Meyers Blitz-Lexikon/F

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E bis Ezechiel Meyers Blitz-Lexikon (1932) des Bibliographischen Institutes
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Verzeichnis der Tafeln, Karten und Übersichten · Verzeichnis der häufigsten Abkürzungen
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[163–164]
F

F, bei Thermometerangaben = Fahrenheit; auf Münzen Stuttgart; Notenschrift f = forte (stark), ff = fortissimo (sehr stark).

Fa. = Firma.

Fabel, erdicht. lehrhafte Erzählg.

Fabier (Fabian Society), Gesellsch. engl. Sozialpolit. (u. a. B. Shaw, S. u. B. Webb).

Fabre, Jean Henri, frz. Insektenf., 1823-1915.

Fabrikat, in größern Gewerbebetrieben (Fabriken) mit Masch. hergestelltes Erzeugnis. Halb-F. wird in andern Industrien weiter verarbeitet; Fertig-F.: gebrauchsfert. Erzeugnisse einer Fabrik.

Fabrikatsteuer, vom Wert des fert. Erzeugnisses erhobene Steuer (Bier, Branntwein, Tabak).

Facette, Schleifecke, -fläche.

Fachingen, D. im Taunus, 200 E; Mineralquelle.

Fachschulen, Lehranstalten, die urspr. nur der Fach-, jetzt auch der Allgemeinbildung, bes. der Lehrlinge, dienen.

Fachwand (Bundwand, Fachwerk), Wand aus Holzsäulen, Streben u. Querhölzern (Riegeln) od. Eisenträgern, deren Felder (Fache) mit Lehm od. Steinen ausgefüllt werden.

Fachwerk, Gefüge v. Stäben, deren innere Spannungen im Gleichgewicht m. den äußern Kräften stehen müssen: ebene u. räuml. F.e.Fachwand.

Fackel, Docht od. mit Werg umwickelter Stock, mit Pech od. Wachs getränkt.

Fackellilie = Hyazinthenaloe.

Faden, aus Fasern durch Zus.drehen hergestelltes Gespinst.

Faden, seemänn., = etwa 1,85 m.

Fadenwürmer, langgestreckt, rund, meist Schmarotzer.

Fading(effekt), Schwund- (Schwächungs-) Erscheinung bei Funkempfang.

Faenza, nordital. St., 40.000 E.

Fafnir hütet in Drachengestalt den Nibelungenhort.

Fagaras, St., in Siebenbürgen, 6.900 E (1/7 Dt.).

Fagott, Holzblasinstr., weicher Klang.

Fähe (Fähin), Hündin, Füchsin.

Fahlerz Mineral (Kupfererz), hauptsächl. Kupfer-, Arsen-, Antimon-, Schwefelverbindung.

Fahnenflucht, eigenmächtige Entfernung vom Truppenteil.

Fahnenschmied, Hufschmied beim Militär.

Fähre, Fahrzeug zum Übersetzen über Wasserflächen.

Fahrende Leute, v. Ort zu Ort ziehende Sänger, Gaukler, Komödianten.

Fahrende Schüler = Vaganten.

Fahrenheit, Gabr. Dan., Glasbläser, 1686–1736; ↑ Thermometer.

Fahrkunst, auf- u. niedergehende Leiter zum Befahren v. Bergwerken.

Fahrlässigkeit (culpa), nicht gewollte Rechtsverletzung, die aber der Täter als Folge seines Handelns voraussehen konnte u. mußte.

Fahrnis, bewegl. Güter. F.gemeinschaft, Ehegüterstand, bei dem das bewegl. Vermögen gemeinschaftl. Vermögen wird.

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Fahrrad. Zweirad von Drais (Draisine).

Fahrrad, meist 1sitz. Personenfahrzeug (erfunden als Laufrad 1817 v. Drais) mit Rahmen aus Stahlrohren u. 2 hintereinanderlaufenden Rädern mit Luftbereifung, Fußantrieb durch Tretkurbeln, die durch Ketten od. Kegelräder das Hinterrad antreiben. Räder mit Freilauf haben einseitig wirkendes Gesperre, sodaß bes. bei Talfahrt die Füße ruhen können; durch Rückwärtstreten wird gebremst (Rücktrittbremse).

Fahrt. Seemänn.: Große (atlant.) F., auf allen Meeren; mittlere F., zw. europ. Häfen; kleine F., in Ost- u. Nordsee; Küsten-F.

Fahrt, bergmänn. = Leiter.

Fair, angemessen, ehrlich, anständig.

Fairbanks, Douglas, amer. Filmschauspieler, *1883.

Fair play, ehrl. Spiel.

Faiseur, Macher, Anstifter.

Fait accompli, „vollendete Tatsache“.

Fajum, oberägypt. St. u. Oase, 53 000 E.

Fäkalien, Darmexkremente (Kot).

Fakir, ind. Büßer u. Asket.

Faksimile, mechanisch treue Nachbildung.

Faktis, Kautschukersatz, aus Ölen mit Chlorschwefel hergestellt.

Faktisch, tatsächlich.

Faktor, Werkmeister in Betrieben der graph. Ind.; in d. Mathematik sind F.en mehrere miteinander zu multiplizierende Zahlen.

Faktorei, Handelsniederlassung im Ausland, bes. in Übersee.

Faktotum, „Allesmacher“.

Faktum, Tatsache.

Faktur(a), Rechnung; F.-buch, Einkaufsbuch; fakturieren, Rechnung ausstellen.

Fakultät (facultas), Fähigkeit; Hochschullehrerkollegium einer Hauptwissenschaft u. diese selbst; ↑ Mathematische Zeichen.

Fakultativ, wahlfrei.

Falconieri, ber. Villa bei Frascati, um 1550 erb.

Falerner, antiker Wein aus Kampanien.

Falke, Gustav, zarter naturalist. Lyr., 1853–1916.

Falken, Raubvögel: Wanderfalke, 50 cm, oben schiefergrau, Flügel schwarz; Baumfalke, ähnl., 30 cm; Jagdfalke, 60 cm, weiß; Turmfalke, 33 cm, in Ruinen, Türmen, frißt Mäuse, Insekten, nützl.

Falkenhayn, Erich v., 1861–1922, 1914–16 Chef des Gen.stabs d. Feldheeres.

Falkenstein, sächs. St im Vogtl., 16 000 E.

Falkirk, ostschott St., 34 000 E.

Falklandinseln, brit. Inselgruppe östl. v. Südspitze S-Amerikas, 11 960 qkm, 2300 E; Hptort Port Stanley. 8. 12. 1914 vernichteten die Engl. die dt. Kreuzerflotte unter Spee.

Fall. Infolge Schwerkraft streben alle Körper nach Erdmittelpunkt. Geschwindigkeit wächst mit F.-dauer (nach 1 sek 9,81 m, nach 2 sek 2 X 9,81 usw.: F.gesetz von Galilei 1588). Bei schiefer Ebene F.geschwindigkeit abhängig v. Schiefe (Winkel) der Ebene; in widerstrebendem Mittel (zäh; Wasser, Öl) abhängig v. Reibung (Zähigkeit).

Fall, Leo, Operettenkomp., 1873–1925; „Der fidele Bauer“, „Dollarprinzessin“.

Falla, Manuel de, span. impressionist. Komp., *1876.

Fallböe, Windstoß v. oben, häufig an gebirg. Küsten.

Fallen = Fallinie.

FällenFällung.

Fallhammer = Maschinenhammer.

Fallieren, Zahlungen einstellen; Falliment, Fallissement, Konkurs.

FälligkeitsklauselAbzahlung.

Fallinie (Fallen), im Bergbau jede in der Ebene der Lagerstätte senkrecht zur Streichlinie gezogene Linie.

Fallit, Gemeinschuldner; F.masse, Konkursmasse.

Fallreep, äußere Schiffstreppe.

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Fallschirm: Landung eines Fallschirmspringers.

Fallschirm, schirmartige, im Fallen sich öffnende Vorr. zur Bremsung des Falls durch Luftwiderstand, heute allg. benutzt.

Fallsucht = Epilepsie.

Falltür, waagrechte, aufklappbare Tür.

Fällung (Fällen), in Chemie: Hervorrufen eines Niederschlags; auch dieser selbst.

Fallwind, bei Gleichgewichtsstörung d. Luft vom Gebirge herabstürzender Sturm, z. B. Mistral, Bora.

FalschmünzereiMünzverbrechen.

Falsett (Fistelstimme), Gesangsstimme bei dauernd weit geöffneter Stimmritze u. Schwingen nur der innern Stimmbänderränder.

Falstaff, Sir John, Bühnenfigur (Schlemmer) bei Shakespeare.

Falster, dän. Insel, südl. v. Seeland, 509 qkm, 51 000 E.

Faltboot, zus.legbares Paddelboot.

Falun, mittelschwed. St., 13 500 E; früher bed. Kupferbergbau.

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Doppelter Falz.

Falz,

1) Buchbinderei: Streifchen zum Ankleben v. Beilagen;
2) Metall-bearb.: bes. geformte Falte zur Verbindung von Blechrändern.
3) Bei Holzverbindungen = Nut, in die der Vorsprung (Feder) des andern Brettes eingreift.

Falzziegel, falzartig ineinandergreifende Dachziegel.

Fama, Gerücht, Ruf, Sage.

Familienfürsorge umfaßt Jugend- u. Wirtschaftsfürsorge für einz. Familie; durchgeführt v. Wohlfahrtsamt.

Familienstiftung, zu dauerndem Vorteil einer Familie bestimmtes Vermögen mit der Eigenschaft einer juristischen Person.

Famulus, Diener; Student, der dem Dozenten zur Hand geht.

Fanal, Feuerzeichen.

Fanatismus, übertriebener Religions- od. Parteieifer; Fanatiker, hitziger Eiferer; fanatisch, eifernd.

Fandango, span. Nationaltanz.

Fanfare, feierl. Trompeten-, Posaunensignal.

Fangvorrichtungen, an Aufzügen, halten nach Seilbruch den Fahrstuhl fest.

Fanö, dän. Insel an der W-Küste v. Jütland, 56 qkm, 3200 E.

Fantasia, in N-Afrika Scheinkämpfe zu Pferde.

Fantasie, Instrumentalstück freier Form; auch Potpourri v. Opernmelodien.

FaradElektrische Maßeinheiten.

Faraday, Mich., engl. Chem. u. Physiker, 1791–1867, entdeckte Benzol, Induktion, Gesetze d. Elektrolyse, [165–166] Wechselströme, verflüssigte als erster Chlor u. a. Gase.

Farandole, provenzal. Tanz.

Farbe, Kennzeichnung einer Lichtart nach der Empfindung im Auge, bedingt durch Verschiedenheit der Schwingungszahl der Lichtwellen. Rot 395, Gelb 509, Blau bzw. Violett 650 bzw. 750 Billionen Schwingungen in 1 sek.

Färbeflotte, Farblösung.

FarbenFarbstoffe.

Färben = Färberei.

Farbendruck, vorwiegend Buch-, Stein- u. Offsetdruck in mehreren Farben. ↑ Vierfarbendruck.

Farbenempfindliche PlattenOrthochromatische Platten.

Farbenlehre, Systematik der Körperfarben (Deckfarben); wichtig für die Farbentechnik ist die Ostwaldsche F.: jede Körperfarbe wird eindeutig durch Zahl u. 2 Buchstaben bezeichnet. ↑ Licht.

Farbenzerstreuung = Dispersion.

Färberei, Befestigung od. Erzeugung v. Farbstoffen auf Gespinstfasern. ↑ Zeugdruck.

Farbhölzer, Farbstoffe liefernde Hölzer ausländ. Bäume.

Farblacke (Lackfarben, Lacke), an Erden, Metallsalze, auch Stärke gebundene Farbstoffe.

Farblichtmusik, auf Zus.-wirkung v. Farbe u. Ton beruhende Komposition, z. B. von Skrjabin, Alex. László (*1895).

Farbspritzen (Spritzlackieren), mechan. Anstrichverfahren: Farben od. Lacke werden mittels Druckluft aufgespritzt.

Farbstoffe (Pigmente). Mineral- u. bes. Pflanzenreich liefern viele (Erd- u. Pflanzenfarben), das Tierreich wenige F. Künstl. werden Mineralfarben (Metallverbindungen), vor allem aber organ. F., bes. Teer-F., hergestellt.

Farce,

1) Posse;
2) Fleischfüllung für Geflügel usw.

Farewell, lebe wohl!

Farinometer, App. zur Prüfung d. Mehls auf Backfähigkeit.

Farm, Landgut; F.er, Landwirt.

Farman, Henri, frz. Flieger u. Flugzeugbauer, *1874.

Farne, ausdauernde Sporenpflanzen ohne Blüten und Samen, mit Generationswechsel. In Sporenbehältem entstehen staubähnl. Gebilde (Sporen); aus diesen geht Vorkeim mit männl. u. weibl. Geschlechtsorganen hervor; aus der befruchteten Eizelle die eig. Farnpflanze, die wieder Sporen erzeugt (ungeschlechtl. Generation). Adlerfarn, Stengelquerschnitt mit adlerähnl. Musterung, 1,50 m, liefert Wurmmittel, (Ätherauszug aus Wurzel); Tüpfelfarn, 30 cm, auf Unterseite große runde Sporenbehälter.

Farnese, ital. Fürstengeschlecht, 1731 erloschen.

Färöer, dän. Inselgruppe, zw. Shetland u. Island, 1399 qkm, 22 800 E.

Färse, weibl. Rind bis zum ersten Kalben.

Farthing, engl. Bronzemünze, = 1/4 Penny.

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Edelfasan.

Fasane, Hühnervögel. Edel-F., 80 cm, grün, blau, braun, purpurn; Gold-F., 85 cm, Ziervogel.

Fasanerie, Anlage zum Hegen der Fasanen.

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Fasces.

FascesRutenbündelFaschismus.

Faschinen, Reisigbündel für Uferschutzbauten usw.

FaschingKarneval.

Faschismus, gegr. 1919 als nationalist. Kampfverband, 1921 zur Partei umgebildet v. Mussolini; Symbole: Fasces (↑ Rutenbündel); Schwarzhemden. Der F. richtet sich gegen Sozialismus, Liberalismus, Parlamentarismus, Freimaurertum, knüpft an Nationalismus u. Imperialismus an; Aufbau eigner Gewerkschaft u. Miliz. Seit Marsch auf Rom (1922) diktatorische Herrschaft in Staat, Parlament und Verwaltung. Der Kapitalismus wird zusammen mit Arbeiterschaft dem übergeordneten Staatswohl dienstbar gemacht im Korporativstaat (Carta del lavoro, 21. 4. 27). Ähnlich in Deutschland Nationalsoz., Österreich Heimwehr, Finnland Lappo-Bewegung, Frankreich Action francaise.

Faschoda (seit 1905 Kodok), St. im ägypt. Sudan, am Weißen Nil. Verletzung des frz. Stolzes durch Zurückweichen der Franz. (Marchand) 1898 vor den nachfolg. Engl. (Kitchener) führte fast zum frz.-engl. Krieg. Durch die anschließenden Verhandlungen wurde die Entente v. 1904 vorbereitet.

Fasern, Samenhaare (Baumwolle), Bast v. Stengelpflanzen (Flachs, Hanf, Jute, Nessel, Ramie), Gefäßbündel- od. Blatt-F. (Manila-, Sisalhanf) Tierhaare (Schafwolle, Ziegenhaare, Kamelwolle), Raupengespinste (Seide), mineral. F. (Asbest), künstl. Gespinste (Kunstseide, Glas, Metalle).

Fashion, Mode, feine Sitte; f.able, modisch, fesch.

Fassade, äußere Ansicht eines Gebäudes.

Fassion, Bekenntnis, Angabe (bei Steuern).

Fasson, Form; F.arrak, künstl. Arrak; F.rum, künstl. Rum.

Fasten, Enthaltsamkeit v. Speisen. F.zeit, 40 Wochentage vor Ostern, ab Aschermittwoch.

Fastnacht, Dienstag vor Aschermittwoch, letzte Lustbarkeit vor Fastenzeit; F.spiele, derbkom. Gelegenheitsaufführungen der Handwerker im 15.—17. Jh.; bes. v. Hans Sachs.

Faszikel, (Akten-) Bündel.

Faszinieren, bezaubern; verblenden.

Fatal, verhängnisvoll; unangenehm; F. ismus, Glaube an Unabwendbares.

Fata Morgana, durch Luftspiegelung vorgetäuschtes Bild.

Fâtima, jüngste Tochter Mohammeds, um 610–632.

Fatsia, Efeugewächse; F japonica (Aralia japonica), Blätter lederartig, handförmig gelappt, Zimmerblattpfl.

Fatum, Schicksal.

Faubourg, Vorstadt.

Faulbaum, Strauch, bis 2,50 m, Früchte rot, dann schwarz, Rinde Abführmittel.

Faulbrut, ansteckende Krankheit der Bienenbrut.

Fäule, bei Tieren: alle zerstörenden Eingeweideerkrankungen; bei Pflanzen: Krankheiten, hervorgerufen durch tier. Schädlinge (z. B. Älchen), Pilze, Bakterien.

Faules Meer, seichter Teil des Asowschen Meeres, 2 400 qkm.

Faulhaber, Mich., Kardinal, *1869, Erzb. v. München-Freising.

Faulschlamm, bitumenreiche Ablagerungen auf dem Boden stehender Gewässer.

Faultiere, mit gr. Sichelklauen, hängen träg an Baumästen, fressen Blätter. Unau (Zweizehen-F.), 70 cm, grau, Brasilien, Guayana; Ai (Dreizehen-F.), 52 cm, grau, Mittel-, Südamerika.

FaunFaunus; lüsterner Mensch.

Fauna,

1) altröm. Flurgöttin;
2) die Tierwelt eines best. Gebiets.

Faun(us), altröm. Gott der Fruchtbarkeit u. wollüst. Plagegeist.

Faust, Johs. (Georg), um 1480–1540; Arzt u. Schwarzkünstler. F.sage in einem Volksbuch 1587.

Faustball, auf Spielfeld (50 X 20 m, durch 2 m hohe Schnur halbiert) 2 Mannschaften (je 5 Spieler) schlagen Hohlball üb. Schnur ins gegner. Feld mit Faust oder Unterarm. Jeder Fehler bringt Gegner 1 Punkt.

Fäustel, bergm.: Hammer.

Faustpfand, verpfändete bewegl. Sache.

Faustrecht, im MA bewaffnete Selbsthilfe.

Faute de mieux, in Ermanglung eines Bessern, im Notfall.

Fauteuil, Lehnstuhl.

