RE:Kopis

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XI,2 (1922), Sp. 13621363
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Kopis, eigentlich das Messer, dann ein rituelles Mahl in Sparta, dessen Abhaltung durch das Verbum κοπίζειν bezeichnet wird. Was wir darüber wissen, verdanken wir dem Athen. IV 138 e–140 b; dieser schöpft aus Polemons Schrift [1363] über das Kanathron bei Xenophon und aus Didymos, der Polykrates’ Lakonika und Molpis’ Buch über den lakedaimonischen Staat exzerpiert. Danach fand die K. an den Hyakinthien (s. d.) und Tithenidien statt; Polemon berichtet nur über jene Genaueres. Man speiste in Hütten und lag auf Zweigen, über die Decken gebreitet wurden (s. den Art Klisia). Geladen waren nicht bloß die Einheimischen (auch die Sklaven, Athen. 139 f), sondern auch die Fremden, so daß die Stadt ganz leer wurde; gegessen wurde hauptsächlich Ziegenfleisch, Käse und Früchte. Wie Kratin. frg. 164 zeigt, dachte man sich in Athen das Fest als eine Neuauflage des Schlaraffenlandes. Brot war nach Polykrates verpönt, aber Polemon erwähnt eine bestimmte Brot- oder Kuchenart als üblich und Molpis im allgemeinen μᾶζα und ἄρτος. Auch der attische Komiker Epilykos (I 803 K.) hatte vieles Brot ausdrücklich als eine Begleiterscheinung des amykläischen Festes genannt. Die Frage ist mit unseren Mitteln nicht zu entscheiden, zumal auch die Alten schon im Dunkeln tappten und jede attische Komikerstelle, an der die K. vorkam, auszubeuten suchten (Kratinos, Eupolis, Aristophanes I 63. 294. 786 K.). Vgl. Nilsson Gr. Feste 131. 188.