Meyers Blitz-Lexikon/D

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C bis Czerny Meyers Blitz-Lexikon (1932) des Bibliographischen Institutes
D bis dz
E bis Ezechiel
Verzeichnis der Tafeln, Karten und Übersichten · Verzeichnis der häufigsten Abkürzungen
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[101–102]
D

D, röm. Zahlzeichen, = 500; = Divus (der Göttliche), Dominus (der Herr); dringendes Telegramm; Durchgangszug; Doktor der Theologie; auf Münzen: München, Graz.

da capo, von Anfang an (zu wiederholen).

d’accord, übereinstimmend, einig.

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Sattel-od. Giebeldach.     Walmdach.     Mansardendach.

Dach, oberster Abschluß eines Gebäudes, aus ↑ D.stuhl und D.deckung. Formen: Sattel- od. Giebel-D., Pult-D, mit nur einer abfallenden Fläche, Walm-D., Mansarden-D.

Dach, Simon, Dichter, 1605–59; „Ännchen von Tharau“.

Dachau, oberbayr. D., 7100 E; Malerkolonie; nahebei D.er Moos (Moorgebiet).

Dachgesellschaft, bei Konzernen Ges. mit d. Aufgabe, die einheitl. Geschäftspolitik der einzelnen Gesellschaften zu sichern.

Dachs, Raubtier, 75 cm, braun, schwarz und weiß.

Dachschiefer, verkittetes Trümmergestein aus Ton, Quarzsand und Glimmer.

Dachstein, Gruppe der Salzburger Alpen, im Hohen D. 2993 m.

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Dachstuhl.
a Dachbalken, b Sparren, c Kehlbalken, d Stuhlsäulen, e Streben, f Zangen.

Dachstuhl, Traggerüst des Daches aus Holz oder Eisen, auch Eisenbeton.

Dacqué, Edgar, Paläontolog, * 1878, München.

Dadaismus, im Weltkrieg von kriegsgegner. Künstlern u. Dichtern all. Länder gegr. Beweg., verhöhnte die zeitgen. Kunst (Bilder aus Zeitungsausschnitten, zus.geklebt. Stoff-, Glas- u. Holzteilen) u. Literatur.

Dädalos floh (nach grch. Sage) mit seinem Sohn Ikaros mittels Flügeln aus Federn und Wachs, wobei Ikaros [103–104] der Sonne zu nahe kam und ins Meer stürzte.

Daghestan, auton. Rätestaat, NO-Kaukasus, 54 212 qkm, 788 000 E; Hptst. Machatsch Kala.

Dagö, estn. Ostseeinsel, 960 qkm, 14 000 E; 1917–18 v. den Dt. besetzt.

Daguerre, Louis Jacques Mandé, frz. Maler, 1789–1351, erfand 1838 die Photogr. (D.otypie).

Dahlem, westl. Villenkolonie in Groß-Berlin.

Dahlgren, Carl Fredrik, schwed. Dichter, 1791–1844.

Dahlie, Korbblütler, aus Mexiko.

Dahlmann, Friedr. Christoph, Hist., 1785–1860, als Kieler Professor erster Wortführer des dt. nationalen Gedankens in Schleswig-Holstein.

Dahme, Nbfl, der Spree, vom Fläming.

Dahn, Felix, Hist. u. Schriftst., 1834–1912; „Ein Kampf um Rom“.

Dahomey, Teil v. Frz.-Westafrika, 107 000 qkm, 979 600 E; Hptort Porto-Novo. An der Küste dichtbesiedeltes Wald- u. Ackerbaugebiet, Inneres dünnbesiedelte Savanne mit Viehzucht. Palmkerne u. -öl.

Dajak, malaiisches Volk auf Borneo.

Daibutsu, Kolossalstatuen Buddhas in Japan.

Dairen, jap. Hafenst (S-Mandschurei), 244 000 E.

Dakar, Hptst, v. Frz.-Westafrika, in der Kol. Senegal, 40 000 E.

Dakka, St., Bengalen, 120 000 E.

Dakota, Indianervolk in N-Amer. (Arkansas, Saskatchewan); über das Land ↑ North Dakota, ↑ South Dakota.

Daktylologie, Fingersprache der Taubstummen mit 1 Hand (mit 2 Händen: Chirologie).

Daktyloskopie, Verfahren, mittels Fingerabdrücke eindeutige Kennzeichen von Personen zu erhalten.

Daktylus, Versfuß (?).

Dalai Lama, kirchl. Oberhaupt des Lamaismus in Lhasa (Tibet).

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Dalarne: Altschwedische Vorratshütte mit Frauen in Landestracht.

Dalarne, mittelschwed. Landsch., bewohnt v. Darlekarliern (eigne Mundart, alte Tracht).

d’AlbertAlbert.

Dalcroze (Jaques-D.), Émile, * 1866, Schweiz. Komp. u. Begr. der rhythm. Gymnastik.

Dalekarlien = Dalarne.

Dalelf, schnellenreicher Fl. der schwed. Landsch. Dalarne, 497 km, zum Bottn. Meerbusen.

d’AlembertAlembert.

Dalin, Olof v., schwed. Dichter u. Historiker, 1708–63.

Dallas, St. in Texas (USA), 218 000 E.

Dalldorf, Heil- u. Pflegeanstalt in ↑ Wittenau.

Dalmatien, Küstenstrich Südslawiens, am Adriatisch. Meer, 12 831 qkm, 668 000 E. Meist unfruchtb. Karstlandsch., Bev. serbokroatisch. Wein-, Obst-, Olivenbau. Häfen u. Bäder: Sebenico, Split (Spalato), Dubrovnik (Ragusa).

Dalton, John, engl. Chem., 1766–1844, begr. die atomist. Theorie. D.sches Gesetz: Gesamtdruck eines Gasgemisches gleich Summe der Teildrucke, die das einzelne Gas ausüben würde, wenn es den Raum ausfüllt.

Daman (Damaõ), port. Besitzung, W-Vorderindien, 200 qkm, 68 000 E.

Damara, Hererovolk im mittlern SW-Afrika.

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Adolf Damaschke.

Damaschke, Adolf, * 1865; ↑ Bodenreform.

Damaskus, Hptst, v. Syrien, 250 000 E.

Damast, gemustertes Gewebe.

Damaszener Klingen, zus.geschweißte Eisen- u. Stahlstäbchen; beim Beizen helle u. dunkle Linien (Damaszierung).

Dame, Spiel zu zweien auf d. schwarz. Feldern eines Schachbretts; im frz. Kartenspiel Blatt zw. König u. Bube; im Schach: Königin.

Damm, Unterbau f. Straßen u. Bahnen; Schutz geg. Wasser (Hochwasserdamm).

Damm, Teil zw. After u. Geschlechtsteilen.

Dammarharz, aus Stämmen trop. Bäume.

Dämmerung dauert, bis die Sonne 18° unter Horizont sinkt.

Dämonen, unheimliche Personifikationen v. Naturmächten.

Dampf, jedes Gas, das durch Wärme aus Flüssigkeit entstanden ist, bes. Wasser-D. Ein best. Raum nimmt bei best. Temperatur eine best. Menge D. auf (Sättigung). Von Flüssigkeit getrennter D. wird durch Raumvergrößerung ungesättigt, durch Erwärmung überhitzt.

Dampfdichte, in der Raumeinheit enthaltene Menge Dampf.

Dampfdom, Aufsatz auf Dampfkessel zur Dampfsammlung.

Dampfer, Schiff, das Triebkraft in Kolbendampfmaschinen od. Dampfturbinen benutzt. Rad-D.: 2 seitliche Schaufelräder oder ein Rad am Heck; Schrauben-D.: 2–4-flügl. Schraube(n) am Heck.

Dampffässer, gewerbliche Koch- und Dampfapparate unter innerem Überdruck.

Dämpfigkeit, beim Pferd chron. unheilb. Atembeschwerde infolge Lungen- od. Herzkrankheiten.

Dampfkessel, Anlage, in der Wasserdampf erzeugt wird. Arten:

1) Zylinderkessel;
2) Heiz- (Rauch-) Rohrkessel, bei dem die Heizgase enge, v. Wasser umspülte Rohre durchziehen;
3) Flammrohrkessel, hat im Innern des Zylinders Flammrohre, darin Feuerung;
4) Lokomobil- u. Lokomotivkessel, haben kastenförm. Feuerbüchse (-kiste), an die sich d. Heizrohre anschließen;
5) beim Wasserrohrkessel strömt das Wasser durch Rohre, die von Heizgasen umspült werden.

Zur Temperatursteigerung (Überhitzen) des Dampfes dient der Überhitzer, ein Vorwärmer zum Vorwärmen des Kesselspeisewassers. Betrieb u. Abnahme der D. unterliegen polizeil. Vorschriften.

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Kurbelgestänge.

Dampfkraftmaschinen,

1) Kraftmaschinen mit Ausnutzung der Druckenergie des hochgespannten Wasserdampfes (Kolbenkraftmaschinen). Im Dampfkessel erzeugter Dampf wird in Zylinder geleitet u. bewegt dort den Kolben a (Abb.) hin u. her. Die Bewegung des Kolbens wird durch Kurbeltrieb (Kolbenstange g, Kreuzkopf f in Kreuzkopfführung b, Pleuelstange c u. Kurbel d) in die des Schwungrads e umgewandelt. Dampfzufuhrregelung durch Steuerung, d. h. durch einfach od. doppelt angebrachte Schieber od. durch Ventile.
2) Kraftmaschinen mit Ausnutzung der Geschwindigkeitsenergie des Wasserdampfs. Dampfturbinen (↑ Taf. Sp. 152.): Dampf strömt durch Düsen od. Leitapparate (Leiträder) auf mit Schaufeln versehenes Laufrad.

DampfschiffTaf. Sp. 89.

[Taf. Sp. 89]
Dampfschiff

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1. Vierschrauben-Schnelldampfer „Europa“ (Norddeutscher Lloyd, Bremen). Gebaut 1929; 51 000 Br.-Reg.-T., 100 000 PS.

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2. Funkstation.

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3. Theater- und Ballsaal I. Klasse.

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4. Damensalon III. Klasse.

Dampfstrahlgebläse ↑ Strahlapparate.

Dampftrawler, Fischdampfer mit Schleppnetz.

DampfturbinenDampfkraftmaschinen 2), ↑ Taf. Sp. 152.

[Taf. Sp. 152]
Dampfturbinen

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1 a. Druckturbine mit 3 Geschwindigkeitsstufen (Curtis).

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1 b. Druckturbine mit 3 Spannungsstufen (Zoelly).

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1 c. 3stufige Überdruckturbine (Parsons).

Zwischen je zwei Laufrädern b befindet sich ein Leitrad a zur Umkehr der Dampfrichtung; der Dampf strömt durch das erste Leitrad (links) zu, durchströmt nacheinander die Lauf- und die Leiträder und geht aus dem letzten Laufrad (rechts) zum Kondensator.
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2. 3-Zylinder-Überdruckturbine für eine Leistung von 85 000 kW im Kraftwerk Zschornewitz (Schnitt). Gebaut von Brown, Boveri & Co., Mannheim.

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3. 3-Zylinder-Überdruckturbine des Kraftwerkes Zschornewitz (Ansicht).

Dämpfung, zeitl. Abnahme der Weite (Amplitude) eines Schwingungsvorgangs.

Danaë, grch. Mythus: Königstochter, durch Zeus’ Goldregen Mutter des Perseus.

Danaër = Griechen; D.geschenk, unheilbringend.

Danaïden, Töchter des Danaos, müssen in der Unterwelt Wasser in leckes Faß schöpfen.

Danatbank = Darmstädter u. Nationalbank.

Dandy, Modenarr, Stutzer.

Danebrog, dän. Reichsbanner.

Dänemark, Kgr. (mit Island in Personalunion), 42 927 qkm, 3 475 000 E; Hptst. Kopenhagen. Landschaft ähnlich der N-Deutschlands; mit Ausnahme des wenig fruchtb. Sandbodens im W gute Ackerböden u. Wiesen (landw. Überschüsse).

Um 830 christl. Knut II. d. Gr. (1018–35) erob. Engl. u. Norw. Waldemar II. (1202–41) erob. 1210 Estl., Waldemar IV. Atterdag (1340–75) gewann Schonen, Blekinge u. Halland; Margarete (1375–1412) vereinigte 1397 (Kalmarer Union) die 3 skand. Reiche. Christian II. (1513–23) verlor Schweden für immer. Friedr. I. (1523–33) führte luth. Reformation ein. Nach Beschießung Kopenhagens durch Engl. (1801, 1807) Anschluß an Napoleon I. Friedr. VI. (1808–39) verlor 1814 Norw. an Schweden. Unter Christian VIII. (1839–48) wurde Schleswigs Einverleibung gefordert. Schleswig u. Holstein sagten sich los, unterlagen aber 1848–50. Gegen die gemeinsame Verfassung v. 1863 erbaten Schlesw.-Holstein Hilfe: dt.-dän. Krieg. Durch Wiener Frieden (1864) Schlesw.-Holstein u. Lauenburg an Preußen u. Österr. 1894 wurden im Folketing die Sozialisten entscheidend. Seit 1912 Christian X. 1920 erhielt D. N-Schleswig.

Daniellsches Element ↑ Galvanisches Element.

Dänisch gehört zum ostnord. Zweig des skand. Sprachstamms. Lit. begr. Chr. Pedersen († 1554, Bibelübers.); geistl, dann gelehrte Dichtungen (Arrebo, † 1637) u. Leonora Ulfeld († 1698). Im 18. Jh. norw. Einfluß: Holberg. Aufklärung: Polyhistor E. Pontoppidan, die „Soröaner“. Seit 1802 Romantik: Dt.-Norweger H. Steffens, Öhlenschläger; ihr nahe stehen Grundtvig, Ingeman, Andersen, Paludan-Müller, Winther, Kierkegaard. Realismus (1840er Jahre): J. L. Heiberg, Gyllembourg, Goldschmidt; für den frz. Naturalismus tritt Brandes ein. Jacobsen übt europ. Wirkung aus, nach ihm Joh. V. Jensen. Müde Schwermut be Bang, Nansen u. H. Pontoppidan, Gjellerup, Jörgensen. Jüt. (Heimat-) Bewegung Aakjær, Kidde, Buchholtz, Andersen-Nexö. In Deutschland bekannt sind noch Karin Michaelis, Bruun, Fleuron, Anker-Larsen, Paludan.

Dankl, Viktor, Frh. v., österr. Gen. im Weltkrieg, * 1854.

d’Annunzio ↑ Annunzio.

Dante Alighieri, ital. Dichter, 1265–1321, 1302 aus Florenz verbannt; Lieder an Beatrice (Jugendgeliebte): „Vita Nuova“; gedankentiefes Hptw. „Divina Commedia“, eine visionär-allegor. Wanderung durch [105–106] Inferno (Hölle), Purgatorio (Fegefeuer), Paradiso (Himmel). Lit.: Voßler, Die göttl. Komödie (1925²).

Danton, Georges, 1759–94 (guillotiniert), revolut. Führer.

Danzig, Freistaat („Freie Stadt D.“), Weichseldelta westl. bis Zoppot umfassend, 1893 qkm, 407 600 E. Schwere wirtschaftl. Krise durch polnische Bevorzugung u. Ausbau des Hafens von ↑ Gdingen. Verfassung: Hoher Kommissar des Völkerbunds entscheidet Streitigkeiten mit Polen. Hafenausschuß von je 5 D.er u. poln. Mitgl. unter schweiz. Präs. verwaltet Hafen u. Wasserwege. Polen vertritt seit 1922 D. nach außen. Volkstag übt Gesetzgebung durch Mehrheitsbeschlüsse u. wählt Senat.

Hptst. D., 384 000 E (5% Polen).

Danziger Goldwasser, Likör mit Blattgoldflittern.

Daphnia, Wasserflohgattung.

Daphnis, grch. Myth.: Heros der Hirten.

Dapsang, fälschl. f. Mount Godwin Austen.

Dardanellen, Meerenge zw. Ägäischem u. Marmarameer. Durchfahrt 1923 durch Meerengenabkommen einer Völkerbundskommission unter türkischem Vorsitz unterstellt. 25.4.1915 landeten Ententetruppen, Räumung 20.12.1915, 9.1.1916.

Dardschiling, Gesundheitsstation am östlichen Himalaja, 20 000 E.; Abb. ↑ Indien.

Daressalam, Hafenst. des ehem. Dt.-Ostafr., 25 000 E.

Darfur, Landschaft im östl. engl.-ägypt. Sudan, 376 600 qkm, 406 800 E.

Darjeeling = Dardschiling.

Darius, pers. Könige: D. I., 521–485. D. II., 424–404. D. III., 336 bis 330, unterlag Alex. d. Gr.

Darling, Liebling.

Darling, Zufluß des Murray in SO-Australien, 1630 km.

Darlington, St. in NO-England, 66 000 E.

Darm (↑ Taf. „Mensch“) besteht beim Menschen aus Zwölffinger-D., Dünn-D., Leer-D., Krumm-D., Dick-D. mit Blind-D. und dessen Wurmfortsatz. Dick-D. geht über in Mast-D. D.fistel, Verbindung des D.innern mit der Hautoberfläche oder benachbartem Hohlorgan.

Darmstadt, Hptst. des Freistaats Hessen, 89 000 E.