Faux pas, Fehltritt.

Favorit, Günstling; erwarteter Sieger bei sportl. Wettkampf; F.in, Geliebte.

Favre, Jules, 1809–80, frz. Außenmin., verhandelte 1870/71 mit Bismarck.

Fayal, vulkan. Insel der Azoren, 179 qkm, 20 000 E.

FayenceKeramik.

Fayûm = Fajum.

Fazenda, in Brasilien Landgut.

Faziës, verschiedene Ausbildungsweise einer Gesteinsformation gleichen Alters an verschiedenen Orten.

Fazit („es macht“), Ergebnis, Erfolg.

Februar, „Reinigungsmonat“, weil in ihm das Sühne- u. Reinigungsfest (die Februa) der Römer fiel, deutsch: Hornung.

Februarrevolution, 24. 2. 1848 in Paris, schuf 2. Republik.

fec. = fecit, „hat('s) gemacht“.

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Gustav Theodor Fechner.

Fechner, Gust. Theod., Physiker u. Philos., 1801–87.

Fechtsport, Stoßfechten mit Florett, Degen; Hiebfechten mit Rapier (Schläger), Säbel; Hiebstoßfechten mit Degen und Säbelrapier.

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Feder mit Nut.

Feder, Maschinenteil aus gewundenem Metalldraht; vorspringender Teil einer Brettverbindung (Abbild.); in der Technik besondere Keilart (F.keil).

Feder, Gottfr., seit 1924 M. d. R. (Nat-Soz.), *1883.

Federal-Reserve-Banken, die zwölf die USA überziehenden Bundes-Reservebanken, die Notenausgaberecht unter Kontrolle des staatl. Federal Reserve Board haben.

Federer, Heinr., schweiz. kath. Dichter, 1866–1928; „Lachweiler Geschichten“.

FedergewichtGewichtsklassen.

Federkraft, auf Elastizität beruhende Kraft einer gespannten Feder.

Federnelke (Dianthus plumarius), eine Garten-N., bis 30 cm, blaßrosarot od. weiß.

Federsee, württ. See, westl. Biberach, stark verlandet.

FederungTaf. Sp. 9.

Federunterbrecher, App., mit dem man in gleichmäßigen kurzen Zeitabständen elektr. Stromstöße erzeugen kann.

Feen, halbgöttl. Gestalten des Märchens.

Fegefeuer, nach kath. Auffassung Ort der Läuterung, Übergangszustand zu dem der Seligkeit.

Feh, Fell vom sibir. Eichhörnchen. ↑ Taf. Sp. 520.

Fehde, mittelalterl. Privatkrieg.

Fehlboden, Einschub zwischen den Deckenbalken.

Fehlfarbe, bei Tabak od. Zigarren mißfarb. Deckblätter.

Fehmarn, holstein. Küsteninsel, zw. Kieler u. Meckl. Bucht, 10 000 E.

Fehr, Bernh., Anglist, Zürich, *1876.

Fehrbellin, St. im Osthavelland, 1600 E; 28. 6. 1675 besiegte hier Gr. Kurfürst die Schweden.

Fehrenbach, Konst., 1852–1926; 1920–21 Reichskanzler (Zentr.).

Fehrs, Joh., Hinr., plattd. Erz., 1838–1916.

Feige (Ficus), Maulbeerbaumgewächse, meist immergrüne Bäume, manche sind gewaltige Riesen trop. Wälder. Eß-F in Mittelmeerländern angebaut.

Feigwarze, krankhafte, flache od. warzenförmige Haut-, auch Schleimhautwucherung.

Feigwürz = Scharbockskraut.

Feilen, Werkzeuge mit schräg zur Längsachse stehenden Zähnen zur Abnahme von Spänen.

Feilkloben, kleiner Schraubstock.

Feilkluppen, hölzerne, kupferne od. bleierne Backen, zum Schutz des Werkstücks auf Schraubstockbacken gelegt.

Feingehalt, Gehalt v. Münzen u. Edelmetallegierungen an reinem Gold od. reinem Silber in Tausendteilen.

FeingewichtMünze.

Feingold, reines, unlegiertes Gold.

Feininger, Lyonel, *1871 expressionist Maler u. Graphiker.

Feinmechanik, [167–168] stellt feine Geräte u. Masch.: Mikroskope, Fernsprecher, Radioapparate, Uhren usw. her.

Feinsilber, reines, unlegiertes Silber.

FelbelFlor.

Felchen, Fisch, ↑ Renken.

FeldElektrizitätslehre u. Magnetismus.

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Blick vom Feldberg (Schwarzwald) ins Bärental.

Feldberg,

1) des Schwarzwalds, 1493 m, am Fuß der Feldsee (1109 m ü. M.);
2) des Taunus, 880 m.

Feldeisenbahn, schnell verlegbare, schmalspur. (30–70cm) Eisenbahn.

Feldfriedensbruch, unbefugtes Betreten v. Gärten od. Weinbergen od. eingefriedigten Äckern, Wiesen u. dgl.

Feldhaus, Franz Maria, Ing., *1874, förderte die Gesch. der Technik.

Feldkirch, St., Vorarlberg, 11 900 E.

Feldmark, Gesamtheit der Äcker usw. einer Gemeinde.

Feldmaß, Flächenmaß, im metr. System 1 a = 100 qm als Einheit.

Feldmessung, bezweckt bildl. u. zahlenmäß. Wiedergabe kleiner Gebiete, innerhalb deren die Erdoberfläche als eben angenommen wird.

Feldspat, Mineraliengruppe, Doppelsilikate von Tonerde u. Kali, Natron, Kalk, wesentl. Gemengteile der verbreitetsten Silikatgesteine.

Feldwebel, militär. Dienstgrad (Unteroffizier), bei berittenen Truppen: Wachtmeister. Beim Reichsheer entspricht der Ober-F. dem ehem. F., der F. dem ehem. Vize-F., der Unter-F. dem ehem. Sergeanten.

Felge, der Radkranz, auf dem der Radreifen liegt.

Félibres, Name v. provenzal. Dichtervereinigung (Aubanel, Mistral).

Fellachen, ackerbautreibende Bev. Ägyptens, Arabiens, Palästinas.

Fellow, Mitglied gelehrter Körperschaft; Graduierter einer engl. Universität.

Felsengebirge = Rocky Mountains.

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Felsenmeer im Odenwald.

Felsenmeere (Blockmeere), Blockanhäufungen v. Gestein (bes. Granit), das an Ort u. Stelle infolge Verwitterung u. Absonderung in Blöcke zerfällt.

Felsit, dichtes Porphyrgestein.

Femel, männl. Hanfpflanze.

FemelbetriebForst.

Fememorde, politische Morde, die eine Gemeinschaft in Ausübung einer eigenmächtigen „Justiz“ ausführen läßt, um gegenwärtige od. frühere Mitgl. od. Außenstehende zu beseitigen.

Femgerichte (Fe[h]me, Ve[h]me, Freigerichte, Freistühle), im 14. u. 15. Jh., Strafgerichte für todeswürd. Verbrechen. Sitzungen z. T. geheim.

Feminin, weiblich, weibisch.

Femininum, weibl. Geschlecht, weibl. Wort.

Feminismus, Vorherrschaft der Frauen in Sitte u. Geschmack.

Fenchel, Doldengewächs, bis 2 m, gelb, Heilpflanze.

Fender, Puffer aus Kork, Tauwerk, Holz, an Schiffen.

Fénelon, François de Salignac de la Mothe, frz. Schriftst, 1651–1715, Erzbischof, Erzieher v. Ludwigs XIV. Enkel; Fürstenspiegel „Telemaque“.

Feng Yüh-siang, christl. chin. Gen., seit 1923 im N. Chinas maßgebender Führer.

Fénier, irisch. Geheimbund, gegr. 1857, erstrebte irische Rep.

Fenn (Feen, Feim), stehendes Gewässer mit Pflanzendecke, geht in Torfmoor über.

Fenrir, nord. Myth.. Wolf, Sohn Lokis, verschlingt Odin; dessen Sohn Vidarr tötet ihn.

Fensterrecht, Befugnis zum Halten v. Fenstern in der Grenzwand.

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Fensterrose.

Fensterrose, kreisförm. Fenster mit Maßwerk.

Feodosia, Hafenst., auton. Rätestaat Krim, 35 000 E.

Ferdinand,

1) Röm.-deutsche Kaiser: F. I., 1503–64; F. II., 1578–1637; F. III., 1608–57.
2) F. I., *1861, Prinz v. Sachsen-Koburg, 1887 Fürst v. Bulgarien, 1908 König, verzichtete 1918.
3) F I. Karl Leopold. 1793–1875, 1835 Kaiser, verzichtete 2. 12. 1848 zugunsten Franz Josephs I.
4) F., 1865–1927, 1914 König v. Rumänien.
5) F. II., König v. Aragonien (als F. V., d. Kath., König v. Spanien), 1452–1516, heiratete 1469 Isabella v. Kastilien, vereinigte 1479 beide Reiche.

Fère Champenoise, nordfrz. St., 1814 Niederlage Marmonts.

Ferghana, Landschaft in 0-Usbekistan; Hptort Chokand. Baumwollanbau.

Ferienkolonien, Heime od. Massenquartiere f. Ferienaufenthalt v. Kindern; gemeinnütz. Einrichtungen.

Fermân („Befehl“), Erlaß islam. Landesherren.

Fermat, Pierre, frz. Math., 1601–65; Zahlentheorie.

Fermate, Mus.: Haltezeichen (Fermata.svg), verlängert auch eine Note od. Pause.

Ferme, Meierei, Gutshof.

Fermentation, Gärung.

Fermente, neuere Bez. für ↑ Enzyme.

FernamtTaf. Sp. 200.

Fernando Noronha, vulkan. brasil. Insel, 3° 50' sBr, 32° 25' wL.

Fernándo Póo, span. Insel, Golf v. Guinea, 2100 qkm, 23 000 E.

Ferner = Gletscher.

Ferner Osten = Fernöstliches Gebiet.

Fernheizung, wird für größere Gebäudegruppen, meist in Verbindung mit Elektrizitätswerken, angelegt. Als Wärmeträger dient Dampf od. Wasser, das Pumpen in Umlauf halten.

Fernmeldetechnik, umfaßt Fernsprecher, Telegraph, Funktechnik.

Fernöffner ↑ Gaszünder[WS 1].

Fernöstliches Gebiet, sowjettruss. Verwaltungsgebiet in NO-Asien, 2 717 705 qkm, 1 881 000 E; Hptst Chabarowsk. Wenig erschlossen.

Fernpaß, Paß in Nordtirol, 1210 m.

Fernphotograph (Bildtelegraph)TelegraphFunktechnik.

Fernrohr, opt. Instr. (Fernglas, Teleskop) zur Betrachtung ferner Objekte durch geeignete Linsenkombination (↑ Linsen ).

Fernschnellzüge (FD) u. FFD), Schnellzüge über große Entfernungen mit nur 1. u. 2. Klasse u. besonderem Zuschlag.

FernsehenFunktechnik.

Fernsprecher (Telephon; Taf. Sp. 200). Phil. Reis führte 1861 den ersten F. vor, Graham Bell 1876 den ersten Fernhörer, die Grundlage des noch verwendeten, D. E. Hughes 1878 das Mikrophon als bed. Verbesserung des F. v. Reis. Fernsprechwesen liegt überwiegend in Händen des Staates (Ausnahme USA), mit Postwesen vereint.

Fernsprechgeheimnis, durch Art. 117 RV gewährleistet. Bestrafung disziplinarisch, nicht strafrechtlich.

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Ferrara: Altes Schloß der Herzöge von Este.

Ferrara, St., nördl. Mittelitalien, 117 000 E; im MA Sitz des kunstsinn. Hauses Este.

Ferro, kleinste der Kanar. Inseln, 275 qkm, 6000 E; über F. verlief der 1634 angenommene Nullmeridian.

Ferrol, El, Hptkriegshafen Spaniens am Atl. Ozean, 30 000 E.

FerrolegierungenEisen.

Ferromagnetismus, Magnetismus des Eisens.

Ferry, Jules, 1832–93, 1880–81 u. 1883 bis 1885 frz. Min.-Präs. Abb. Sp. 169.

Fes, rote (jetzt verbotene) türk. Kopfbedeckung, nach der St. F.

Fes (Fez), St., Frz.-Marokko, Sitz des marokkan. Sultans, 81 000 E.

Fesch, Jos., Stiefbruder der Mutter Napoleons I., 1763–1830, 1802 Erzb. v. Lyon u. Kardinal.

FeschFashion.

Fessal (Faisal), König (seit 1921) v. Irak, *1887.

[169–170]
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Jules Ferry.

Fessan, Landschaft im S der ital. Kol. Tripolitanien, 400 000 qkm, meist Wüste, mit Oasen.

Fest, Börsenausdruck: zuversichtl., zur Kurssteigerung neig.

Festigkeit, Widerstandsfähigkeit eines Materials gegen Zerstörung durch Beanspruchungen: Zug, Druck, Biegung, Drehung, Abscheren u. Knickung.

Festmeter (fm) = 1 cbm fester Holzmasse; 1 Raummeter (rm) = 1 cbm geschichteten Holzes (= 0,7–0,8 F.).

Festnahme, gesetzlich geregelte Freiheitsentziehung, in der Regel auf Grund richterl. Haftbefehls.

Festons, Gewinde v. Blumen, Früchten usw.

Festung, sehr starke, mit Hilfe v. Erde, Steinen, Ziegeln, Beton, Panzerplatten u. a. errichtete Ortsbefestigung an strategisch (auch taktisch) wicht. Stelle: Grenz-, Küsten-, Sperr-, Fort-, Lager- u. Armee-F.en. Der äußere Ring od. Gürtel (Gürtel-F.), die Hpt.-kampfstellung, hat davorliegende Stützpunkte (Forts), zw. diesen schwächere Zwischenwerke usw.

Festungshaft, nicht entehrende Freiheitsstrafe (§17 StGB.), bei Zweikampf, polit. u. milit. Vergehen.

Fête, Fest.

Fetischismus, in W-Afrika u. N-Asien relig. Verehrung eines Fetischs, Gegenstand, dem man Zauberkräfte zuschreibt; auch abnorme sexuelle Empfindung auf Kleidungsstücke usw. des and. Geschlechts gerichtet.

Fette, wicht. Bestandteile des tier. u. pflanzl. Körpers, zus. mit Eiweiß u. Kohlehydraten Hpt.-bestandteil der Nahrung. Zersetzung durch Alkalien: Verseifung (↑ Seife); zur Heraufsetzung des Schmelzpunktes Umwandlung weicher od. flüssiger in feste F. mit Wasserstoff: Fetthärtung.

Fetthenne (Sedum), Dickblattgewächse, z. B. Mauerpfeffer.

Fettkraut (Pinguicula), Wasserhelmgewächse, 15 cm, violett od. weiß, tierfressend.

Fetus = Embryo.

Feuchtersleben, Ernst, Frh. v., Mediz. u. Philos., 1806-49; „Zur Diätetik der Seele“.

Feuchtigkeitsmesser = Hygrometer.

Feuchtwanger, Lion, Schriftst, *1884.

Feudal, Lehns …, junkerhaft, vornehm; F.ismus, Lehnswesen.

Feuerbach, württ. St., nördl. Stuttgart, 18 000 E.

Feuerbach,

1) Anselm, klassizist. Maler, 1829–80: hist. u. mytholog. Gemälde, Bildnisse. Taf. II Sp. 376.
2) Ludw., atheist. Rel.-philos., 1804–72; „Wesen des Christentums“.
3) Paul Joh, Anselm, Ritter v., Jurist, 1775–1883.

Feuerbestattung, bei vielen Naturvölkern auf Scheiterhaufen unter Mitgabe v. Eigentum des Toten sehr gebräuchl., jetzt auch mittels bes. Ofenanlagen (Krematorien) in Europa (1929 etwa 25% aller Verstorbenen Leipzigs); v. der kathol. Kirche verboten.

Feuerbrücke, Erhöhung hinter d. Rost einer Feuerung.

Feuerbüchse, Feuerungsraum bei Dampfkesseln.

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Feuerland: Landschaft mit vergletschertem Hochgebirge im Hintergrund.

Feuerland, Insel (seit 1883 argent. u. chilen.), vor der Südspitze S-Amerikas, 71 500 qkm, 3000 E; rauhes Klima; Weideland: Schafzucht. Goldwäschereien.

Feuerlöschapparate, FeuerlöschwesenFeuerschutz.

Feuermal, Erweiterung der Hautgefäße, dadurch Rötung.

FeuersalamanderMolche.

FeuerschiffSeezeichen.

Feuerschutz, Vorkehrungen zur Verhütung v. Schadenfeuern u. zur Brandlöschung. Bekämpfung des Feuers erfolgt durch Feuerspritzen, trag- od. fahrbare Druckpumpen mit Windkessel, z. Besteigung v. Gebäuden dienen mechan. od. Maschinenleitern, Eindringen in verqualmte Räume ermöglichen Rauchhelm od. -maske mit Atmungsapp., Menschenrettung durch Herablassen an Leinen, durch Rutsch-, Sprungtuch od. Rettungsschlauch. Chem. Feuerlöschverfahren zum Löschen von brennenden Flüssigkeiten oder Bränden in elektr. Anlagen.

Feuerstein, Mineral, ein Quarz, früher zu Werkzeugen, zum Feueranschlagen und zu Gewehrschlössern; ↑ auch Vorgeschichte.

Feuerungen (Feuerungsanlagen) dienen z. Verbrennung fester, flüss. und gasförm. Brennstoffe; für feste: Rost-F. (Plan-, Treppen-, Wanderrost); der flüss. Brennstoff wird in bes. Brenner zerstäubt; bei gasförm. F. werden Gas und Luft ineinander eingeblasen oder in besond. Brenner gemischt. Für Kohlenstaub-F. wird feiner Kohlenstaub im Brenner mit Druckluft innig vermischt u. in die F. eingeblasen.

Feuerversicherung, Versicherung geg. Brandschaden. Privatunternehmen nur als Akt.-G. od. Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit zulässig; öffentl. F. (Brandkassen) haben meist Versicherungszwang.

Feuerwerker, Verfertiger u. Verwalter v. Zündung u. Munition: Ober-F. (Feldwebel), u. F. (Unterfeldwebel), auf O.-F.schulen ausgebildet, können Feuerwerksoffizier werden.

Feuerwerkerei (Pyrotechnik), Herst. v. Feuerwerkskörpern zur Erzielung v. Lichteffekten und zur Signalgebung.

