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Schacht – Scharm


2 Springer) und 8 Bauern. Ziel: Mattsetzen des feindl. Königs.

Schacht, 1) im Bergwesen lotrechter od. schräger Bau zur Förderung, Fahrkunst od. Wetterführung usw. ↑ Taf. Sp. 9. 2) Bei Öfen ↑ Schachtöfen.

Schacht, Hjalmar, Bankfachmann, * 1877, 1923–30 Reichsbankpräs., 1929 Führer der dt. Delegation auf der Pariser Sachverständigenkonferenz zur Regelung des Reparationsproblems.

Schachtelhalme, Sporenpflanzen, Stengel hohl, geglied., Glieder ineinandergeschachtelt.

Schachtelprivileg, steuerl. Begünstigung inländ. Gesellschaften, die als Muttergesellschaften am Vermögen einer gleichartigen inländ. Tochtergesellschaft mindestens zu ¼ beteiligt sind.

Schächten, rituelles Schlachten durch Halsschnitt mit sofortigem Blutaussturz aus dem Gehirn. In Bayern u. der Schweiz verboten.

Schachtöfen, industrielle Öfen, bei denen sich die zu erhitzenden Körper u. Brennstoffe in dem gleichen Raum befinden u. deren Hauptdimensionen in senkrechter Richtung liegen. ↑ Hochöfen.

Schack, Adolf, Graf v., Mäzen u. Dichter, 1815–94.

Schädel, Kopfskelett der Wirbeltiere. S. des Menschen (↑ Taf. Sp. 396): Stirnbein mit Stirnhöhlen, 2 Scheitel-, 2 Schläfenbeine mit dem im Felsenbein liegenden innern Gehörgang, Hinterhauptsbein mit Hinterhauptsloch (Rückenmarkdurchtritt), Siebbein (Riechbein) mit Nasenmuscheln u. Keilbein, beide an der S.basis durch Nähte verbunden (Pfeilnaht). Gesichtsknochen: je 2 Oberkieferbeine, Gaumen-, Tränen-, Muschel-, Nasen-, Jochbeine, Unterkiefer (Kinnbacken, -lade), Pflugscharbein.

Schadenersatz kann zu leisten sein wegen Verletzung v. Vertragspflichten, unerlaubter Handlungen od. kraft bes. rechtl. Bestimmungen (z. B. von Tier-, Autobesitzer).

Schädlinge, Tierarten, die der menschl. Wirtschaft merkbaren Schaden zufügen, meist Insekten. Einige schädliche Schmetterlingsarten ↑ Tal Sp. 697.

Schädlingsbekämpfung erfolgt I. technisch, u. zwar 1) mechanisch: Anlegen v. Insektenfanggürteln u. Leimringen bes. gegen Raupen, Absammeln v. Maikäfern usw., Fanggräben u. Fangkloben gegen Rüsselkäfer, Verbrennen v. Raupennestern, Abfangen v. Wanderheuschrecken; 2) chemisch: durch Gifte (Kontakt- u. Atemgifte bzw. Fraß- od. Magengifte). Vorherrschend sind Arsenverb. (Blei-, Kalziumarsenat), als Spritzbrühen mit Bekämpfungsspritzen aufgetragen, als Streumittel od. Köder verwendet, ferner Schwefelpräparate, Nikotin, Giftgase (Schwefelkohlenstoff, Blausäure). Streumittel auch v. Flugzeug aus verbreitet. II. Biologisch durch „Mischkulturen“, die eine gefährl. Massenentwicklung der an bestimmte Pflanzen gebundenen Schädlinge weitgehend verhindert; durch Schutz (Vogelschutz!), Zucht u. Einbürgerung v. Feinden der Schädlinge; ferner durch Seuchenerregung (bakterielle Mäuse- u. Rattenbekämpfung, Züchtung insektentötender Pilze): auch die Kultur gegen Schädlinge widerstandsfähiger Pflanzenrassen gehört hierher.