Darre,

1) (Dörre) Trocken- od. Röstvorrichtung;
2) abzehrende Krankheiten bei Haustieren.

Darß, Halbinsel, westlich von Stralsund.

Darstellende Geometrie führt Konstruktionen räumlicher Figuren auf solche in Zeichenebene zurück durch Grundriß, Aufriß, Seitenriß od. durch Perspektive.

Darwin, Hptst. v. N-Australien, 1600 E.

Darwin, engl. Naturf.:

1) Charles, 1809–82, bahnte neue Epoche der Naturforschung an.
2) Erasmus, 1731–1802, Vorläufer der Entwicklungslehre.

Darwinismus (Darwinsche Theorie) ↑ Abstammungslehre.

Das, Chitta Ranjahn, ind. Nationalistenführer, 1870–1925.

Dasselfliegen legen Eier besonders an Wiederkäuern ab. Hautbreme, Larven im Rind (Dasselbeulen); Magenbreme, Larven an Magenwand des Pferdes.

Dativ, gramm.: 3. Fall.

Dato, heute (als Datum auf Urkunden); a d. = von heute ab. D.wechsel, Wechsel fällig z. B. 14 Tage dato, d. h. 14 Tage nach Ausstellungsdatum.

Dattel, Frucht der ↑ Dattelpalme.

Datteln, westfäl. D., b. Recklinghausen, Dortmund-Ems-Kanal, 20 000 E; Kohlenbgb.

Dattelpalme (Phoenix dactylifera), 30 m hoch, an den nördl. Mittelmeerufern.

Datum, Zeitangabe, Ausfertigungszeit eines Schriftstücks.

Daturin = Atropin.

Dau, arab. 2mast. Segelfahrzeug mit trapezförm. Segeln.

Däubler, Theod., expressionist. hymn. Dichter, * 1876.

Daudet, frz. Schriftst.:

1) Alphonse, 1840–97; „Le petit Chose“, „Lettres de mon moulin“, „Tartarin de Tarascon“, „Les rois en exil“.
2) Léon, * 1867; Satiren; als Leiter der royalist. „Action française“ deutsch-feindlich.

Dauerwellen ↑ Ondulation.

Daumier, Honoré, frz. Maler u. Graphiker, 1808–79; politische Karikaturen u. Sittenbilder.

Daun, Leop., Reichsgraf v., 1705–1766, 1754 österr. Feldmarschall, besiegte 1757 bei Kolin, 1785 bei Hochkirch Friedr. d. Gr.

Dauphin, im alten Frankr. der Kronprinz.

Dauthendey, Max, symbolist. Lyr., 1867–1918.

Davenport, St., Iowa (USA), 59 900 E.

David, jüd. König, um 1011–972 v. Chr., Nachf. Sauls, gilt als Verf. vieler Psalmen u. als Ahnherr des Messias.

David,

1) Ed., Soz., 1863 bis 1930.
2) Jacques Louis, frz. Maler, Hauptmeister des Klassizismus, 1748–1825.

David d'Angers, frz. Bildhauer, 1788–1856.

Davis,

1) John, engl. Seefahrer, 1550–1605, fand D.straße zwischen Grönland u. Baffinland.
2) William Morris, amer. Geolog u. Geograph, * 1850.

Davis-Cup (D.-Pokal), internationaler Wanderpreis für die Tennisweltmeisterschaft.

Davit, auf Schiffen kranartige Vorrichtung zum Ablassen von Booten.

Davos, ostschweiz. Luftkurort (bes. für Lungenkranke), 10 000 E.

Davy, Sir Humphry, engl. Chemiker, 1778–1829, begr. die Elektrochemie, entdeckte Kalium, Natrium; Sicherheitslampe für Bergleute.

Dawes, Charles Gates, amer. Botschafter London, * 1865, erstattete das D.-Gutachten. Friedensnobelpreis 1925.

Dayton, St., Ohio (USA), 185 000 E.

Dazien, im Altert. Land zw. Theiß u. Dnjestr, 107 n. Chr. röm., 271 gotisch.

D-Banken:

1) Deutsche Bank und Disconto-Ges.,
2) Dresdner Bank,
3) Darmstädter u. Nationalbank.

D. C. (D. Col.) = District of Columbia (↑ Columbia 1).

de Amicis ↑ Amicis.

Debatte, mündliche Erörterung in geordneter Rede u. Gegenrede.

Debet („er schuldet“), in d. Buchhaltung l. Seite eines Kontos (Soll).

Debitieren, auf Debet-Seite verbuchen, belasten.

Debitor, der Schuldner (in der Buchhaltung).

Debora, israel. Richterin (Prophetin).

Debrecen, ostung. St., 103 000 E.

Debussy, Claude, frz. impressionist. Komponist, 1862–1918.

Debüt, erstes Auftreten, bes. eines Schauspielers.

de Candolle, Augustin, frz. Botaniker, 1778–1841, begr. das nach ihm genannte natürliche Pflanzensystem.

Dechant = Dekan.

Decharge, Entlastung.

Dechiffrieren, entziffern (Geheimschrift).

Deck ↑ Schiff.

Decke, im Bauwesen oberer Raumabschluß, gewöhnl. zw. 2 Geschossen; geol.:

1) Falten- (Überschiebungs-) D. ↑ Taf. Sp. 200.
2) Eruptiv-D. ↑ Lava.
3) Sediment- (Schichten-) D.: Übereinanderfolge von Sedimentschichten; ↑ Grundgebirge.

Deckert, Emil, Geograph, 1848–1916.

Deckfarben verdecken beim Malen, Drucken usw. den Untergrund.

Deckoffiziere ↑ Reichsmarine.

Deckung, Sicherstellung des Kreditgebers (↑ Notendeckung).

de Coster, Charles, fläm. Dichter, 1827–1879; Prosaepos „La légende de Thyl Uylenspiegel“.

decrescendo, Musik: abnehmend.

Decroly, Ovide Jean, belg. Psychopädagog, * 1871; Unterrichtsgrundsatz „Für das Leben durch das Leben“.

Dedekind, Rich., Mathematiker, 1831–1916.

Dedikation, feierliche Einweihung; dann Widmung, Geschenk.

Deduktion, Ableitung von Einzelwahrheiten aus allgem. Wahrheiten und Grundsätzen; Ztw.: deduzieren.

de facto, der Tat nach.

Defaitisten, im Weltkrieg Flaumacher.

[107–108] Defekt, mangelhaft; Fehler; Kassen-D., Fehlbetrag in ein. öffentl. Kasse.

Defensive, Verteidigung, Abwehr.

Defilieren, vorbeimarschieren, -schreiten.

Definieren, „abgrenzen“, genau bestimmen; Definition, Inhaltsbestimmung ein. Begriffs; definitiv, endgültig.

Defizit, Fehlbetrag.

Deflation, Einschränkung des Zahlungsmittelumlaufs zwecks Geldwerterhöhung; geolog.: „Abblasung“ lockern Gesteins durch den Wind.

Defloration, Entjungferung.

Defoe, Daniel, engl. Schriftsteller, 1660(61?)–1731; „Robinson Crusoe“.

Deformieren, verbilden, verunstalten.

Defraudation, Unterschlagung; Steuerhinterziehung.

Defregger, Franz v., Maler, 1835–1921; Tiroler Volksleben, Bildnisse.

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Edgar Degas: Die Balletteuse.

Degas, Edgar, frz. impress. Maler, 1834–1917.

de Geer, Gerard, schwed. Geolog, * 1858.

Degeneration, fehlerhafte od. unvollkomm. Ausbildung eines Organismus, auch rückschreitende Entwicklung.

Degerloch, Vorort v. Stuttgart; Luftkurort.

Degradieren, im Rang herabsetzen.

Dégras, Gerberfett.

Degressivbesteuerung sieht, v. Maximalsatz ausgehend, staffelweise Ermäßigungen vor.

de Gubernatis ↑ Gubernatis.

Dehio, Georg, Kunsthist, * 1850; „Gesch. der dt. Kunst“; Abb. Sp. 106.

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Richard Dehmel.

Dehmel, Rich., Lyriker, 1863–1920; „Zwei Menschen“ (Versroman), Kriegstagebuch.

Deich, Erdwall zum Schutz gegen Überflutung. D.vorland: das Gelände zwischen D. u. Fluß bzw. See, Binnenland (Polder, Marsch): die geschützte Niederung.

Déjeuner, 2. Frühstück (Mittagessen).

Deimling, Bertold v., * 1853, 1913–17 Komm. Gen. (Straßburg), seit 1918 Pazifist, Reichsbannerführer.

Deismus nimmt Gott (lat. deus) als ursprüngl. Vernunft an, aus der die vollkommene Schöpfung hervorgegangen ist.

Deißmann, Adolf, prot. Theol., Berlin, * 1866.

Deister, Teil des Weserberglands, bis 403m; Steinkohlen.

Deka, „zehn“, z. B. Dekagramm = 10 Gramm.

Dekade, Zeit von 10 Tagen bzw. Wochen, Monaten, Jahren.

Dekadenz, Verfall, Niedergang.

Dekameron, Boccaccios Erzählungen (an „10 Tagen“).

Dekan,

1) (Dechant, Erzpriester) Vorsitzender einer Unterabteilung (D.at) des bischöflichen Sprengels; auch = Superintendent.
2) Vorsteher einer Universitäts-Fakultät.

Dekantieren, Flüssigkeit vom Bodensatz abgießen.

Dekatieren, Wollstoffe mit Dampf oder heißem Wasser behandeln.

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Dekhan: Blick auf die im W des Hochlands von Dekhan aufragende und zerschluchtete Kette der „Ghats“.

Dekhan, südl. Hochland Vorderindiens, 600–700 m.

Dekker, Eduard Douwes (Multatuli), niederl. Schriftst, 1820–87.

Deklamation, kunstgerechter Vortrag; auch hohle Pathetik.

Deklaration, Erklärung; Steuer-D. = Selbsteinschätzung bei den direkten Steuern. Zoll-D., Angabe über Inhalt einer Sendung zwecks Zollabfertigung.

Deklination, Wortbeugung; magnet. D. ↑ Erdmagnetismus.

Dekolletiert, in ausgeschnittenem Kleid.

Dekoration, Ausschmückung; Ordensauszeichnung.

Dekorationsgesteine zeichnen sich durch schöne Farbe, auffallende Struktur u. hohe Politurfähigkeit aus (↑ Taf. Sp. 153).

Dekorum, Anstand, schöner Schein.

Dekrement, Abnahme.

Dekret, Verfügung einer Behörde.

Dekretalen, päpstl. Antwortschreiben auf Anfragen kirchl. Natur; Quelle d. kanon. Rechts.

del. = delineavit, er hat (es) gezeichnet.

Del. = Delaware (Staat).

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Eugène Delacroix: Der 28. Juli 1830.

Delacroix, Eug., Maler, 1798 bis 1863, Hpt. der frz. romant. Richtung.

Delagoa-Bai, Bucht des Indischen Ozeans, Portugies.-O-Afrika.

Delaware,

1) FL, östl. N-Amerika, 580 km, zur D.bai.
2) Östl. USA-Staat, 6138 qkm, 238 000 E; Hptst. Dover; Agrarland, bes. Maisbau, vorwieg. Farmen.

Delbrück,

1) Hans, Hist. 1848–1929; „Geschichte der Kriegskunst“.
2) Max, Chemiker, 1850–1919, verdient um Hefezüchtung.
3) Rud. v., Staatsm., 1817–1903, rechte Hand Bismarcks.


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Théophile Delcassé.

Delcassé, Théophile, frz. Revanchepolit., 1852–1923; 1898–1905, 1914–15 Außenmin.

Deleatur, b. Korrekturen „es werde entfernt“; Zeichen: Deleatur (black).png (= d).

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Grazia Deledda.

Deledda, Grazia, ital. Schriftstellerin, * 1875; sardin. Erz.

Delegation, Abordnung; Rechtsübertragung.

Delegierter, Abgeordneter.

Delft, westniederl. St., 50 000 E; Porzellan (D.er Fayence, weißglasiert, blau-, auch buntbemalt; seit Ende 16. Jh.; ↑ Taf. Sp. 376).

Delhi (Dehli), St. im NW v. Brit.-Indien, 304 400 E, Regierungssitz, bed. Handelsplatz.

Deliberationsfrist, Bedenkzeit.

Delibes, Léo, frz. Bühnenkomp., 1836–91.

Delikat, köstlich, zart; heikel.

Delikt, Vergehen, Straftat.

Delila, Geliebte u. Verräterin Simsons.

Delinquent, Verbrecher.

Delirium, geist. Störung, mit Bewußtseinstrübung, Sinnestäuschungen, Irrereden u. -handeln (auch mit Tobsucht).

Delitzsch, St. östl. Halle, 15 000 E.

Delitzsch,

1) Franz,

[109–110] luth. Theol., 1813–90; Judenmission.

2) Friedr., Assyriolog, 1850–1922; „Babel u.Bibel“.

Delius, Frederick, engl.-dt. impressionist. Komp., * 1863.

Delkredere, Bürgschaft für Eingang einer Forderung.

Delmenhorst, oldenburg. St., 25 000 E.

Delos (Mikra-D.), Zyklade im Ägäischen Meer; im Altertum Hauptsitz des Apollokultus.

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[108] Delphi: Trümmer des Apollotempels.

Delphi, antike St. in Phokis (Mittelgriechenland); Apollotempel (Abb. Sp. 108) mit Orakelstätte der Pythia.

DelphinWale.

DelphiniumRittersporn.

Delta, Schutthalden- und fächerförmig abgelagertes Schwemmland an Flußmündungen.

Demag = Deutsche Maschinenfabrik AG., Duisburg.

Demagog, Volksverführer, -aufwiegler.

Démarche, diplomat. Schritt zur Erreichung eines bestimmten Zwecks.

Demarkation, Abgrenzung; D.slinie darf nach Vertrag nicht überschritten werden.

Demawend, höchster Gipfel d. Elbursgeb., 5670m, Vulkan.

Dementi, Widerruf, Berichtigung; Ztw. dementieren.

Dementia, Blödsinn. D.praecox, jugendl. Irresein.

Demerara = Britisch-Guayana.

Demeter, grch. Göttin des Ackers.

Demimonde, Halbwelt, zweifelh. Gesellschaft.

Demission, Entlassung; d.ieren, seinen Abschied nehmen.

Demiurg(os), „Werkmeister“, Gott als Schöpfer.

Demmin, St., Pommern, 13 000 E.

Demobilmachung, Überleit. d. Wirtschaftslebens aus Kriegs- in Friedenszustand.

Demoiselle, Fräulein.

Demokratie, Volksherrsch.; Anhänger: Demokrat.

Demokratische Partei, 1918 gegr.; ↑ Deutsche Staatspartei.

Demokrit(os), grch. Philos., 5.–4. Jh. v. Chr.; Theorie d. Atomismus.

Demolieren, zerstören.

Demonstration, Beweisführ., anschaul. Darst.; polit. Kundgeb.

Demonstrativ(um), hinweisendes Fürwort.

De mortuis nil nisi bene, „von Toten (sprich) nur gut!“

Demosthenes, grch. Redner, 383 bis 322 v. Chr., bekämpfte Philipp v. Mazedonien.

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Denar.

Denar, Zehner, älteste röm. Silbermünze, = 0,82 M.

Denaturieren, ungenießbar machen, bes. Steuerpflicht. Stoffe.

Denikin, Ant., * 1872; 1918–20 gegenrevolut. Armeeführer in S-Rußland.

Denkmalpflege, Sorge für die Erhaltung wertvoller Bau- und Kunstdenkmäler; im Dt. Reich durch Landesgesetze gesichert.

Dentist, selbständige Zahnbehandlung Ausübender, der nicht approbierter Zahnarzt ist.

Denudation, Entblößung; ↑ Abtragung. Äolische D. = Deflation (geol.).

Denunziation, Anzeige. Denunziant, der Anzeigende, Angeber; Denunziat, der Angezeigte.

Denver, Hauptstadt v. Colorado (USA), 290 000 E; Baumwollind.

Dépendance, Nebengebäude, bes. eines Hotels.

Depesche, eilige Nachricht; Telegramm.

Deplacement, Gewicht der von einem (Kriegs-) Schiff verdrängten Wassermenge.

Deplaciert, am falschen Platz.

Deponieren, hinter-, niederlegen.

Deport, Vergütung beim D.geschäft (↑ Börsengeschäfte).

Deportation, Zwangsverbringung, meist v. verurteilten Verbrechern in Strafkolonie.

Depositen, Geldeinlagen, die bei tägl., monatl., vierteljährl. oder längerer Kündigung in das Eigentum der Bank übergehen.

Depositum, das Hinterlegte.

Depot, Niederlage; einer Bank zur Verwahrung übergebene Wertstücke, bes. Effekten.

Deprekation, Abbitte; Ztw. deprezieren.

Depression, „Niederdrückung“; melanchol. Verstimmung; Stockung, flaues Geschäft, ↑ Konjunktur; Tiefdruckgebiet ↑ Meteorologie; Einsenkung zw. höher gelegenen Landstrecken, bes. ein Gebiet, das tiefer als der Meeresspiegel liegt (z. B. Totes Meer).

Deprimieren, niederdrücken, entmutigen.

Deputat, in Naturalien bestehender Teil des Lohnes landw. Arbeiter (Deputanten, D.gesinde).

Deputation, Abordnung einer Körperschaft.

Deputierter, Abgeordneter.

