Topographia Sueviae: Albeck

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Topographia Germaniae
Albeck
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643, S. 5–6.
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Albeckh (Merian).jpg
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Albeck /

Ein vhralt Stättlein / vnd vestes Schloß / der Statt Vlm gehörig. Heisset so viel / als der Außgang der Alpen / von dannen biß nach Com in Welschland / bey die zweyhundert vnnd zwantzig tausend Schritt / als die gröste Breyte der Alpen / oder Alben / gerechnet werden (Phil. Cluv. de antiq. Italia.) Anno 1383. hat Graf Conrad von Werdenberg E. E. Rath wolgedachter Statt Vlm / besagte veste Albeck / mit Eygenschafft / vnd Lehenschafft / vnd dem Bann darzu gehörig / vnd auch die Statt Albeck / Leuth vnd Gut / mit Stewren / mit Diensten / vnd das Holtz / genandt das Engelkey / Grund vnd Boden / auch all ander sein Leuth vnd Gut / die er hie dißhalb deß Lonthals gen Albeck ligen hat / es seyen Dörffer / Weiler / Höff / Sölden / Kirchensatz / Vogtey / Vogtrecht / Holtzmarcken / Ehehafften / Tafern / Hauptrecht / zu kauffen geben. Vnd waren folgends vnter den Vlmischen Vögten daselbst / Wilhelm von Embs: Leonhart Vetter von Wörd Ritter / Georg von Falckenstein / Wolff von Bubenhofen / vnnd andere vornehme Leuth mehr: Hat vorhin 58. Fewerstätt / vnnd 25. Städel gehabt / darvon nach der Nördlinger Schlacht / Anno 1634. als die Käyserischen / durchs Vlmische / ins Würtenbergische gangen / sieben Häuser / vnd sechs Städel / den 2. Septembris / abgebrandt worden: Anno 1635. aber / den 7. Junij / haben auff die 3000. Käyserische diesen Ort abermals angriffen / das Hinderthor auffgehawen / was sie für Weibsbilder erhascht / genothzogen / die Mansbilder nidergemacht / das Pfarrhauß / welches dreyzehen Jahr zuvor new erbawet worden / vnd gar schön gewesen / daß es seines gleichen im Vlmer Ländlein nicht gehabt / alsbalden mit Fewer angesteckt / welches vmb sich gefressen / daß damaln 8. Häuser / vnnd 3. Städel verbronnen: Die Brunnen verstopfft vnnd abgestochen worden / auß dem Schloß aber hat man sich gewehret: Vnd als den 17. Junij der Obriste / im recognosciren / auß solchem / in einen Schenckel geschossen worden / hat er sich deßwegen erzürnet / das Stättlein nicht allein wider anstecken lassen / sondern ist auch mit seinen Völckern zu Roß vnd Fuß / auff den Kornberg / so vor dem Schloß zween Mußquetenschüß weit ligt / geruckt / vnd da ein Läger formiret / darauß die seinigen die 300. Personen / so mit 138. Pferdten / vnnd 50. HauptVieh in das Schloß geflohen / einen gantzen Monat lang sehr geängstiget / vnd hat sonderlich der Durst das gemeine Volck also gequälet / daß sie / reverenter, den Harn auffgefangen / vnnd abtruncken.

Als hierauff von E. E. Hochweisen Rath zu Vlm / der Pragerische FriedensSchluß angenommen / vnd Albeck mit eingeschlossen worden: So seyn hierauff die Käyserische Völcker / den 18. Julij dieses 35. Jahrs / von der Belägerung wider abgezogen / vnnd ist also das Schloß erhalten worden. Stehen der Zeit mit demselben / auch der Kirchen / vnd [6] den drey Vorhöfen / noch 43. Gebäw. Der jetzige Vogt allhie / ist Juncker Heinrich Besserer von Talfingen / etc. vnd der Pfarrer M. Johann Müller.