Feuerzeuge, bei Naturvölkern Feuerbohrer (2 aneinander geriebene Hölzer bringen Zunder z. Glimmen), Feuerstahl u. Stein.

Feuilleton, „Blättchen“, unpolit. (Zeitungs-) Erzählungen u. Aufsätze „unterm Strich“.

Fez = Fes.

ff., fein-fein; bei Angabe v. Seitenzahlen = folgende; Mus.: fortissimo, „sehr stark“.

Fiaker, 2spänn. Mietkutsche (bes. Wien); auch ihr Führer.

Fialen, schlanke Spitztürmchen im got. Baustil.

Fiasko, Mißerfolg.

Fiat, es geschehe! es werde …! F.justitia: „Recht muß Recht bleiben“.

Fibel, Spange zum Zuheften der Gewänder.

Fiber = Vulkanfiber.

Fibrillen, feinste Fasern des Bindegewebes, der Muskeln, Nerven.

Fibrom, Bindegewebsgeschwulst, meist gutartig.

Fichte (Picea), Nadelhölzer. Gemeine F. (Gemeine Rot-, Schwarztanne, P. excelsa, ↑ Taf. Sp. 428) bis 56 m, hängende Zapfen (fallen als Ganzes ab). F.nholz, weich, sehr leicht spaltbar; F.nnadel-extrakt, in Bädern gegen rheumatische und nervöse Beschwerden; Fichtenharz zu Kitten, Seifen, Firnissen, zum Leimen v. Papier, Appretieren; Fichtennadelöl, äther. Öl, zu Bädern.

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Joh. Gottlieb Fichte.

Fichte, Joh. Gottlieb, idealist. Philos., 1762–1814, ging aus v. Kants Freiheitslehre; „Wissenschaftslehre“, „Bestimmung d. Menschen“, „Reden an die dt. Nation“.

Fichtelberg, Berg des Sächs. Erzgeb., 1213 m.

Fichtelgebirge, mitteldt. Geb., meist Urgestein, m. 500–600m h. Plateau (Schneeberg 1051m).

FichtennadelextraktFichte.

Fichu, dreieck. Hals- oder Brusttuch.

Ficker, Heinr. v., *1881; Dir. des Pr. Meteorolog. Inst. (Berlin).

Fideikommiß, letztwill. Verfügung. Familien-F., Vermögensmasse, die kraft Anordnung des Stifters im unveräußerl. Familienbesitz bleibt u. besondern Erbgang geht (meist Bevorzug. des Mannesstammes).

Fides, Treue, Ehrlichkeit; Glaube.

Fidschi-Inseln, brit. Kronkolonie, etwa 250 Inseln im westl. Polynesien, 18 344 qkm, 172 000 E.

Fidus (Hugo Höppener), Maler u. Zeichner, *1868.

Fiduz, Vertrauen, Zuversicht; F.it, Antwort auf „Schmollis“.

Fieber, Begleiterscheinung der meisten Infektionskrankheiten: beginnt gewöhnl. mit Frösteln od. Schüttelfrost, steigt dann zu gr. Höhe (auf 37,8 bis 41° u. mehr), auf der es sich eine Zeitlang hält, u. sinkt plötzl. od. allmähl.

Fjeld, öde Hochflächen d. Geb. Skandinaviens.

Fielding, Henry, engl. Romandichter, 1707–54, begr. den humorist. engl. Sittenrom.: „Tom Jones“; Lustspiele.

Fiesole, Fra Angelico daFra Angelico.

Figaro, Kammerdiener u. Barbier, Gestalt in Beaumarchais’ Lustspiel „F.“.

Fighten, im Boxkampf: kämpfen, angreifen.

Figîg, marokkan. Oase, an alger. Grenze, 15 000 berber u. jüd. E, Umschlagsplatz (Wolle, Leder, Häute) gegen europ. Einfuhr.

Figuration, Ausschmückung des einfachen Ganges der Stimme durch melodischrhythm. Nebenmotive (Figuren).

Figurieren, erscheinen als …; auftreten.

Figurine, Figürchen; Bühnenkostümzeichnung.

Fiktion, Erdichtung; Annahme; fiktiv, erdichtet, angenommen.

Filchner, Wilh., Reisender (Pamir, Tibet, Südpolarexped., Spitzbergen), *1877.

Filet, Netzwerk, netzart. Gewebe u. Gewirke.

Filet, Lendenbraten vom Rind.

Filia, die Tochter; F. hospitalis, die Tochter d. Zimmervermieters.

Filiale, Zweigstelle, -geschäft; bei Banken d. sog. Depositenkassen.

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Filigrangläser: Venezianisches Fadenglas.

Filigrangläser, alt-venezian. Gläser, band- od. gewebeartig m. Fäden durchzogen.

Filipinos, Bewohner d. Philippinen.

Filius, d. Sohn.

Fillér, Münze, ↑ Übersicht Sp. 416.

[171–172] Filme, dünne Häutchen aus Zelluloid, Zellon, mit photographischer Schicht; Filmaufnahmen.

FilmindustrieKino.

FilmzensurLichtspielgesetz.

Filou, Spitzbube, Schelm.

Filtrieren, Trennung fester Körper v. flüssigen mittels Filter, in denen poröse Stoffe (Filtermaterial) das flüss. Filtrat durchlassen, den festen Filterrückstand zurückhalten.

Filz, aus Tierhaaren durch Walken erzeugter dichter Stoff.

FilzlausLäuse.

Finale, Schluß(satz); Endrunde.

Finanzen, Einnahmen, Ausgaben u. Schulden der öff. od. privaten Haushalte.

Finanzhoheit (-gewalt), Recht v. Staat od. Gem., die Finanzen selbständig zu ordnen, bes. Steuern zu erheben.

Finanzieren, Geld für Unternehmen beschaffen, geben.

Finanzkontrolle, Internationale, Aufsicht üb. überschuldete Staaten durch Kommissionen der Gläubigermächte.

Finanzmonopol ist gegeben, wenn Herst. u. Vertrieb einer Monopolware (Branntwein, Tabak) ausschließl. in Staatshänden liegen.

Finanzperiode = Etatsjahr.

Finanzreform, die Steuerreform Erzbergers, überspannte die direkten Steuern (hohe progressive Sätze) u. war einseitig unitaristisch-zentralistisch.

Finanzverwaltung d. Dt. Reichs seit 13. 12. 1919: Oberste Leitung hat der Reichsfinanzmin. als Leiter des Reichsfinanzministeriums; unter ihm stehen Landesfinanzämter als Oberbehörden und unter diesen Finanzämter mit ihren Hilfsstellen (Finanzbehörden); ihnen sind Finanzgerichte angegliedert.

Finanzwirtschaft (öffentl. Wirtschaft), Einnahme- u. Ausgabewirtschaft der öff. Körperschaften.

Finanzwissenschaft, Lehre von der Finanzwirtschaft.

Finanzzölle verfolgen nur staatl. Einnahme-, keine Schutzzollzwecke, treffen deshalb Erzeugnisse, die das Inland nicht erzeugt (z. B. Tee).

Finckh, Ludw., schwäb. Dichter, *1876; Rom. „Rosendoktor“; Ged. „Mutter Erde“.

Findlinge = Erratische Blöcke.

Finesse, Feinheit; Schlauheit.

Fingalshöhle, von der Brandung geschaffene, 70 m lange Höhle der Hebrideninsel Staffa (westl. v. Schottland).

FingerTaf. Sp. 396.

FingerabdrückeDaktyloskopie.

Fingerhut (Digitalis), Braunwurzgewächse, Blüten bauchig-glock. od. röhrig, purpurrot od. gelb; Blätter enthalten Digitalin, Digitoxin u. a. Giftstoffe.

Fingersprache, Verständigungsmittel d. Taubstummen.

Fingieren, erdichten; vortäuschen.

Finis, Ende, Zweck.

Finish, Endkampf; letzte Gestaltung zur Veredlung v. Textilgeweben.

Finisterre, Kap, Vorgebirge in NW-Spanien.

Finke, keiner Verbindung angeh. Student.

Finken, Singvögel, Schnabel kegelförmig; Buchfink, 16cm, überall in Deutschl.

Finkenwärder, Elbinsel bei Hamburg, mit Ort F., 4700 E; Fischfang.

Finmarken, Amt im äußersten N Norwegens; Fischfang.

Finne, Technik: schmale Fläche des Hammerkopfs; Zool.: Entwicklungsform der ↑ Bandwürmer.

Finne, Hautkrankh. (Acne, Akne), durch Entzündung d. Talgdrüsen, bes. in Gesicht u. Rücken.

Finne, Höhenzug zwischen Saale und Unstrut (380 m).

Finnisch gehört zur finn.-ugrisch. Gruppe d. uralaltaischen Sprachen.

Finnischer Meerbusen, zw. Finnland u. Estland.

Finnisch-ugrische Völkergruppe in NW-Asien u. N-Europa:

1) Ugrier;
2) 0-Finnen;
3) W-Finnen. Urheimat mittl. Wolgagebiet.


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Finnische Landschaft mit einem der zahlreichen Seen.

Finnland, Rep., zw. Finn. u. Bottn. Meerbusen, 388 279 qkm, 3 582 403 E; Hptst. Helsingfors. 35 000 Seen. Im S (kontinentales Klima) vorherrschend Nadelwälder, im N (arkt. Klima) ausgedehnte Moore u. Tundren. Vereinzelt Elche. Die Bewohner (größtenteils prot.) sind Tawasten (untersetzt, hellblond) u. Karelier (schlank, braun); an der Küste Schweden (400 000). In Land- u. Forstwirtschaft: 65.1%, Ind. u. Handwerk: 14,8, Verkehr u. Handel: 6,8% der Erwerbstätigen beschäftigt. Wirtschaft beruht auf Waldreichtum: Holz-, Papierind. Reichl. Wasserkräfte; Fischerei.

Etwa 400–700 n. Chr. v. Finnen besiedelt, 1157–1293 christl., 1581 Großfürstentum. 1809—1917 russ., 1917 vorläufige Regierung. Die Deutschen (v. d. Goltz) u. die „Weißen Garden“ schlugen 30. 4. bis 2. 5. 1918 die „Roten“ bei Lahti (Kr. Tavastehus); 19. 5. Svinhufvud Reichsverweser. 1919 rep. Verfassung. 1920 Frieden mit Rußland. ↑ Lappo-Bewegung.

Finowkanal verbindet Oder u. Havel; 42km.

Finsen, Niels Ryberg, dän. Med., 1860–1904; Lichtbehandl. v. Hautkrankheiten, bes. Lupus.

Finstermünz, befest. Engpaß an der schweiz.-tirol. Grenze, 1137 m.

Finsterwalde, St., Niederlausitz, 13 000 E.

Finte, Verstellung, List.

Fjorde, Meeresbuchten mit Steilhängen, dch. Gletschertätigkeit entstanden.

Fiori, Ernesto de, moderner Bildh., Berlin, *1884.

Firdûsi, größter Epiker Persiens, * um 935, † um 1020; Epos „Schâhnameh“ („Königsbuch“).

Firm, fest, sicher.

Firma, Name, unter dem ein Vollkaufmann seine Geschäfte betreibt.

Firmament, Himmelsgewölbe.

Firmung, das kath. Sakrament der „Festigung“, gespendet vom Bischof; Ausdehnung des Pfingstwunders auf jeden Getauften.

Firn, alt, vorjährig; F.schnee, alter, kristallin-körnig gewordener Schnee im Hochgebirge.

Firnis (Leinöl-F.), gekochtes Leinöl (mit Zusätzen), auch kalt durch Mischen mit Sikkativen; Schutzanstrich od. zum Anrühren v. Anstrichmitteln.

First,

1) Kamm- oder Gipfellinie eines Berges;
2) oberste Kante zweier Dachflächen.

Firth, in Schottland tief eindringender Meerbusen.

Fischart, Joh., Satiriker (Prot.), 1546 (od. 1547)–1590; „Flöhhaz“, „Das Glückhafft Schiff v. Zürich“.

Fischbein, Barten der Wale. Weißes F. ist Rückenschale v. Tintenfischen.

Fischblase, Schmuckform; ↑ Flamboyant.

Fische,

1) (Taf. „Zoologie“), Wirbeltiere, wasserbewohnend, wechselwarm, mit Schädelkapsel, Flossen, Kiemenatmung, meist beschuppt u. meist eierlegend. Fortbewegung durch Schwanzflosse, die andern Flossen zum Steuern;
2) Sternbild des nördl. Himmels.


Fischer,

1) Aloys, Psycholog u. Päd., *1880.
2) Emil, Chem., 1852—1919; Zucker, Harnsäure, Eiweiß, Enzyme, Veronal.
3) Eugen, Anthrop., *1874, Dir. d. Kaiser-Wilh.-Inst, Berlin.
4) Karl, *1881; gründ. d. Wandervogel.
5) Kuno, Philos., 1824 bis 1907; „Gesch. d. neuern Philos.“.
6) Theob., Geogr., 1846 bis 1910.
7) Wilh. (F. in Graz), Dichter, *1846; Roman: „Die Freude am Licht“.

Fischer v. Erlach, Joh. Bernh., Arch. d. Barock, Wien, 1656–1723.

Fischerring, päpstl. Amtssiegel m. Fischzug Petri.

Fischfluß,

1) in Kanada, z. Nördl. Eismeer, 600 km;
2) (Oub) period. Nbfl. d. Oranje (660 km).

Fischmehl, gemahlene ungenießb. Fische und Fischabfälle (Fischguano); Futter- od. Düngemittel.

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Fischotter.

Fischotter, Raubtier, Marder, 1 m, Schwanz 1/2 m, braun, Wasserbewohn.

FischreiherReiher.

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Irving Fisher.

Fisher,

1) John, Baron F. of Kilverstone, brit Admiral, 1841–1920.
2) Irving, amer. Nat-Ök., *1867.

Fiskal, Vertret. der Staatskasse; f.isch d. Fiskus gehörig.

Fiskus, Staatskasse, Staat a. Träg. v. Vermögensrecht.

[173–174] Fistel, regelwidrig entstand. Gang, der inneres Organ mit Haut, Schleimhaut oder and. Organ verbindet; künstl. F. zu Heilzwecken.

FistelstimmeFalsett.

Fit, fertig, tauglich; fähig zu Höchstleistungen.

Fittings, Formstücke aus Temperguß, zur Verlegung von Gas- u. Wasserleitungen.

Fiumaren, nur in regenreichen Jahreszeiten Wasser führende Flüsse, z. B. in den Karstgebieten SO-Europas.

Fiume, Hafenst, in NO-Italien, 49 000 E.

Five-o’clock (-tea), Fünfuhrtee.

Fixativ, Mittel zum Haltbarmachen v. Zeichnungen.

Fixe Kosten, feste, konstante Kosten.

Fixes GeldTägliches Geld.

Fixgeschäft, (meist Börsen-) Geschäft, das genau zu best. Zeit zu erfüllen ist und mit Innehaltung dieses Zeitpunkts steht und fällt.

Fixieren, befestigen; festsetzen; anstarren.

Fixsterne, scheinbar unbewegl. Sterne, wegen sehr gr. Entfernung auch im stärksten Fernrohr punktförmig; nach Helligkeit in Größenklassen geteilt (6. Kl.: die schwächsten mit bloßem Auge sichtbaren). Mit bloßem Auge etwa 5000 F. sichtbar; am hellsten Sirius. Sternhaufen sind Anhäufungen vieler kleiner F.; ähnlich, aber auch bei stärkster Vergrößerung nicht in einzelne F. auflösbar, sind best. Arten der ↑ Nebelflecke. Alle F., die Sternhaufen u. einige Nebel erfüllen einen linsenförmigen Raum, dessen Randpartie uns als Milchstraße erscheint. ↑ Taf. Sp. 265.

Fixum, festes Gehalt, Mindesteinkommen.

Fizeau, Armand H. L., frz. Physiker, 1819–96, bestimmte ↑ Lichtgeschwindigkeit.

Fl. (fl.) = Gulden (Florin).

Flachbau, niedr., meist eingeschoss. Bauweise.

Flachdruck, Druck v. Farbe annehmender Zeichnung, deren Hintergrund nach Anfeuchten die Farbe abstößt (Stein-, Offset-, Lichtdruck).

FlacheisenWalzeisen.

FlächenhelligkeitPhotometrische Grundgrößen.

Flächenmaß, das Quadrat des Längenmaßes. Einheit: 1 qm. ↑ Übers. Sp. 416.

Flachkultur, 6–15 cm tiefe Bodenbearbeitung.

Flachs (Lein), Nutzpflanze, bis 0,60 m, blau od. weiß, lief. Fasern, Leinsamen. ↑ Taf. Sp. 209.

Flachswerg, Abfall beim Schwingen u. Hecheln v. Flachs.

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Flagellanten: Nach der Konstanzer Chronik (15. Jh.) in der Staatsbibliothek zu München.

Flagellanten (Geißler [d. eignen Körpers]), Büßerscharen, im 13.–15. Jh., bes. 1348 (gr. Pest).

Flageolett, flötenart. Orgelstimme; bei Streichinstr.: flötenartige Töne.

Flaggen (Taf. Sp. 168), Erkennungszeich. u. Verständigungsmittel für Schiffe, im Staatsleben nat. Ehrenzeichen.

Flaggoffizier, höherer Seeoffizier, d. Flagge als Kommandozeichen führt: Admirale abwärts bis zum Kapitän zur See.

Flaggschiff, Kriegsschiff mit der Flagge e. Flaggoffiziers.

Flagrant, brennend; offenbar; in f. i, auf frischer Tat (ertappt).

Flaischlen, Cäs., optimist. Dichter, 1864–1920.

Flake, Otto, Schriftst. u. Kulturphilos., *1882.

Flakon, (Riech-) Fläschchen.

Flamberg, mit 2 Händen geführtes Landsknechtsschwert.

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Maßwerk im Flamboyantstil.

Flamboyant, Flammenstil, spätgot. flammenförm. („Fischblasen“-) Ornamentik.

Flamen (Vlamen), niederfränk. Bev. in N-Belgien u. Frz.-Flandern. Sprache (Flämisch) geh. zum Niederländischen.

Fläming, Landrücken in S-Brandenburg, 201 m.

Flamingos, Storchvögel, in wärmern Gegenden, z.B. Roter F., 11/4 m, rosenrot, Mittelmeergebiet.

FlämischFlamen.