Derain, André, frz. expressionist. Maler,* 1880.

Derby, mittelengl. St., 130 000 E.

Derby, Zuchtprüfungsrennen (für 3j. Pferde über 2400 m).

Derfflinger, Georg, Reichsfrh. v., brandenburg. Gen., 1606–95.

Derivat, Abkömmling (chem.).

Dermatol, Wismutverbindung, geruchloser Ersatz d. Jodoforms.

Dermatologie, Lehre v. den Hautkrankheiten.

Dernburg, Bernh., Staatsm., * 1865.

Dernier cri, „letzter Schrei“, neueste Mode.

Déroulède, Paul, frz. Patriot u. Dichter, 1846–1914.

Déroute, Verfall, Zerrüttung; scharfe Kursrückgänge.

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Tanzende türkische Derwische.

Derwisch, Mitgl. einer relig. islam. Genossenschaft; Andachtsübungen oft mit Tanz.

Desavouieren, verleugnen, mißbilligen.

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René Descartes.

Descartes, René (Renatus Cartesius), frz. Philos., 1596–1650; ausgehend v. der Ich-Gewißheit: „cogito ergo sum“ (ich denke, also bin ich).

Deschimag = Deutsche Schiffs- u. Maschinenbau-AG., Werftkonzern.

Deschnew, Kap, Ostkap Asiens (Beringstraße).

Desertion, Fahnenflucht.

Designieren, anweisen; vorläufig ernennen. Designatus, der vorläufig Ernannte, ins Amt Berufene.

Desinfektion, Vernichtung krankheits-, gärungs-, fäulniserregender Stoffe.

Desinteressement, Interesselosigkeit, (polit.) Verzicht.

Deskription, Beschreibung (ohne Deutungsversuche).

Des Moines, St. in Iowa (USA), 149 000 E.

Desolat, verlassen; trostlos.

Despektierlich, geringschätzig.

Desperados, „Verzweifelte“, extrem Radikale.

Despot, Willkürherrscher.

Dessau, Hptst. v. Anhalt, 71 000 E; Flugzeuge (Junkerswerke); ↑ Bauhaus.

Dessauer, Der Alte, ↑ Alter Dessauer.

Dessin, Zeichnung, Muster.

Destillieren (Destillation), Trennung flücht. Flüssigkeiten v. weniger flücht, auch v. festen Stoffen, durch Erhitzen, Ableitung der Dämpfe u. deren Verdichtung (Destillat), in Retorten (↑ Taf. Sp. 88). Trockne D., Erhitzung fester Stoffe (z. B. Kohle), um flücht. Zersetzungsprodukte abzudestillieren.

Destruktiv, zerstörend.

Deszendenten, Abkömmlinge.

Deszendenztheorie = Abstammungslehre.

Detachement, Truppen-Abt, für bes. Aufgaben; Abtrennen fälliger Zins- oder Dividendenscheine.

Detachieren, absondern, entsenden; aus Geweben Flecke entfernen.

Detail, das einzelne; en d., im einzelnen; daher D.handel.

Detektiv, in Engl. u. Kanada Geheimpolizist, private D.büros besorgen Ermittlungen.

Detektor (Wellenanzeiger) ↑ Funktechnik.

Determination, nähere Begriffsbestimmung.

Determinismus, philos. Lehre v. der grundsätzl. Unfreiheit des Menschen.

Detmold, Hptst. v. Lippe, 16 000 E.

Detonieren, mit Knall verpuffen; beim Gesang: den Ton herunterziehen.

Detritus, durch Verwitterung u. a. zerriebenes Gesteinsmaterial; kleinste Trümmer tier. u. pflanzl.Gewebe.

Detroit, Hafenst. zw. Saint-Clair- u. Eriesee, USA, 1 568 000 E (12 % Dt.); Großind. (Fords Autofabriken).

Detskoje Selo, St. im Leningrader Gebiet, 25 000 E; 1905–17 Zarenresidenz (Zarskoje Selo).

Dettelbach, bayr. St. u. Wallfahrtsort östl. Würzburg, 2100 E; Weinbau; 36 alte Tortürme.

Dettingen, unterfränk. D., 12 000 E. Nahebei Talsperre des Bayernwerks.

Deukalion (grch. Myth.) entkam mit seiner Frau Pyrrha der Sintflut.

Deus, Gott. D. ex machina: Der Gott aus dem Bühnengerüst, in der antiken Tragödie Gottheit, die, plötzlich erscheinend, Konflikt löst.

Deussen, Paul, Philosoph und Sanskritist, 1845–1917.

Deuteronomium, 5. Buch Mose.

Deutsch, „volksmäßig“; zunächst nur v. d. Sprache (im Gegensatz zum Latein der Gelehrten), später in erweiterter Bedeutung. ↑ Deutsche Sprache.

Deutschamerikaner, die Deutschen in USA, die Dt. sprechen (1910: 8,7.; 1920: 8,2 Mill.), u. solche, die dt. Blutes, aber längst amerikanisiert sind.

Deutsch-dänische Kriege ↑ Schleswig-Holstein.

Deutsche Akademie (Akad. zur wissensch.Erforsch. u. zur Pflege d. Deutschtums), München, gegr. 1925; Arbeitsgebiet: Dt. Kulturpropaganda unter fremden Völkern.

Deutsche Bank u. Disconto-Gesellschaft, größte dt. Bank, 1929 den. Fusion d. Dt. Bank u. d. Disconto-Gesellschaft gegr.

Deutsche Bücherei, Leipzig, dt. Zentralbibliothek, seit 1913.

Deutsche Literatur.
Althochdeutsche Zeit (750–1050). Schrifttum fast nur relig.-kirchl. Versdichtg.: altsächs. Heliand, bayr. Muspilli u. Wessobrunner Gebet. Um 868 Otfrieds Evangelienbuch. Volkstüml. Epik: Hildebrandslied, 8. Jh. Lat.: „Waltharius“, Ritterroman „Ruodlieb“.

Mittelhochdeutsche Zeit (1050–1350). Geistl., dann ritterl. Dichtung (Epen, Ritterlegenden), Nibelungen-, Gudrunlied, Heinr. v. Veldeke; höchste Blüte Hartmann v. Aue, Wolfram v. Eschenbach, Gottfried v. Straßburg. Lyrik (Minnesang): Reinmar, Walther v. d. Vogelweide († um 1230). Verfall: Freidank, Wernher der Gärtner; Lyrik: Neidhart v. Reuental, Ulr. v. Liechtenstein, Reinmar v. Zweter. Bürgerl. Dichtung: Frauenlob, Hugo v. Trimberg. Anf. 14. Jh. erstes dt. Drama: „Spiel v. den 10 Jungfrauen“.

Frühneuhochdeutsche Zeit (1350–1600). Lehrhaft u. gelehrt. Lyr. Oswald v. Wolkenstein (1400–45), Satiriker [111–112] Seb. Brant („Narrenschiff“, 1494). Luthers Einfluß (Bibelübersetz., geistl. Lieder). Volksbücher. Hans Sachs’ Fastnachtsspiel; Satiriker Joh. Fischart († 1591).

17. Jahrh. 1624 Opitz’ „Buch von der teutschenPoeterey“. Hofmannswaldau. Lyr.: Fleming u. Dach; geistl. Dichtung: Gerhardt, Spee u. Angelus Silesius; Epigrammatiker Logau. Grimmelshausens „abenteuert. Simplicissimus“ (1669; 30j. Krieg)

18. Jahrh. bis 1774. Günther, Vorläufer der klass. Lyrik. Die frz. Klassiker v. Gottsched als Muster aufgestellt, bekämpft v. den an engl. Vorbildern geschulten Schweizern Bodmer u. Breitinger. Rabener (Satiren), Geliert (Fabeln). Klopstocks „Messias“ (1748) belebte die poet. Sprache neu. Die Prosa veredelten Lessing und Wieland.

Klass. u. romant. Zeit (1774–1830). Durch Herder (Forderung nationaler Eigenart; Hinweis auf Volkslied) gelangte Goethe, nach Überwindung der Sturm- u. Drangperiode (Lenz, Klinger), zu dem Stil des reinsten Einklangs v. Form u. Inhalt (Lyrik, ep. Ged. „Hermann u. Dorothea“, „Faust“). Schiller zeigt nicht so umfassende Bildung, wirkt aber kraftvoller auf weitere Kreise durch seine Freiheits-Dramen u. erhabene lyrisch-epische Dichtungen. Balladen von Bürger; Göttinger „Hain“: Hölty, Gebr. Stolberg, Voß. Die Brüder Schlegel (Zeitschr. „Athenäum“) stellten die Grundlagen der Romantik auf; romantische Schule (Zurückgreifen auf das MA, Sehnen nach der „blauen Blume“); Vorläufer: Hölderlin, Jean Paul; dann Tieck, Novalis. Jüngere Romantiker: Brentano und Arnim (Volkslied, „Des Knaben Wunderhorn“), Chamisso, Eichendorff, Freiheitssänger (Arndt, Schenkendorf, Körner) und Uhland mit den Schwäb. Dichtern. Erzählungskunst: Arnim, Eichendorff, E. T. A. Hoffmann, H. v. Kleist, dieser auch Dramatiker. Meister der Form Rückert u. Platen. österr. Klassizist Grillparzer.

1830-70. Das Junge Deutschl., vorbereitet durch Heine (Lyr.) u. Börne (Krit.), erstrebte Beseitigung der Schranken bürgerl. Moral u. romant Ideen: Laube, Gutzkow (Tendenzrom, u. -drama). Seit 1840 polit. Lyr. Hoffmann v. Fallersleben, Herwegh, Freiligrath. Schwermüt. Lyr. v. Lenau; der idyll. Mörike u. Stifter standen abseits, ebenso die fromme Droste-Hülshoff. Münchner Dichterkreis, seit 1852; Lyr. Geibel, Bodenstedt, Nov. Heyse, Scheffel (Lyr., Ep.). Dorfgesch.: Jeremias Gotthelf, Auerbach, O. Ludwig; Dialektdichtung: Reuter, Brinckmann, Groth. Realist. Roman: Keller, Freytag, Raabe, Spielhagen. Dram.: Hebbel. Musikdram.: Richard Wagner.

1871-1910. Dichter des „silbernen Zeitalters“: die Nov. u. Lyr. Storm, C. F. Meyer, Dram. Wilbrandt, Wildenbruch. Jüngstes Deutschl., von Zola, Ibsen, Tolstoj abhängig. „Naturalismus“ wurde gefordert; Holz (u. Schlaf). Gemäß. naturalist. Dram.: Sudermann, Gerh. Hauptmann. In den 1890er Jahren kommt die Neuromantik auf (Halbe, v. Hofmannsthal), teilweise die Form des Symbolismus annehmend (Lyr. Stefan George, Rilke, Dehmel). Realist. Lyr. Liliencron. Wedekinds Dramen sind grotesk-naturalist. Naturalist. Roman: Sudermann; realist. Rom. Fontane; die einfache Erzählung wurde seit 1898 für die sog. Heimatkunst (Lienhard, Frenssen, Polenz) gewonnen. Schweizer sind der Epiker u. Lyr. Spitteler, die Erz. Zahn, Federer, Österreicher der Erz. Rosegger, die Dram. Anzengruber, Schönherr. Dichterinnen: Ebner-Eschenbach, Handel-Mazzetti, Isolde Kurz, Ricarda Huch, Viebig. Impressionisten: Altenberg, Schnitzler, Th. Mann; Neuklassizisten: P. Ernst u. Scholz.

Kriegs-u. Nachkriegszeit (1910–30). Bodenständ. Erzählkunst von Tiefe u. Weite: W. Schäfer, H. Hesse, Löns, E. Strauß, Schaffner Wassermann wendet sich großstädt. Problemen zu, Schaeffer vertritt die Summe bürgerl. Bildung. Kolbenheyer vergegenwärtigt Vergangenes ohne Schönfärberei. Eigne Wege zum Frommsein gehen Carl Hauptmann und H. Stehr. Die Expressionisten gebärden sich als unerhört neu: bolschewist. „Aktivismus“, visionäre Fieberphantasien ; primitivster „Dadaismus“. Zur Größe wächst Werfel empor. Das Drama von Unruh, Johst und Bruckner ist blutvoll. Allmähl. dringt „neue Sachlichkeit“ durch: Döblins Romane; unpersönl. „kollektivistische Reportage“. Kriegsdarstellungen erst 10 Jahre nach dem Zusammenbruch: Remarque, Renn, Dwinger, Wehner u. a. Bucherfolge: H. Mann, Meyrink (okkultist. Rom. „Golem“), Fr. Thieß, Flake; auf der Bühne Kaiser u. Sternheim.

Lit.: Vogt-Koch, Gesch. der D. (1918–204); Soergel, Dichtung und Dichter der Zeit (192819).

Deutsche Oberschule ↑ Höhere Schule.

Deutscher Bund, 18. Juni 1815 gestiftet, 1866 aufgelöst, bestand aus 35 (zuletzt 31) Monarchien u. 4 Freien Städten; Bundestag in Frankfurt a. M. unter Österreichs Präsidium.

Deutsche Revolution, demokr. Bewegung März 1848 bis Mai 1850, die nationale Neugestaltung Deutschl.s in Form eines Bundesstaats unt. Führung Österr.s od. Preußens (groß- bzw. kleindeutsche Gestaltung) od. einer einheitsstaatl. Rep. erstrebte.

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Deutschordensritter (13. Jh.).

Deutscher Orden (Deutschherren), gegr. 1190; 1198 geistl. Ritterorden. Tracht: weißer Mantel mit schwarzem Kreuz; besiegten u. bekehrten 1230–83 die Preußen u. germanisierten das Land. Der D. unterlag Polen u. Litauern 1410 bei Tannenberg.

Deutscher Ring, höchste Auszeichnung des Deutschen Auslandinstituts für Verdienste um das Deutschtum im Ausland.

Deutsches Eck, Halbinsel zw. Rhein u. Moselmündung bei Koblenz.

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Das Deutsche Museum in München.

Deutsches Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaften u. Technik, München, gegr. 1903 von Oskar v. Miller.

Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik, München, gegr. 1898.

Deutsche Sprache gehört zum westl. Zweige des Germanischen. Mundarten: 1) Hochdeutsch (Oberdeutsch), mit Bayrisch-Österreichisch und Schwäbisch-Alemannisch, Mitteldeutsch, d. h. Oberfränkisch, Mittelfränkisch, Thüringisch, Obersächsisch u. Schlesisch; 2) Niederdeutsch (Plattdeutsch; mit Friesisch u. Niederfränkisch). Die dem German. Sprachstamm eigentüml. Lautverschiebung entwickelte sich im S zur (2.) hochdeutschen Lautverschiebung, hielt sich vom Niederdeutschen fern. – Zeitabschnitte: Althochdeutsch (750–1050), Mittelhochdeutsch (1050–1350), Frühneuhochdeutsch (1350–1600) u. Neuhochdeutsch. – 1925 war die D. für rund 94,5 Mill. Umgangssprache; nur Deutsch als Muttersprache sprachen 88 Mill., davon 62,5 im Reich, 3,5 in den 1919 abgetretenen Gebieten ohne Saargebiet, 6 in Österreich, 2,75 Mill, in der Schweiz.

Deutsches Reich (↑ Karte Sp. 136), Bundesfreistaat in Mitteleuropa: (1914: 540 858 qkm, 67,8 Mill. E), 1925: 470 615,62 qkm [einschl. Saargebiet], 63 178 619 E [Mitte 1926: 63,6 Mill.; Anf. 1929:64,6 Mill.];Dichte [o. Saargeb.] 1930:137,17). Hptst. Berlin.

Natur Bodengestalt sehr mannigfaltig. Eigentl. landschaftl. Mittelp. fehlt. Allg. Abdachung v. S nach N. 3 Hauptgebiete: Alpen, Mittelgeb., Norddt. Tiefland. Einheitlicher ist das Klima. Unter Einfluß v. Ozean u. Golfstrom wird das norddt. Klima gemildert, durch seine Höhenlage das süddt. trotz niedrigerer geogr. Breite ähnl. kühl u. feucht. Mittl. Jahrestemp. 7,9°, Abnahme der Wärme v. W zum kontinentalem O, jährl.Niederschlagshöhe 650–700mm.

In d. tiefern Teilen W-Deutschl.s Laubwald (bes. Buchen), an begünst. Stellen Edelkastanie, Stechpalme. Auf den Gebirgshöhen vielfach Fichte, auf den Sandböden bes. der Norddt. Tiefebene Kiefer (Föhre). Edeltanne fast nur in den Geb. S-Deutschl.s, Arve u. Lärche in d. Alpen.

Wirbeltiere: Fuchs, Marder, [113–114] Wiesel, Eichhörnchen; weitverbreitete Giftschlange: Kreuzotter; gehegt: Hirsch, Reh, Wildschwein, Elch, Gemse; im Verschwinden: Storch, Steinadler, Kolkrabe, Uhu. Eingebürgerte Tiere: z. B. Damhirsch, Wanderratte, Kaninchen, Fasan, Bisamratte.

Bevölkerung. Mundarten ↑ Deutsche Sprache. Durch die Gebietsabtretungen 1919 (Versailler Vertrag; ↑ Karte Sp. 136) verlor das D. unter 6,5 Mill. E 3,5 Mill. Deutschsprachige, die z.T. zurückwanderten. 100 000 Wenden i. d. Lausitz, 155 000 Masuren i. Ostpr.

