Topographia Alsatiae: Thann

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Topographia Germaniae
Thann
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643/44, S. 64.
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Thann.

Es gehöret dieser Oesterreichische Orth in die Graffschafft Pfirdt / ist wol gebauet / und hat ein hüpsches Schloß auff einem Berg / die Engelburg genandt. Ligt an der Thura oder Thür / und noch im Sundgäu / die Vorstadt Kattenbach aber allbereit im Obern-Elsaß: weilen besagter Fluß das Sundgäu / und Elsaß / da scheiden. Es ist bey der Stadt der Berg Rang / an welchem der köstliche Rangwein wächst. Die Stiffts-Kirch zu S. Theobald / oder Diebold allhie / ist wegen der grossen Wallfahrt / berühmbt. Ein zeithero / und noch im Jahr 1653. war / wegen deß Königs in Franckreich / Stadthalter allhie / der Wolgeborne und Gestrenge / Herr Hans Christoff von der Grün / Herr auff Bormingen: welches Schloß / so nahend der Stadt Basel gelegen / Er erweitern / und schön zurichten hat lassen. Anno 33. und 34. bekamen diese Stadt / und Schloß / die Schwedischen / und Frantzosen: Und obwoln Anno 34. die Käyserischen die Stadt (aber nicht das Schloß /) den 12. Octobris, mit List einbekommen: So jagten doch solche / ihnen / die Frantzosen wieder ab. In den Geschichten deß Jahrs 1635. schreibet Kemnitzius, under andern / was damahln im Elsaß / und sonderlich in dieser Gegend / vorgegangen / also: Anno 35. ziehen die Lothringer / mit ihrem Hertzog / zu Breysach / über die Brücken / halten bey Gemehr (Gemär) Rendevous, und nehmen zu Oberberckheim / S. Pilten / und in den ümbligenden Dörffern / quartier. Der Hertzog von Rohan / so auß Lothringen / ins Bischthumb Basel nacher Bruntraut gerücket war / hat das Städtlein Sultz im obern Mundat / Gebweiler / Than / Senheim / und andere Orth / besetzt / Befort blocquirt, aber wieder verlassen. Ruffach ward von seinen Völckern / den 14. Februarii, mit stürmmender Hand erobert / das Schloß aber mit Accord eingenommen. Käyserberg besetzte Rohan auch; Er selber aber nahm sein Hauptquartier im Schloß zu Rapoltzweiler / und legte viel Völcker in die Stadt zu sich. Biß hieher dieser. Folgender zeit hat Hertzog Bernhard Sachsen Weymar / auff dem Ochsenfeld bey dieser Stadt / den Hertzog Carlen von Lothringen geschlagen. Ob Thann fangt sich das groß Gebürg / Vosagus, oder Vosegus, genandt / an / und streckt sich herab biß gen Weissenburg; davon Munsterus, in Beschreibung deß Elsasses / Joan-Chunradus Merkius, in Latini Sermonis Castello, voc. Vosegus (dann also vermeint Cluverius de antiqua Italia, beym Caesare, gelesen werden solle / zu sehen ist.