Flämische Bewegung will fläm. Sprache und Volkstum gegen den von den frz. Wallonen beherrschten belg. Staat (1920 in Belg. 43% Flamen, 38,5 Frz.-, 13% Doppeltsprachige) verteidigen. Im Weltkrieg entstand Rat v. Flandern. Der dt. Zus.bruch brachte d. Ende der F., d. meisten Führer wurden 1918 verhaft., Ende 1928 begnad., 1929 auch Borms. Febr. 1930 wurde Flämisch Unterrichts- u. Verwaltungssprache d. Univ. Gent.

Flämische Malerei, d. Malerei von Rubens, van Dyck, Jordaens und ihren Schülern u. Zeitgenossen.

Flamme wird erzeugt durch verbrennende Gase.

FlammenzwirnTaf. Sp. 184.

Flammöfen: Brennstoff u. zu erhitzende Körper in 2 getrennten, durch Öffnung verbundenen Räumen.

Flammrohr, Heizrohr beim F.kessel.

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Flandrische Ebene in der Umgebung von Brügge.

Flandern, Landschaft zw. Nordseeküste, der Scheide u. Bergland von Artois, belg., niederl. u. frz. Hinter 21/2 km breitem Dünenstreifen Marschgebiet, im S Hügelland. Berühmte Tuchind. (Ypern, Gent, Antwerpen, Löwen), Flachsbau, Schafzucht.

Dezemberin Frz.-F. 14.–24. 12. 1914; ⚔ in F. 27. 5.–3. 12. 1917; Abwehr⚔ 28. 9.–17. 10. 1918.

Flanell, weicher, doppelseitig gerauhter Baumwoll- od. Wollstoff.

Flaneur, Pflastertreter; flanieren, bummeln.

Flansch(e), Ansatz an Rohren, zu ihrer Verbindung.

Flapper, „modernes“ (mit Flirt, Putz, Sport, Studium usw. „beschäftigtes“) junges Mädchen.

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Einfacher Flaschenzug.

Flaschenzug, Lasthebevorrichtung aus Oberflasche (Kloben) und Unterflasche mit Lasthaken. Abart: Differential-F. Elektro-F., F. mit eingebautem Elektromotor.

Flatow, St., Grenzmark Posen-Westpr., 5500 E.

Flaubert, Gust., frz. realist. Romandichter, 1821–80; „Madame Bovary“, „Salammbô“, 1869; dt.

Flaus(ch), dicker, weicher, gerauhter Wollstoff.

Flaute, Windstille; flaue od. faule Brise.

Flavier, röm. Kaiserhaus, 69–96 n. Chr.

Flaxman, John, engl. Klassizist, Bildh. u. Zeichner, 1755–1826; Taf. I Sp. 376.

Flechte, volkstüml. f. chron. Hautausschläge.

Flechten, Vereinigungen (Symbiosen) v. Fadenpilzen mit blaugrünen od. grünen Algen. Isländisches Moos, Strauch-F.; Renntier-F., handhohe Strauch-F.; Korallen-F., kleine Säulchen mit roten Knöpfchen; Bart-F., v. d. Zweigen d. Waldbäume herabhängend.

Flechten, im Textilgewerbe: mindestens 3 Fäden werden so durcheinandergeworfen, daß sie, sich senkrecht kreuzend, abwechselnd über- und untereinanderliegen; mechan. auf Flecht- (Klöppel-) Maschinen.

Fleckenreinigung, bei Fett: mit Benzin, Äther, Magnesiumkarbonat oder Bolus, in Breiform aufgetragen; für Säuren: mit Salmiakgeist; für Tinte: mit Oxalsäure, Zitronensäure; für Obst-, Farb- u. Weinflecke: mit Bleichflüssigkeit; für Laugen: Befeuchten mit Essig (Essigsäure).

FleckfieberTyphus.

Fledermäuse, Säugetiere, Hände in gr. Flugwerkzeuge umgewandelt, hängen zur Ruhe kopfabwärts, Nacht- u. Dämmerungstiere. Fruchtfresser: Fliegende Hunde, ostind. Inseln; Insektenfresser die einheim. F.: Ohren-F., 8 cm, graubraun, 1/4 m klafternd.

Fleet, Zweigkanal von Hafen nach Speicher usw.

Fleetwood, St. in NW-Engl., 19  000 E.

Fleiner, Fritz, schweiz. Staatsrechtslehrer, Zürich, *1867.

Fleiperverkehr, Flug-Eisenbahnverkehr für Personen u. Gepäck, gestattet Fortsetzung der Flugreise durch Eisenbahn.

Fleisch, Muskelmasse der Wirbeltiere, enthält Muskelsubstanz, Binde- u. Fettgewebe, Blut, F.saft, besteht aus Eiweißstoffen, leimgebender Substanz, Fett, Mineralstoffen nebst sogen. Extraktivstoffen. Mageres Ochsen-F. enthält 76,5% Wasser, 20 Eiweiß, 2 Fett, 1,5 Mineralstoffe; fettes Ochsen-F. bis 30, Gans bis 45% Fett. Reich an leichtverdaul. Eiweißstoffen.

Fleischbeschau, amtl. Untersuchung des zur menschl. Nahrung best. Fleisches vor u. nach Schlachtung durch Tierärzte od. geprüfte F.er.

Fleischextrakt, halbtrocken eingedampfte Fleischbrühe.

Fleischgeschwulst, bösartige fleischige Neubildung vom Bindegewebe aus.

Fleischmehl, getrocknetes u. gepulvertes Fleisch.

Fleißiges Lieschen (Impatiens sultani), Balsaminengewächs aus dem tropischen Afrika, [175–176] karminrot.

Fleiverkehr, Flug-Eisenbahn-Verkehr: Beförderung von Gütern z. T. auf Reichsbahn, z. T. auf Luftweg.

Flektieren, beugen; Hptw. ↑ Flexion.

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Paul Flem(m)ing.

Flem(m)ing, Paul, gemütvoller Lyr., 1609–40.

Flensburg, Hafenstadt, Schleswig, 63 000 E.

Fletchern, den Bissen (zur bessern Ausnutzung) sehr oft kauen.

Flettnerruder, Hilfsruder, spart die Antriebsmaschine für das ↑ Ruder.

Fleuron, Svend, dänischer Schriftst., *1874; Tiergeschichten.

Flex, Walter, Dichter, 1887–1917 (gefallen); „Der Wanderer zwisch. zwei Welten“.

Flexion, Beug. d. Wortform (z. B. Vaters, liebtest).

Flexur, starke Verbieg. geol. Schichten ohne Bruch. ↑ Taf. Sp. 200.

Flibustier = Bukanier.

Flieder (Türk, F., Syringa), Ölbaumgewächse, weiß, rötl. od. blau.

Fliegen, Ordnung der Zweiflügler, mit kurzen Fühlern. Stuben-F. als Krankheitsverbreiterin zu bekämpfen; Stech-F. sticht empfindlich, dringt im Herbst in Wohnungen ein.

Fliegende Fische = Flugfische.

Fliegenfänger, Singvögel: Fliegenschnäpper, 14 cm, vorwiegend grau, stets auf Insektenjagd; Trauer-F., 13 cm, schwarz, Stirn u. unten weiß.

FliegengewichtGewichtsklassen.

Fliegenpilz, Blätterpilz (Taf. Sp. 520), scharlach- od. feuerrot, mit flockigen oder warzig. Fetzen, giftig.

Flieger, Rennpferd bzw. Rennfahrer, die über kurze Strecken große Schnelligkeit entwickeln.

Fliehkraft = Zentrifugalkraft.

Fließarbeit (Arbeit am Laufenden Band), örtlich fortschreitende, zeitlich bestimmte, lückenlose Folge von Arbeitsgängen. ↑ Taf. Sp. 200.

Fließgrenze, Belastungsgrenze, bei der ein Material bleibende Formveränderungen erfährt.

Fließpapier, Löschpapier.

Flinsberg, schles. Bad, Isergebirge, 3000 E.

Flint, Feuerstein.

FlinteHandfeuerwaffen.

Flirt, oberflächl. Liebelei; f.en, den Hof machen.

FlockenzwirnTaf. Sp.184.

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Menschenfloh.

Flöhe, flügellos, mit Sprungbeinen, leben auf Vögeln und Säugetieren. Menschenfloh, 2–4 mm; Rattenfloh überträgt Pest auf Menschen.

Flor,

1) Gazestoff, auch Krepp;
2) Samt- und Plüschdecke eines Gewebes;
3) (Felbel, Felpel) langhaar., niedergelegter Seiden-F.

Flora,

1) altitalische Göttin des Blühens;
2) gesamte Pflanzenwelt eines best. Gebietes (Florengebiet, -reich).


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Florenz mit dem Dom.

Florenz, St., westl. Mittelitalien, 315 000 E, bedeut. Ind. u. Handel. Viele Kirchen; Dom San Lorenzo (1419–61) und Paläste (1435).

Flores, niederl. Sundainsel, 14 273 qkm, 250 000 E; Sandelholz, Zimt, Schildpatt, Kupfer, Schwefel.

Florett, leichter Stoßdegen.

Florfliegen, zarte Netzflügler mit durchsichtigen, reichgeäderten Flügeln, meist grün oder gelb.

Florgewebe, Gewebe mit Faserdecke, z. B. Samt und Plüsch.

Florianopolis, Hptst. des brasil. Staats Santa Catharina, 41 000 E.

Floericke, Curt, naturw. Schriftst., *1869, gr. Verein Naturschutzpark u. Süddeutsche Vogelwarte.

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Florida: Luxusjachten vor dem Badeort Palm Beach.

Florida, südöstlichster USA-Staat, Halbinsel, 151 939 qkm, 1 476 000 E (1/3 Neger); Hptst. Tallahassee. Klima halbtrop. Baumwollanbau. Fischerei.

Florieren, blühen.

Florin = Gulden.

Florist, Erforscher einer Flora.

Florteppich, samt- od. plüschartig gewebt.

Floskel, Redeblume, leere Redensart.

Floß, Wasserfahrzeug aus zus.gebundenen Holzstämmen.

Flossenkieler, Segelfahrzeug mit Ballastkiel.

FlößereiHolzbringung.

Flöte, Holzblasinstr. mit Anblaseloch, wird (außer alter-tüml. Block-F.) quer gehalten.

Flötner, Peter, Renaissancebildhauer, 1485–1546; Kleinplastik.

Flotow, Friedr., Frh. v., Opernkomp., 1812–1883; „Martha“.

Flotte,

1) Gesamtheit der Handels- od. Kriegsschiffe eines Staates;
2) Färbe-F. = Farbstofflösung.

Flottenkonferenzen: 1920–21 in Washington (Schlachtflottenverhältnis 5 : 5 : 3 : 1,75 : 1,75 für USA, Großbrit., Japan, Frankr., Italien). 1930 in London (Begrenzung der Kreuzerflotten im gleichen Verhältnis).

Flottenstützpunkte, befest. Seehäfen an strategisch wichtig. Punkten.

Flottille, Verband von Kriegsfahrzeugen.

Flöz, Ablagerung techn. nutzbarer Gesteine. ↑ Taf. Sp. 9.

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Fluchtpunkt.

Fluchtpunkt, in der Perspektive der scheinbare Schnittpunkt paralleler Linien.

Fluchtstab, Absteckstab bei der Feldmessung.

FlugbootFlugzeug (↑ Taf. Sp. 201).

Flugbrand, durch Pilze erzeugte Getreidekrankheiten: Ähren enthalten schwarze Sporenmassen.

Flugdrache, Drachenflugzeug; ↑ Flugzeug.

Flügelhorn = Bügelhorn.

Flügelmutter, Schraubenmutter mit flügelähnl. Ansätzen.

Flugfische, mit flügelförm. vergrößerten Brustflossen u. gr. Schwimmblase, schweben 20–200 m weit über Wasserfläche, z. B. Schwalbenfisch, 30 cm, blau.

FlugpostLuftpost.

Flugsand, feiner, vom Wind bewegter Quarzsand.

Flugstaub, staubförmige feste Körper, die den Ofengasen mechanisch beigemengt sind.

Flugtechnik (Flugwesen)Flugzeug, ↑ Luftschiff.

Flugzeug (Flugapparat, Flugmaschine; Taf. Sp. 201), Luftfahrzeug, schwerer als Luft, kann sich durch die infolge seiner Gegenbewegung erzeugten Luftkräfte (wie beim Drachen; Drachenflugzeug) über der Erde halten. Nötig für das Zustandekommen dieser Luftkräfte ist die Schrägstellung der Tragflächen. Wird durch die Zugkraft des Propellers das F. vorwärtsbewegt, so wird auf der Unterseite der Tragfläche die Luft nach unten abgelenkt (verzögert), sie staut sich (Stau od. Überdruck, Ü, Abb. 1) u. erzeugt dadurch eine nach oben gerichtete Luftkraft. Auf d. Oberseite d. Tragfläche wird d. Luftgeschwindigkeit erhöht, wodurch e. nach ob. gerichtete Kraft S (Sog, Unterdruck) entsteht. Beide Kräfte Ü u. S liefern zus. die Luftkraft L. Die für Tragflächen beste Bedingung ist der v. Junkers eingeführte, heute allg. benutzte dicke Flügel (Abb. 2), dessen weiterer Vorteil darin besteht, daß sich das Traggerüst in seinem Innern unterbringen läßt (Freitragende Flügel) und außenliegende, schädlichen Luftwiderstand bildende Streben und Verspannungen fortfallen können.

Fahrgestell aus Stahlrohren von stromlinienförmigem Profil (↑ Stromlinie).

Die Maschinenanlage besteht aus Propeller, Motor, Kühler, Betriebsstoffbehälter u. Instrumenten. In der Nachkriegszeit war F.bau im Dt. Reich durch Versailler Vertrag u. Londoner Ultimatum bis 1925 fast völlig verhindert. Das Ausland stellte sich auf Kriegsmasch. ein. Kennzeichnend ist Einbau immer stärkerer Motoren; dadurch ries. Steigerung [177–178] v. Geschwindigkeit (1931 Engl. Stainforth 658 km/st) und Flughöhe (1929 Neuenhofen auf Junkers 12 739 m, 1930 Amer. Soucek 13 157 m). Außer dem oben gen. Drachen-F. gibt es das Kreiselflächen-F. (erfunden v. Spanier De la Cierva: ein Drachen-F. mit einem um eine annähernd senkrechte Achse frei drehbaren Tragflächenkreuz, das durch den auf die Rückseite der einen Tragfläche nahe der Drehachse auftreffenden Propellerwind bewegt wird; ermöglicht steilen Start u. steile Landung) sowie das Schrauben-F. (erhält Auftrieb durch Propeller mit senkrechter Achse) u. das Schwingen-F. (ältestes F., ohne prakt. Bedeutung; Gustav Lilienthal, 1890 Versuche mit Schwingen-F,).

Das Segel-F. entnimmt die z. Schweben erforderl. Arbeitsleistung der Kraft des Windes. Segelflug ist ein Gleitflug in gleichmäß. Wind, der rascher steigt, als das F. sinkt, wie im Hangwind an Bergen u. Dünen od. in aufsteigenden Luftströmungen über erwärmten Boden.

Flugzeugmutterschiff, Flugzeugreparatur- u. Flugzeugtransportschiff; ohne Landungsdeck.

Flugzeugträger, neuer Typ des Flugzeugreparatur- und Flugzeugtransportschiffes: glattes Oberdeck zum Starten und Landen von Flugzeugen.

Fluh (Mz. Flühe, Fluhe) Fels(wand).

Fluidum, die schwer bestimmbare Wirkung, die von Mensch oder Kunstwerk ausgeht.

Fluktuieren, fluten, wallen.

Flunder, Fisch, ↑ Plattfische.

Fluor, chem. ↑ Element, grünlichgelbes Gas, als Fluoride im Flußspat, Kryolith. Verb. des F. mit Wasserstoff ist rauchendes Gas; Lösung in Wasser (Flußsäure) dient z. Ätzen v. Glas.

Fluor albus = Weißer Fluß.

Fluoreszein, org. Verb.; Lösung in Alkalien fluoresziert grün. Als Farbstoff wichtige Verb. ist das Eosin.

Fluoreszenz (Photolumineszenz), Leuchten (Lumineszenz) v. Stoffen infolge Einwirkung v. Wellenstrahlung (meist Licht); Ztw. fluoreszieren.

Flurbereinigung, Zusammenlegen v. ländl. Grundstücken zwecks wirtschaftlicherer Bebauung.

Flurzwang, aus d. Gemengelage sich ergebende Notwendigkeit gleichzeit. Bewirtschaftung der Feldflur.

Flußkrebse, 10füßige Krebse, mit gr. Scheren. Edelkrebs, 15 cm, grünlichbraun, in fließ. Gewässern, an Seeufern.

Flußmittel, den Schmelzpunkt erniedrigende Zuschläge bei d. Metallgewinnung.

Flußmuscheln, Muschelfamilie mit längl. Schalen u. Perlmutterschicht, z. B. Maler-, Flußperl-, Teichmuschel.

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Flußpferde: Zwergflußpferd.

Flußpferde, Fam. der Paarhufer. Nilpferd, 4 m, Wasserbewohner, Afrika. Zwergflußpferd, 13/4 m, tapirähnl., Liberia.

FlußsäureFluor.

Flußspat (Fluorit), Min. Fluorkalzium; Schmuckstein, Flußmittel, zur Herst. v. Flußsäure u. Fluorverb.

FlußstahlTaf. Sp. 145.

FlutEbbe u. Flut.

Fluviatil, vom Fluß herrührend.

Flygare-Carlén, Emilie, schwed. Schriftstellerin, 1807–92.

Flysch, best. Sandsteine, Tonschiefer, Mergel, unreine Kalke.

fm = Festmeter.

Fob =free on board, Lieferung frei an Bord.

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Ferdinand Foch.

Foch, Ferd., 1851–1929, Mai 1917 Chef des frz. Generalstabs, 1918 Generalissimus, Leiter d. Waffenstillstandsverhandl.

Fock …, auf den vordem Mast bezügl.

Fock, Gorch (Joh, Kinau), 1880–1916, gefall. am Skagerrak; niederdt. Erz.

Föderalismus, Selbständigkeitsstreben der Teile eines Staatsganzen innerhalb des Staats.

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Antonio Fogazzaro.

Fogazzaro, Ant., ital. Dichter, 1842–1911; tiefe Rom.: „Der Heilige“. Ged.

Foggia, süd-ostit. St., 92 000 E.

Föhn, trockner Fallwind, der aus wärmerem Gebiet über Gebirgskamm weht u. b. Fall als warm empfunden wird, z. B. in den nördl. Alpentälern.

Föhr, nordfries. Insel in Schleswig, 5000 E; Hptort Wyk.

Föhre = Kiefer.

Fokin, Mich., Solotänzer des ehem. kaiserl. russ. Balletts, *1880.