1925:64,1 % ev. u. 32,4 % röm.-kath. Christen, 0,9 % Juden, 2,6 % m. anderm Bekenntnis od. zu keiner Religionsgemeinschaft gehörig.

Analphabeten: 0,3 %. Allg. Schulpflicht; 1927: 52 825 Volks-, 1548 Mittelschulen, 495 Gymn., 355 Realgymn., 561 Real- u. Oberreal-, 867 höh. Mädchenschulen, Lyzeen usw.; 23 Universitäten.

Wirtschaft. Ackerland 56, Wald 19, Wiesen u Weiden 16, Weinland 0,2 % des Bodens, Rest unproduktiv. Zuckerrüben bes. Prov. Sachsen u. Schlesien. Gemüse bes. um Erfurt, Quedlinburg, Magdeburg, Bamberg. Weinbaugebiete: Mosel-Saar, Nahe, Rheingau; Pfalz und Unterfranken; unteres Neckartal; Markgräfler Land; um Bühl u. Ortenau; Alzey, Worms. Hopfen bes. Bayern u. Württemberg, Tabak bes. Rheinpfalz u. Mittelfranken.

Viehbestand 1929: 3 617 000 Pferde, 18 033 000 Rinder, 19 944 000 Schweine, 3 480 000 Schafe, 2 625 000 Ziegen.

Wald 1927: 12 654 200 ha (¼ d. Bodens).

Kohle. Steinkohle: Ruhrgebiet, Oberschlesien, Zwickau-Chemnitz, Niederschlesien (Waldenburg), Aachen, Plauenscher Grund b. Dresden; Braunkohle: Thüring.-Sächs. Bucht (beiderseits Saale; Mittelp. Halle), Frankf. a. d. O., Lausitz.

Eisen: Ruhrgebiet, Sieg-, Lahngebiet, Erzgeb. Durch Abtretung Lothringens verlor das D. 74 % der Eisen-Jahresförderung; nunmehr hauptsächlich auf Einfuhr angewiesen.

Zink: Aachen, Brilon, Iserlohn.

Blei: Rhein. Schiefergeb., Oberharz, Freiberg.

Kupfer: Mansfelder Bez. (¾ der Gesamtförderung), Oberharz, Thür. Wald, Westerwald.– Silber: Erzgeb. (Freiberg), Oberharz (Goslar, Klausthal, Andreasberg), Unterharz (Mansfeld).

Salz (Bergwerke u. Salinen): besonders östlich u. nördlich vom Harz (Staßfurt, Schönebeck), Lüneburg, Berchtesgaden.

Kali: 1928: 13,33 Mill, t (fast Weltmonopol).

Eisenindustrie: Verhüttung und Verarbeitung besonders Ruhrgebiet, Oberschlesien; Essen (Krupp), Solingen (Messer), Remscheid (Werkzeug). Maschinenbau bes. Berlin, Breslau, Hannover, Magdeb., Chemnitz, Leipzig. Schiffbau: Bremen, Hamburg, Kiel, Stettin, Elbing.

Textilindustrie. Leinen: Hirschberg, Zittau, Bielefeld; Jute: Braunschweig; Wolle: Sachsen-Thüringen, Niederlausitz, Schlesien, Wuppertal; Baumwolle : Sachsen-Thüringen, Ruhrgebiet, Spitzen: Vogtland, Erzgeb.; Seide: Krefeld, Wuppertal, Düsseldorf, München-Gladbach u. Berlin.

Chem. Industrie: bes. Ludwigshafen, Frankfurt a. M., Berlin, Elberfeld.

Handelsflotte 1928: 1630 Segelschiffe m. 120 000 Netto-Reg.-T., 2017 Dampf- u. Motorschiffe m. 1 979 000 Netto-Reg.-T.

Wert der Einfuhr 1929:13 447 Mill., der Ausfuhr 14 027 Mill. ℛℳ.

VerfassungReichsverfassung.

ReichsbehördenÜbersicht Sp. 121

[Übersicht Sp. 121]
Die deutschen Reichsbehörden
Unmittelbar unter dem ↑ Reichspräsidenten steht das Büro des Reichspräsidenten (unter einem Staatssekr.), das die diesem verfassungsmäßig obliegenden Aufgaben bearbeitet und seinen amtl. Verkehr mit den Reichs- und Staatsbehörden vermittelt

Der ↑ Reichskanzler führt den Vorsitz in der Reichsregierung (Reichskabinett), die aus dem Reichskanzler und den Reichsministern besteht. Ihr sind nach Art. 57 RV. von den Reichsministern alle aus deren Geschäftsbereich hervorgegangenen Gesetzentwürfe zur Begutachtung und Beschlußfassung vorzulegen, ebenso eine Reihe in der RV. bes. bestimmter Angelegenheiten (z. B. Reichsaufsicht, Antragstellung beim Reichsrat), ferner solche Angelegenheiten, bei denen sich Meinungsverschiedenheiten zwischen mehreren beteiligten Reichsmin. ergeben.– Über die Reichsregierungen der Nachkriegszeit ↑ Übersicht „Reichsregierangen 1919–31“.

Dem Reichskanzler unmittelbar unterstellt ist die Reichskanzlei (unter einem Staatssekr.), die die laufenden Geschäfte des Reichskanzlers und zugleich der Reichsregierung (des Gesamtministeriums) bearbeitet und die Kabinettsitzungen vorbereitet.

Die Reichsministerien.

Es bestehen 10 Reichsministerien; das für die besetzten Gebiete wurde am 30. Sept. 1930 aufgelöst.

1) Auswärtiges Amt mit dem Reichsmin. des Auswärtigen an der Spitze (Stellvertreter: Staatssekr.) dient zur Pflege der Beziehungen des Reichs zum Ausland; es ist gegliedert in 6 Abteilungen (1 für Personalien, 3 Länderabt., 1 Rechtsabt., 1 Abt. für das Deutschtum im Ausland). Ihm unterstehen die deutschen diplomat. und konsular. Vertretungen im Ausland, die verein. Presse-Abt der Reichsregierung und das archäolog. Institut.

2) Reichsministerium des Innern unter dem Reichsmin. des Innern (Stellvertreter: Staatssekr.) bearbeitet in 3 Abteilungen alle Angelegenheiten der Innenpolitik und -verwaltung, die nicht einem der andern Reichsministerien zugewiesen sind; bes. Verfassungsfragen, Schutz der Republik, polit. Bewegungen, Reichsbeamtenrecht, Volksgesundheit, Wohlfahrtspflege, Bildung, Schule, polizeil. Angelegenheiten; es gibt das Reichsgesetzblatt, das Reichsministerialblatt und den deutschen Reichsanzeiger heraus.

Angegliedert sind u. a. Reichskunstwart, Reichswahlleiter, Reichsgesundheitsamt, Reichsstelle f. d. Auswanderungswesen, Bundesamt f. d. Heimatwesen, Chem.-techn. Reichsanstalt, Physik.-techn. Reichsanstalt, Reichsarchiv, Filmprüfstellen.

3) Reichsfinanzministerium mit dem Reichsmin. der Finanzen an der Spitze (Stellvertreter: Staatssekr.) bearbeitet in 4 Abteilungen die Haushaltfragen, Anleihen, Beamtenbesoldung, Zölle und Reichssteuern, Reparationsangelegenheiten; es gibt heraus: Reichsbesoldungsblatt, Reichssteuerblatt, Reichszollblatt, Amtsblatt der Reichsfinanzverwaltung.

Unterstellt sind ihm: Reichsfinanzhof, die Landesfinanzämter, Reichsmonopolamt für Branntwein.

4) Reichswirtschaftsministerium unter dem Reichswirtschaftsmin. (Stellvertreter: Staatssekr.) bearbeitet in 3 Abteilungen die wirtschaftspolit Angelegenheiten, soweit sie nicht besonderen Ministerien (Ernährung und Landwirtschaft, Verkehr, Arbeit) zugewiesen sind; z. B. Konjunkturfragen, Preispolitik, Versicherungswesen, Währungsfragen, Handels- und Zollpolitik, Messewesen, Statistik usw.; es gibt halbmonatlich das Deutsche Handelsarchiv heraus.

Unterstellt sind: Statist Reichsamt, Reichsaufsichtsamt f. Privatversicherung, Reichswirtschaftsgericht, Börsenausschuß, Reichsoberseeamt.

5) Reichsarbeitsministerium unter dem Reichsarbeitsmin. (Stellvertreter: Staatssekr.) bearbeitet in 4 Abteilungen die Reichsaufgaben auf dem Gebiet des Arbeitsrechts, Arbeitsschutzes, der Arbeitsvermittlung, Arbeitslosenversicherung, Sozialversicherung, Wohlfahrtspflege, des Wohnungs- und Siedelungswesens, Versorgungswesens für Kriegsbeschädigte und -hinterbliebene; es gibt monatlich dreimal das Reichsarbeitsblatt (6 Teile) heraus.

Unterstellt sind: Reichsversicherungsamt, Reichsanstalt f. Arbeitsvermittlung u. Arbeitslosenversicherung, Ständige Schlichter, Hauptversorgungsämter, Reichsversicherungsanstalt für Angestellte.

6) Reichsjustizministerium unter dem Reichsmin. der Justiz (Stellvertreter: Staatssekr.) bearbeitet in 4 Abteilungen die das Rechtswesen betreffenden Angelegenheiten des Reichs, einschl. der des gewerbl. Rechtsschutzes, wirkt bei Maßnahmen anderer Reichsministerien mit, soweit Rechtsfragen von grundsätzl. Bedeutung es erfordern.

Unterstellt sind: Reichsgericht, Reichspatentamt.

7) Reichswehrministerium unter dem Reichswehrmin. (Stellvertreter: Chef des Min.-Amts) bearbeitet in 4 Abteilungen die Angelegenheiten der Wehrmacht. Ihm unterstellt sind die Heeresleitung und die Marineleitung. Veröffentlichungen: Heeresverordnungsblatt, Marineverordnungsblatt, Veröffentlichungen auf dem Gebiet des Heeressanitätswesens.

8) Reichspostministerium unter dem Reichspostmin. (3 Staatssekr.) verwaltet in 8 Abteilungen und der Oberpostdirektion Stuttgart für württ. Angelegenheiten unter Mitwirkung des Verwaltungsrats (10 Mitgl. des Reichstags, 10 vom Reichsrat vorgeschlagene Mitgl., 1 vom Reichsfinanzmin. vorgeschlagenes Mitgl., 7 Angehörige des Reichspostpersonals, 12 Mitgl. aus den Kreisen der Wirtschaft und des Verkehrs) das selbständige Unternehmen „Deutsche ↑ Reichspost“. Veröffentlichungen: Amtsblatt des Reichspostministeriums, Nachrichtenblatt der Abt. München, Nachrichtenblatt der Oberpostdirektion Stuttgart, Archiv für Post u. Telegraphie u. a.

Unterstellt sind: Reichspostzentralamt (Telegraphentechn. Reichsamt), Reichsdruckerei.

9) Reichsverkehrsministerium unter dem Reichsverkehrsmin. (Stellvertreter: Staatssekr.) verwaltet die Reichswasserstraßen, bearbeitet Angelegenheiten der See- und Binnenschiffahrt, Ausbau der Wasserkräfte, Angelegenheiten der Luftfahrt, Zulassung von Luftfahrzeugen zum Verkehr, Förderung des Luftverkehrs, Angelegenheiten des Kraftfahrverkehrs, erfüllt die Aufgaben des Reichs auf Grund des Reichsbahngesetzes vom 30. Aug. 1924 (Aufsicht gegenüber der Deutschen Reichsbahngesellschaf t, Verwaltung des Reichsbahnvermögens), bereitet Eisenbahngesetzgebung vor, führt Aufsicht über Privateisenbahnen des öffentl. Verkehrs; es gibt Reichsverkehrsblatt u. a. regelmäßige Veröffentlichungen heraus.

Unterstellt sind: Reichsoberseeamt, Deutsche Seewarte, Leiter des Reichswasserschutzes.

10) Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft unter dem Reichsmin. f. Ernährung u. Landwirtschaft (Stellvertreter: Staatssekr.) bearbeitet in 5 Abt. die Angelegenheiten der Ernährungswirtschaft, der Land- und Forstwirtschaft und der Fischerei mit Hilfe einer Reihe ständiger Kommissionen, Ausschüsse u. Beiräte.

Unterstellt sind u. a.: Biolog. Reichsanstalt f. Land- u. Forstwirtschaft, Forschungsinstitut f. Agrar- u. Siedlungswesen,

Andre Reichsbehörden:

Rechnungshof des Deutschen Reiches (↑ Reichshaushalt, Deutscher).

Reichsschuldenverwaltung unter einem Präs., fertigt Schuldurkunden des Reichs aus und führt das ↑ Reichsschuldbuch unter Aufsicht des Reichsschuldenausschusses (früher: Reichsschuldenkommission).

Reichssparkommissar, 1922 geschaffen zur Beratung der Reichsregierung bei Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung durch Gutachten und Vorschläge. Nimmt örtl. Prüfungen vor, auf Wunsch der Länderverwaltungen auch bei diesen. Leiter ist im Nebenamt der Präs. des Rechnungshofs des Deutschen Reiches, als seine Beauftragten sind die Präs. der Landesfinanzämter tätig.

Reichsversicherungsanstalt für Angestellte unter einem Präs., ist Träger der ↑ Angestelltenversicherung. Sie ist in 3 Abt. gegliedert; der Verwaltungsrat besteht aus Vertretern der Arbeitgeber und der Angestellten.

Reichsfarben: Schwarz-Rot-Gold; Flagge d. Kaiserreichs: Schwarz-Weiß-Rot, ist Handelsflagge mit schwarz-rot-gelber Gösch. Reichskriegsflagge: Schwarz-Weiß-Rot mit schwarz-rot-gelber Gösch und Eisernem Kreuz.

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Deutsches Reichswappen.

Wappen: Schwarzer Adler mit rotem Schnabel u. Klauen auf goldnem Grund.

HeerReichsheer.

MarineReichsmarine.

Geschichte. Bis zum Sieg des fränk. Stammes über die andern (919) waren die germanischen Stämme Träger politischer Bildungen. Ein dt. Reich entstand bei Teilung des Reichs durch Karl d. Gr. im Vertrag v. Verdun (843). Ludwig der Deutsche (843–876) wurde Herrscher in Deutschland. Mit Ludwig dem Kind (900–911) starben die Karolinger im D. aus. Der 1. Wahlkönig Konrad I. (911–918) v. Franken gebot nur über Franken und Sachsen.

I. Das alte Reich (919–1806). Heinrich I. (919–936) v. Sachsen gründ. das D., besiegte 933 die Ungarn. Otto I. d. Gr. (936–973) besiegte 955 die Ungarn endgültig, wurde 962 Kaiser: Röm. Reich Deutscher Nation. Otto II. (973–983), Otto III. (983–1002, unmündig), Heinr. II. (1002–24). Konrad II. (1024–1039), Stammvater des fränk. (säl.) Hauses. Heinr. III. (1039–1056) setzte Päpste ab u. ein. Heinr. IV. (1056–1106) führte mit Papst Gregor VII. d. Investiturstreit (Canossa 1077), beendigt durch Heinr. V. (1106–25; Wormser Konkordat 1122). – Lothar v. Sachsen (1125–37; Gegensatz zw. Welfen u. Staufen). Konr. III. (1138–52) war Staufe. Friedr. I. (Barbarossa, 1152–90) kämpfte für die kaiserl. Macht in Ital. (1154–76), starb auf Kreuzzug. Heinr. VI. (1190–97) verfolgte Weltmachtpläne. Philipp v. Schwaben (1198–1208, ermordet), Gegenkönig Otto IV. v. Braunschw. (1198–1215, † 1218). Friedr. II. (1212–50) festigte die Landeshoheit. Der letzte Staufe Konradin hingerichtet 1268 dch. die Franzosen. – Rud. v. Habsburg (1273–1291) beendete d. Interregnum u. begr. die habsburg. Hausmacht ; Adolf v. Nassau (1292–98), Albr. I. (1298–1308), Heinrich VII. v. Luxemburg (1308–13), Ludw. IV. v. Bayern (1314–1347); päpstl. Einmischung in die Königswahl lehnten die Kurfürsten ab (Kurverein v. Rhense, 1338). Unter Karl IV. (1347–78) wurde die Goldene Bulle Reichsgrundgesetz (Königswahl ausschl. durch d. 7 Kurfürsten). Wenzel (seit 1378) 1400 abgesetzt. Rupr. (1400–10). Siegmund (1410–37) beendete durch Konzil zu Konstanz (1414–18) Kirchenspaltung, erregte Hussitenkriege (1419–36). Albr. II. (1438–39), Friedr. III. (1440–93). Maximilian I. (1493–1519) verkündigte 1495 Ewigen Landfrieden. – Seit 1438 blieb die Krone (außer Karl VII. v. Bayern, 1742–45) österr. Herrschern. Unter Karl V. (1519–1556) wurde das D. ein Teil des habsburg. Weltreichs. 1525 veranlaßte d. Reformation Volksbewegungen (Bauernkrieg) und trennte die Reichsstände. Augsburger Religionsfriede 1555 verkündete freie Religionsübung. Unter Rud. II. (1576–1612) Gegenreformation. Ferd. II. (1619–37) bezwang d. Protestanten, kam aber durch die Siege Gustav Adolfs v. Schweden um seine Erfolge. Unter Ferd. III. (1637–57) 1648 Westfälischer Friede: das Reich wurde lockerer Staatenbund, die Schweiz und die Niederlande wurden selbständig. Leop. I. (1658–1705). Karl Albr. v. Bayern als Karl VII. (1742–45) Kaiser. 1745 wurde Franz v. Lothr. (Franz I., bis 1765) Kaiser. Jos. II. (1765–90), Leop. II. (1790–92), Franz II. (1792–1806). Reichsdeputationshauptschluß 1803 änderte die Verf.; die Macht der Fürsten wurde noch größer. 1806 schlossen sich 16 Reichsstände z. Rheinbund (1809 erweitert) zus. Franz II. legte 1806 die röm. Kaiserkrone nieder.

