Topographia Superioris Saxoniae: Adorff

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Topographia Germaniae
Adorff (heute: Adorf/Vogtl.)
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Alteberg
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 20.
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Adorff.

Ein Churfürstlich Sächsisch Stättlein im Voigtland / etwas hoch / vnnd 3. Meylen von Eger / auff der Landstrassen nacher Leipzig / vnnd nahend dem Vrsprung der Elster / gelegen / so vorhin (vom Hag) Hagen / Hain / oder Hagdorff / geheissen; wie Dresserus part. 5. Isag. Histor. vermeint. In dem vornembsten Wirtshause allda / war / vor dem jetzigen Krieg / der Kauffleuthe / so nach Leipzig in die Meß reyseten / Ketten / vnd Buch / zu sehen / in welches die Jenige / so diesen Weg noch nie gezogen / ihren Nahmen einschreiben / nach dem sie zuvor gehänselt / wie sie reden (siehe Iohan. Angel. à Werdenhagen praefat. in Part. 3. Rer. Hanseat. & Limnaeum lib. 8. de Iure publ. c. 6. num. 13.) worden / vnd etwas zum besten geben haben. Es ist das Stättlein Adorff / sampt dem Schloß / Anno 1467. durch Krieg / von den Herren Reussen / an Sachsen kommen / wie Peccenstein part. 2. Theatri Saxon. fol. 42. schreibet / vnd hatte im Jahr 1546. Churfürst Johann Friederichen zu Sachsen gehört / von deme dieser Orth / im Schmalkaldischen Krieg / an Churfürst Moritzen kommen. Anno 1632. hat der Keyserlich Feld-Marschall / Heinrich von Holcke / dieses Stättlein ausgeplündert; darinn er auch das folgende 33. Jahr / gegen dem ende deß Sommers / an der Pest gestorben ist. Vnd stehet in dem Newen Meterano, lib. 51. fol. 285. a. Er Holcke habe einen Evangelischen Prediger begehrt / vnd 600. Reichsthaler gebotten: Aber / weil Er sie zuvor selber verjagen helffen / hab es ihm so gut nicht werden mögen; sondern / ehe einer im Holtz gefunden worden / so seye Holck schon mit Ach / vnd Wehe verschieden gewesen. Anno 1642. wurde dieser Ort / von der Erfurt-Schwedischen Besatzung / auch außgeplündert. Sonsten wird berichtet / daß die gemeine Gebäw allhie / durchs Fewer / auffgangen seyen.