia bezeichnet. Er erhielt also nach deren Vater L. Domitius Ahenobarbus (Consul ordinarius im J. 738 = 16) den Vornamen, wie sich auch aus den Namen seiner eigenen Freigelassenen ergiebt, CIL XIV 2886. Er war auch dazu ausersehen, im J. 55 n. Chr. die Anklagen, die von seiner Herrin gegen deren Feindin Agrippina ausgingen, dem Kaiser Nero selbst zu überbringen. Doch gelang es Agrippina, diese Anklagen zu zerstreuen und eine Bestrafung ihrer Ankläger herbeizuführen; nur Paris wurde, da er als Tänzer und Schauspieler bei Nero in Gunst stand, geschont, Tac. ann. XIII 19–22 (er wird hier und bei Suet. Nero 54 als histrio, Dig. a. a. O. als pantomimus und Dio ep. LXIII 18, 1 als ὀρχηστής bezeichnet). Bald darauf (vielleicht 56 n. Chr.) wurde er seiner Patronin entzogen und für freigeboren erklärt (Tac. XIII 27), so dass er gegen Domitia einen Process wegen Rückgabe des für die Freilassung entrichteten Betrages anstrengen konnte, Dig. a. a. O., wo Ulpian für diesen Fall den (L.) Neratius (Priscus) citiert. Im J. 67 wurde er auf Befehl Neros getötet, weil der Kaiser das Tanzen bei ihm nicht erlernen konnte. Dio a. a. O. Suet. a. a. O.