RE:Lugos

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XIII,2 (1927), Sp. 1717
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Lugos, keltischer Gottesname, zu erschließen aus irisch lug in den Namen Lugu-aedon (Gen. Sing.) und Lugu-quritis (später Luicrith, Luicrid, Rev. celt. VI 398). Stokes Urcelt. Wortsch. 257 vergleicht lett. lught bitten, altnord. lokka locken. Auch der Mannesname Lugu ist bezeugt (CIL II 6254, 26), ebenso (lateinische Weiterbildung) Lugius (inschriftlich und Oros. V 16. 20 Lugius et Boiorix reges), außerdem Weiterbildungen wie Lugiola, Lugeto (Töpfer), Lugidius und ähnliche. An dem Vorhandensein des Wortstammes ist also gar nicht zu zweifeln, obwohl keine einzige Inschrift uns einen Gott L. nennt. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß die gallischen Götter sich meist unter der Maske ihrer römischen Doppelgänger (so Esus = Mercurius, Teutates, Lenus u. a. = Mars usw.) verbergen. Auch ist kein stichhaltiger Zweifel daran, daß Lugu- uns in Lugu-dunum (s. d.) und anderen Ortsnamen entgegentritt. Nach Plutarch de fluv. 6, 4 bedeutet lugos keltisch ‚Rabe‘. Der Rabe ist ebenso wie andere Vögel (besonders der Kranich) ein beliebter Gegenstand keltischer Sage; ein Rabe ist z. Β. dargestellt auf dem Saarburger Steinbild des Sucellus und der Nantosvelta. – In der irischen Sage galt Lug als Vater des Handelsgottes (für Lugudunum jedenfalls sehr zutreffend). Vgl. über die große Rolle des Gottes Lug d’Arbois de Jubainville Cours de littérature celt. VII 306. – Ob die inschriftlich bezeugten Formen Lugoves (Nom.) und Lugovibus als Plural zu Lugus (aus angeblich ursprünglichem *Lugovos) zu fassen sind, steht dahin: Rev. arch, 1885 I 323. Rev. celt. VI 487. VII 386. 396ff.; s. Ihm Bonn. Jahrb. LXXXIII 102.