Fokker, Ant. Herm. Ger., holl. Flugzeugkonstrukteur, *1890.

Fokus, Brennpunkt.

Foliant, Buch in Folio, großformat. altertüml. Drucke.

Folie, sehr dünnes Metallblatt; auch Hintergrund, v. dem sich etwas abhebt.

FolioBuchformat; Blatt im Geschäftsbuch.

Folklore, Volkskunde; Folklorist, Volksforscher.

Folkwang, in isländ. Mythologie: Palast der Freyja.

Fön, elektr. Ventilator für Heißlufttrocknung.

Fond, Grund(lage) ; Hintergrund; Hintersitz im Wagen.

Fonds, Grundvermögen, Geldvorrat; f. Sonderzwecke bestimmte Vermögensteile; F.börsen, Effektenbörsen.

Fontainebleau, frz. St. an der Seine, 16 000 E; Schloß F. (16. Jh.), im Wald v. F.

Fontane, Theod., Dichter, 1819–98; Balladen, Romane; „Irrungen Wirrungen“, „Unwiederbringlich“, „Effi Briest“, „Stechlin“; „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“.

Fontäne, Springbrunnen.

Fontanellen, unverknöcherte Stellen zw. Schädelknochen beim Neugebornen.

Foraminiferen, beschalte Amöben, z. B. Nummuliten, 6 cm.

Forbach, St. (seit 1918 frz.), nordö. Lothr., 12 000 E.

Force, Gewalt; F. majeure, Höhere Gewalt.

Forchheim, oberfränk. St., 9600 E.

Forcieren, erzwingen; beschleunigen.

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Henry Ford.

Ford, Henry, amer. Großind., *1863, Gr. der F. Motor Co., bekannt durch Einführung der Fließarbeit u. Durchführung des Taylorsystems (F.ismus).

Förde (Föhrde), tief eingreifende Buchten an Ostküste Schlesw.-Holst., z. B. Kieler F.

Fördern, Gewinnen u. Fortbewegen des i. Berg- od. Hüttenwesen gewonn. Gutes. ↑ Taf. Sp. 9.

Foreign Office, das brit. Auswärtige Amt.

Forel, Aug., Schweiz. Med., 1848–1931; „Die sexuelle Frage“.

ForellenLachse.

Forensisch, gerichtlich.

Forle = Kiefer.

Forli, St., nördl. Mittelitalien, 58 000 E.

Formal, der Form nach.

Formaldehyd, stechend riechendes Gas; Lösung in Wasser (Formalin) dient zu Desinfektion, Härten v. Eiweiß u. a., Gerben, Konservieren zool. u. med. Präparate usw.

Formalien, Förmlichkeiten, Formvorschriften.

Formalismus, Betonung des Formalen, u. damit verbundene Unbekümmertheit um Inhalt.

Formaliter, förmlich.

Format, Gestalt, Größenform (↑ Buch-F.e).

Formation, Bildung, Gestaltung, Aufstellung; ↑ Geologische Formationen.

FormeisenWalzeisen.

Formel, feststehender sprachl. Ausdruck; Vorschrift, Redensart; Darst, math. Begriffe durch math. Zeichen.

Formell, förml., die Form peinl. beobachtend.

Formenlehre, gramm.: Lehre v. den Wörtern u. ihrer Bedeutung.

Formerei, Herst. der Gießereiformen.

Formmaschine stellt Gießformen mittels Modell- (Form-) Platte her.

Formmaterial für die Formen in der Eisen-, Stahl- u. Metallgießerei:

1) magerer, scharfer od. grüner,
2) fetter Sand,
3) Formlehm,
4) Metalle.

Formosa, jap. (seit 1895) Insel (Kolonie) vor SO-Küste Chinas, 35 964 qkm, 4 352 000 E; Hptst. Taihoku. Reis, Tee, Rohrzucker. Kampfergewinnung (fast die ganze Weltproduktion).

Formular, Vordruck; formulieren, abfassen.

Forst, Wald, der nach techn. Regeln eingericht. u. genutzt wird. Schlagwirtschaft: b. Femelbetrieb lichtet man nur so weit, wie Jungbestand nachwächst; b. Schirmschlag wird allmähl. durchhauen, wob. Schirmbäume f. d. jungen Bestand stehenbleiben; beim Kahlschlag wird flächenweise abgetrieben. Beim Plenterwald bilden die Altersklassen Gruppen. Beim Mittelwaldbetrieb (für Laubholz) wird das ältere Holz (Oberholz) d. im Niederwaldbetrieb wiederholt abgetriebenen Unterholzes geschlagen. Beim Lichtungsbetrieb wird der Bestand durchforstet (geringwertige Stämme entfernt). Bei Hackwaldwirtschaft wird der Boden nach dem Hieb gebrannt, dann als Acker od. als Weide genutzt. Gegensatz: Dauerwald-Wirtschaft.

Läuterungshieb (Reinigungshieb) beseitigt nichtgewünschte Holzarten und schlechtwüchsige Stämmchen. Nachhaltsbetrieb strebt jährlich wiederkehrende Holznutzungen an. Die nach Kahlschlag benötigten Pflanzen werden aus Samen in Pflanzgärten (Baum-, Pflanzschulen) gezogen und auf das sorgfältig vorbereitete Waldstück (Schonung) gepflanzt.

Dt. Staatsbes. 1925: 3 841 024, Gemeindebes. 1 935 638ha.

Forst, St., Niederlausitz, 36 000 E; bed. Tuchind., Spinnereien, Braunkohlengruben.

Forstdelikte: Forstdiebstahl, -beschädigung usw.

Foerster,

1) Friedr. Wilh., Päd., *1869, Pazifist.
2) Wilh., Astr., 1832–1921, gr. 1888 die „Urania“ in Berlin.

Förster-Nietzsche, Elisabeth, *1846, Schwester Fr. Nietzsches.

Forstpolitik, alle Maßnahmen, die sich auf Besitz, Verwaltung u. Erhaltung der öff. Forsten u. auf die die Allgemeinheit betr. Angelegenheiten privaten Forstbesitzes beziehen.

Forstrecht, z. T. im BGB. und StGB. enthalten, sonst durch Landesgesetz geregelt.

[179–180] Forsythie, Ölbaumgewächs, frühblühende Ziersträucher, Blüten gelb.

FortFestung.

Fortaleza, Hafenst. im bras. Staat Ceará, 79 000 E; Ind.

Fortbildungsschule soll allg. u. berufl. bilden, gegr. 1870, seit 1921 Berufsschule genannt. Nach RV. besteht Besuchszwang bis 18. J.

Fort-de-France, Hptst. der frz. Insel Martinique, 27 000 E.

Forte, Mus.: stark (f).

Forth, schott. Fl., 160 km, zum Firth of F.

Fortifikation, Befestigung(swerk).

Fortpflanzung, Erzeugung neuer Individuen (Pflanzen u. Tiere), dadurch Erhaltung der Art gewährleistet. Ungeschlechtliche (vegative) F. besteht bei Tieren in Zweiteilung oder Sporenbildung durch Zerfallsteilung; bei unvollständiger Teilung oder Knospung (Sprossung) entstehen Tierstöcke, Kolonien. Bei geschlechtlicher (sexueller) F. entsteht das neue Lebewesen meist aus einer befruchteten Eizelle, seltener durch ↑ Parthenogenese. Beiderlei Geschlechtszellen entgehen meist in getrennten Geschlechtern, seltener im gleichen Individuum (Hermaphrodit). Bei Pflanzen erfolgt die F. entweder ungeschlechtlich durch Brutknollen, -knospen, -zwiebeln, Stecklinge, Ableger, Ausläufer, Sporen od. geschlechtlich.

Fortschrittspartei, Deutsche ↑ Freisinnige Partei, Deutsche.

Fortuna, römische Schicksalsgöttin.

Forum, altröm. Marktplatz; Gerichtshof, -stand.

Foscolo, Ugo (urspr. Niccolò), ital. Dichter, 1778–1827; philos. Gedichte: „Sepolcri“ (1807).

Fossilien, aus d. Erde gegrabene (fossile) Reste ausgestorbener Pflanzen u. Tiere, meist versteinert od. als Abdrücke erhalten. Leit-F. kennzeichnen best. Erdschichten.

Fötus = Embryo.

Foucault, Léon, frz. Physiker, 1819–1868, maß ↑ Lichtgeschwindigkeit. F.s Pendelversuch, 1851 in Paris ausgeführt, beweist Achsendrehung der Erde.

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Joseph Fouché.

Fouché, Jos., Hzg. v. Otranto, 1768–1820, 1799–1816 frz. Polizeimin.

Foul, regelwidr. Verhalten beim Sport.

Foulard, weicher Seidenstoff.

Fouqué, Friedr., Baron de la Motte-, dt. Unterhaltungsschriftst. der Romantik, 1777–1843; „Undine“, Ritterromane.

Fourage (Furage), Futter, Lebensmittel.

Fourier,

1) Jean, Baron de, frz. Math. u. Physiker, 1768–1830.
2) Marie Charles, frz. Soz., 1772–1835.

fow = free on waggon, Lieferung frei an Waggon.

Fox, George, Wanderprophet, 1624–90, Stifter der ↑ Quäker.

Foxtrott („Fuchsgang“), marschart. mod. Gesellschaftstanz.

Foy, Willy, Ethnolog, 1873–1928, Dir. des Kölner Mus. f. Völkerk.

Foyer, Feuerherd; Wandelgang im Theater.

Fr. = Frank.

Fra, (Ordens-) Bruder; Mönch.

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Fra Angelico: Christus als Pilger mit zwei Dominikanern (Wandgemälde).

Fra Angelico (da Fiesole), ital. Maler, Mönch, 1387–1455.

Fra Bartolommeo, ital. Maler, Mönch, 1472–1517.

Fragment, Bruchstück; f.arisch, lückenhaft.

Fragonard, Honoré, frz. Maler, 1732–1806, einer d. Hauptmeister d. Rokoko.

Fraktion („Bruchteil, Anteil“), parlamentar. Organisation der Abg. einer Partei.

Fraktionieren, stufenweises Destillieren, Fällen od. Kristallisieren zur Trennung von Gemischen.

Fraktur, (Knoch.) Bruch; dt. Druckschrift.

Franc = Frank.

Française, 6teil. Gesellschaftstanz: die Paare tanzen gegeneinander; ↑ Kontertanz.

France, Anatole, frz. Dichter, 1844–1924; Rom.: „Die Schuld Prof. Bonnards“, „Die Götter dürsten“.

Francé, Raoul H., volkstüml.-naturwiss. Schriftst, *1874.

Francesca da Rimini, v. ihrem Gatten wegen Ehebruchs mit sein. Stiefbruder Paolo ermordet (um 1285).

Franche-Comté, ehem. Freigrfsch. Burgund.

Franchise (Freizeichnung), Teil eines Schadens, für den kein Ersatz zu leisten ist (bes. Bagatellschäden bei Transportversicherung).

Franck,

1) César, belg. Komp., 1822–90.
2) Hans, Dichter, *1879.


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August Hermann Francke.

Francke,

1) Meister F., Maler, Hamburg, tätig um 1430. Taf. Sp. 264.
2) Aug. Herm., Theol. u. Päd., 1663–1727; gr. 1695 die F.schen Stiftungen Halle (Schulen, Waisen-, Missions-, Bibelanstalt).

François,

1) Herm. v., dt. Gen., *1856, 1914–16 im O, 1916–18 im W.
2) Luise v., Romanschriftst., 1817–93; „Die letzte Reckenburgerin“.

Frank (Franc; Abk. fr., Fr.), frz. Münzeinheit. F.währung (z. T. unter anderer Bezeichnung) auch in Schweiz, Belgien, Italien, Rumänien, Griechenland, Spanien, Bulgarien, Südslawien. ↑ Übers. Sp. 416.

Frank,

1) Bruno, sozialpsychologischer Dichter, *1887.
2) Leonh., *1882; Romane: „Räuberbande“, „Ochsenfurter Männerquartett“; Erz.: „Der Mensch ist gut“.

Frankatur, Freimachen v. Briefen, (Fracht-) Sendungen usw.

Franken, germ. Volksstamm, im 3. Jh. am Niederrhein: ripuarische (Mittelrhein) u. salische F. (Niederrhein), gründ. das F.reich.

Frankenberg, sächs. St., Zschopautal, 14 000 E.

Frankenhausen, thür. St. u. Bad, am Kyffhäuser, 7600 E.

Frankenthal, bayr. St. in d. Pfalz, 25 000 E.

Frankenwald, Geb. zw. Fichtelgeb. u. Thür. Wald, 795 m.

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Frankfurt am Main: Blick mainabwärts auf Altstadt und Dom.

Frankfurt am Main, pr. St., 551 000 E, bed. Bahnknoten; Industriezentrum u. Univ.

Frankfurt an der Oder, St., O-Brandenburg, 71 000 E; Agrar-, Weinhandel.

Frankieren, freimachen.

Fränkische Schweiz, Teil des Jura in Oberfranken; Kalksteinhöhlen.

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Benjamin Faranklin.

Franklin,

1) Benj., amer. Staatsm. u. Physiker, 1706–90, erfand Blitzableiter.
2) Sir John, engl. Seefahrer (arkt. N-Amerika, Nordpolexpedition), 1786–1847.

Franklin-Bouillon, Henry, frz. Polit., *1872.

Franko, frei (v. Porto).

Frankophilie, Franzosenfreundlichkeit.

Frankophobie, Franzosenfeindlichkeit.

Frankreich, Rep. in W-Europa, 550 986 qkm, 40 744 000 E (mit Kolonien 11 464 100qkm, 99 864 000 E); Hptst. Paris.

Landschaftl. Gliederung durch folgende Höhenzüge bestimmt:

1) Vogesen,
2) die niedrige, plateauförm. Bretagne,
3) das Zentralplateau im SO.

In Berglandschaften eingesenkt:

1) Seine- (Pariser) Becken;
2) Saône-Rhone-Senke;
3) Garonnebecken.

Der N, fast 3/5 F.s, ist Flachland. Im allg. milde Witterung, in Süd-F. der heiße, regenarme Sommer der Mittelmeerländer, mit Öl- u. Maulbeerbaum; im übrigen F. eine der mitteleuropäischen gleichgeartete Vegetation.

Die verhältnismäßig gering ausgebildete Schwerind. auf die Randgeb. beschränkt, sonst weitverbreitete Kleinind. Fast 50% Ackerland (Weizen, Hafer, Rüben, Gemüse). Starker Obst- u. bes. Weinbau. Viehzucht (bes. Schafe, Rinder). 20% Wald.

Geschichte. F., in ältester Zeit Gallien, seit Chlodwig Hptteil des Frankenreichs, 843–987 unter den Karolingern selbständig.

Die Kapetinger (bis 1792; direkte Linie 1328 erloschen). Philipp II. Aug. (1180–1223) besiegte den dt. König Otto IV. bei Bouvines (1214). Ludwig IX., der Hl. (1226–70) führte Albigenserkriege. Philipp IV., d. Schöne (1285–1314), setzte in Avignon die Päpste gefangen.

Unter [181–182] Philipp VI. (1328–50), aus dem Hause Valois (1328–1589), Beginn des 100j. Kriegs mit Engl.: dieses erob. den größten Teil F.s, den es aber seit der Entsetzung v. Orleans 1429 durch Jeanne d’Arc wieder verlor. Franz I. (1515–47) kämpfte mit Karl V. um Burgund u. Italien. Heinr. II. (1547–59) besetzte 1552 die Bistümer Metz, Toul, Verdun. Durch relig. Streit unter Karl IX. (1560–74) Hugenottenkriege (1562–94).

Die Bourbonen folgten (1589–1789). Heinr. IV. (1589–1610) stellte den relig. Frieden durch Edikt v. Nantes (1598) her. Unter Ludwig XIII. (1610–43) leitete Richelieu (1624–42) den Staat, während Ludwigs XIV. (1643–1715) Minderjährigkeit Mazarin. Ludwig XIV. schuf unbeschränktes Kgt. (Absolutismus); er bemächtigte sich 1681 Straßburgs. Unter Ludwig XV. (1715–74) nahm die innere Zerrüttung zu. Unter Ludwig XVI. (1774–92) Ausbruch der Revolution. Am 20. 6. 1789 erklärte sich der Dritte Stand zur konstituierenden Nationalversammlung. 14. 7. 1789 wurde die ↑ Bastille erstürmt, 4. 8. 1789 der Absolutismus, 1792 das Kgt. gestürzt, 21. 1. 1793 Ludwig XVI., 16. 10. 1793 Königin Marie Antoinette, 5. 4. 1794 Danton, 27. 7. 1794 Robespierre hingerichtet. 1795 wurde der Konvent durch Direktorium ersetzt. 1793 bildete sich Koalition gegen F. Siege Bonapartes in Italien (1796–97). Bonaparte stürzte 1799 das Direktorium, besiegte, auf 10 Jahre Erster Konsul, die 2. Koalition bei Marengo, wurde 1802 Konsul auf Lebenszeit, 18. 5. 1804 als Napoleon I. erbl. Kaiser der Franzosen (Empire). Er gr. 1806 in Dtschl. den Rheinbund, warf Preußen 1806–07 nieder, eroberte 1808 Spanien, schlug 1809 Österr. Der Krieg gegen Rußl. vernichtete 1812 d. Gr. Armee (600 000). 1813 ↑ Befreiungskriege, mit 1. u. 2. Pariser Frieden. Ludwig XVIII. (1814–24), dann Karl X. (1824–30). 1830 Julirev. König Ludwig Philipp I. (1830–48). 1848 Februarrev.: (2.) Republik. Prinz Ludwig Napoleon Präs., wagte 2. 12. 1851 Staatsstreich, 21. 12. auf 10 J. Präs. u. 7. 11. 1852 als Napoleon III. erbl. Kaiser (1852–1870: 2. Kaiserreich [Empire]). Erfolge im Krimkrieg (1854–1856) u. im ital. Feldzug (1859) gegen Österr. Die Hofpartei provozierte den ↑ Dt.-Frz. Krieg.

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Frankreich: Bewaffnetes Volk der Franz. Revolution.