Schadow, Gottfr., klassizist. Bildhauer, 1764–1850; Quadriga auf dem Brandenburger Tor, Zieten, Königin Luise u. Schwester. ↑ Taf. I Sp. 376.

Schäfchen, Wolkenart; zahllosen, aneinandergereihten Schafsrücken ähnlich.

Schafdärme, Rohmaterial für Darmsaiten.

Schafe, Horntiere, Böcke mit spiralig gedrehten Hörnern; wild der Mufflon, Sardinien, Korsika, vielerorts eingebürgert; ferner Argali, in asiat. Hochgebirgen. Das Hausschaf stammt v. verschiednen Wildformen ab (↑ Taf. Sp. 312).

Schäfer, 1) Dietrich, Historiker, 1845–1929. 2) Wilh., Erz.,* 1868; „Anekdoten“, „Die 13 Bücher der dt. Seele“.

Schaff, Holzgefäß für Flüssigkeiten.

Schaeffer, Albr., Dichter klass. Bildungsgehalte, * 1885; Ged., Romane.

Schaffhausen, nordschweiz. Kanton, 298 qkm, 53 500 E; Hptst. S., 22 000 E; nahebei der Rheinfall (24 m).

Schäffle, Albert, Nat.-Ök. u. Soziolog, 1831–1903.

Schäffler = Böttcher.

Schaffner, Jakob, volkstüml. Erz. im Geist reiner Menschenliebe, * 1875; „Konrad Pilater“.

Schafgarbe, Korbblütler,50 cm, weiß od. rötlich, Teepflanze.

Schafhaut = Amnion.

Schafkopf, dt. Kartenspiel unter 3, 4, 6 od. 8 Personen; S. mit 2 Kartenspielen heißt Doppelkopf.

Schafott, Blutgerüst, erhöhte Stätte für Hinrichtungen.

Schafquese, Bandwurmfinne, erzeugt ↑ Drehkrankheit.

Schâh (Schach), pers. König.

Schakal, Hundeart, wolfshundähnl., 80 cm, Schwanz 30 cm, S-Europa, N-Afrika, S-Asien.

Schäkel, Verbindungsglied für Kettenstücke.

Schal, Umschlagtuch.

Schalen, Hufe des 2hufigen Wildes.

Schalenkreuz = Anemometer.

Schaljapin, Fedor, russ. Bassist, * 1873.

Schalk, Franz, Dirigent, 1863–1931; verdient um die Wiener Oper.

Schälknötchen, harmloser nesselähnl. Hautausschlag.

Schall, Empfindung des Gehörorgans, entsteht durch Schwingung elast. Körper, die als S.welle fortgepflanzt wird (nicht durch den luftleeren Raum). S.geschwindigkeit in Luft: 340 m, im Wasser 1435 m in 1 sek, größer in festen Körpern. Regelmäß. Schwingungen empfinden wir als Ton (Klang), e. einzelne Erschütterung als Knall, unregelmäßige Folge v. solchen als Geräusch. Schwingungszahl bestimmt Tonhöhe; 16–32 000 Schwingungen in 1 sek: Hörgrenzen. Lehre v. S.: Akustik; akustisch, S. wiedergebend, S. fördernd.

Schalldämpfer, Vorrichtungen zum Abschwächen (Dämpfen) starker Geräusche. ↑ Taf. I Sp. 9.

Schalldämpfung wird bewirkt durch Zwischenschalten v. unelast. Stoffen.

Schallplatten, runde Scheiben aus einem Gemisch v. Schellack, Harz, Schiefermehl, feingefaserter Baumwolle, schwarzem Farbstoff u. Ruß für Schallaufzeichnungen, die durch Sprechmaschinen hörbar gemacht werden können.

Schalmei, veraltetes Holzblasinstr.

Schalotte, beste Zwiebelart (↑ Lauch).

Schaltelemente elektr. Anlagen ↑ Funktechnik, Abb. 5.

Schaltjahr ↑ Kalender.

Schaltiere, Muscheln u. Schnecken.

Schalung, Bretterverkleidung für Decken, Wände usw.

