Topographia Superioris Saxoniae: Gerenroda

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Topographia Germaniae
Gerenroda (heute: Stift Gernrode)
<<<Vorheriger
Gera
Nächster>>>
Geringswalde
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 86–87.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Stift Gernrode in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[86]
Gerenroda / Geringeroda.

Ein frey weltlich Jungfrawen Stifft / vor dem Hartz / nahend Gallenstädt / vnd nicht sonders weit vom Stättlein Ermsleben / gelegen / darüber die Fürsten von Anhalt die Vogtey haben / mit welcher sie von den Römischen Keyser belehnet werden / vnd Krafft derselben sich deß meri vnd mixti Imperii vndernehmen thun. Siehe P. M. Wehnerum in pract. Obser. v. Vogtey / p. 653. Sie [87] vertretten auch solches Closter gegen dem Reich / dem Monatlichen Einfachen Anschlag nach / mit einem zu Roß / vnnd 6. zu Fuß. Es schreibet Cyriacus Spangenberg / in der Manßfeldischen Chronick / ca. 142. daß der Stiffter dieses Closters / Hertzog / Gero / weil er keine Kinder / vnd Erben / verlassen / seines Sohns / Graff Sifrids / Wittib / Fraw Hedwigen / zur ersten Abbtissin dahin verordnet habe. Er ist An. 965. gestorben. War Marggraff zu Brandeburg / vnnd in Laußnitz / Burggraff zu Magdeburg. Seine Grabschrifft allhie lautet also:

Gero, Dux et Marchio, fundator Ecclesiae Saxonum, Anno Domini 965. XIV. Kal. Iulii obiit Illustris. Dux et Marchio, huius Ecclesiae fundator, cuius anima requiescat in pace, Amen.

Fraw Elisabetha / Grävin von Wid / Abtissin allhie / hat dieses Stifft Anno 1521. zu reformiren angefangen. Siehe / Abraham Sawern in seinem Stättbuch. Was es mit dem Stättlein aber / so beym Closter ligen solle / für eine Beschaffenheit / vnd was dieser Ort / in dem jüngsten Teutschen Krieg / außgestanden; davon hat man keine gründliche Nachrichtung. Sonsten findet sich / daß Keyser Lotharius dem Bleybergwerck allhie sondere Freyheiten geben; vnd daß die Cristallenstein / deren Art / so Iris heissen / allhie gebrochen werden; wie in der Braunschwiegischen Chronick / am 130. Blat / stehet.