II. Staatenbund (1815–66).Der Wiener Kongreß 1815 brachte den ↑ Deutschen Bund. Die frz. Julirevolution 1830 führte zu Verfassungen in Sachsen u. Kurhessen 1831, Braunschw. 1832, Hannover 1833. Ein wirtschaftl. u. polit. Fortschritt war der pr.-dt. Zollverein (1. 1. 1834). Die frz. Februarrevolution v. 1848 veranlaßte die ↑ Deutsche Revolution. Ablehnung der dt. Kaiserkrone durch den pr. König; Unterwerfung Preußens 29. 11. 1850 in Olmütz (Olmützer Punktation) vor Österr. u. dem Frankfurter Bundestag; Bismarck 1862 pr. Min.-Präs. Schleswigs Einverleibung in Dänemark 1863 erregte die schlesw.-holst. Frage. Nach kurzem Krieg 30. 10. 1864 Schleswig, Holstein u. Lauenburg an Österr. u. Preußen abgetreten. Die Gasteiner Konvention (14. 8. 1865) sprach Lauenburg Preußen zu, aber 3. 6. 1866 besetzte Pr. Holstein u. begann Krieg gegen österr. Prager Frieden 23. 8. Österr. verzichtet auf seine dt. Stellung, Hannover, Schleswig-Holstein, Kurhessen, Nassau u. Frankfurt in Preußen einverleibt, Gründung des Norddeutschen Bundes. Die süddt. Staaten schlossen mit Preußen geheime Schutz- u. Trutzbündnisse.

III. Bundesstaat (1867–1918). Bismarck eröffnete 22. 2. 1867 den Reichstag des Norddt. Bundes. 1867 wurde Zollverein neu gestaltet, ebenso GewO. u. WO. sowie StGB.

Einigung aller Staaten durch ↑ Deutsch-Frz. Krieg. Seit 9. 12. 1870 Dt. Reich. Wilh. I., 18. 1. 1871 in Versailles dt. Kaiser. Erster dt. Reichstag nat. Mehrheit. RV. v. 14. 4. 1871. Der Kulturkampf führte zur Kirchengesetzgebung. 1878 Sozialistengesetz, 1883–84 Kranken– u. Unfallversicherungsgesetz. 1872 Dreikaiserbündnis mit Rußl. u. Österr. Berliner Kongreß 1878; 1879 engeres Bündnis mit Österr., 1883 trat Ital. hinzu: Dreibund (1887, 1891, 1897, 1902 u. 1912 erneuert), Rückversicherungsvertrag (1887) mit Rußl. 1890 aufgegeben. In den 1880er Jahren Erwerb der ↑ Kolonien. – Wilh. I. starb 9. 3.1888, Friedr. III. reg. nur 99 Tage. Unter Wilh. II. (1888–1918) 1889 Invaliditäts- u. Altersversicherung, Bismarck 20. 3. 1890 entlassen; ihm folgte General v. Caprivi, der 1894 durch Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst ersetzt wurde. 1895/96 Annahme des BGB. (seit 1900 in Kraft). Unter v. Bülow (1900–09 Reichskanzler) Beteiligung an der Aktion gegen China. 1904–07 in Dt.-SW-Afrika, 1905–06 in Dt.-O-Afrika Aufstände. Marokkokrise seit 1904, 1906 Konferenz v. Algeciras. Dauernde Spannung mit Engl. wegen beiderseit. Seerüstung. Widerstand des Zentrums gegen Kolonialpolitik führte zur Reichstagsauflösung 1906. Der neue Reichstag 1907 (Block; bis 1909) brachte Reichskolonialamt und Kolonialbahnen. v. Bethmann Hollweg (1909–17) hielt am Dreibund fest (1908 Balkankrise); Marokkoabkommen 1912; die Spannung mit der Entente blieb: 1914 ↑ Weltkrieg. Juliresolution 1917. Michaelis nur 4 Monate Kanzler. Unter Graf Hertling (1917–1918, † 1919) teilweise Parlamentarisierung, Ausbau d. Kriegssteuern (Kriegsgewinnsteuer u. a.). Prinz Max v. Baden (1. 10. bis 11. 11. 1918 Kanzler): volle Parlamentarisierung, 5. 10. Einleitung v. Waffenstillstandsverhandlungen, Beseitigung der kaiserlich. Kommandogewalt und Sturz Ludendorffs. 3. 11. [121–122] Marinemeutereien, 8./9. 11. Umsturz, Übergang des Kanzleramts an Ebert (Sozialdem.), Abdankung u. Flucht d. Kaisers (10. 11.), Rücktritt aller Bundesfürsten. 11. 11. Waffenstillstand v. Compiègne, 28. 6. 1919 Friedensdiktat v. Versailles.

Regierungsgewalt der „Volksbeauftragten“ (Ebert-Haase-Scheidemann). Nationalversammlung 6. 2. 1919 in Weimar, Ebert provisor. Reichspräsident.

IV. Freistaat (seit 1919; ↑ Übersicht Sp. 121). 10. 2. Notverfassung, 31. 7. endgült. Reichsverfassung (verkündet 11. 8.). Reg. Scheidemann (seit 15. 2.) trat 20. 6. wegen Friedensbedingungen zurück, Reichskanzler Bauer unterzeichnete Vertrag v. Versailles (28. 6.). 8. 3. 1920 Kapp-Putsch. Reichstagsneuwahlen 6. 6. 1920: Niederlage der bisher. Koalition, Sieg der Deutschnat., Dt. Volkspartei u. Unabhängigen. Fehrenbach (Zentr.) Reichskanzler (Minderheitsreg.). Ungeheure Reichslasten (1921: 41 Milliarden , davon 15,7 für fremde Besatzung) u. gesunknes Vertrauen zur Reg. verschuldeten katastrophales Absinken der Mark. Das D. mußte Londoner Ultimatum v. 6. 5. 1921 (↑ Europ. Konferenzen) annehmen (Wirth). Teilung Oberschlesiens durch Machtspruch (20. 10. 1920). Ermordung Rathenaus (24. 6. 1922) erschütterte das D. schwer. Durch verfassungsänderndes Ges. (24. 10. 1922) Ebert 1. ord. Reichspräs. Frankr. u. Belgien brachen ins Ruhrgebiet ein; passiver Widerstand der Reg.; Ergebnis: völl. wirtschaftl. Zusammenbruch. Schachts Stabilisierung der Mark (Rentenmark) Okt. 1923. Neuregelung der Reparationsfrage durch Dawes-Gutachten (Londoner Konferenz 1924). Stresemann schloß 1925 Locarnopakt (↑ Locarno); Beitritt zum Völkerbund 1926, Zustimmung zum ↑ Kriegsächtungspakt 1928 u. Young-Plan im Haager Abkommen 1929. 30. 6. 1930 endgült. Räumung des Rheinlands.

Nach 2 Kabinetten Stresemann (1923) folgte 1. 12. 1923 Minderheitsreg. Marx u. nach wiederholter Neuwahl (Ruck nach r.) 15. 1. 1925 Rechtsreg. unter Luther. Wahl Hindenburgs zum Reichspräs. 26. 4.1925. Reichstagsneuwahl 1928 brachte die Sozialdem. erneut in die Reg. (Müller), doch schieden sie März 1930 wieder aus. Reg. Brüning konnte Finanzreform erst nach Reichstagsauflösung auf Grund des Art. 48 RV. einleiten. Neuwahlen (14. 9. 1930). Gewalt. Stimmenzuwachs bes. der Nationalsozialisten, schwerste Einbußen der Mittelparteien. Die Rechtsopposition verließ Jan. 1931 den Reichstag, dessen Rest die Notverordnungen der Reg. billigte. 14. 7. stand das D. nahe vor dem Zus.bruch infolge der starken Kreditkündigungen durch das Ausland. Der Hooverplan gewährte der Reg. eine Atempause. Unter frz. Druck mußte Sept. 1931 in Genf der Plan der österr.-dt. Zollunion aufgegeben werden. Okt. trat zuerst Curtius, dann das Gesamtkabinett Brüning zurück. 2. Kabinett Brüning, in dem Brüning das Außenmin., Groener das Reichswehr- u. Innenmin. übernahm, erhielt 16. 10. knappe Mehrheit im Reichstag, der auch die erlassenen Not-VO. billigte.

Lit: W. Ule, Das D. (19252); G. Braun, Dtschl. (1929); A. v. Hofmann, Das dt. Land u. die dt. Gesch. (19262); D. Schäfer, Dt. Gesch. (19229); Haller, Epochen d. dt. Gesch. (19272).

Deutsche Staatspartei, gegr. 1930 v. Demokraten, Jungdeutschem Orden. Vors.: Dietrich.

Deutsche Volkspartei, 1919 unter Stresemann aus Nationalliberalen entstanden. Führer: Dingeldey.

Deutsch-Eylau, ostpr. St., 11 000 E.

Deutsch-Französischer Krieg, 1870 1871: letzter Anlaß: span. Thronkandidatur Leopolds v. Hohenzollern; eigtl. Grund: Möglichkeit e. dt. Einheitsstaates; frz. Kriegserklärung 19. 7. 1870. Moltke (Gen.Stabschef) stellte 3 Heere auf, zus. 384 000 Mann, 1. Armee unter v. Steinmetz, 2. unter Prinz Friedr. Karl, 3. unter Kronpr. v. Preußen. Die Franzosen bildeten Rheinarmee (250 000 Mann): Bazaine in Metz (160 000), MacMahon in Straßb. (90 000 Mann). Dt. Siege b. Spichern 6.8., Weißenburg 4.8. u. Wörth 6.8., Colombey-Nouilly 14.8., Vionville 16. 8., Gravelotte 18. 8. Die Schlacht b. Sedan 1.9. erzwang 2.9. Kapitulation MacMahons u. Napoleons III. (83 000 Mann). Sturz d. Kaisertums in Paris. 19. 9. Belagerung v. Paris, Einnahme v. Toul 23. 9., Straßb. 27. 9. u. Metz 27. 10. Siege bei Orléans 10. u. 11. 10., Amiens 27.11., St.-Quentin 19. 1. 1871, Orléans 28. 11. bis 5. 12. u. Le Mans 6.–12. 1. 1871. Nach Beschieß. v. Paris 21 täg. Waffenstillst. ab 28. 1. 1871,26. 2. Präliminarfrieden v. Versailles, 10. 5. Friedensschl. zu Frankf. a. M.: Elsaß-Lothr. mit Straßb. u. Metz, 5 Milliarden Fr. Entschädigung an Dt. Reich.

Deutsch-Hannoversche Partei ↑ Welfen.

Deutschkonservative Partei, gegr. 1876, 1918 Übergang in Dt.nat. Volkspartei.

Deutsch-Krone, St. d. Grenzmark Posen-Westpr., 11 000 E.

Deutschland, das zus. hängende dt. Sprachgebiet

„Deutschland“, dt. Handelsunterseeboot (1900 t), das 1916 unter Kap. König 2mal USA erreichte.

Deutschnationale Volkspartei, 1918 hauptsächl. aus ehem. Konservativen entstanden; 1929 Absplitterungen. Führer: Hugenberg.

Deutsch-Neuguinea, früher dt. Kolonialgebiet in Südsee, 242 476 qkm, 603 000 E, seit, 1919 Völkerbundsmandat, nördl. v. Äquator unter jap., südl. v. ihm unter austral. Verwaltung.

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Straße in Tanga (ehem. Deutsch-Ostafrika).

Deutsch-Ostafrika, größte der ehemal. dt. (seit 1891) Kol. (995 000 qkm, 9,3 Mill. E), seit 1919 Völkerbundsmandate ↑ Tanganjika (brit.) u. ↑ Ruanda-Urundi (belg.); Hptst. Daressalam.

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Der Omarurufluß zur Trockenzeit (ehem. Deutsch-Südwestafrika).

Deutsch-Südwestafrika, bis 1919 dt. Kolonie, als Südwestafrika (seit 1920) Völkerbundsmandat (Mandatar Südafr. Union), 808 550 qkm, 259 000 E; Hptst Windhuk. Vor dem Weltkrieg neben Negern (Ovambo), Hottentotten, Hereros u. Buschmännern 15 000 Europäer (davon 4/5 Dt.). Mangels genügender natürl. Bewässerung Ackerbau nur im N (Mais, Bohnen), sonst Viehzucht, Kupfer, Blei, Diamanten. 1884 dt.; Erhebung der Herero 1907 niedergeworfen. Im Weltkrieg verteidigte sich D. bis 9. 7. 1915.

Deutschtum im Ausland, Bez. aller jenseits der dt. Reichsgrenze lebenden Dt., die sich der volkl. u. kulturellen Zus.gehörigkeit mit dem Muttervolk noch bewußt sind, aber eine fremde Staatszugehörigkeit besitzen. 1925: in Europa 18,45 Mill, außerhalb des Dt. Reichs, in Asien 197 500, in Amerika 11,08 Mill, in Afrika 126 700, in Australien u. Polynesien 160 000 Dt

Deutzie, Steinbrechgewächs, aus Japan u. China, bis 2 m.

Deva, bei den Indern Gott, auch Titel der Könige.

Devalvation, bei entwerteter Papierwährung Einführung neuer Geldeinheit, die einer Mehrheit der entwerteten Geldeinheiten entspricht (z. B. 1 Rentenmark = 1 Billion Mark).

Devastation, Verheerung, Verwüstung.

Deventer, mittel-holl. St, 35 000 E.

Deviation, Ablenkung der Kompaßnadel d. Schiffs dch. dessen Eisenmassen.

Devise, Wahlspruch.

Devisen, im weitern Sinn alle ausländ. Zahlungsmittel: Geldsorten, Noten, Wechsel, Schecks (letztere beide: D. im engern Sinn) u. Anweisungen an ausländische Zahlstellen.

Devon ↑ Geologische Formationen.

Devot, andächtig, ehrfürchtig, unterwürfig; D.ionalien, der Andacht dienende Gegenstände: Bilder, Kruzifixe u. a.

Devrient, Schauspielerfam., bes. Ludw., 1784–1832, größter Schauspieler um 1800.

Dewar, James, engl. Physiker u. Chem., 1842–1923; tiefe Temperaturen.

Dewet, Christian R., Burenführer, 1854–1922.

Dewsbury, mittelengl. St., 54 000 E.

Dextrin, aus Stärke hergest. zum Verdicken v. Farbe, in der Appretur, als Klebmittel.

Dezember, 12. (altröm. 10.) Monat; Christmonat

Dezennium, Jahrzehnt.

Dezent, anständig, sittsam, gedämpft.

Dezentralisieren, vom Mittelpunkt wegbringen; Teile d. Verfügungsrechts an untergeordn. Stellen abgeben.

Dezernat, Kreis der ein. Beamten (Dezernent) übertrag. Geschäfte.

Dezi..., 10. Teil; D.gramm, = 0,1 g.

Dezimalsystem, math., ↑ Zahlensystem; in Bibliotheken benutztes System (Deweysystem), gliedert Gesamtwissen in 10 Gebiete.

Dezimieren, „zehnten“, jeden 10. Mann hinrichten, stark vermindern.

[123–124] Dhau = Dau.

DHV.= Deutschnationaler Handlungsgehilfenverband.

Diabas, vulkanisches Gestein, bes. aus Kalknatronfeldspat.

Diabetes (der), Harnruhr.

1) D. insipidus, Vermehrung der Wasserausscheidung durch Erkrankung des Hirnanhangs;
2) D. mellitus (Zuckerkrankheit, -harnruhr): Zuckergehalt des Blutes vermehrt Zucker im Harn (Glykosurie).

Diadem, Stirnband, -reif, Krone.

Diadochen, die Feldherren und (nach den D.kriegen, 323-301) Nachfolger Alexanders d. Gr.

Diagnose, Erkennung, Unterscheidung u. Benennung, bes. e. Krankheit.

Diagonale, in Mehreck (Polyeder) Verbindungslinie zw. 2 nicht benachbarten Punkten. Diagonalkraft ↑ Parallelogramm der Kräfte.

Diagramm, geometr. Zeichnung zur Veranschaulichung zahlenmäßiger Beziehungen.

Diakon, urchristl.: Gehilfe des Bischofs; kath.: niedrer priesterl. Weihegrad; ev.: nichttheol. berufsmäß. Helferin der Innern Mission. D.issen, Armen- u. Krankenpflegerinnen der ev. Kirche.

Dialekt, Mundart.

Dialektik, Kunst der Rede u. Gegenrede. Auch Beweisführung durch trüger. Schlüsse (Sophistik).

Dialog, Unterredung, Wechselrede.

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Diamanten (natürliche Größe) im Gewicht von 1, 2½, 5 und 10 Karat (1 Karat 1/5 g).

