Topographia Bavariae: Fridberg

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Topographia Germaniae
Fridberg (heute: Friedberg)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main Merian 1644, S. 30–31.
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[30]
Fridberg.

Diese Statt liegt in OberBäyern / ein MeylWegs von Augspurg / vnd gehört in die Fürstliche Regierung / vnd Rent-Ampt München. Die Acha entspringt nahendt dabey / vnnd laufft von dannen / neben dem Lech / zum Closter vnd Marckt Thierhaubten. Solle zun Zeiten Käyser Friederichs deß Andern / von der Hertzogen in Bäyern seyn angerichtet; das Schloß aber von Käysers Ludovici deß Vierdten Vatter / Hertzog Ludwigen / allda erbawet worden seyn; wie beym Adriano Romano, in Theatro Urbium, vnd Andrea Ratisponensi, in seiner Bäyrischen Chronick / zu lesen: Wiewol die Statt selbsten von Theils für gedachten Hertzog Ludwigs Werck gehalten wird. Es wird dieses Orts gar viel in deß Caesaris Augspurgischen Chronick gedacht: wie er dann offt angefochten worden. Vnd meldet Aventinus, daß im Jahr 1395. Hertzog Hanß / vnd sein Sohn / Hertzog Ernst / zu Mönchen / denselben gewonnen; vnd daß in den innerlichen Kriegen der Fürsten in Bäyern / zun Zeiten Käyser Sigmunds / Hertzog Ernst vnd Wilhelm / Gebrüder / zu Mönchen / sich vor Fridberg / das damahln Hertzog Ludwigen zu Ingolstatt gehörte / sechs Monat lang gelegt / vnnd auch solche Statt bezwungen haben. Anno 1632. den sechsten Julij / ist dieselbe von den Schwedischen mit Gewalt erobert / alle Mannschafft niedergehawt / die Statt geplündert / vnnd in Brandt gesteckt; weil die Schwedische Salva-Guardi / wie man geschrieben / zuvor darinnen ermordet worden ist.

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Fridberg (Merian).jpg

[31] Der Summarische verlauffs Begriff Schwedischen Augspurgischen denckwürdigen Sachen / zu Augspurg. Anno 53. in 4. getruckt / hat hievon folgendes: Anno 1632. den 16. Jul. New. Cal. seyn etliche Regiment Schwedischer Soldaten / mit Burgern vermischt / auß Augspurg / nach Fridberg gezogen / vnd haben die Statt mit Gewalt angegriffen / vnd erobert / vnd seynd all die jenige / so in Gewöhr stehend gefunden / ohne Erbarmnuß nidergemacht / vnnd ist so gar auch denen / welche in die Kirchen geflohen / nicht verschont worden. Bald wurden alle Häuser gantz außgeraubt / die gefundene Güter hinweg geführt / vnd auch die Statt mit Fewer angesteckt / gantz in die Aschen gelegt; vnnd ist / mit den geraubten Gütern / hernach etliche Tag / zu Augspurg / stattliche Dult / oder Märckt / gehalten worden. Den gemeldten 16. Julij hat die Statt anfangen zu brennen / vnd 6. gantzer Tag vnaußgesetzt solche Brunst gewäret; wie dann / neben denen Bürgershäusern / die Kirchen / das Schloß / vnnd endlich auch das Bäyerische Zollhauß / auff das grawsamest verbrent / vnnd gantz in die Aschen gelegt worden.

Anno 1646. Den 10. Weinmonats / ward die Statt abermals / sampt dem Schloß / vnd benachbarten Dörffern / Küssingen / Stetzlingen / Terchingen / Wulfertzhausen / Ottmaringen / Rettertzhausen / Wifertzhausen / Bützenhofen / Higlishart / vnd andern vielen Orthen / vnd Gebäwen / vnd darunter auch Lechhausen / von den Schwedischen / vnnd Frantzösischen Völckern / angezündet / vnnd verbrandt; wie Carolus Stengelius part. 2. rerum Augustanar. in diesem Jahr / berichtet.