ADB:Schulz, Christian

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Artikel „Schulz, Christian“ von Robert Eitner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 32 (1891), S. 738–739, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schulz,_Christian&oldid=- (Version vom 23. September 2019, 14:24 Uhr UTC)
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Schulz: Johann Philipp Christian S., ein um die Leipziger Musikzustände verdienter Mann, geboren am 24. September 1773 zu Langensalza in Thüringen, † am 30. Januar 1827 zu Leipzig. Er kam im J. 1783 auf die Thomasschule in Leipzig und besuchte dann nach vollendeter Schulzeit die dortige Universität, um Theologie zu studiren. Er entsagte aber diesem Studium aus Liebe zur Musik und studirte anfänglich unter dem Schloßorganisten Engel, dann unter Schicht. Als Discantist, wie Gerber sagt, trat er bereits 1787 im Concert seine musikalische Laufbahn an und entzückte nicht nur durch seine Stimme, sondern ganz besonders durch seinen seelenvollen und feurigen Vortrag. Von 1795 an leitete er das Theaterorchester der Sekonda’schen Truppe. Auch als Componist zeichnete er sich aus und Gerber rühmt seinen Arbeiten nach, daß „sie vorzüglich durch eine ganz eigene Lieblichkeit sich auszeichneten, die unmittelbar zum Herzen spreche; sein Satz sei rein und verständig, seine Melodie schlicht und empfunden, seine Instrumentirung erfahren, einfach, auch wo sie prächtig werde, wie dies in seinen Chören und Ouverturen oft der Fall sei“. Als sein einstiger Lehrer Schicht das Cantorat an der Thomasschule annahm, legte er einen Theil seiner Geschäfte als Director der Gewandhausconcerte nieder und S. wurde als dessen Stellvertreter gewählt. Die Wahl fand am 31. Juli 1810 statt. In seiner Eingabe an den Magistrat betont er besonders, daß er bisher noch wenig Gelegenheit gehabt habe, sein Wissen und Können öffentlich zu zeigen, da er ganz auf sich selbst angewiesen und dabei noch seine alte Mutter [739] ernähren müsse, so sei seine Zeit durch Gesangunterrichtertheilen dermaßen zersplittert, daß ihm keine Zeit übrig bleibe, größere Werke zu componiren. Mit seiner Anstellung als Director der weltlichen Concerte (die geistlichen behielt noch Schicht) war ein Gehalt von 200 Thlrn. verbunden, außerdem erhielt er für Stellung der Chorsänger noch 90 Thlr., später 50 Thlr. Zulage. Als er dann 1817 die Direction allein übernahm, belief sich der Gehalt auf 300 Thlr. S. gründete auch neben der älteren Singakademie, die Limburger im Anfange dieses Jahrhunderts gebildet hatte und dann Schicht und Riem dirigirten, eine zweite Singakademie, die etwa um 1810 entstand, aber schon gegen 1820 wieder eingegangen sein muß, da S. um diese Zeit die Direction der älteren Singakademie übernahm. Er muß auch Dirigent der Liedertafel, des frühesten in Leipzig bestehenden Männergesangvereins gewesen sein, denn dieselbe ließ auf ihre Kosten einen Gedenkstein auf sein Grab setzen. Von seinen Compositionen haben sich nur einige wenige auf öffentlichen Bibliotheken erhalten. Die Universitätsbibliothek in Königsberg besitzt von ihm 6 Volkslieder, Op. 5, 12 vierstimmige Lieder, Op. 14 und 8 vierstimmige Lieder, ohne Werkzahl. Die königl. Bibl. zu Berlin besitzt ein Salvum fac regem zu vier Stimmen mit Blasinstrumenten, eine Ouverture zum Faust von Klingemann und einen Monolog aus Schiller’s Jungfrau. Ueberall zeichnet er sich nur C. oder Chr. Schulz und ist daher eine Verwechselung mit anderen sehr leicht möglich.

Leipz. Musikztg. von Breitkopf & Härtel 1827, 101 von Rochlitz und Dörffel, Geschichte der Gewandhausconcerte.