Diamant, Mineral, reiner kristallisierter Kohlenstoff, wertvollster u. härtester Edelstein, wasserhell, auch farbig u. schwarz. Brillant ist Schliffbezeichnung. Gewicht in Karat ausgedrückt.

Diamantina, brasil. St. in Minas Geraes, 69  000 E . Gold-, Diamantenausf.

Diametral, in der Richtung d. Durchmessers; (schnurstracks) entgegengesetzt.

Diana, altitalische Göttin des Lichts, der Natur und der Jagd; bei den Griechen ↑ Artemis.

Diaphan, durchscheinend.

Diaphragma, in der Elektrochemie: poröse Scheidewand.

Diapositiv, Durchsichtsbild, meist photographisch auf Glas od. Zelluloidfilm hergestellt.

Diarbekr, St., SO-Türkei, 38  000 E.

Diarium, Tagebuch; Schreibheft.

Diarrhöe, Durchfall.

Diaspora („Zerstreuung“), Kirchengemeinden, die im Gebiet eines andern Bekenntnisses liegen.

Diät, gesundheitsgemäße Lebensweise. Diätetik, Lehre davon.

Diäten, Tagegelder, bes. für Abgeordnete.

Diatherm, wärmedurchlässig.

Diathermie, Anwendung von Wechselströmen zu Heilzwecken.

Diathese,

1) harnsaure, Überschuß von Harnsäure im Blut (Gicht, Nierensteine);
2) exsudative, Neigung d. frühen Kindesalters zu Hautleiden, Darmkatarrhen, Lymphdrüsenschwellung, Blässe.

Diatomeen, Algen mit 2teil. Kieselsäureschale.

Diatonisch ↑ Tonleiter.

Diaz,

1) Armando Vittorio, ital. Marschall, 1861–1928.
2) Bartholomeu, port. Seefahrer, 1450–1500, umfuhr zuerst Kap der Guten Hoffnung.
3) Porfirio, mexikan. Präs., 1830–1915.

Dichte (absolute D.) eines Stoffes: Masse dividiert dch. Volumen; in d. Statistik e. Verhältniszahl (z. B. ↑ Bevölkerungs-D.).

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Charles Dickens.

Dickens, Charles, engl. Schriftst. (Pseudonym Boz), 1812–70; „Skizzen“, „Pickwickier“, realist. Rom. aus d. Leben der Armen u. Kleinbürger.

Dickfuß, Blätterpilz mit knoll. Stiel (Taf. Sp. 520), ungenießbar.

Didaktik, Lehre v. Unterricht; didaktisch, belehrend.

Didaktische Poesie, Lehrdichtung.

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Denis Diderot.

Diderot, Denis, frz. materialist. Philos. („Encyclopédie“) u. Schriftst., 1713–84.

Dido, Königin v. Karthago, v. Äneas treulos verlassen.

Diedenhofen, frz. St., N-Lothr., 13  000 E.

Diederichs, Eugen, Gründer des Verlags E. D., Jena, 1867–1930.

Diego Suarez, St., Madagaskar, 12  000 E.

Diehards, radikal-imperialist. Gruppe der engl. Konservativen.

Diehl, Karl, Nat.-Ök., * 1864, Prof. Freiburg i. Br.

Diëlektrisch, die Elektrizität, nicht leitend.

Diem, Carl, Sportführer, * 1882.

Diemel, Nbfl. der Weser, 80 km.

Dienstbarkeiten (Servituten), Beschränkungen des Grundeigentums durch Wegerecht u. a.

Dienststrafverfahren, dienstl. (nicht gerichtl.) Verfahren gegen Beamte wegen Verletzung v. Amtspflichten.

Dieppe, nordfrz. St. u. Seebad, 25  000 E.

Dies, Tag; d. ater, Unglückstag.

Diesel, Rud., Masch.-Ing., 1858–1913, erf. Gleichdruckverfahren (D.motor; ↑ Verbrennungskraftmaschinen).

Diesterweg, Adolf, Schulm., 1790 bis 1866, Anhänger Pestalozzis.

Dietmar v. Aist, österr. Minnesänger, 1150–70.

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Hermann Dietrich.

Dietrich, Herm., * 1879, 1930 Reichswirtschafts-, Juni 1930 Reichsfinanzmin.

Dietrich von Bern, Held der oberdt. Sage, eigtl. Ostgotenkönig Theoderich d. Gr.

Dieu et mon droit, „Gott und mein Recht“.

Diez, Friedr., Begr. d. roman. Philol., 1794–1876.

Differdingen, St. in Luxemburg, 13  500 E.

Differential, mechan. Vorr., um zwei entgegengesetzt wirkende Kräfte so zu verbinden, daß nur ihre Differenz wirkt, z. B. beim Auto (↑ Taf. Sp. 19). D.geometrie, Anwendung d. D.rechnung auf Geometrie. D.lampe, elektr. Bogenlampe, dadurch geregelt, daß Stromschwankungen Annäherung bzw. Entfernung der Kohlen einleiten. D.rechnung, Zweig der höhern Math., v. Newton (auch Leibniz) entdeckt. D.tarif, ungleiche Frachtfestsetzung für gleiche Mengen auf gleiche Entfernungen.

Differenz, Unterschied, Verschiedenheit, Zwistigkeit.

Differieren, abweichen, verschieden sein.

Diffizil, schwierig, schwer zu behandeln.

Diffus, ausgegossen, weitläufig, zerstreut.

Diffuseur, Auslauger (Zuckergewinnung).

Diffusion, gegenseitiges Durchdringen von Flüssigkeiten oder Gasen ohne äußere Kräftewirkung u. chem. Veränderung; optisch: unregelmäßige Zurückwerfung d. Lichts an rauhen Flächen (diffuses Licht).

Digesten, Pandekten, ↑ Römisches Recht.

Digger, Goldgräber.

Digitalis ↑ Fingerhut

Dignität, Würde, m. Amt verbund. Auszeichnung.

Digression, Abschweifung.

Dijon, ostfrz. St., 84  000 E.

Dike ↑ Horen.

Dikotyl(edon)en, 2 keimbiättr. Blütenpflanzen.

Diktatur, unumschränkte Herrschaft eines Diktators, einer Klasse („D. des Proletariats“).

Diktion, Schreibart, Ausdrucksweise; auch = Stil.

Diktum, Ausspruch; Mz.: Dikta.

Dilatation, Ausdehnung; Volumenvergrößerung.

Dilatorisch, aufschiebend; hinhaltend.

Dilemma, Klemme; Zwangslage.

Dilettant, kunstliebender u. ausübender Laie.

Diligence, mehrspänn. Eilpostwagen.

Diligentia, Sorgfalt, bes. in Erfüll. v. Rechtspflicht.

Dill, Doldengewächs, 1,25 m, Blüten gelb, Küchenkraut.

Dillingen, pr. St., Saargebiet, 9600 E.

Dilthey, Wilh., Philos, („verstehende“ Geisteswissenschaft), 1833–1911.

Diluvial, zum Diluvium (↑ Geologische Formationen) gehörig.

Dimension, Ausdehnung; ↑ Maßeinheiten; ↑ Spiritismus.

diminuendo, Mus.: abnehmend (an Tonstärke).

Diminutiv, Verkleinerungsform: Kindlein, Männchen.

Dimission, Entlassung, Abdankung.

Dimorph, zweigestaltig.

DIN ↑ Normung.

Dinant, südbelg. St., 7000 E; wegen Teilnahme der Zivilbevölkerung (als Franktireurs) am Kriege 23. 8. 1914 zerstört.

Dinar, Münzeinheit, in Südslawien: 100 Para, = 81 Pf.; in Palästina (Gold-D.): 100 Prutah, = 20,43 ℛℳ.

Dinarisches Gebirge, Fortsetzung der Alpen nach SO.

Diner, Abendessen, Mahl.

Ding (Thing), german. Volks- u. Gerichtsversammlung.

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Eduard Dingeldey.

Dingeldey, Ed., * 1886, seit 30. 11. 1930 Parteivors. d. Dt. Volkspartei.

Dingelstedt, Franz, Frh. v., Wiener Dichter. 1814–81, Burgtheaterdir.

Dingi, kleinstes Beiboot für Kriegs- u. Handelsschiffe.

Dingliche Rechte, Sachenrechte, z. B. Eigentum, Pfandrecht.

Dinka, Negervolk (Niloten), a. Weißen Nil.

Dinkel = Spelz.

Dinkelsbühl, mittelfränk. St., altertüml., 5000 E.

Dinner, engl. Hauptmahlzeit, um 6 Uhr abends.

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Dinosaurier: Rekonstruktion eines Gigantosaurus neben einer Personenzugslokomotive.

Dinosaurier, ausgestorb. Kriechtiere, Trias bis Kreide; Iguanodon bernissartensis, 18 m lang, Diplodocus longus, 25, noch größer der ostafrikanische Gigantosaurus, Triceratops mit [125–126] Hörnern; Brontosaurus, dem Diplodocus ähnl., doch mit noch kleiner. Kopf.

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Dinosaurier: Schädel des Triceratops.

Dinotherium, ausgestorb. Rüsseltiere m. hakenartig abwärts gebogenen Stoßzähnen.

Dinslaken, St. nördl. Hamborn, 25 000 E.

Dinta = Deutsches Institut für techn. Arbeitsschulung (Lehrlingsausbildung), Düsseldorf.

Dinter, Artur, * 1875; völk. Zeitromane.

Diocletianus, C. Aurelius Valerius, röm. Kaiser 284–305, † 313.

Diogenes von Sinope, grch. Philos.,† 323 v. Chr., Zyniker (wohnte in Faß).

Djokjokarta, St. auf Java, 108 000 E; Tabak-, Zuckerhandel.

Diomedes ↑ Herakles.

Dionysios d. Ä., 431–367 v. Chr., 406 Tyrann v. Syrakus.

Dionysisch, trieb-u. rauschhaft.

Dionysos, grch. Gott der Fruchtbarkeit, bes. des Weines.

Diophantos, grch. Math., 3. Jh. n. Chr., aus Alexandria.

Dioptrie (Abk.: D.) ↑ Brille.

Dioptrik, Lehre von der Brechung des Lichts.

Diorama, gemalte Schaustellung m. künstl. nachgeahmter natürl. Beleuchtung.

Diorit, Tiefengestein, Werk- u. Pflasterstein.

Dioskuren: Kastor u. Polydeukes (Pollux), Zwillingssöhne d. Zeus, als Zwillinge od. Abend- u. Morgenstern an den Himmel versetzt.

Diotima, in Platons „Gastmahl“ Priesterin, die Sokrates über das Wesen der Liebe belehrt haben soll.

Diözese, Amtsbezirk v. Bischof, Superintendent.

Diphtherie, Schleimhautentzündung mit Bildung mißfarbiger, häutiger Auflagerungen, durch D.bazillus verursacht.

Diphthong, „Doppellaut“: au, ei, eu, äu, ai.

Dipl.-Ing. = Diplom-Ingenieur (↑ Ingenieur).

Diplom, amtl. Urkunde mit Unterschrift u. Siegel.

Diplomat, Staatsmann.

Directoire, Übergangsstil vom Louis Seize zum Empire.

Direkt, geradezu, unmittelbar. D.e Aktion, Streik, Putsch, Terror zur Änderung polit. Verhältnisse.

Direktive, Richtschnur, Verhaltungsmaßregel.

Direktorium, Vorstand, leitende Behörde.

Dirichlet, Gust. Peter Lejeune, Math., 1805–59.

Dirigent, Leiter; Kapellmeister; Ztw.: dirigieren.

Dirksen, Herb, v., * 1882, 1928 dt. Botschafter Moskau.

Dirschau, St. im Poln. Korridor, 17 000 E.

Disagio, Abzug, Verlust; Betrag, um den Geldsorte (Wertpapier) unter dem Nennwert steht.

Diseuse, Vortragskünstlerin in Kabaretts usw.

Disharmonie, Mißklang; Nichtzusammenstimmen.

Disjunktion, Trennung, Unterscheidung.

Diskant, als Stimme = Sopran; bei Instrumenten hohe Tonlage.

Disko, Insel an der Westküste Grönlands, 7786 qkm.

Diskont, Abzug (Zins) bei Wechselankauf dch. Banken.

Diskontinuität, Mangel an Zus.hang; im Verfassungsrecht: nach Parlamentsschluß Neuaufnahme der begonnenen gesetzgeberischen Arbeiten.

Diskordanz, Ungleichförmigkeit in der Lagerung von Gesteinen.

Diskreditieren, in Verruf bringen, herabwürdigen.

Diskret, verschwiegen, rücksichtsvoll.

Diskurs, Erörterung, Untersuchung.

Diskus, Wurfscheibe.

Diskussion, Erörterung; diskutabel, erwägenswert

Dislokation, Störung der einem Gestein(skomplex) normal zukommenden Lagerung.

Dispache, Schadensberechnung in der Seeversicherung.

Dispens, Aufhebung einer Verpflichtung; Urlaub. – D.ieren, (v. etwas) befreien; Arzneien bereiten u. abgeben.

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Dispersion des Lichtes durch Prisma in die Spektralfarben.

Dispersion, (Farben-) Zerstreuung des Lichts beim Durchtritt von weißem od. verschiedenfarbigem Licht (d. h. verschiedener Wellenlänge) durch Grenzfläche zweier Medien (z. B. Luft u. Gas); Abb.: Lichtstrahl L, Prisma P, Spalt S. ↑ Spektrum.

Disponent, wer über eine Sache verfügt; Handlungsgehilfe.

Disponibel, verfügbar, frei.

Disponieren, anordnen; verfügen; disponiert, aufgelegt, gestimmt(sein).

Disposition, Anordnung, Einteilg., Gliederung; Anlage bzw. Bereitschaft f. best. Verhaltungsweisen, Leistungen, Krankheiten.

Dispositiv, bestimmend, anordnend; D.recht, durch Parteiübereinkunft abänderbar.

Disput, Wortstreit. D.ation, öff. Wortkampf über best. Thesen.

Disqualifizieren, f. untaugl. erklären, ausschließen.

Disraeli, Benjamin (Earl of Beaconsfield), 1804–1881, englisch. Min.-Präs. (1868, 1874–81); imperialist. Außenpolitik.

Dissenters (Nonkonformisten), engl. Sekten.

Dissertation, Abhandlung für Doktorexamen.

Dissident, nicht zu den staatl. anerkannten Religions-Gesellschaften Gehöriger.

Dissimilation ↑ Stoffwechsel.

Dissonanz, Mißklang.

Dissoziation, Spaltung v. chem. Verbindungen (Molekülen).

Distanz, Abstand, Entfernung. D.geschäft, Geschäft zw. zwei Personen an verschied. Orten. D.ritt, Dauerritt auf demselben Pferd.

Distichon, Doppelvers, meist Hexameter u. Pentameter.

Distinguiert, vornehm.

Distinktion, Unterscheidung; Auszeichnung, Rang.

Distributiv, verteilend.

Distrikt, Bezirk.

Disziplin, Unterweisung, Lehrfach, Wissenschaft; Zucht.

Disziplinargewalt, Aufsichtsbefugnis des Staates über seine Beamten.

Dithmarschen, Marschlandschaft, holstein. W-Küste.

Dithyrambe, Loblied.

Dito (Abk.: do.) dasselbe, ebenfalls.

Ditters v. Dittersdorf, Karl, Komp., 1739–99; seinerzeit berühmter als Haydn u. Mozart.

Dittersbach, westschles. D., 15 000E.

Diva, „die Göttliche“, gefeierte Bühnenkünstlerin.

Divergenz, Auseinandergehen, Abweichung.

Divers, verschieden.

Divertimento (Divertissement) = Suite.

Divide et impera („teilen, herrsche“), Grundsatz, Gegner durch Zersplitterung zu beherrschen.

Dividende, Gewinnanteil der Aktionäre; bei Konsumvereinen: nachträgl. Rabattgewährung. D.npapiere, Wertpapiere, die Dividenden abwerfen.

Divinatorisch, vorahnend.

Division, kleinster zu selbständ. Kampf befähigter Truppenkörper aus allen Waffen; ↑ Mathematische Zeichen.

Diwan (Divan), Gesellschaft; Ruhepolster; Samml. v. Gedichten eines Verfassers.

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Otto Dix: Selbstbildnis.

Dix, Otto, * 1891, moderner Maler.

Dixi, „ich habe gesprochen“, Schlußformel.

Dixmuiden, belg. St., W-Flandern, 3100 E.

DKW = Das kleine Wunder (Automarke).

Dmitrijewsk, St., O-Ukraine, 51 000 E.

Dnjepr, russ. Strom, 2150 km, v. Waldaihöhen z. Schwarzen Meer.

Dnjepropetrowsk, russ. St., mittl. Ukraine, 233 000 E.

Dnjestr, russ. Strom, von den Karpaten zum Schwarzen Meer, 1342 km.

DNVP = Deutschnationale Volkspartei.

Döbeln, sächs. St., westl. Meißen, 23 000 E.

Döberitz, Truppenübungspl. im Osthavelland.

Döblin, Alfr., Schriftsteller,* 1878, Arzt in Berlin; Rom.: „Berge, Meere und Giganten“, „Berlin Alexanderplatz“; Essays.

Doblón (Dublone), unter Karl V. geprägte Goldmünze, noch heute in Chile Name der goldnen 10-Peso-Stücke.

