ADB:Clodius, Johann Christian

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Artikel „Clodius, Johann Christian“ von Carl Gustav Adolf Siegfried in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 336, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Clodius,_Johann_Christian&oldid=- (Version vom 13. November 2019, 22:41 Uhr UTC)
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Clodius: Johann Christian C., ward im Jahre 1676 zu Großenhain geboren und studirte, nachdem er schon von seinem Vater die erste Anleitung zu Orientalischer Sprachwissenschaft empfangen hatte, in Jena, wo er besonders Danz hörte. Nachdem er einige wissenschaftliche Reisen gemacht, ließ er sich in Leipzig zunächst als Privatgelehrter nieder, ward aber 1724 daselbst Professor der arabischen Sprache. Er starb am 23. Jan. 1745. – Reiske, der 1734 sein Famulus war, schildert ihn als einen unwissenden Mann voll argwöhnischer Eifersucht und Hinterlist (Reiske’s Lebensbeschr. S. 116 f.). Indessen der erste Vorwurf ist von Reiske durch nichts erwiesen und namentlich in Bezug auf Clodius’ Kenntniß des Vulgärarabischen ist Reiske nach seiner eigenen Angabe (a. a. O. S. 114) kein competenter Richter. Und was die Charakterschilderung betrifft, so ist bekannt, daß Reiske’s hypochondrische Laune oft Nachstellungen und Feindseligkeiten sah, wo keine waren. Richtig ist, daß C. eingezogen in Leipzig lebte, woran aber meist seine Kränklichkeit Schuld war. – Unter seinen Schriften, deren Titel man ausführlich in Ersch u. Gruber’s Encykl. I, 18 S. 90 und bei Jöcher, Gel.Lex. I, 1968 angeführt findet, verdienen besonders hervorgehoben zu werden die „Theoria et praxis linguae arabicae“, Lips. 1729, welche in gedrängter Kürze eine gute Uebersicht des Wichtigsten unter Berücksichtigung des Vulgärarabischen, gibt und das „Lexicon hebraicum selectum“, Lips. 1744, welches vorzugsweise eine Ergänzung des Lexikons von Gousset beabsichtigte. Die darin behandelten Worte sind theils seltene, theils hinsichtlich ihrer Etymologie schwierige und dunkle und werden von ihm mit Hülfe der Dialekte freilich nicht immer glücklich erklärt. Bisweilen erläutert er auch seltnere Phrasen oder den eigenthümlichen Sprachgebrauch einzelner Worte, wobei er vielfach auf die Geschichte der Worterklärung Rücksicht nimmt, so daß nach dieser Seite hin das Buch noch jetzt einigen Nutzen gewährt.