4. 9. 1870 wieder (3.) Republik. 18. 3. 1871 Kommuneaufstand, der erst Ende Mai zus.brach. Die Monarchisten stürzten 1873 Thiers; Mac Mahon wurde Präs. 1879 folgte Grévy; Ferry (1883–85); Grévy (1885–87); Carnot (1887–94; ermordet), 1894 Casimir-Périer; 1895 Faure († 1899); 1899 Loubet. Engl.-frz. Entente 1904. Delcassé suchte Anschluß an Italien u. Großbrit. mit Spitze gegen Dt. Reich. Marokkokonferenz 1906 in Algeciras war frz. Erfolg; 1906–13 Fallières Präs. 1911 erkannte das Dt. Reich F.s Vorrang in Marokko an. Präs. Poincaré (1913–20) führte F. in den Weltkrieg. Verlegung der Regierung nach Bordeaux (3. 9.–22. 12. 1914). Ende 1916 wurde Clemenceau Min.-Präs. Der Vertrag v. Versailles (↑ Friedensverträge) brachte 1919 Elsaß-Lothringen. Clemenceau unterlag 1920 bei Präs.wahl gegen Deschanel, d. noch 1920 zurücktrat; Millerand wurde Präs. (1920–24). F.s Politik war auf bedingungslose Erfüllung d. Friedensverträge, dauernde Isolierung des Dt. Reichs u. frz. Vorherrschaft in Europa gerichtet. Es begann 1923 den Ruhrkrieg. 1924–31 Doumergue Präs. der Rep. Briand leitete Verständigungspolitik mit Dtschl. ein. Seit 1925 Kämpfe in Marokko gegen Abd el-Krim u. in Syrien gegen die Drusen. Poincaré (seit 23. 7. 1926 Min.-Präs.) erreichte durch energ. Maßnahmen Rückaufwertung (Revalorisierung) des Franken um 50%; 1928 Stabilisierung des Franken im Verhältnis 1 : 5. Seit 27. 1. 1931 Kabinett Laval (Außenmin. Briand), 13. 5. 1931 Doumer Präs. der Rep.

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Frankreich: Le Puy (Südfrankreich) mit kirchgekrönten Erhebungen aus widerstandsfähigem Gestein.

Franktireurs, militär. nicht organisierte Freischaren.

Franse, Saum od. Band mit abhängenden Fäden.

Franz, Rob. (Knauth), Liederkomp., 1815–92.

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Franz Joseph I. von Österreich.

Franz,

1) röm.-deutsche Kaiser: F. I., 1708–65, 1729 Hz. v. Lothringen, heiratete 1736 Maria Theresia, 1745 Kaiser F. II., 1804 als F. I. Kaiser v. Österr., 1768–1835, legte 1806 dt. Kaiserkrone nieder.
2) F. Jos. I., 1830–1916, 2. 12 1848 Kaiser v. Österr. Gemahlin Elisabeth, geb. Prinzessin in Bayern, *1837, 1898 ermordet; Sohn Rudolf, *1858, beging 1889 Selbstmord.
3) F. Ferdinand, Erzhz. v. Österr.-Este, *1863, 1896 Thronerbe, 28. 6. 1914 mit Gemahlin, Hzn. Sophie v. Hohenberg (Gräfin Chotek), in Sarajevo ermordet.

Franzbranntwein, geringer, aus Wein destillierter Branntwein; zu Einreibungen aus entfuseltem Spiritus mit aromat. Zusätzen.

Franz-Joseph-Land, arkt. Inselgruppe, östl. v, Spitzbergen, 19 700 qkm.

Franziskaner (Minoriten, Orden der Minderen Brüder), auf Franz v. Assisi zurückgehender Bettelorden; Abzweigung: Kapuziner.

FranziskusFranz von Assisi.

Franzos, Karl Emil, Schriftst., 1848–1904; Rom. „Ein Kampf ums Recht“.

Franzose, Schraubenschlüssel mit verstellbarem Maul.

Französisch, roman. Sprache, aus dem Vulgärlatein in N-Gallien entstanden; internat. Diplomatensprache.

Lit.: Altfrz. (bis um 1500): Frühes MA. Neben geistl. Denkmälern (Eulalialied) seit 11. Jh. nationale Chansons de geste über Roland, Karl d. Gr. u. Wilh. v. Orange. Von Marie de France erste Versnovelle. Im 12. Jh. höf. Roman d’aventure (Bertran de Born, Chrestien de Troyes), im 13. Jh. allegor. „Rosenroman“, Tiersagen u. Schwankerzählungen. Lyrik nordfrz., dann provenzal. Epoche: Troubadours (11.–12. Jh.; Bertran de Born u. a.; nach den Albigenserkriegen in N-Frankr. Trouvères gen.; Jean Bodel). Kirchl. Mysterienspiele, derbe Farcen, im 13. Jh. Sotie (Narrenspiel); neben dem Mirakelspiel entstand d. allegor. Moralité. Spätes MA. Im 14. Jh. herrschte die frz. Dichtung in ganz Europa; in Frankr. nur Reimchroniken u. belehrende, allegor. Prosa. Von der höfischen Lyrik des 15. Jh. hob sich der frech-geniale Villon ab.

Neufrz.: Renaissance. Lyrik (Marot, Ronsard) u. Dramatik (Jodelle) unter italien. Einfluß. Rabelais bekämpfte die Reste des MA, Königin Margarete v. Navarra feierte freie Sinnlichkeit u. platonische Liebe.

Klassizismus. 17. Jh.. Sieg des Katholizismus, der absoluten Monarchie, des Gesellschaftsmenschen. Malherbe regelte Dichtersprache u. Versbau, die Académie (1635) reinigte Sprachgebrauch, Boileau-Despréaux vertrat antikisierende Kunstlehre, die literar. Salons schrieben Préciosité (gezierte Feinheit) vor. Heroisch-galante u. Schäferromane; Scarrons derb-realist., Cyrano de Bergeracs satir. Romane; Fabeln v. La Fontaine, Märchen v. Perrault. Höhepunkt das Drama (Einheit v. Ort, Zeit, Handlung): Corneille, Racine, Molière.

Aufklärung (18 Jh.); noch Spuren des Klassizismus: Crébillon d. Ä., Voltaire (Tragöd.), Lesage, Beaumarchais (Sittenkom.); neu Comédie larmoyante (Rührstück), bürgerl Drama (Diderot) u. Vaudeville (Singspiel). Rationalistisch waren Voltaire u. Diderot, materialistisch die meisten Enzyklopädisten. Rousseau rüttelte die Menschen auf.

Romantik. Chateaubriand betonte von neuem die Bedeutung d. Christent. für die Künste. Shakespeare, Scott, Byron gewannen Einfluß u., durch Frau v Staël, auch dt. Klassik u. Romantik. Histor. Roman u. „Mantel- und Degenstück“ blühten auf. Hugo (Lyr., Dram., Rom.) gab das romant. Programm. Anhänger: Sainte-Beuve u. Lamartine (Lyr.). Lieder v. Béranger, de Vigny, Dumas d. Ä. (Lyr., Dram., Rom.), Unterhaltungsrom. v George Sand histor. Lustsp. v Scribe, dramat. Sittenbilder v. Augier u. Dumas d. J. Abseits stand Musset.

Realismus, Naturalismus. Übergang. Balzac, Flaubert, Stendhal, Heimatdichtung. Seit 1850 mehrere Strömungen nebeneinander Heine, Schopenhauer, Wagner, Nietzsche, Tolstoj u. Dostojewskij wirkten ein; daneben positivist., biolog. Betrachtung d. Geisteslebens (Sainte-Beuve, Taine, Renan). Naturalist. Roman der Brüder Goncourt, Zolas, Maupassants. Das Drama v. Rostand u. Maeterlinck wirklichkeitsabgewandt. Lyrik: Formenkult der Parnassiens (Hérédia, Sully-Prudhomme) und Symbolisten (Décadents; [183–184] Baudelaire, Verlaine, Moréas, Verhaeren), andersartig Ponsard, Cherbuliez.

20. Jahrhundert. Jähe Wechsel in der geist. Problematik. Stärksten Einfluß übt Bergsons Philosophie. Lyrik: bis 1910 eine Art Symbolismus: Régnier, Gide; kath.: Jammes, Claudel, heidn. sinnenfroh Gräfin de Noailles, sozialistisch Péguy, kunstfromm Valéry. Roman herrscht vor, oft gewaltige Zyklen. Mit France hebt der Zweifel an der materialist. Wissenschaft an. Bourget ist vorwiegend Psycholog, Martin du Gard Philosoph. Größte kulturgeschichtl. Gerechtigkeit beweist Rolland; unerhörte Verinnerlichung bei Proust. Romains will Alleben spüren, ohne Eigenleben aufzugeben.

Das Kriegserlebnis ist von Raynal dram., v. Barbusse, Duhamel, Dorgelés episch gestaltet. Die Nachkriegsgeneration antwortet auf die Europamüdigkeit mit ungebärd. Erlebnishunger (Bourges, Philippe, Larbaud, MacOrlan, Montherlant, Adam); exot. Erzählungen, Abenteuer- u. Detektivromane.

Belgien. Den bodenständ. Roman begr. Coster („Ulen-spiegel“). Ihm folgten Lemmonnier, Rodenbach. Giraud gehörte zum Parnaß, anfangs auch Verhaeren. Impressionisten: Lerberghe, Mockel, Fontainas, Elskamp, Le Roy; symbolist. Dramatiker Maeterlinck. In neuester Zeit: Kistemaeckers, Crommelynck.

Französisch-Äquatorialafrika, frz. Kolonie, 2 255 870 qkm, 3 128 000 E; Hptst. Brazzaville. Klima tropisch. Dünn siedelnde Bev.: Bantu, Sudanneger, Araber, Pygmäen. Wirtschaft wegen Schlafkrankheit wenig ausgebildet.

Französische LiteraturFranzösisch.

Französische RevolutionFrankreich (Gesch.).

Französisch-Guayana, frz. Kolonie im N v. S-Amerika, 88 240 qkm, 47 300 E (Indianer, Neger, Inder); Hptst. Cayenne. Ebenen in den Küstengebieten, höher aufragendes Plateaubergland im S. Dichter trop. Wald. Gewinnung u. Ausf. v. Gold.

Französisch-Guinea, Teil v. Frz.-Westafrika; Hptort Konakry.

Französisch-Indien, der koloniale Besitz Frankr.s in Vorderindien (Chandernagor, Janaon, Karikal, Mahé, Pondichery): 513 qkm, 290 000 E; Hptst. Pondichéry.

Französisch-Indochina, frz. Kolonie in SO-Asien (Annam, Kambodscha, Kotschinchina, Kwangtschóu, Laos, Tongking): 737 850 qkm, 20 700 000 E; Hptst. Hanoi. Von NO nach SW ziehendes Kettengeb., nach W niederschlagsärmeres Savannenflachland. Klima durch SW-Monsun, Pflanzenwelt durch Hochwälder gekennzeichnet (Färb-, Tiekholz). Anbau v. Reis, Baumwolle, Rohrzucker, Mais. In Tongking Portlandzement-Ind.

Französisch-Kamerun, frz. Völkerbundsmandat in Afrika, 430 000 qkm, 1 877 000 E; Hptst. Jaunde. Tropenwälder im Tiefland, Park-, Savannen- u. Steppenlandsch. auf d. kühlen, gesunden Hochländern. An der Küste Kakao-, Kautschuk-, Tabakplant.

Französisch-Marokko, frz. Schutzgebiet (Sultanat) in NW-Afrika, ohne Wüste 420 000 qkm, 4 229 000 E; Hptst. Rabat.

Französisch-Ozeanien, frz. Besitz, in Südsee, 4004 qkm, 37 000 E; Hptst. Papeete.

Französisch-Somaliküste, frz. Kol. in NO-Afrika, 22 000 qkm, 85 000 E; Hptst. Dschibuti.

Französisch-Sudan, Teil v. Frz.-Westafrika; Hptort Kuluba.

Französisch-Togo, frz. Völkerbundsmandat in W-Afrika, 52 000 qkm, 743 000 E; Hptst. Lome; sehr heiß: vorherrschend baumreiche Grassavanne, durchzogen v. Uferwäldern der Flüsse. Im Küstenland reiche Ölpalmenbestände. Kakao, Baumwolle, Kautschuk, Kopra, Palmöl u. -kerne.

Französisch-Westafrika, frz. Kol., 3 739 200 qkm, 13 542 000 E; Hptst. Dakar, umfaßt Sudan vom Atlant. Ozean bis Tschadsee u. reicht nach N weit in Sahara hinein. Bodengestaltung sehr einförmig. Trop. Klima. An der Guineaküste doppelte Regenzeiten. Im Innern überwiegen die Trockenzeiten. Pflanzenwelt im S größtenteils Baum- u. Buschsavanne, im N die Steppen u. Wüsten d. westl. Sahara. Bewohner überwiegend Neger (meist Ackerbauer). Wirtschaftlich nicht einheitl. erschlossen, am besten Senegal (Anbau v. Reis, Mais, Baumwolle, Tabak, Palmöl, -kerne).

Französisch-Westindien: Guadeloupe, Martinique, Saint-Pierre, Miquelon.

Franz von Assisi (der hl. Franz[iskus]), 1182–1226, Gr. der Franziskaner; Liebe zu aller Kreatur („Sonnengesang“).

Franz von Sales (Salesius), Hl., Kirchenlehrer, 1567–1622, Bischof v. Genf.

Franz Xaver, Hl., 1506–52, Gefährte des Ignatius von Loyola, Missionar von Indien u. Japan.

Frappant, „schlagend“, auffallend.

Frascati, Villenort in d. ital. Prov. Rom, 11 000 E; Gartenbau; Villa Falconieri (16. Jh.).

Fräse, Bodenbearbeitungsgerät, lockert, krümelt u. ebnet den Boden.

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Fräsmaschinen: Scheibenfräser.

Fräsmaschinen, Werkzeugmaschinen zur Bearb. v. Holz u. Metallen mit Fräsern, d. h. sehr rasch umlaufenden Werkzeugen mit geraden od. schraubenförmig angeordneten Schneidezähnen (Abb.).

Frater, Bruder, Mönch; F.nität, Bruder-, Genossenschaft. F.nisieren, sich verbrüdern.

Frauenbewegung, die Bestrebungen, die der Frau die Mitarbeit auf allen Lebensgebieten ermöglichen wollen.

Frauenflachs (Linaria vulgaris), Braunwurzgewächs, mit gelben Löwenmäulchenblüten.

Frauenhochschulen, Bildungsstätten (mit Hochschulgepräge) für sozialpäd. Schulung der Frauen.

Frauenlob (Heinr. v. Meißen), gelehrter Sprachdichter, um 1250–1318.

Frauenoberschule, 3jähr. Lehrgang zur hauswirtschaftl. Ausbildung od. als Vorbildung für Haushaltspflegerinnen od. Gewerbelehrerinnen.

Frauenschuh (Cypripedi[l]um calceolus), schönste einheim. Orchidee, 40 cm, Blüten gelb, oft rot gefleckt.

Frauenschule, 1908 eingeführt, 1jähr. hauswirtschaftl. Lehrgang, seit 1917 1- u. 2jährig geführt.

Frauenstimmrecht = Frauenwahlrecht.

Frauenvereine, Zus.schlüsse v. Frauen zu sozialen, vaterländ., berufl., parteipolit, konfessionellen, staats-bürgerl. Zwecken.

Frauenwahlrecht, zuerst 1869 im USA-Staat Wyoming eingeführt, im Dt. Reich 1919.

Frauenwörth (Fraueninsel)Chiemsee.

Fraunhofer, Jos. v., Physiker, 1787–1826; opt. Instr., Sonnenspektrum.

Fraustadt, St. im S. der Grenzmark Posen-Westpr., 7600 E.

Fray Bentos, Hafenst. in Uruguay, 7400 E; Fleischindustrie (Liebig Co.).

Frechen, D. westl. Köln, 10 000 E.

Fredericia, dän. Hafenst, Jütland, 18 500 E.

Frederikstad, Hafenst. SO-Norw., 14 000 E.

Freetown, Hptst. der brit. Kol. Sierra Leone, 44 000 E; Hafen.

Free-trade = Freihandel.

Fregatte, vollgetakeltes Kriegsschiff mit 26–40 Geschützen, seit etwa 1850 auch mit Dampfmaschine.

Fregattenkapitän, Marineoffizier (Oberstleutnantsrang).

Fregattvogel, Storchvogel, 1 m, trop. Meere.

Freibank, amtl. Verkaufsstelle für nicht vollwert., deshalb billigeres, aber noch brauchb. Fleisch.

Freiberg, sächs. St., Erzgeb., 35 000 E; Dom (13.–16. Jh.); früher Blei- u. Silberbgb.; daher (seit 1765) Bergakademie.

Freibeuter, Seeräuber.

FreibezirkZollanschlüsse.

Freibleibend, Formel für nichtbindendes Angebot.

Freiburg,

1) (F. im Breisgau) St. am Westfuß des Schwarzwalds, 90 000 E; Münster (13.–16. Jh.), Universität.
2) Schlesische St., westl, von Schweidnitz, 9400 E.
3) Westschweiz. St., 22 000 E.

Freidank (Fridank), Dichter; Lehrged. „Bescheidenheit“ (um 1230).

Freidenker, Atheist, erklärt alles „natürlich“, lehnt auf Grund rein verstandesmäß. Einstellung die Autorität v. Kirche u. Offenbarung ab.

Freie, der germ. Mittelstand, der Kern des Volkes.

Freie Berufe: die Ausübenden sind weder Arbeitnehmer noch beschäft. sie solche (außer Hilfskräften), z.B. Anwälte, Ärzte, Künstler, Schriftsteller.

Freie ev. Gemeinden, Sektenbildung nach 1850, bes. in N- u. W-Deutschl.; Lehre reformiert.

Freie-Hand-Verkauf, Abschluß ohne Bindung an best. Formen i. Gegensatz zur Auktion.

Freie Künste (Artes liberales), i. Altert. u. MA die z. Bildung des freien Mannes gehörenden 7 Wissenschaften: a) Trivium: Grammatik, Dialektik, Rhetorik; b) Quadrivium: Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie.

Freienwalde, brandenb. St., an der Alten Oder, 10 000 E.

Freier Verkehr, Handel mit nicht zur Börse zugelass. Wertpapieren.

Freie Schulgemeinde, v. G. Wyneken 1906 in Wickersdorf (Thür., Kr. Saalfeld) gegr., erstrebt als Gegengewicht zur Intellektualisierung gesunde körperl. Entwickl. u. Pflege d. Schönheitssinns.

Freie Städte. Bremen, Hamburg, Lübeck traten als „F.“ 1815 (mit Frankfurt a. M.) dem Deutschen Bund, 1866 dem Norddt. Bund u. 1870 dem Dt. Reich bei.

Freie Studentenschaft (Finkenschaft), Organisation der außerhalb d. Korporationen stehenden Studenten (Finken).

FreifrauFreiherr.

FreigebietZollanschlüsse.

