ADB:Bach, Johann Christoph Friedrich

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Artikel „Bach, Johann Christoph Friedrich“ von Rochus von Liliencron in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 746–747, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bach,_Johann_Christoph_Friedrich&oldid=2861638 (Version vom 17. Dezember 2017, 19:48 Uhr UTC)
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Bach: Johann Christoph Friedrich B., Musiker, Sohn von Joh. Sebastian, „der Bückeburger“, geb. 23. Juni 1732, ward, wahrscheinlich nach nachdem 1756 Colonna aus dieser Stelle entlassen war, Concertmeister des Grafen Wilhelm von Schaumburg-Lippe und † 26. Jan. 1795. An Talent seinem Bruder Phil. Emanuel nachstehend, ist er im Ganzen in dessen Bahnen gewandelt. Es sind von ihm Quartette, Concerte, Sonaten, Trios, Symphonien und Gesangsachen, darunter Ramler’s Sonate „Ino“ und Gerstenberg’s „Amerikanerin“ bekannt. Auch eine Oper „Phygmalion“ wird erwähnt. Seine weltlichen Lieder wie seine Instrumentalstücke sind ziemlich unbedeutend; besser manche geistliche Lieder, deren sich in Balth. Münter’s „Samml. geistl. Lieder“ von ihm 51 finden. Eine Sammlung kleiner Claviersachen enthalten seine 2 Hefte „Musikal. Nebenstunden“. Er selbst war ein vorzüglicher Clavier- und Orgelspieler. (Vgl. Bitter, C. Ph. Em. und W. Fried. Bach, II. 131 ff.)

[747] Sein Sohn, Friedrich Ernst Wilhelm B., geb. 27. Mai 1759, † 25. Dec. 1845 zu Berlin als der letzte der männlichen Nachkommen Joh. Sebastians. Als Musiker von seinem Vater und darauf von seinem Oheim, J. Christian in London gebildet, ein tüchtiger Clavier- und Orgelspieler, lebte er bis nach J. Christians Tode als geschätzter Lehrer in London. Von Minden, wo er sich darauf niederließ, ward er nach Berlin gerufen und war Cembalist erst der Königin (Friederike) Louise und darauf der Königin Louise. Nach deren Tode trat er bereits mit Pension in den Ruhestand. Er war der Lehrer König Friedrich Wilhelms III. und seiner Brüder. Seine, der alten Schule angehörenden Compositionen (Clavier- und Instrumentalwerke, Cantaten und Lieder) sind bei v. Ledebur, Tonkünstler-Lexikon Berlins (1861) verzeichnet. Er ist nicht, wie in den Angaben über ihn hin und wieder geschieht, zu verwechseln mit dem Berliner August Wilhelm B., Musikdirector und Organisten der Marienkirche und nach Zelter’s Tode seit 1832 Director des königl. Institutes für Kirchenmusik, Fel. Mendelsohn’s Lehrer im Orgelspiel. Dieser ist kein Nachkomme Joh. Sebastians. Vgl. über ihn v. Ledebur a. a. O.