Schaluppe, Beiboot e. Handelsschiffes.

Schälwald, Eichenniederwald z. Lohrindegewinnung.

Scham, äußere weibl. Geschlechtsteile.

Schamanismus, Religionssystem, bei dem Priester (Schamanen in Asien, Angekok der Eskimo, Medizinmänner der Indianer u. a.) durch Opfer, ekstat. Tänze mit Gottheiten u. Dämonen in Verkehr treten.

Schamfilen, seemänn.: durchscheuern.

Schammar, nordarab. Landschaft, zum Staat Nedschd gehörig.

Schamotte, scharf gebrannter, feuerfester Ton.

Schan (chines.), Berg, Gebirge.

Schan, siamo-chines. Völkergruppe (1 Mill.) in Hinterindien.

Schandau, Bad, St. in der Sächs. Schweiz, an der Elbe, 3200 E.

Schändung ↑ Sittlichkeitsverbrechen.

Schanghai, Vertragshafen, unweit der Jangtsemündung, größte St. Chinas, 1 500 000–1 700 000 (mit Vorstädten 4 500 000) E; Seiden-, Baumwoll-, Papierind.; Handelszentrum (bes. Seidenhandel).

Schanker ↑ Geschlechtskrankheiten.

Schankgewerbe = Schankwirtschaft.

Schanksteuer, auf jede Getränkeausgabe in Schankwirtschaft oder als Lizenz für Schankbetrieb erhoben.

Schankwirtschaft, gewerbsmäßige Verabreichung von Getränken (auch alkoholfreien) zum Genuß auf der Stelle; nur mit polizeil. Erlaubnis (Konzession), an Person und Räume gebunden.

Schanstaaten, von den ↑ Schan bewohnte Staaten im nördlichen Hinterindien.

Schanz, 1) Frida, Schrifstellerin, * 1859; 2) Georg v., Nat.-Ök., * 1853, Prof. Würzburg.

Schaper, Fritz, Bildhauer, 1841–1919, Denkmäler.

Scharade, Silbenrätsel.

Scharbock = Skorbut.

Scharbockskraut, Hahnenfußgewächs, 15 cm, goldgelb; Frühblüher.

Schar Dhag, Gebirgsstock d. Balkanhalbinsel (N-Albanien, im Ljuboten 2350 m).

Scharen, geolog.: das Zusammenlaufen zweier Gänge unter spitzem Winkel; auch von Faltenketten und -gebirgen.

Schären, Felseninselchen der skandinav. Küsten; Abb. Sp. 557.

Scharff, Edwin, expressionist. Bildhauer u. Radierer, * 1887.

Scharfmacher, Verfechter sozialreaktionärer Gesinnung.

Scharfrichter, Vollstrecker der Todesstrafe.

Schari, Strom in Frz.-Äquatorialafrika, zum Tschadsee, 1200 km.

Scharlach, lebhaftes Rot.

Scharlach, ansteckende, oft epidem. Kinderkrankheit; 4–7 Tage nach Ansteckung Fieber, Erbrechen, starke Entzündung u. Belag der Rachenschleimhaut; 1–2 Tage später roter Hautausschlag auf ganzem Körper (nicht Gesicht); meist dunkelrot geschwollene Geschmackswärzchen (Himbeerzunge); nach 4–5 Tagen blaßt Ausschlag ab, in 2–3 Wochen schuppt sich die Haut.

Scharlatan, Marktschreier, Schaumschläger.

Scharm, Zauber, Anmut; s.ant, reizend, entzückend.

Bild: Fedor Schaljapin.

Bild: Der Rheinfall bei Schaffhausen.

Bild: Hjalmar Schacht.

Stichwörter, die unter Sch… vermißt werden, schlage man unter Sh… nach.
Empfohlene Zitierweise:
Meyers Blitz-Lexikon. Die Schnellauskunft für jedermann in Wort und Bild., Leipzig 1932, Spalten 555–556. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:LA2-Blitz-0328.jpg&oldid=2953251 (Version vom 14.11.2016)