Seite:Lieder und Balladenbuch-Strodtmann-1862.djvu/198

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Nachtwinde auf dem Rasen, lieb Mutter, kommen und gehn,
Und die Sterne scheinen heller zu funkeln bei ihrem Wehn;

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Kein Regenschauer wird störend das schöne Fest entweihn,

Und Maikönigin werd’ ich sein, Mutter, Maikönigin werd’ ich sein.

Das ganze Thal, o Mutter ist frisch und still und grün,
Und Hahnenfuß und Primel auf jedem Abhang blühn,
Und der kleine Bach im Thale hüpft so fröhlich durchs Gestein,

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Denn Maikönigin werd’ ich sein, Mutter, Maikönigin werd’ ich sein.


Drum ruf mich frühe wach, Mutter, o frühe ruf mich wach,
Denn morgen ist im ganzen Jahr der allerschönste Tag;
Einen zweiten Tag, wie morgen, schließt das ganze Jahr nicht ein –
Denn Maikönigin werd’ ich sein, Mutter, Maikönigin werd’ ich sein.