RE:Heudanemos

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band VIII,2 (1913), Sp. 1381
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Heudanemos, Εὑδάνεμος· ἄγγελος παρὰ Ἀθηναίοις, Hesych. Das attische Geschlecht der H. oder Eudamenoi[1] (s. o. Bd. VI S. 893f.) wird von Toepffer Attische Genealogie 110ff. mit dem korinthischen Geschlecht der Anemokoitai (οἱ ἀνέμους κοιμίζοντες, s. o. Bd. I S. 2180) verglichen, und es wird demgemäß der auch in Eleusis verehrte Gentilheros H. (Arrian. anab. III 16, 8) als ein alter Heros erklärt, der die Winde bändigt, wie Zeus Euanemos, Athena Anemotis u. a. (vgl. Gruppe Griech. Mythol. 834ff.). Die Überlieferung gibt kein Bild von den priesterlichen Funktionen der H.; wir wissen nur von einem Rechtsstreit zwischen diesem Geschlecht und den Kerykes περὶ τοῦ κανοῦς (Dion. Hal. de Dinarch. 11) und von dem Gentilaltar in Athen (Arrian. a. a. O.). Usener Götternamen 259 vermutet, daß die H. wie die Anemokoitai die Obliegenheit hatten, durch Opfer und Beschwörungsformeln die widrigen Winde zu bannen. Über andere Erklärungen s. o. Bd. VI S. 893f.). Der Sinn der Hesych-Glosse ist unsicher (vgl. A. Mommsen Feste d. Stadt Athen 209); Usener a. a. O. liest Εὑδάνεμοι· γένος παρὰ Ἀθηναίοις.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Tippfehler: Korrekt ist Eudanemoi.