RE:Iunius 48

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band X,1 (1918), Sp. 970
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48) M. Iunius Brutus, M. f. L. n. (Fasti Cap.), war Volkstribun 559 = 195 und widersetzte sich gemeinsam mit seinem Verwandten und Amtsgenossen Nr. 54 und im Einvernehmen mit dem Consul M. Cato der von zwei anderen Tribunen beantragten Aufhebung der Lex Oppia sumtuaria, gab aber schließlich seinen Widerstand auf (Liv. XXXIV 1, 4. 8, 2. Val. Max. IX 1, 3). Wahrscheinlich 561 = 193 war er plebeischer Aedil und erbaute mit seinem Amtsgenossen, einem Oppier, die sog. Tabernae plebeiae an der Nordseite des Forums, die allerdings sehr bald der Basilica Porcia Catos weichen mußte; das Zeugnis des Fest. 230: [Plebeias appella]mus a genere magistratus. eas enim faciendas curaverunt M. Iunius Brutus Q. Oppius aediles pl(ebis), wird allgemein dahin verbessert, daß der Kollege des I. trotz des abweichend überlieferten Vornamens mit L. Oppius Salinator gleichgesetzt wird, der nach Liv. XXXV 23, 7 im J. 561 = 193 Aedilis plebis war und 563 = 191 mit ihm zugleich Praetor wurde (ebd. 24, 6). Brutus hatte als Praetor sowohl die städtische wie die Fremdeniurisdiction (Liv. XXXVI 2, 6. 21, 6) und leitete außerdem die neuen Rüstungen für den Seekrieg im Osten (ebd. 2, 15. XXXVII 2, 10). Er weihte ferner den Tempel der Göttermutter auf dem Palatin mit Festspielen ein, bei denen der Pseudolus des Plautus aufgeführt wurde (ebd. XXXVI 36, 4. Plaut. Pseud. tit.: M. Iunio M. fil. pr. urb. acta Megalesiis). 565 = 189 war er Mitglied der Zehnerkommission zur Ordnung der kleinasiatischen Angelegenheiten (Liv. XXXVII 55, 7), aber erst 576 = 178 Consul mit A. Manlius Vulso (Fasti Cap. Chronogr. Idat. Chron. Pasch. Liv. XL 59, 4. XLIII 2, 6. XLV 9, 3. Obseq. 8. Cassiod.). Er scheint zunächst gegen die Ligurer geschickt worden zu sein und erhielt dann den Befehl, zu seinem Amtsgenossen gegen die Istrer zu Hilfe zu ziehen (Liv. XLI 5, 5f. 9f.). Sie trafen sich in Aquileia und überwinterten dort, da ihnen ihr Kommando für 577 = 177 verlängert wurde (ebd. 6, 2); doch war Brutus zur Abhaltung der Wahlen in Rom (ebd. 7, 4). Im Frühjahr eröffneten beide Proconsuln den Krieg gegen die Istrer und drangen siegreich vor, bis der neue Consul C. Claudius Pulcher nicht ohne Streit erreichte, daß ihm der Oberbefehl und die Weiterführung des glücklich begonnenen Feldzuges überlassen wurde (ebd. 10, 1ff., vgl. o. Bd. III S. 2855). Im J. 585 = 169 bewarb sich Brutus erfolglos um die Censur (Liv. XLIII 14, 1). Da er bereits 565 = 189 an der Ordnung der kleinasiatischen Verhältnisse teilgenommen hatte, so wird er auch der M. Iunius sein, der 582 = 172 mit zwei anderen Consularen dort Bundesgenossen gegen Perseus warb (Liv. XLII 45, 1ff. nach Polybios, vgl. diesen XXVII 3, 1 ff.), und der gleichnamige, der gegen 590 = 164 als Führer einer römischen Gesandtschaft die Streitigkeiten zwischen Ariarathes IV. von Kappadokien und den Galatern schlichtete (Polyb. XXXI 13, 1-3; vgl. Nr. 122). Seine Söhne sind Nr. 49 und 57.