FreigrafschaftFranche-Comté.

FreihafenZollniederlagen.

Freihandel (Handelsfreiheit), durch Schutzzoll nicht beengter internationaler Handel. Die F.slehre stützt sich auf Adam Smith; Schlagwort: „Laissez faire, laissez passer“. Die Naturgaben der verschiedenen Länder seien verschieden u. erzwängen daher internationalen Austausch u. internat. Arbeitsteilung. Dagegen behauptete F. List die Notwendigkeit von Erziehungszöllen (↑ Zölle).

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Schlagwort der Frz. Revolution.

Freiheitskriege = Befreiungskriege.

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Freiheitsmütze.

Freiheitsmütze (Jakobinermütze), rote Mütze der 1792 befreiten Galeerensträflinge in Marseille.

Freiheitsstrafen: Zuchthaus (lebenslängl. od. 1–15 J.), Gefängnis (1 Tag bis 5 J.), Festungshaft (lebenslängl. od. 1 Tag bis 15 J.), Haft (1 Tag bis 6 Wochen).

Freiherr, früher dt. Adelstitel, heute Bestandteil des Namens, hinter den Vornamen zu stellen. Gattin Freifrau, Tochter Freiin: Anrede: Baron, Baronin, Baroneß.

Freikonservative, polit. Partei im Pr. Landtag, 1866–1918 im Reichstag, seit 1871 als Dt. Reichspartei.

Freikörperkultur erstrebt sittliche Erneuerung u. körperliche Vervollkommnung durch Nacktheit; eigne Gelände.

Freikorps, milit. Freiwilligenverbände ; 1813 F. v. Lützow, nach dem Weltkrieg z. B. F. Roßbach.

FreilaufFahrrad.

Freileitungen, elektr. Leitungen auf Masten mit Porzellanisolatoren.

Freilichtbühnen = Naturtheater.

Freilichtmalerei = Plein-air-Malerei.

[185–186] Freiligrath, Ferd., Dichter, 1810–76; exot., polit., zuletzt patriot. Gedichte.

Freimaurerei, Lebenskunst des rechten „Bauens“ an Ich u. Menschheit zu geist. u. sittl. Veredlung; organisiert im Freimaurerbund: viele selbständige Großlogen (-Oriente) unter Großmeistern; die kleinern Logen unter Meistern vom Stuhl. 3 Grade: Lehrling, Geselle, Meister; meist keine relig., nationalen u. rass. Schranken. Entstanden aus den ↑ Bauhütten.

Freisasse, Freibauer.

Freising, oberbayr. St., 15 000 E; Gerbereien.

Freisinnige Partei, Deutsche, hervorgegangen 1884 aus der Dt. Fortschrittspartei; parlamentarisch, antisozialistisch. 1893 Spaltung in Freisinnige Volkspartei u. Freisinn. Vereinigung, 1910 zur Fortschrittl. Volkspartei.

Freistaat = Republik.

Freital, sächs. St., bei Dresden, 37 000 E.

Freiübungen, körperl. Übungen ohne Geräte.

Freiwillige GerichtsbarkeitGerichtsbarkeit.

Freiwirtschaft, Wirtschaftsprogr. unter den Schlagwörtern „Freiland, Freigeld, Freiwirtschaft“ (FFF); Beseitigung aller Monopole von Grund- u. Geldbesitz; v. Silvio Gesell.

Freizeit, Form gemeinschaftl. verbrachter, berufsfreier Erholungszeit: für gemeins. Aussprache, Sport usw.; auch Veranstaltung zu relig. Vertiefung.

Freizügigkeit, Recht der freien persönl. u. wirtschaftl. Bewegung, bes. Aufenthalts- u. Niederlassungsfreiheit.

Fremantle, westaustr. Hafenst., 31 000 E.

Fremdenlegion, frz. (zuerst 1831 in Algerien), auch span. Truppe aus Angeworbenen aller Nationen.

Fremdwörter, stammen aus andern Sprachen, haben ihre fremde Form fast od. ganz unverändert beibehalten.

French, John, Earl of Ypres of High Lake, 1852–1925, 1914–15 engl. Oberbefehlsh. in Frankr.

Frenetisch, rasend, tobend.

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Gustav Frenssen.

Frenssen, Gust., Schriftsteller, *1863; Rom.: „Jörn Uhl“, „Hilligenlei“, „Peter Moors Fahrt nach Südwest“.

Frequenz, Häufigkeit, Besucherzahl, Andrang; Techn.: Zahl der Wellen bei Wechselstr. i. 1 sek; Physik:Schwingung.

Fresenius, Karl Remigius, Chemiker, 1818 bis 1897, verd. um d. Analyse.

Freskomalerei (al fresco) Wandmalerei mit Wasserfarben auf feuchter Kalkfläche.

Fresnel, Augustin Jean, frz. Physiker, 1788–1827, bewies durch Interferenzversuche Wellennatur des Lichts.

Frettchen, blaßgelbe Spielart des Iltis; zur Kaninchenjagd.

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Sigmund Freud.

Freud, Sigm., *1856, Wien, Begr. der Psychoanalyse.

Freudenstadt, württ. St. u. Höhenkurort, im Schwarzwald, 11 000 E.

Freundschaftsinseln = Tongainseln.

Freyer, Hans, Philos. u. Soziolog, Leipzig, *1887.

Freyja, altnord. Liebesgöttin, Schwester d. Freyr, Gott d. Fruchtbarkeit u. des Lichts.

Freytag, Gust., realist. Schriftst., 1816–95; Schausp., Lustsp.: „Die Journalist.“, Rom.: „Soll u. Haben“, kulturhist. Erz. „Die Ahnen“, „Bild, aus d. dt.Vergangenh.“.

Freytagh-Loringhoven,

1) Axel, Frh. v., *1878, Prof., Breslau, dt.-nat, M.d.R.
2) Hugo, Frh. v., 1855–1924, 1915 Gen.-Quartiermeist., Militärschriftst.

Friaul, ehem. Hzt. i. nordö. Teil d. Venezian. Tiefebene. Meist italienisierte Bew. (F.er, Furlaner) m. roman. Mundart.

Frick, Wilh., nat.-soz. Polit., *1877, Jan. 1930 bis 1. 4. 1931 thür. Innenmin., M.d.R. (seit 1924).

Friedberg, altertüml. oberhess. St., 11 000 E.

Friedberg, Emil, Kirchenrechtslehrer, 1837–1910.

Friedensabkommen, arbeitsrechtl. Bestimmung, daß nach beend. Arbeitskampf Maßregelungen unterbleiben u. Entlassene wied. eingestellt werden.

Friedensbewegung = Pazifismus.

Friedenspflicht, arbeitsrechtl. Verpflichtung zw. Arbeitgeber- u. Arbeitnehmerverbd., alles zu unterlassen, was geg. Tarifvertrag verstößt u. wirtsch. Frieden stör. könnte.

Friedensverträge 1919–22. Friedenskonferenz von Paris begann 18. 1. 1919 in Versailles; Vertr. d. Hauptmächte: Clemenceau f. Frankr., Lloyd George Großbrit., Wilson USA, Orlando (zeitweil. Sonnino) Ital. (Rat der Vier); Vertr. d. Dt. Reichs: Brockdorff-Rantzau. Der „Friedensvertrag“, unterzeichnet am 28. 6. 1919 in Versailles u. 10. 1. 1920 in Kraft getreten, hat seine „moral. Grundlage“ in d. Anerkennung d. dt. Alleinschuld am Weltkrieg durch das Dt. Reich; der Form nach Vertrag, dem Inhalt nach Diktat, umfaßt 440 Artikel in 15 Teilen. Der 1. Teil enthält die Völkerbundssatzung, der 2. Teil bestimmt die Grenzen des Dtsch. Reichs, der 3. Teil setzt in polit. Bestimmungen über Europa die vom Dt. Reich abzutretenden u. die vom Völkerbund zu besetzenden Gebiete fest, der 4. Teil nimmt d. Dt. Reich seine Kolonien, d. 5.Teil seine militär. Machtmittel, der 6. Teil verschiebt die Auslieferung der dt. Kriegsgefangenen bis nach Inkrafttreten d. Vertrags. Im 7. Teil wird d. Auslieferung d. Kriegsverbrecher gefordert, der 8. Teil verlangt Wiedergutmachungen, der 9. u. 10. Teil enthält finanz. u. wirtschaftl. Bestimmungen, der 11. Teil verleiht den alliierten Luftfahrzeugen im Dt. Reich bis 1923 gleiche Rechte wie den dt., der 12. Teil bestimmt Internationalisierung der Elbe, der Moldau, der Oder, des Njemen, der Donau, der 13. Teil betrifft das Internat. Arbeitsbüro in Genf. Teile 14 u. 15 enthalten verschied. Bestimmungen. Der „Friedensvertrag“ von Saint-Germain, unterzeichnet 10. 9. 1919, machte Österr. zum Rechtsnachfolger der ehem. österr.-ung. Monarchie u. zum lebensunfähigen Torso. Der „Friedensvertrag“ von Trianon v. 4. 6. 1920 mit Ungarn u. der von Neuilly mit Bulgarien v. 19. 9. 1919 enthalten ähnl. brutale Bedingungen. Die Türkei wurde im Vertrag von Sèvres (10. 8. 1920) als Staatswesen auf Innerkleinasien beschränkt; sie sicherte sich aber im Vertrag von Lausanne 24. 7. 1923 europ. Gebiet.

Friedenthal, Hans, Physiol., *1870; Nachw. der Blutsverwandtschaft zwischen Affe und Mensch.

Friederici, Carl Georg Ed., Ethnol., *1866.

Friedland, nordböhm. St., 6200 E; ehem. Wallensteinsches Schloß.

Friedländer, Max J., Kunsthistoriker., *1867, General-Direktor der preußischen Staatlichen Museen.

Friedliche Durchdringung, einseitige wirtschaftl. Ausbreitung eines Staates in ein wirtschaftlich passives Gebiet durch Gewinnung seiner Rohstoffquellen.

Friedrich, Kasp. Dav., Maler, 1774–1840; romant. Landschaften (↑ Taf. Sp. 376).

Friedrich,

1) Deutsche Könige u. röm. Kaiser: F. I., Rotbart (Barbarossa), 1123–90, 5 Züge nach Italien, ertrank auf Kreuzzug; schläft nach Volkssage im Kyffhäuser. F. II., 1194–1250, 1215 König, 1220 Kaiser. F. (III.), der Schöne, Gegenkönig Ludwigs des Bayern, 1286–1330.
2) Dt. Kaiser: F. III., *1831, † 15. 6. 1888 (Kehlkopfkrebs), 9. 3. 1888 Kaiser, 1858 mit Prinzessin Viktoria (Kaiserin F., 1840–1901) v. Engl, vermählt.
3) F. Wilh., d. Gr. Kurfürst (Brandenburg), 1620–88, begr. preuß. Beamtentum u. Heer.
4) F. V., Kurfürst v. d. Pfalz, 1596–1632, Haupt der prot. Union, 1619 König v. Böhmen („Winterkönig“), verlor 1620 den Thron dch. ⚔ bei Prag.
5) Preußen: F. I., als Kurfürst v. Brandenburg F. III., 1657–1713, machte sich 18. 1. 1701 zum König. F. Wilh. I., 1688–1740, 1713 König. F. II., d. Gr., 1712–86, 1740 König, erob. 1740–41 Schlesien, das er sich im 7j. Krieg (1756–63) sicherte, organisierte Verwaltung, verbesserte Heer u. Rechtspflege. F. Wilh. III., 1770–1840, 1793 mit Luise v. Meckl.-Strelitz verh., 1797 König F. Wilh. IV., 1795–1861, 1840 König, lehnte 1849 die dt. Kaiserkrone ab, seit 1857 gehirnleidend. Prinz F. Karl, Neffe Wilh. I., 1828–85, 1866 u. 1870 Heerführ.
6) Sachsen: F. I., d. Streitb., 1369–1428. F. III., der Weise, 1463–1525, schützte Luther. F. Aug. I. (d. Starke) ↑ Aug.

Friedrichroda, St. u. Kurort, am N-Fuß d. Thür. Wald, 6000 E.

Friedrichshafen, württ. St, a. Bodensee, 11 000 E; Luftschiffbau Zeppelin.

Friedrichshall, Saline b. Koburg; [187–188] F.er Bitterwasser.

Friedrichsruh, D. b. Hamburg; Schloß Bismarcks mit Mausoleum.

Friedrichsthal, pr. D. bei Saarbrücken, 15 000 E.

Friedrich-Wilhelms-Kanal verbindet Oder (oberhalb Frankf.) mit Spree (oberh. Fürstenwalde).

Fries, farb. od. plast. hervorgehob. Zierstreifen eines Bauteils.

Friesel, hirsekornähnl. Hautausschlag.

Friesen, seit vorchristl. Zeit germ. Volksstamm längs d. Nordseeküste: W-, O- u. N-F.

Friesen, Friedr., Patriot u. Turnförderer, 1785–1814.

Friesische Inseln, an niederl. u. dt. Nordseeküste, durch Wattenmeer v. Festland getrennt.

Frigg, Frîja (nord. Frigg; die „Geliebte“), germ. Göttin, Gemahlin Odins.

Frigidität, geschlechtl. Kälte der Frau.

Frika(n)delle, gebrat. Klößchen aus gewürzter Fleischfarce.

Frikassee, Fleischstückchen in würz. Soße.

Friktion, Reibung; volksw.: unvollständ. Wirken d. Preisgesetze. F.sräder, Reibungsräder.

FrischenEisen.

Frisches Haff, ostpr. Strandsee, 825 qkm.

Frischling, Junges v. Wildschwein.

Frisco = San Francisco.

Fritfliege, Fliegenart; Larven in Getreidehalmen u. Körnern.

Frithjofssaga, altnordische Sage (13. Jh.) v. norw. Helden Frithjof u. s. Liebe zur Königstochter Ingibjorg.

Frittung, Veränderung von Gestein durch Hitze.

Fritzlar, altertüml. St. in Hessen-Nassau, 3900 E.

Frivol, nichtig; leichtfertig; F.ität, Leichtfertigkeit. ↑ Taf. „Handarbeiten“.

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Friedrich Fröbel.

Fröbel, Friedr., 1782–1852, Anhänger Pestalozzis, gründ. 1. Kindergarten.

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Leo Frobenius.

Frobenius, Leo, Ethnolog, *1873; viele Afrikareisen, gr. 1918 „Afrika-Archiv“, aus d. Forschungsinstitut für Kulturmorphologie (Frankf. a. M.) hervorging.

Fron, den Herrn betr., ihm zugehörig (F.dienst, F.leichnam, frohnen, fröhnen).

Fronde, rücksichtslose Bekämpfung d. Regierung durch eine Gruppe Unzufriedener; diese selbst.

Fronen (Frondienste, Scharwerke), Arbeitsdienste, die Besitzer bäuerl. Grundstücke dem Gutsherrn leisten mußten (Spann-, Hand-F.).

Fronleichnam, das in Christi Leib verwandelte Brot; F.sfest, 2. Donnerstag n. Pfingsten (Prozession).

Front, Vorderseite, z. B. v. Gebäuden; im Kriege Geländestreifen, a. d. sich die Gegner bekämpfen.

Frosch, bei Streichinstr. Griffende des Bogens.

Frösche. Wasser-F. (Rana), Pupille querstehend, Zunge hinten frei. Die braunen Wasser-F. ohne äußere Schallblase: Gras-, Springfrosch; die grünen Wasser-F. mit äußerer Schallblase beim Männchen: Wasserfrosch.

Froschlöffel, Staude bis 1 m, Blätter langgestielt, eiförmig, Blüten weiß od. rötl, in Gewässern.

Froschperspektive, Ansicht v. tiefem Standpunkt aus.

Frost, Temperatur unter Gefrierpunkt.

Frostbeulen, entzündete, zu Geschwüren neigende Stellen an Fingern, Zehen, Ohrläppchen, die bei beginnendem Frost brennen.

FrostspannerSpanner.

Frottieren, reiben (bes. Körperteile).

Frottierstoff, Schlingengewebe bes. zu Badetüchern.

Frucht, das, was durch die Befruchtung entsteht (↑ Taf. Sp. 73).

Fruchtknoten, die Samenanlagen umschließender Blütenteil (↑ Taf. Sp. 73).

Fruchtwechsel, geregelter Wechsel zwischen Halm- u. Blattfrüchten beim landw. Anbau.

Frugal, mäßig, einfach.

Frühchristliche (altchristl.) Kunst, noch stark v. der Antike beeinflußte Kunst d. ersten christl. Jahrhunderte, bes. in Italien u. N-Afrika, teilweise überschnitten v. der byz. Kunst. Symbol. Wandmalereien u. reliefgeschmückte Sarkophage in den röm. Katakomben. Anfänge des Kirchenbaus: Basilika u. Zentralbau; darin prächt. Wand- u. Deckenmosaiken. Hochentwickelte Miniaturmalerei u. Elfenbeinschnitzerei.

Frundsberg, Georg v., 1473–1528, führte 1521–25 dt. Landsknechte in Italien.

Frunse, Hptst. v. Kirgisistan, 37 000 E.

F.T. = Funkentelegraphie.

Fuâd I., Achmed, *1868, 1917 Sultan, 1922 König v. Ägypten.

Fuchs, Abzugskanal einer Feuerung; Verb.-Student der ersten Semester, betreut vom F.major.

Fuchs, Schmetterlinge; Großer F. (↑ Taf. Sp. 697), Raupen auf Obstbäumen, Ulmen; Kleiner F., Raupen auf Brennessel.

Füchse, hundeart. Raubtiere: Europäisch. Rotfuchs, 90 cm, Schwanz 50 cm, fahlrot; Abarten: Silber-, Kreuzfuchs (↑ Fuchsfelle). Eisfuchs, im Sommer grau, im Winter weiß. Wüstenfuchs (Fenek), sandfarben, N-Afrika.

Fuchsfelle, Blaufuchs, bläul.-grau-braun, v. Eis- od. Polarfuchs, Weißfuchs, das rein weiße Winterfell; Silberfuchs, schwarze Haare mit silbrig-weißen Spitzen, von nordamerikan. u. sibir. Füchsen, verwandt der Kreuzfuchs mit schwarzer kreuzart. Zeichnung auf Nacken u. Schulter; rötlichgelb v. europ. Rotfuchs, silber- bis rötlichgrau vom Gris- (Grau-) Fuchs aus N-Amerika.

Fuchsien, Nachtkerzengewächse, Mittel- u. S-Amerika u. Neuseeland.

FuchsmajorFuchs.