Dobrudscha, rumän. (seit 1878) Landsch. an d. Donaumündung.

Docendo discimus, beim Lehren lernen wir (selbst).

Docht dient zum Ansaugen flüss. Brennstoffe; aus Baumwollfäden (auch Asbest).

Dochtöler ↑ Schmiervorrichtungen.

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Schwimmdock.

Dock, Anlage z. Untersuchen u. Ausbessern v. Schiffen: Trocken-D [127–128] (wird nach Aufnahme e. Schiffs leergepumpt); Schwimm-D, (schwimmfähig, hebt das Schiff; Abb. Sp. 126).

Docke,

1) Garnmaß;
2) aufgewickeltes Gewebe;
3) gebündelter Tabak.

Dodekanes(os), zwölf kleinasiat. Inseln, seit 1920 ital., vorher türk.

Döderlein, Albert, Gynäkolog,* 1860.

Doflein, Franz, Zool., 1873–1924.

Dogcart („Hundewagen“), 2rädr. einspann. Luxuswagen.

Doge, früh. Staatsoberhaupt d. Rep. Venedig u. Genua

Dogger ↑ Geolog. Formationen.

Doggerbank, Sandbank zw. England u. Dänemark. 24. 1. 1915 dt.-engl. Kreuzer⚔.

Dogmatismus, Lehre, die auf unprüfbaren Sätzen (Dogmen) aufbaut.

Dohle, Rabenvogel, 33 cm, schwarzgrau, nistet in Mauerlöchern.

Dohrn, Ant., 1840–1909, gr. die Zoolog. Station in Neapel.

Doktor, akad. Grad, setzt Dissertation u. mündl. Prüfung voraus.

Doktrin, Gelehrsamkeit, Lehre; d.är, gelehrt, einseitig.

Dokument, Beweismittel, Urkunde.

Dolce (far niente), süß(es Nichtstun).

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Carlo Dolci: Salome.

Dolci, Carlo, ital. Maler, 1616–86.

Dolichozephalie, Langköpfigkeit.

Dolinen, trichterförm. Vertiefungen im Karstgebiet.

Dollar ↑ Übersicht „Münzen usw.“ ; Trade-D. (Handels-D.) für den Handel mit Ostasien in Silber, = 4,40 ℛℳ. Auch der span. Peso Duro.

Dollart, Meerbusen l. der Emsmündung.

Dollen, Gabeln aus Metall, auch Einschnitte an der obersten Planke eines Bootes: Lager für die Riemen.

Döllinger, Ignaz v., Führer des Altkatholizismus, 1799–1890, Gegner der päpstl. Unfehlbarkeit.

Dolmen, prähistor. Gräber.

Dolmetsch(er), Gesprächsübersetzer; Fürsprecher.

Dolomit, Mineral, kohlensaurer Kalk mit kohlensaurer Magnesia; Baustein, zu Bittersalz, Zement; Zuschlag bei Eisenverhüttung

Dolomiten, Gruppe d. Ostalpen (Südtirol); Marmolata 3344 m.

Dolonnor, chin. St. in der Innern Mongolei, 30 000 E.

Dolus ↑ Vorsatz.

Dom, Bischofskirche, auch sonst Bezeichnung für große Kirchen; ↑ Dampfdom.

Domänen, staatl. Landgüter, meist verpachtet.

Dombrowa, poln. Kohlenbecken an der oberschles. Grenze.

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Domenichino: Die cumäische Sibylle.

Domenichino (Domenico Zampieri), ital. Maler, 1581–1641.

Domestikation, Umwandlung wildlebender Tiere zu Haustieren.

Domfreiheit, Bezirk um die Domkirche.

Domina, Stifts Vorsteherin.

Dominante, 5. Stufe (Quinte) einer Tonart.

Dominica, brit.-westind. Insel im Karib. Meer.

Dominicus, Alex., * 1873, 1921 pr. Innenmin., seit 1929 1. Vors. der Dt. Turnerschaft.

Dominieren, herrschen, vorherrschen.

Dominikaner, von dem Spanier Dominikus (1170–1221) 1216 gegr. Bettelorden (Albertus Magnus, Thomas von Aquino).

Dominikanische Republik ↑ Santo Domingo.

Dominions, brit. Siedlungskolonien mit Selbstregierung, seit 1926 mit Großbritannien das Commonwealth bildend: Kanada, Neufundland, Australien, Neuseeland, Südafrik. Union, Irischer Freistaat.

Domino,

1) Maskenmantel, dazu Larve oder Visier;
2) Spiel unter 2–4 Spielern m. 28 (0–6 [auch bis 9] Augen tragenden) Steinen.

Domizil, Wohnsitz; ↑ Wechsel.

Domkapitel, Kollegium v. kath. Geistlichen, dem Bischof zur Unterstütz. beigegeben.

Dompfaff, Vogel, = Gimpel.

Dompteur, Dompteuse, Tierbändiger, Tierbändigerin.

Don, Herr.

Don, Strom im SO des Europ. Rußland, 1860 km.

Doña, Herrin, Frau.

Donar, der dt. Donnergott.

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Donatello: David (Bronze).

Donatello (Donato), ital. Bildhauer, * um 1386, † 1466.

Donau, zweitgrößter Strom Europas, als Brege u. Brigach aus Schwarzwald, mündet ins Schwarze Meer, 2860 km. Europ. D.kommission (seit 1856), für Stromaufsicht vom Schw. Meer bis Galatz, hat viel für die Schiffahrt getan; für die Strecke Galatz–Ulm seit 1921 Internat. D.kommission.

Donaueschingen, südbad. Kurort, 4400 E.

Donaufürstentümer, Bezeichn. f. Moldau u. Walachei.

Donaukonföderation, Ziel polit Bestrebungen auf Wiedervereinigung der öst.-ung. Nachfolgestaaten.

Donaumonarchie = Österreich-Ungarn.

Donaumoos, 1800 urbar gemachtes Moor in Oberbayern.

Donauried, urbar gemachtes Moor südw. Ingolstadt.

Don Carlos ↑ Karl (Spanien).

Doncaster, ostengl. St., 54 000 E.

Donez, Nbfl. des Don, 1100 km. D.-Gebiet, bed. Kohlenrevier, O-Ukraine.

Don Juan, galanter Frauenverführer.

Donizetti, Gaetano, ital. Opernkomp., 1797–1848; „Lucia di Lammermoor“, „Regimentstochter“.

Donna, Herrin, Frau.

Donnerkeile, Belemniten.

Don Quijote (Quixote), Held v. Cervantes’ Roman „D.“; weltfremder Idealist.

Doorn, mittelholl. D., 3000 E; seit Mai 1920 Wohnsitz Wilhelms II.

Dopen (Doping), Rennpferde u. Sportler durch chem. Reizmittel zu höchster Leistung antreiben; verboten.

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Doppelbrechung. Verdopplung durch Kalkspat betrachtet.
(Aus Poske-Bavink, „Oberstufe der Physik“)

Doppelbrechung, Eigenschaft nichtregulärer Kristalle, Lichtstrahl in 2 Strahlen aufzuspalten.

Doppeltkohlensaures Natron („Natron“) ↑ Kohlensäure.

Doppeltonfarben, Farben, b. denen durch einen Druckgang 2farb. Bildwirkung entsteht.

Doppelwährung = Bimetallismus.

Doppier, Christian, Physiker, 1803–53.

Dopsch, Alfons, Wirtschaftshist.,* 1868.

Dordrecht, westniederl. St., 55 000 E.

Doré, Gust., frz. Graph. u. Maler, 1833–83.

Dore, Mont, erlosch. Vulkankegel der Auvergne, 1886 m.

Dorer (Dorier), altgrch. Hauptstamm, gingen 1104 v. Chr. nach dem Peloponnes (Dorische Wanderung).

Dörfler, Peter, kath. Dichter, * 1878; Erz. „Als Mutter noch lebte“, Rom.: „Der ungerechte Heller“, „Die stumme Sünde“, „Abenteuer des Peter Farde“.

Dorgeles, Roland, frz. Schriftst, * 1886, Arzt; Kriegsromane.

Dorn, Werkzeug zur Herstellung u. Aufweitung v. Löchern.

Dornach, Ort, NW-Schweiz, 2340 E; Mittelp. der anthroposoph. Bewegung (Goetheanum).

Dornbirn, Markt in Vorarlberg, 14 400 E.

Dornier, Claudius, dt. Flugzeugkonstrukteur, * 1884. Größtes Flugboot: „Do X“; 40 m lang, 48 m Spannweite, 10 m hoch, 12 Motoren mit 6200 PS, 12 Mann Besatzung, 100 Fahrgäste (Taf. Sp. 201).

Dorpat, St. in Estland, 65 000 E (5–6 % Dt.).

Dörpfeld, Wilh., Architekt u. Archäolog, * 1856.

Dorsal, a. d. Rücken (dorsum) bezüglich.

Dorsch, Käte, Schausp. (Rose Bernd), * 1885.

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[129] Dorsche: Schellfisch.

Dorsche, Knochenfischfam., meist mit Bartfaden. Kabeljau, 1–1½ m, 50 kg; kl. Stücke als D. bezeichnet, als Stockfisch über Stangen, Klippfisch auf Felsen getrocknet, Laberdan in Fässern eingesalzen. Ähnl., aber kleiner (½–1 m, 6–8 kg), der Schellfisch (Abb. Sp. 129), wandert oft in gr. Schwärmen, lebt v. Kleintieren.

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[130] Dortmund: Blick auf das Eisenwerk Dortmunder Union.

Dortmund, St. im rhein.-westfäl. Industriegebiet, 536 000 E (Abb. Sp. 130).

Dortmund-Ems-Kanal, v. rhein.-westfäl. Ind.geb. üb. Münster zur Ems bei Meppen, 270 km.

Doryphoros, grch. Speerträger; Statue d. Polykleitos.

Dosse, Nbfl. der Havel, 120 km.

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[129] Fjodor Dostojewskij.

Dostojewskij, Fjodor, tiefer russ. Dichter (Abb. Sp. 129), 1821–1881; Rom.: „Aufzeichngn. aus e. Totenhause“, „Schuld u. Sühne“ (od. „Raskolnikow“), „Idiot“, „Brüder Karamasow“.

Dotation, (Geld-) Ausstattg.; Überweisg. v. Staatsmitteln.

Dotter ↑ Ei. [129–130] Dotterblume (Caltha palustris), Hahnenfußgewächs, goldgelb.

Douai, nordfrz. St., 39 000 E.

Douaumont, NO-Fort von Verdun. 25. 2. 1916 von den Dt. 24.10. 1916 von den Franzosen erobert.

Doubs, Nbfl. der Saône, vom Schweizer Jura, 430 km.

Douceur, Trinkgeld.

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Paul Doumer.

Doumer, Paul, * 1857, 1931 Präs. der frz. Rep.

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Gaston Doumergue.

Doumergue, Gaston, * 1863, 1924–1931 Präs. der frz. Rep.

Dourine = Beschälseuche.

Do ut des, „ich gebe, damit du gibst“.

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Heinrich Wilhelm Dove.

Dove, Heinr. Wilh., 1803–79, Meteorolog.

Dover, St., SO-Engl., 40 000 E.

Dovrefjeld, Plateau (810–1100 m) im mittlern Norwegen.

Downing Street, Straße in London, mit Ausw. Amt.

Doxologie, liturg. Lobgesänge im christl. Gottesdienst.

Doyen, rangältestes Mitgl. u. Wortführer eines diplomat. Korps.

Doyle, Sir Arthur Conan, engl. Schriftsteller, 1859–1930; Detektiv- (Sherlock Holmes-) Geschichten.

Dozieren, (an Hochschulen) lehren.

Dr. = Doktor.

Dracaena ↑ Drachenbaum.

Drache,

1) Ungeheuer, oft geflügelt, Feuer speiend usw.;
2) (Drachen) Flugspielzeug.

Drachenbaum (Dracaena), Liliengewächse. D. draco, auf Kanar. Inseln.

Drachenblut, tiefrotes Harz aus Früchten des Drachenbaums, der Drachenblutpalme (↑ Rotang) u. a.

Drachenfels, Berg des Siebengebirges am Rhein, 325 m.

Drachmann, Holger, dän. Dicht., 1846–1908.

Drachme, altgrch. Silbermünze, = 6 att. Obolen (etwa 78 Pf.); neugrch. Währungseinheit, = 100 Lepta = 0,81 ℛℳ.

Drage, Nbfl. der Netze, 165 km.

Dragée, überzuckerte Mandeln, Arzneitabletten usw.

Dragoman, Übersetzer, Dolmetscher (im Orient).

Dragoner, leichte Reiter.

Draht, durch Ziehen, Walzen, Pressen erzeugte Metallfäden.

Drahtloses Fernsprechen, Drahtlose Tetegraphie ↑ Funktechnik.

Drahtseilbahn ↑ Hängebahn.

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[131] Offenes Drahtseil (Querschnitt).

Drahtseile werden hergestellt, indem aus Metalldrähten dünnere Seile (Seillitzen) gemacht und diese über einen Hanfkern (Seele) zum (offenen) D. verseilt werden (Abb. Sp. 131). D. mit profilierten Außendrähten sind verschlossene Seile.

Drahtwürmer, Larven der Schnellkäfer.

Drahtziehsteine, in Stahlplatten eingesetzte gelochte Diamanten oder Achate zum Ziehen dünner Drähte.

Draisine, 4rädr. Eisenbahnfahrzeug mit Hand- od. Motorantrieb; 2rädr. Fahrzeug, Vorläufer d. Fahrrads.

Drakensberge, südafrik. Geb., 3660 m.

Drakon, athen. Staatsm., gab um 620 v. Chr. neue Verfassung u. Strafrecht (v. übergroßer [drakon.] Strenge.)

Drall, Schraubenwindung d. Züge in Feuerwaff.

Drama, sichtbare, gegenwärtige Handlung (in Form von Wechselreden [Dialog], Einzelgesprächen [Monolog], stummen Bewegungen). D.tiker: Bühnendichter. D.tisieren, für die Bühne bearbeiten. D.turg, literar. Berater am Theater. D.turgie, Lehre v. D.

Drammen, norw. Hafenst. am Oslofjord, 26 000 E.

Dränage, Entwässerung, Meliorationen.

Draperie, Behang, Faltenwurf.

Drastisch, stark wirkend, derb.

Drau, Nbfl, der Donau, von den Tauern, 700 km.

Drawida, alte Rasse in Belutschistan, Indien u. Ceylon.

Dreadnought, Name des ersten engl. Großkampfschiffes.

Drehen, Herstellen von Drehkörpern mittels Schneidwerkzeugen (Drehstähle, -meißel) auf Drehbank. Das Drehbankbett trägt den Spindelstock mit Antrieb, den verschiebbaren Reitstock und den in Führungen dch. Zug- oder Leitspindel beweglichen Support. Bes. Bauarten: Revolverdrehbänke mit bes. Werkzeugträger; Automaten: Revolverdrehbänke mit automat. Verstellung v. Werkzeugträger u. Material; Vielstahldrehbänke mit mehreren gleichzeitig arbeitend. Drehstählen ; Radsatzdrehbänke zum Bearbeiten von Radsätzen für Wagen und Lokomotiven.

Drehgestell, drehbares Radgestell für Eisenbahnfahrzeuge.

Drehkondensator ↑ Elektrischer Kondensator.

Drehkrankheit der Schafe, durch Hundebandwurmfinne im Gehirn.

Drehrohrofen, trommelförmiger, geneigter Ofen mit Drehbewegung, zum Trocknen, Brennen usw.

Drehstahl, das Schneidewerkzeug der Drehbank.

Drehstrom ↑ Starkstromtechnik.

Dreibund (Tripelallianz) ↑ Deutsches Reich, Sp. 114.

Dreieck, ebene Figur, gebildet von 3 Punkten (Ecken) u. diese verbindenden Geraden (Seiten).

Dreifarbendruck, Übereinanderdruck v. Gelb-, Rot- u. Blauplatte.

Dreifelderwirtschaft, landw. Fruchtfolge: Brache, Winter-, Sommergetreide; verbessert: Blattfrucht, Winter-, Sommergetreide.

Dreikaiserbund, 1872–78 zw. Dt. Kaiser u. d. Kaisern von Österr.-Ungarn und Rußland.

Dreikaiserschlacht bei Austerlitz 1805.

Dreikampf, Wettkampf in Lauf, Sprung u. Wurf.

Dreiklang, Akkord aus 2 übereinanderliegenden Terzen.

Dreiländerecke, die Dreikaiserecke bei Myslowitz (Oberschlesien), wo bis 1918 Dt. Reich, Österr. u. Rußl. zus.stießen.

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Generatoren     Lampen     Motoren

Dreileitersystem.
O = Nulleiter, geerdet (E); P = Plus- (+ -) Pol; N = Minus- (– -) Pol.

Dreileitersystem für Gleichstromverteilung ↑ Abb.

Dreiphasenstrom (Drehstrom) ↑ Starkstromtechnik.

Dreiser, Theod., amer. Schriftst., * 1871.

Dreisprung, Anlauf, 3 Sprünge, m. Sprungbeinwechsel od. auf demselben Bein; Niedersprung auf beide.

Dreißigjähriger Krieg, 1618–48 in Deutschland, hervorgerufen durch d. Gegensatz zwischen Kath. und Prot., verlängert durch Einmischung fremder Mächte (Dänemark, Frankreich u. Schweden). Infolge allgemeiner Erschöpfung 1648 Westfäl. Frieden zu Münster und Osnabrück.

