Topographia Alsatiae: Lauffenberg

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Topographia Germaniae
Lauffenberg (heute: Laufenburg)
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Lautenbach
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643/44, S. 30.
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[T19]
Topographia Alsatiae (Merian) p 015.JPG
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Lauffenberg.

Es seyn allhie zwo Städt. Die grösser / mit sampt dem Schloß / ligt auff der lincken Seiten an einem Berg / darauff das Schloß; und das kleiner Städtlein auff der Rechten / gegen dem Schwartzwald; Jedoch werden diese beyde Städte / durch ein gar zierliche Brücke über den Rhein (so Anno 1541. neu gemacht / auch die steinine Joch gar künst- und zierlich gehenckt worden; die hiebevor nur höltzene Joch gehabt hat) zusammen geführet. Ist die erste Stadt der Rauracer und Baßler Bischthumbs / ob Basel gelegen / deren Innwohner sich zum guten Theil von dem Eisen ernehren / das man da schmältzet / das Ertz aber im Frickthal gräbet. Ist vor Zeiten ein besonderer Sitz der alten Graffen von Habspurg gewesen / die diß Lauffenberg / sampt Seckingen / und Glaris / von der Aebtißin zu Seckingen zu Lehen empfangen haben. Es hatte aber auch die Stadt ihren Raht / Gericht / und die Müntz-Freyheit. Nach dessen Absterben der Graffen von Habspurg ist sie / sampt zugehöriger Herrschafft / an das Hauß Oesterreich gefallen / und durch einen Oesterreichischen Land-Vogt regiert worden. Im nächsten Teutschen Krieg / ist Sie / mit den andern Wald-Städten / Rheinfelden / Sekingen / und Waldshut / zeitlich von den Schwedischen; aber Anno 1633. wider von den Spanischen / und Bäyerischen / erobert worden. Hernach bekam Sie Anno 38. Hertzog Bernhard von Sachsen / und blieb solche in Frantzösischen Händen; welche Cron aber dieselbe / sampt den obangedeuten andern Wald-Städten / dem Höchstgedachten Hauß Oesterreich / vermög General Frieden-Schlusses / restituirt hat. Hat vor Jahren auch allerley außgestanden; wie auch in diesem Teutschen Krieg. Hie ist der kleinere Lauffer / oder Wasserbruch / und Fall deß Rheins / der nicht so groß / als der bey Schaaffhausen. Es ist aber der Rhein an diesem Orth / zwischen den Felsen gleichsam eingeschlossen / also / daß gar nahe der gantze Rhein / zwischen Jochen hindurch / und mit grossen Rauschen und Getöß / zwischen und über die Felsen hinlaufft / daher man oben die Schiff außzuladen / und solche an Säilern hindurch zulassen pfleget; wiewol sich bißweilen etliche verwegene Gesellen mit denselben hinunder wagen. Und von diesem Fall deß Rheins / und dem Berg Jura, so sich daselbst / biß in den Rhein erstreckt / soll auch dieser Stadt der Name kommen seyn. Stumpfius in der Schweitzer Chronick / Munsterus in der Cosmographia.