Fuchsschwanz, Handsäge mit breitem Blatt.

Fuder, Wein- u. Getreidemaß, = 800–1800 l.

Fudschijama, heiligster u. höchster Berg der Jap. Inseln (3778 m), Vulkan.

Fuge, im 17. Jh. ausgebildete mus. Kunstform: das gleiche Thema tritt in den verschied. Stimmen nacheinander auf u. wird kunstvoll gegeneinander gesetzt.

Fugger, fürstl. u. gräfl. Geschlecht, seit 1368 in Augsburg, urspr. Barchenthändler, 1530 Reichsgrafen.

Führerschein, polizeil. Erlaubnisschein zum Fahren v. Kraftfahrzeugen: Klasse 1 für Krafträder, Kl. 2 Kraftwagen v. über 2,5 t Eigengewicht, Kl. 3a leichtere Wagen mit Hubraum bis 2,1 l, Kl. 3b leichtere Wagen über 2,1 l.

Fuhrmann, Sternbild d. nördl. Himmels.

Fulbe, Volk der Sudanneger in W-Afrika. ↑ Taf. II Sp. 441.

Fulda, St., Hessen-Nassau, 26 000 E; Emaillierwerk.

Fulda, Quellfluß d. Weser, v. d. Röhn, 124 km.

Fulda, Ludw., Dramatiker, *1862; „Der Talisman“; Übersetzer („Cyrano v. Bergerac“).

Fulldress, Gesellschaftsanzug, Galauniform.

Fuller(Walk[er])erde, [189–190] Aluminium-Magnesiumsilikat; Entfärbungsmittel für Öle u. Fette.

Füllort, bergmänn.: erweiterter Raum vor dem Förderschacht.

Füllung, von Rahmen od. Friesen eingefaßte Platte.

Fulminant, blitzend; „geharnischt“.

Fumarolen, in vulkan. Gebieten Ausströmungen v. Gasen.

Funchal, Hptst. der portug. Insel Madeira, 24 000 E; Hafen.

Fund verpflichtet bei Wert über 3 ℛℳ zu polizeil. Anzeige u. berechtigt zu Finderlohn.

Fundament, Bauwesen: in der Erde liegender Unterbau.

Fundieren, gründen, versorgen.

Fundierte Staatsschulden, langfristige Anleihen.

Fundus, Grund und Boden; Theater: Bestand an Kostümen, Requisiten, Beleuchtungsapparaten.

Fünen, dän. Insel, 2990 qkm, 280 000 E.

FünfjahresplanSowjetunion.

Fünfkampf: Laufen, Springen, Werfen (keine Übungsart darf mehr als 2 X vertreten sein).

Fünfkirchen, südwestung. St., 50 000 E.

Fungible (vertretbare) Waren, Gegenstände gleicher Güte, v. denen eine Teilmenge die andre ersetzen kann.

Fungieren, tätig sein, verrichten.

Funkenstrecke, Stelle im elektr. Stromkreis, an der Funken überspringen.

Funker, im Funkdienst tätige Person.

Funkie, Liliengewächse, Blüten trichterförm., weiß, bläulich und lila.

Funkpeilung (-ortung), nautische Ortsbestimmung d. Funktechnik.

Funkröhre (Kathoden-, Elektronenröhre). Je nach Verwendungszweck: Sende-, Hochfrequenz-, Niederfrequenz-, Widerstandsverstärkerröhre sowie Gleichrichter u. Audionröhre. In luftleerem Glaskolben befinden sich 3 metall. Elektroden (Abb. 1), Kathode H, ein Draht, der durch Heizstrom erhitzt wird, wodurch die Kathode Elektronen ausschleudert; Anode A dient zum Auffangen der Elektronen u. die durchlöcherte Elektrode G (Gitter) zum Steuern der Elektronen. Anode ist nicht geheizt, gibt deshalb keine Elektronen ab, wodurch Strom nur in einer Richtung fließen kann (Ventil- oder Gleichrichterwirkung). Mit Hilfe des Gitters ist es möglich, durch Anlegen von Spannung (Gitterspannung) den Anodenstrom (H–A) so stark zu beeinflussen (Abb. 2), daß die F. eine etwa 10fache Stromverstärkung ermöglicht. Dadurch ist Verstärkung (↑ Taf., 2 u. 3, Sp. 184) sowie bei geeigneter Schaltung (↑ Taf., 4, Sp. 184) Erzeugung von Schwingungen möglich. Bei Senderöhren steigen die Ausmaße mit der Leistung (größte F. bisher: 1000 kW). Die meisten Sender verwenden F. von etwa 50 kW, deren Anode einen Teil der Gefäßwand bildet u. von außen gekühlt wird.

Funkspruch, Ferngespräch auf drahtlosem Weg.

Funktechnik (↑ Taf. Sp. 184) dient zur Übermittlung v. Nachrichten, Gesprächen, Vorträgen, Konzerten, photogr., gedruckten und lebenden Bildern mittels elektromagnet. Wellen, die sich durch Luftraum u. alle schlechten elektr. Leiter (Steinwände, Holz usw.) ungehindert fortpflanzen. Dabei kommt bes. im Rundfunk Streuwirkung d. Funksender nach allen Richtungen in Betracht. Ein elektr. Stromkreis mit Spule (Induktivität; Abb. 1: L) u. Kondensator (Kapazität, C) stellt elektr. Schwingungskreis (Oszillator) dar. Wird in der Spule v. außen herein kurzer Stromstoß erzeugt, dann ladet dieser erst den Kondensator auf. Hört der Stromstoß u. somit Aufladung auf, so entladet sich der Kondensator über die Spule. Die Selbstinduktion d. Spule verlängert diesen Entladungsstrom u. ladet dabei den Kondensator umgekehrt wie vorher wieder auf. Nach Beendigung dieser Aufladung beginnt abermals eine Entladung; die Ladung schwingt über die Spule hin und her. Durch Widerstands- und andre Verluste im Stromkreis hört die Schwingung nach u. nach auf (gedämpfte Schwingung; Abb. 2 b). Wird von außen immer neue Energie zugeführt, sodaß die Schwingung gleichmäßig fortbesteht, nennt man sie ungedämpft (Abb. 2 c). Die sekundl. Schwingungszahl ergibt sich aus Größe der Induktivität u. Kapazität. Das Maß Hertz (Hz) und Kilohertz (kHz; auch Kilocycle = 1000 Hertz) gibt die Frequenz an, d. h. wie oft je sek die Ladung eine volle Hin-und Herschwingung (Wellenbewegung; Abb. 2 a), ausführt. Niederfrequenz bis 100 Hz, Mittel- od. Tonfrequenz 100–10 000 Hz, Hochfrequenz 10–1000 kHz, Höchstfrequenz über 1000 kHz. Die Wellen pflanzen sich mit Lichtgeschwindigkeit (300 000 km je sek) fort. Der Begriff Wellenlänge (der von einer vollen Schwingung zurückgelegte Weg; Wellenlänge = Lichtgeschwindigkeit: Frequenz) wird vorwiegend bei kurzen Wellen (unter 100 m) benutzt. Diese teilt man in Zehner- (10–100), Einer-(1–10) u. Deziwellen (0,10–1 m) ein. Einer- u. Deziwellen und die noch kürzern (bis zu den ultraroten Strahlen herab) bezeichnet man als ultrakurze Wellen. Eine Gruppe von benachbarten Wellen heißt Wellenband. Schaltet man in ungedämpft schwingenden Kreis veränderl. Widerstand ein, z. B. Mikrophon, das seinen Widerstand im Rhythmus d. auftreffenden Sprachschwingungen ändert, so werden die Schwingungen zeitweise eingeengt u. wieder freigegeben (Modulation, modulierte Schwingungen; Abb. 2d). Schwingungen wurden früher durch elektr. Funken erzeugt, später durch Lichtbogen u. Maschinensender. Die meisten Funksender sind als Röhrensender (↑ Taf., 4, Sp. 184) ausgebaut. Durch Antennenkopplung werden d. so erzeugten Schwingungen auf Antenne (↑ Taf., 5) übertragen. Die Ausstrahlung der Schwingungen erfolgt durch offene Schwingungskreise in der Art, daß d. Kondensator nach Abb. 3 gleichsam aufgeklappt wird. Die „Platten“ werden immer weiter voneinander entfernt, wobei man sie zu Drahtgebilden umwandelt. Die Antennen strahlen i. allg. nach allen Richtungen aus. Bei kurzen Wellen kann man der Ausstrahlung best. Richtung geben, indem man in best. Entfernung hinter den Antennen gleichlange Drähte aufhängt, die als Spiegel wirken (Strahlwerfer-, Beam-Antennen; Abb. 4). Bes. Funkanlagen lassen Funkwellen an Draht entl. z. Empfänger hin laufen (Drahtfunk, Hochfrequenztelegraph, und -telephon.) beim Zugfunk (Abart des Drahtfunks) erhält d. fahr. [191–192] Zug unter ähnl. Mitbenutzung der längs der Gleise laufenden Telegraphenleitungen Funkfernsprechverbindung.

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Abb. 6. a Kontaktdetektor, b Detektorempfangsgerät
Schaltung: D = Detektor,
B = Blockkondensator, F = Fernhörer,
AK = Drehkondensator.

Empfang. In den Empfangsanlagen dient ein offner Schwingungskreis (Antenne) zur Aufnahme d. Schwingungen aus dem Raum (↑ Taf. 6). Bei den einfachsten (Detektor-, Zellen-) Empfängern (Abb. 6 a) ist mit dem Antennenkreis: Antennenspule – Drehkondensator – Erde ein 2. Kreis gekoppelt: Antennenspule – Detektor – Blockkondensator (parallel dazu ein Fernhörer) – Antennenspule. Im Empfänger werden durch Wirkung des Detektors (od. der Audionröhre) die Hochfrequenzschwingungen unterdrückt, sodaß nur die Tonschwingungen (die die Hochfrequenzwellen herbeitrugen) vom Fernhörer als Töne wiedergegeben werden. Der Detektor (Abb. 6) ist ein Federkontakt, in dem ein Erzstückchen (d) u. eine Metallspitze (e) od. 2 Erze gegeneinanderliegen.

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Abb. 5. Darstellung funktechnischer Einzelkreise in Schaltskizzen.

Verlauf einer Sendung. Die Tafel, Abb. 1 (Sp. 184), zeigt Aufnahme- (Besprechungs-) Raum; das Mikrophon ist neben dem Klavier aufgestellt. Vom Mikrophon geht eine Verbindung zum Schaltschrank. Von hier aus laufen die Darbietungen über Verstärker (Taf., 2) u. Endverstärker (Taf., 3) auf den Sender (Taf., 4). Von der Sende- (Taf., 5) gelangt die Ausstrahlung zur Empfangsantenne, von dieser über Empfangsapparat u. Lautsprecher zum Hörer (Taf., 6). Vgl. auch Abb. 5.

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Abb. 7. Nipkowsche Scheibe.

Die neuesten Zweige der F. sind Bildfunk u. Fernsehen. Für die Bildübermittlung der Tageszeitungen usw. dient d. Karolus-Telefunkensystem (Taf., 9), das, schon auf sehr große Entfernungen (Nauen–Mukden) angewendet, heute regelmäßig in Betrieb auf transozean. Linien ist. Für Benutzung durch Rundfunkteilnehmer werden billige, kleine Geräte hergestellt, in deren Empfängern Bilder auf chemischem Weg wiedergegeben werden (z. B. v. Fulton u. Dieckmann). Die Bildübermittlung wickelt sich ähnlich beim Fernsehen ab; um etwa auf den Stand eines Kinematographen zu kommen, müßten pro sek 16 Bilder mit je mindestens 10 000 Bildpunkten (d. h. 160 000 Punkte) übertragen werden. Beim Fernsehsender wird das Bild (z. B. Kopf einer Person) durch Lichtstrahl abgetastet, der (in Lichtblitze unterbrochen) durch eine Nipkowsche Scheibe (Abb. 7) oder ein Weillersches Spiegelrad (Taf., 7) schnell in nebeneinanderliegenden Zeilen über dieses hinweggeführt wird. Je nach dem Auftreffen auf helle od. dunkle Stellen ergeben verschiedene Rückwirkungen des Strahles auf eine Photozelle Stromstöße, die dann (verstärkt) einen Funksender modulieren. Im Empfang lösen beim System Karolus-Telefunken die Gleichstromstöße durch die Kerrzelle (↑ Kerr-Effekt) Lichtblitze aus, die im gleichen Tempo wie die Strahlen beim Sender auf Projektionswand (oft durchsichtig) geworfen werden u. dort die Bilder aus den vielen Punkten so schnell aufbauen, daß dem Auge das Bild ruhend erscheint.

Funktion (Ztw.: f.ieren9, Tätigkeit, Amtsverrichtung; davon F.är, Angestellter, bes. Beauftragter einer Partei. Math.: Zuordnung zw. 2 veränderl. Größen. F.entheorie, Zweig der Analysis.

Furage (Fourage), (Pferde-) Futter.

Furien = Erinnyen.

Furka, Schweiz. Paß, 2436 m, zw. Rhone- u. Reußtal.

Furlaner, die Bewohner von Friaul.

Furness, nordengl. Hafenst., 79 000 E.

Furnieren, geringeres Holz (Blindholz) mit dünnen Blättern (Furnieren) feinern Holzes verleimen.

Furor, Wut, Raserei; f. teutonicus, dt. Grimm.

Furore, Leidenschaft. F. machen, Begeisterung (für sich) wecken.

Fürsorge wird Hilfsbedürftigen zuteil, die nicht aus eignen Kräften Lebensunterhalt beschaffen können; kann abhängig gemacht werden v. Arbeitsleistung (Pflichtarbeit), VO. vom 13. 2. 1924; geschlossene F.: in Anstalten (z. B. Kinderheim), halboffene F.: stunden- od. tageweiser Anstaltsaufenthalt (Kindertagesheim, Hort) u. offene F.: Unterstützungs- u. Beratungsstellen.

Fürsorgeerziehung, angeordnet vom Vormundschaftsgericht zur Verhütung od. Beseitigung der Verwahrlosung bei Minderjährigen unter 18 Jahren; durchgeführt in geeigneter Familie od. Erziehungsanstalt unter öff. Aufsicht u. auf öff. Kosten.

Fürstbischof, Titel einzelner Bischöfe (Breslau, Prag, Salzburg, Wien).

Fürstenabfindung, Auseinandersetzung der Länder mit den Familien der vormals reg. Fürsten über Kammergüter.

Fürstenbund, Deutscher, 1785 v. Friedr. d. Gr. gegr. pr.-sächs.-hannov. Bund gegen Österr. Ansprüche auf Bayern.

Fürstenenteignung, durch Volksentscheid am 20. 6. 1926 abgelehnt.

Fürstenwalde, St. im östl. Brandenburg, an der Spree, 23 000 E.

Fürth, bayr. St., Mittelfranken, 74 000 E.

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Wilhelm Furtwängler.

Furtwängler, Wilh., *1886, Dirigent.

Furunkel, Entzündungen v. Haut u. Unterhautzellgewebe durch Eiterkokken in Haarbälgen, Balg- od. Schweißdrüsen.

Fusan, Hafenst., SO-Küste Koreas, 113 000 E.

Fusel, volkstüml. = minderwertiger (f. ölhalt.) Branntwein; F.öle, widerlich riech. u. schmeck., giftige Zuckervergärungsbestandteile in Branntweinen aus bestimmten Maischen (z. B. in Rüben-, Kartoffelbranntw.), im weitern Sinn auch die angenehm aromatischen Nebenprodukte der Gärung in Edelbranntweinen (z. B. in Kognak, Rum, Korn).

Füsiliere, leichte Infanterie; f.n, erschießen (Todesstrafe).

Fusion, Verschmelzung geschäftlich. Unternehmungen.

Fuß,

1) ↑ Taf. Sp. 416;
2) (Schuh) Längenmaß, verschied, groß: pr. F. = 31,4 cm.

Fußball. Spielfeld: 90–125 m lang, 60–75 m breit; an jeder Schmalseite je ein „Tor“ (zwei 7,30 m voneinander entfernte Pfosten, die 2,40 m über Boden durch Stange verbunden sind). Spielgerät: Leder(ball); auf jeder Seite 11 Spieler: 5 Stürmer, 3 Läufer, 2 Verteidiger, 1 Tormann. Spieldauer 2 X 3/4 st, dazwischen „Halbzeit“ mit „Seitenwechsel“. ↑ Taf. III Sp. 696.

Füssen, bayr. St., a. Lech, 6200E.

Fußleiste (Scheuerleiste) zum Überdecken der Fuge zw. Fußboden u. Wand.

Fust, Joh., * um 1400, † 1466, Mainzer Bürger, einer der ersten Buchdrucker.

Fustage (Fastage, Leergut), Verpackung: Fässer, Kisten.

Futschou, nordchin. Vertragsst., 500 000E.

Futter. Grün-F.: Weidegras, Grünklee, -mais, -wicken, Rüben-, Kohlblätter, Viehkohl, Laub. Rauh-F.: Süßpreß-F., Wiesenheu, Klee- u. Hülsenfruchtheu, Sommerhalmstroh. Knollen- u. Wurzelgewächse: Kartoffeln u. Topinambur, Kohl-, Zucker-, Runkelrüben. Kraftfutterstoffe: Getreidekörner, Hülsenfrüchte, Leinsamen. Abfälle techn. Gewerbe: Ölkuchen (mit hoh. Proteingehalt; am wertvollsten: Baumwollsamen-, Erdnuß-, Lein-, Raps-, weniger Palmkem-, Kokoskuchen), Kleie, Kartoffelschlempe, Rübenschnitzel, Melasse, Biertreber, getrockn. Hefe (F.hefe), Malzkeime, getrockn. Kartoffeln (Flocken) u. Rübenblätter, Magermilch u. Molken, Fleisch- u. Fischmehl. Silo-F.: unter Luftabschluß in gemauerten Gruben od. Türmen eingestampftes u. vergornes Grün-F. (↑ Elektrosilage).

Futtermauer (Böschungsmauer), stützt Erdmassen ab.

Futterstoffe, Gewebe mit bes. glatter Oberfläche.

Futurismus, v. Italien ausgegang. mod. Richtung in der Malerei; will alle geometr. Gestaltungsmöglichkeiten desselben Gegenstandes auf einem Bild vereinigen. Hauptziel: Darst. des schnellen Augenerlebnisses.

Futurum, Zeitform der Zukunft (ich werde arbeiten).


E bis Ezechiel Nach oben G bis Gyroskop
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Anmerkungen (Wikisource)

  1. Stichwort ist nicht vorhanden.