Dreiverband, Entente, Bündnis zwischen Engl., Frankr. (1904) und Rußland (1907–17).

Drell, glatte, gemusterte oder geköperte Leinen- und Baumwollgewebe.

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[131–132] Dresden: Blick von der Albertbrücke auf die Altstadt.

Dresden, Hptst. des Freistaates Sachsen, 619 000 E, lebhafte Ind. u. Gewerbe; künstlerische Bauten (Zwinger). Sp. 131.

Dress, Anzug, z. B. Sport-D.

Dressur, Ablichtung.

Drews, Arth., Philos., * 1865.

Dreyer, Max, Schriftst, * 1862; „Der Probekandidat“.

Dreyfus, Alfr., * 1859, frz. jüd. Offiz., 1894 und 1899 zu Unrecht wegen Landesverrats lebenslänglich verbannt, 1906 freigesprochen.

D. R. G. M. = Deutsches Reichs-Gebrauchsmuster.

Driesch, Hans, Philos., * 1867 (Vitalismus).

Drift, vom Wind bewirkte Bewegung an der Meeresoberfläche.

Drillbohrer, feiner Flachbohrer f. Hölz. u. Metalle.

Drillmaschinen ↑ Saat.

Drillich = Drell.

Drilling, Jagdgewehr mit 1 Kugellauf und 2 Schrotläufen.

Drin, Hptfl. Albaniens, zur Adria, 276 km.

Drina, Nbfl. der Save, aus Montenegro, 267 km.

Dritter Stand (tiers état), in Frankreich 1789 Vertretung d. Bürgertums gegenüber Adel u. Geistlichkeit.

Drittes Reich, Zukunftsstaat der jungen dt. Nationalisten (Moeller van den Bruck) u. bes. der Nationalsozialisten.

Drogen, Sammelbez. für die verschiedensten, auch außerhalb d. Heilkunde verwendeten Waren; im engern Sinn nur die „trocknen“, den urspr. Bestand pflanzlicher u. tier. Gewebe aufweisenden Rohwaren.

Drogerie, Handlung, [131–132] führt neben freiverkäuflichen Heilmitteln bes. Chemikalien, Seifen, Toilette- u. Badeartikel, Ungeziefermittel, meist auch Farben u. photogr. Waren.

Dromedar ↑ Kamele.

Drömling, Wiesenmoor im SW der Altmark.

Drontheim, westnorweg. Hafenst, 55 000 E.

Drops, leicht säuerl. Fruchtbonbons.

Drosera ↑ Sonnentau.

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Singdrossel.

Drosseln, Fliegenfänger: Sing-D. (Zippe; Abb. unten), grau, braungefleckt; Wacholder-D., Durchzugsvogel, brütet meist im N; Wein-D. kommt auf Frühjahrs- u. Herbstzug durch Deutschland.

Drosseln (abdrosseln), absperren.

Drosselspule, Drahtspule mit ↑ Selbstinduktivität.

Drosselvenen, die gr. Halsblutadern.

Droste-Hülshoff, Annette, Freiin v., realist. Dichterin, herb, fromm, 1797–1848.

Drottningholm („Königininsel“), schwed. Lustschloß im Mälarsee (17. Jh.), kgl. Sommerresidenz.

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Johann Gustav Droysen.

Droysen, Joh. Gust., Hist., 1808–84; „Gesch. Alexanders d. Gr.“, „... d. Hellenismus“, „... d. pr. Politik“.

D. R. P. = Deutsches Reichspatent.

Drücken, Herstell. hohl. Körper auf Drehbank; Sport ↑ Gewichtheben.

Druckfässer, Kessel od. Zylind., aus denen durch Preßluft die in ihnen befindl. Flüssigkeit herausgedrückt wird.

Druckluft, stark zusammengepreßte Luft (meist 2-10 at),erzeugt dch. Kolben- od. Kreiselkompressoren; benutzt zum Antrieb der D.- od. Preßluftwerkzeuge (D.Hammer, Stampfer, Bohrmaschine).

Druckmaschinen (-pressen), Buchdruckpressen, mit denen man Abdrucke v. Schriftsatz u. sonstigen Druckformen herstellt: Hand-, Tiegeldruck-, Schnell-, Rotationspressen. Vielfarbenmaschinen drucken die Farben neben- u. übereinander. Offsetdruck (eingefärbte Zink-Flachdruckzylinder) gibt Farbe an Gummituch ab, das Druck auf Papier überträgt. Beim Rotationstiefdruck drucken tiefgeätzte Kupferzylinder, von denen zuvor schleifendes Metallineal (Rakel) Farbüberschuß abstreicht.

Druckschieferung entsteht bei Gesteinen, die heft. Gebirgsdruck (Pressung) ausgesetzt waren.

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Drudenfuß.

Drudenfuß, myst. Zeichen, Schutz gegen Geister und Hexen.

Druiden, kelt. Priesterstand.

Drumlins, langgestreckte Rücken von Moränenmaterial, in Gebieten ehem. Vergletscherung.

Drummond, Sir Eric, * 1876, seit 1919 Generalsekr. des Völkerbundes.

Drummondsville, Ort in der kanad. Prov. Quebec, 2900 E; Großfunkstelle.

Druse, mit Kristallen ausgekleideter Hohlraum in Gesteinen.

Drusen, Volk u. relig. Sekte in Syrien, Libanon.

Drüsen, Organe, in denen wichtige Stoffe erzeugt werden, z. B. Milch-, Speichel-D., Milz, Schilddrüse.

Drusus, Nero Claudius, Bruder des Tiberius, 38–9 v. Chr.

Dryaden, Baum- u. Waldnymphen.

Dryden, John, engl. Dichter, 1631–1700.

Drygalski, Erich v., Polarforscher, * 1865.

Dschabalpur, St. im mittl. Vorderindien, 109 000 E.

Dschaipur, St. im westl. Vorderindien, 120 000 E; Keramik.

Dschâmi (Abd ur-Rahman), pers. Sufi (= Mystiker u. Dichter), 1414–92.

Dschamna, Nbfl. des Ganges, 1400 km.

Dschebel, Gebirge, Berg.

Dschehol, Sondergebiet in N-China (Innere Mongolei).

Dschelâl ed-Dîn Rûmi, pers. Dichter, 1207–73, gründ. den myst. Derwischorden der Mewlewi.

Dschengis-Chan, Titel Temudschins, Gründers d. mongol. Weltreichs, 1155–1227.

Dschibuti, Hptst. des Frz.-Somalilandes, 8000 E; Hafen Abessiniens.

Dschidda, arab. St., Hedschas, 25 000E.

Dschinn, (meist böse) Geister.

Dschohor, brit. Schutzstaat auf Malakka, 19 885 qkm, 282 000 E.

Dschuang Dsi, chines. Denker (Tao), 4. Jh. v. Chr.

Dschuba, Fl. in Abessinien, zum Ind. Ozean.

Dschungeln, in Indien Sumpfdickicht.

Dschunke, chin. Segelfahrzeug mit 3 Pfahlmasten, Mattensegeln.

Dsungarei, steppenhafte Landschaft in Chines.-Turkestan.

Duala, Hafenst., Frz.-Kamerun, 25 000 E.

Dualismus, Philosophie: Annahme zweier entgegengesetzt. Prinzipien: Geist u. Materie, Kraft u. Stoff; Gesch.: Zwiespalt, z. B. zw. Preußen u. Österr. um Führung in dt. Einheitsbewegung.

Dubarry, Marie Gräfin, 1741–93 (hingerichtet), Mätresse Ludwigs XV. v. Frankr.

Dübel, in Mauer eingetrieb. Holzpflock zur Aufnahme v. Haken usw.; Eisenbolzen zur Verbindung v. Steinen.

Dubiosen, kaufmänn.: zweifelhafte Außenstände.

Dublee ↑ Plattierung.

Dublette, doppelt Vorhandenes, Doppelschuß.

Dublieren, verdoppeln.

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Dublin: Blick auf die O’Connell-Straße.

Dublin, Hptst. des Irischen Freistaats, 316 700 E; Hafen; Bier.

Dublone = Doblón.

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Emil Du Bois-Reymond.

Du Bois-Reymond, Emil, Physiolog, Berlin, 1818–96.

Dubrovnik = Ragusa.

Duce, Führer; Herzog.

Duchoborzen, christl. Sekte in Rußland u. (ausgewandert) Kanada.

Duddell, William Du Bois, englischer Ingenieur, * 1872; arbeitet über elektrische Schwingungen.

Dudelsack, Sackpfeife aus Windsack, Mundrohr u. Schalmei.

Duden, Konr., Germanist, 1829–1911; „Orthogr. Wb. der dt. Sprache“.

Dudweiler, pr. D., Saargebiet, 24 000 E, Eisen-, Kohlenind.

Duell = Zweikampf.

Duero, Fl. in Spanien u. Portugal, 780 km, zum Atl. Ozean.

Duett, zweistimm. Gesangsstück.

Dugong ↑ Seekühe.

Duhamel, Georges, frz. Schriftst, * 1884, Arzt.

Dühring, Eugen, positivist. Philos. u. Nation.-Ök., 1833–1921.

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[133] Carl Duisberg.

Duisberg, Carl, Chem. (Abb. Sp. 133), * 1861, Vorsitz, des Aufsichtsrats der I. G. Farbenindustrie A.-G., 1925–31. 1. Vorsitzender des Reichsverbands der deutschen Industrie.

Duisburg-Hamborn, St. zw. Ruhr u. Rhein, 433 000 E, größter europäischer Binnenhafen (Ruhrort), bes. f. Kohlen, Koks, Eisen, Stahl.

Dukaten, [133–134] Münze aus D.gold, 1559–1857 deutsche Reichsmünze (= 9,60 ).

Duk-Duk, Geheimbund der Männer (Maskentänze) auf dem Bismarck-Archipel.

Duke (engl.), Herzog.

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Düker.

Düker, Durchführung einer Rohrleitung unter Straßen oder Flüssen.

Dulcinea v. Toboso, die von Don Quijote (↑ Cervantes) verehrte Dorfschöne.

Dülmen, St. südwestl. Münster, 8900 E; Hüttenwerke.

Duluth, Hafenst., Minnesota (USA), am Obern See, 117 000 E.

Duma, Volksvertretung i. alten Rußl.

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Alexander Dumas d. Ä.

Dumas,

1) Alex., d. Ä., frz. romant. Sittendram., 1802–70; „Kean“; phantast. Rom.: „Drei Musketiere“, „Der Graf v. Monte Cristo“.
2) Alex., d. J., frz. Schriftst., 1824–95; Rom.: „Kameliendame“ (auch dramat.); Sitten- u. Thesendramen.

Dumdumgeschosse, Stahl- od. Nickelmantelgeschosse mit bloßliegender Bleikernspitze; sprengartige Wirkung; völkerrechtlich verboten.

Dummkoller, unheilbare Gehirnkrankheit des Pferdes.

Dumont, André, belg. Geolog, 1809–57.

Dumping, Unterbieten der ausländ. Ind., um unter allen Umständen d. Auslandsmarkt zu erobern, häufig ermöglicht durch v. Staat od. Kartellen gewährte Ausfuhrprämien.

Düna, osteurop. Strom, v. Waldaihöhe zum Meerbusen v. Riga, 1024 km.

Dünaburg, Hptst. v. Lettgallen (Lettland), 41 000 E.

Dunajec, Nbfl. der Weichsel, v. der Tatra, 207 km.

Dünamünde ↑ Riga.

Dunant, Henri, Schweiz. Philanthrop, 1828–1910, gr. 1864 Rotes Kreuz u. Genfer Konvention; Friedensnobelpr. 1901.

Duncan, Isadora, amer. Tänzerin, 1878–1927.

Dundee, ostschott. Hafenstadt, 176 000 E.

Dunedin, St. auf Neuseeland, 67 000 E.

Dünen, durch Wind aufgehäufte Hügel v. Flugsand, meist bogenförmig; durch Bepflanzung („Befestigung“) wird dem Wandern der D. Einhalt getan.

Düngemittel, künstl.: Natron-, Chilesalpeter, Kalkstickstoff, Horn-, Blutmehl, Guano, Knochenmehl, Superphosphate, Knochenasche, Thomasmehl, Kainit, Karnallit u. a.

Dunkelmännerbriefe ↑ Epistolae obscurorum virorum.

Dunker, Wilh., Geolog, 1809–85.

Dünkirchen, nördlichster Hafer. Frankreichs, 33 000 E.

Dünnschliffe, sehr dünn (0,02–0,05 mm) geschliffene Plättchen, zu mikroskop. Untersuchung.

Duns Scotus, Johs., scholast. Philos., 1265–1308, Franziskaner, Gegner Thomas’ v. Aquino.

Dunst, Mahlerzeugnis, Größe zw. Grieß u. Mehl; Vogelschrot.

Dünung, Bewegung der See nach, auch vor Sturm.

Duo, Musikstück für 2 Instr.

Düpieren, betrügen, foppen.

Duplexfarben = Doppeltonfarben.

Duplikat, Doppelstück (Abschrift) einer Urkunde.

Duplizität, Doppelheit, Zweideutigkeit; duplizieren, verdoppeln.

Dupont de Nemours, Pierre Samuel, frz. Physiokrat, 1739–1817.

Düppel, D. in N-Schleswig (seit 1920 dän.), 1000 E. D.er Schanzen 13. 4. 1849 v. dt. Bundestruppen u. 18. 4. 1864 von den Preußen erstürmt.

Dur, Tonart

Duralumin, hauptsächl. Kupfer-Aluminium-Legierungen, bes. im Flugzeugbau verwendet

Durazzo, Hpthafen Albaniens, 5000 E.

Durban, Hafen im SO d. Südafr. Union, 164  000 E (½ Weiße); Bad.

Durchlaucht, Titel fürstlicher Personen.

Durchschlag,

1) technisch: Stahlstempel z. Lochen;
2) Bergbau: offene Verbindung zwisch. 2 Grubenbauen.

Düren, St. westlich Köln, 37 300 E.

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Albrecht Dürer: Selbstbildnis (1500).

Dürer, Albr., Maler u. Graphiker, 1471–1528; Werke: Holzschnittfolgen: Off. Johannis, Kl. u. Gr. Passion, Marienleben; 104 Kupferstiche: Passion; Adam u. Eva; Ritter, Tod u. Teufel; Madonnen, Vier Apostel; Zeichnungen. Schriften über Perspektive, Festungsbau u. menschl. Proportion. ↑ Taf. II Sp. 584. Lit: Wölfflin, Die Kunst A. D.s (19265).

Durham, St. in NO-England, 7000 E.

Dürkheim, Bad u. St., bayr. Rheinpfalz, 6500 E.

Durlach, nordbad. St, 18 000 E.

Durmitor, Karsthochgebirge (bis 2528 m), N-Montenegro.

Dürr, Ludw., Ing., * 1878, Dir. und leit. Konstrukteur der Luftschiffbau Zeppelin G. m. b. H.

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Eleonore Duse.

Duse, Eleonore, ital. Schauspielerin (Ibsen), 1859–1924.

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Düse.

Düsen, konisch zulaufende Rohrstücke.

Düsseldorf, St. in der nördl. Rheinprovinz, 479 000 E; Kohlenumschlaghafen; bed. Industrie (Masch.).

Düsseldorfer Schule, Richtung der Malerei um 1850, v. der Düsseldorfer Akademie ausgegangen, behandelte bes. geschichtl., literar., anekdot Gegenstände.

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Theodor Duesterberg

Duesterberg, Theod., * 1875, 1924 Zweiter Stahlhelmführer.

Dux, St in NW-Böhmen, 12 100 E; Braunkohlenlager.

Dvořák, Ant., tschech. Komponist, 1841–1904.

D. W. B., Deutscher Werkbund.

Dwina, Strom in N-Rußl., 1780 km, ins Weiße Meer.

Dyas ↑ Geologische Formationen.

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Anthonis van Dyck: Selbstbildnis.

Dyck, Anthonis van, niederl. Maler, 1599–1641; einer d. größten Bildnismaler. ↑ Taf. II Sp. 57.

Dymow, Osip (Perelman), russ. Schriftsteller, * 1878.

Dyn (Dyne) ↑ Physikalische Maßeinheiten.

Dynamik, Lehre von den Kräften; Mus.: Abstufung der Ton- u. Klangstärke.

Dynamis, Kraft; Philos. = lebend. Vermögen, Möglichkeit D.mus ↑ Materie.

Dynamit, Sprengstoff, mit Nitroglyzerin (Sprengöl) vermischte Kieselgur (Gur-D.), Kohle (Kohle-D.) od. Nitrozellulose (Sprenggelatine).

Dynamomaschine, Maschinen z. Erzeug. elektr. Energie, angetr. v. Kraftmasch., meist mit diesen gekuppelt (↑ Elektrische Maschinen).

Dynamometer, Kraft-u. Arbeitsmesser.

Dynast, Herrscher; D.ie, Herrschergeschlecht; d.isch, auf d. Dynastie bezüglich.

Dyne ↑ Physikalische Maßeinheiten.

Dysenterie = Ruhr.

Dyspepsie, gestörte Verdauung.

Dyspnoe, erschwerte Atmung, Kurzatmigkeit

dz, Doppelzentner = 100 kg.

C bis Czerny Nach oben E bis Ezechiel
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