Topographia Electoratus Brandenburgici et Ducatus Pomeraniae: Havelberg

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Topographia Germaniae
Havelberg
<<<Vorheriger
Gützkow
Nächster>>>
Jacobshagen
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1652, S. 66–67.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Havelberg in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
unkorrigiert
Dieser Text wurde noch nicht Korrektur gelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du bei den Erklärungen über Bearbeitungsstände.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[66]
Havelberg /

Diese Bischoffliche Stadt ligt in der Alten Marck Brandenburg / an der Havel / die sie umbfliesset / und beschleusset / und nicht sonders weit davon in die Elb fält; der Thumbhoff aber Anno 946. vom Ertzbischo ffen Alberto zu Magdeburg gestifftet / ligt ausserhalb auff eine Berglein / hat / in dem nächsten Teutschen Krieg / viel außgestanden. Der König auß Dennemarck bekam sie erstlich ein / und ließ alda eine starcke Schantz verfertigen; wurde aber Anno 1627. wider verlassen / und von den Käyserischen / die sie starck belagert / eingenommen: welche hernach den 14. Augusti auch den Thumb vor Havelberg / darauff sich die Dänischen begeben / erobert haben. Anno 1631. den 9. Julij / haben die Schweden diesen Orth erobert / so nahend / und fast gegen über an der Elb gelegen / die Käyserisch- und Sächsischen; nachdeme zuvor der Schwedische Feld-Marschall Banner / als er nunmehr deß Churfürsten zu Brandeburg Feinde worden / ihn / im Decembri deß vorigen Jahres einbekommen hatte. Anno 1637. eroberten Stadt / und Dom / die Schwedisch. wider / welcher Orth aber / noch in diesem Jahr ihnen den 27. Jul. wider mit Sturm abgenommen worden ist. Anno 39. oder 40. kam er wider an die Brandeburgischen / und Anno 41. wider an die Schwedischen / welche daselbst den Thumb geplündert haben. Folgends bey gemachtem Anstand in Waffen / ward Havelberg wider Brandeburgisch.

Was das Bisthum alhie anbelangt / so schreibet Angelus, in der Märckischen Chronic lib. 2. fol. 47. daß Käyser Otto der Erste Anno 946. solches gestifftet / dessen erster Vorsteher Udo geheissen / als Gero, Graf zu Altenburg und Merßburg / Burggraff zu Magdeburg / Marggraff zu Laußnitz / und der ander Marggraff zu Brandeburg / im Leben gewesen. Anno 1501. in Augusto / ward zum Bischoff allhie erwehlt Otto von Königsmarck / ein Edelmann. Anno 1523. war da Bischoff Busso von Alvensleben / beeder Rechten Doctor / deme Marggraff Friederich von Brandenburg Anno 1548. diesem Georg von Blanckenberg; und deme / Marggraff Joachim Friderich von Brandeburg / succedirt haben / von welcher Zeit an / solches bey dem Churhauß Brandeburg blieben ist; wie Dresserus part. 4. Isag. schreibet. Hat vorhin Monatlich 9. zu Pferd / und 33. zu Fuß / geben; jetzt aber nicht mehr; weilen Chur-Brandeburg Anno 1565. den 7. April. allerley documenta judicialiter fürgebracht / dadurch er die subjection, und incorporation erwisen. Nehel. in exeg. March. sagt von diesem Stifft p. 333. also: Havelberg / der Dom ligt in der Priegnitz / die Stadt herunten in der Havel; Die Bischoffliche Residentz ist zu Witstock in der Priegnitz / [67] etwa auch zu Plattenberg / gewesen. Chytraeus lib. 5. Sax. p. 123. gedencket der Havelbergischen-Chronic / und thut auß derselben etliche Vers / von der Stifftung / und Gelegenheit deß Havelbergischen Collegii anziehen.