Topographia Electoratus Brandenburgici et Ducatus Pomeraniae: Parnow

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Topographia Germaniae
Parnow (heute: Pärnu)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1652, S. 19.
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Parnow / Pernau / Parnovia,

Ein Liflandische kleine Stadt / mit einem starcken Schloß / so alles auff Moscowiterische Art gebauen / und seynd die Mauren herum / auch Thürn / Häuser / Kirchen / Thor / alles von Holtzwerck. Sie hat den Namen von dem Fluß Pernau / oder Parnow / daran sie ligt / und den einer / in seinen Reiß-Verzeichnüssen / Einbeck nennet. Es entspringt aber in einem grossen Wald / unterhalb deß Flusses Beca / und dem Schloß Weissenstein / und nimpt hernach die Wasser Fela / und Pernkeia / zu sich / und fält zwischen Alt- und Neu-Pernow / in das Meer oder Ost-See. Es wird Parnau / vom Werdenhagen zur Landschaft Odenpoa gerechnet / und fur ein Meer- und Hanse-Stadt gehalten; wiewol ihr meistes Gewerb mit Korn ist. Ann. 1635. hielte die Gräfliche Frau Witwe von Thurn / Frau Magdalena / Gebohrne Gräffin von Hardeck / auß Oesterreich / allhie sich wohnhafft auff / deren 2. junge Herren / Herr Christian / und Herr Heinrich / Grafen von Thurn / auch zugegen waren / und lebte ihr Ahnher / der alte Graf Matthes Heinrich von Thurn damaln auch noch / aber anderswo: und starb der geweste Schwedische Obrister / Graff Christian von Thurn / An. 1640. allda. Im Jar 1562. brachte König Erich auß Schweden diese Stadt in seinen Gewalt / die aber An. 1565. die Poln / durch einen sonderlichen List / davon Henning im 2. Theil der Lifländischen Chronic / am 41. Blat zu lesen / samt dem Schloß / und hernach auch An. 1575. den 9. Julii / die Moscowiter durch Ubergab erobert haben. Als darauff der Großfürst das Lifland dem König in Polen cedirte / so ward auch Pernau wieder Polnisch. Aber An. 1617. eroberten diesen Ort die Schweden abermals / denen er auch noch der Zeit gehörig ist.