ADB:Siebold, Karl Kaspar von

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Artikel „Siebold, Karl Kaspar“ von Franz von Winckel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 34 (1892), S. 186, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Siebold,_Karl_Kaspar_von&oldid=- (Version vom 22. September 2019, 04:32 Uhr UTC)
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Siebold: Karl Kaspar S., der Sohn eines Wundarztes vom Niederrhein, geboren im Herzogthum Jülich zu Nideck, am 4. November 1736, wurde von seinem Vater zwei Jahre lang praktisch in der Chirurgie ausgebildet, wurde dann Feldarzt in französischen Spitälern und übernahm 1760 bei dem Oberwundarzt Stang im Juliusspitale zu Würzburg die Stelle des ersten Assistenten. Während dieser Zeit besuchte er drei Jahre lang naturwissenschaftliche und medicinische Vorlesungen an der Universität; 1763–1766 reiste er in Frankreich, England und Holland, promovirte 1769 und wurde darauf in Würzburg ordentlicher Professor für Anatomie, Chirurgie und Geburtshülfe. Ausgezeichnet als Lehrer und Operateur zog er viele Schüler nach Würzburg, erweiterte das anatomische Theater daselbst, legte eine pathologisch-anatomische Sammlung an, verbesserte den Hebammenunterricht und führte verschiedene neue Operationen zuerst aus. 1777 wurde er Leibarzt und Hofrath des Fürsten Georg Karl, 1787 lehnte er einen Ruf als Professor der Chirurgie an die Charité nach Berlin ab; 1801 wurde er in den Reichsadel erhoben, 1803 zum Medicinalrath des Fürstenthums Würzburg ernannt und starb am 5. April 1807. Er ist der Stammvater einer Familie, welcher bis auf die Gegenwart ausgezeichnete Naturforscher und Aerzte entsprossen sind; seine drei Söhne Georg Christoph[WS 1], Johann Bartholomäus[WS 2] und Adam Elias sind als Chirurgen und Geburtshelfer berühmt. Außer mehreren kleineren Abhandlungen und Dissertationen sind von seinen Schriften zu nennen: „Collectio observationum medico-chirurgicarum“. Bamberg 1769. 4. „Chirurgisches Tagebuch“, Würzburg 1792. 8. „Praktische Bemerkungen über die Castration“, Frankfurt a. M. 1802. 8. Unter seinen Schülern sind zu nennen Hesselbach, Ph. v. Walther und Textor. Schon zu seinen Lebzeiten wurde sein Sohn Adam Elias sein Nachfolger als Professor der Geburtshülfe in Würzburg.

Karl Kaspar v. Siebold’s Leben und Verdienste von Joh. Barth. Siebold[WS 2], Würzburg 1807. – Häser, Geschichte der Medicin. 3. Bearbeitung II, 663. – Seitz[WS 3], Biographisches Lexikon v. Hirsch, V, 390. – Häser in Pitha-Billroth’s Chirurgie, I, 23. 1865.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Johann Georg Christoph von Siebold (1765–1798), Professor der Physiologie in Würzburg. Vater von Philipp Franz Jonkheer von Siebold.
  2. a b Johann Bartholomäus von Siebold (1774–1814), Professor der Anatomie in Würzburg.
  3. Franz Seitz (1811–1892), Professor in München.