RE:Licinius 137

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XIII,1 (1926), Sp. 454455
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137) A. Licinius Nerva Silianus, Consul ordinarius des J. 7 n. Chr. Die volle Nomenklatur bringen Vell. Pat. II 116. 4, die Münzen (Eckhel V 233. Babelon II 135f. Grueber Rep. II 99; Imp. I 45. 394. Mattingly-Sydenham Rom. imp. coin. I p. 79 n. 195), die Fasti Cap. Αὖλος Λικίνιος Οὐερνας (sic) Σιλανός Dio ind. l. LV; A. Licinius Nerva auf einem Ziegel aus Tifernum CIL I p. 202 = XI 6689, 118 = Ihm Herm. XXXVII 160 = Dessau 6847; A. Lic. CIL I 756; A. Linicius (sic) Cassiod. Chron.; Λικίνιος Σιλανός Dio LV 30; Nerva alle übrigen Fasten. Die capitolinischen Fasten geben den gleichnamigen Großvater und Vater an: A. f. A. n. L.s leiblicher Vater war nach Velleius ein P. Silius, wohl der Consul des J. 734 = 20 v. Chr. (s. Silius Nr. 20). Danach war L. der, wohl jüngere, Bruder des P. Silius, Consul im J. 3 n. Chr., der gegen die Alpenstämme am Nordrand der Gallia cisalpina kämpfte (s. Silius Nr. 9). L. trat durch Adoption in das Geschlecht der Licinier über; sein Adoptivvater war wahrscheinlich jener A. Licinius Nerva (Nr. 132), der unter der Dictatur Caesars Münzmeister war (Mommsen Münzwes. 651. {{SperrSchrift|Babelon II 135f). L. hat einem Münzmeisterkollegium mit Sextus Nonius Quintilianus und Volusus Valerius Messalla angehört, das senatorisches Kupfergeld (Asse) prägte. Der Avers der Münzen zeigt die Amtsangabe um S(enatus} (Consulto), ihr Revers den Kopf des Augustus, der kurz vorher die, auch in der Umschrift enthaltene Würde des Pontifex maximus angenommen hatte (Babelon II 140. Willers Röm. Kupferprägung 116). Dieses Ereignis ergibt für das Amtsjahr des Kollegiums als Terminus post quem 10 v. Chr.; Grueber (Imp. I) nimmt, nachdem er S. 7 ca. 7 v. Chr. angegeben, p. XCVIII ein dem J. 6 v. Chr. sehr nahes Jahr dafür an. Wie seine beiden Amtskollegen gelangte auch L. zu den Fasces, und zwar als Consul ordinarius des J. 7 n. Chr. mit Q. Caecilius Metellus Creticus Silanus (Klein Fasti cos. 18), was eine Zwischenzeit von eher weniger als den normalen 15 Jahren nach dem Münzmeisteramte [455] ergibt. Daß für L. diese Frist so knapp gehalten wurde – seine Kollegen kamen erst nach ihm zum Consulate –, mag entweder daran liegen, daß er Kinder hatte, oder war eine Folge der nahen Beziehungen, in denen er und schon sein leiblicher Vater zu Augustus standen. Die oben angeführte, arg verstümmelte Stelle bei Velleius scheint anzugeben. daß ihn, wie dies ja auch für seinen Bruder feststeht, mit Augustus enge Freundschaft verband und ihn ein vorzeitiger Tod einer erfolgreichen militärischen Laufbahn und dem Genusse seiner hohen gesellschaftlichen Stellung (evectae in altissimum paternumque fastigium magnitudinis) entriß.– Den aus einer Inschrift (Bull. com. XIV p. 410 n. 16) bekannten Sklaven Olympheius (Licini Nervae ser(vus)) schreibt Dessau (Prosop. s. v.) dem Charakter der Schrift nach eher L.s Adoptivvater zu. Entgegen der Vermutung Dessaus, daß P. Silius Nerva, Consul des J. 28 n. Chr. (Silius Nr. 22)), L.s Sohn sei, dürfte dieser weit wahrscheinlicher der Sohn des gleichnamigen Suffectconsuls des J. 3 n. Chr. sein (s. d.), wie das beibehaltene Gentilicium Silius schließen läßt. Hingegen hat Dessaus Annahme, daß

[Nagl.]