ADB:Wichmann, Adolf

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Artikel „Wichmann, Adolf“ von Hermann Arthur Lier in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 42 (1897), S. 312–313, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Wichmann,_Adolf&oldid=- (Version vom 18. Oktober 2019, 02:31 Uhr UTC)
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Wichmann: Adolf W., Maler, geboren am 18. März 1820 zu Celle, † am 17. Februar 1866 in Dresden. W. kam im J. 1838 auf die Akademie in Dresden, wo er Schüler Bendemann’s wurde, in dessen Atelier er bis zum Jahre 1847 arbeitete. Außer Bendemann gewannen noch Peschel und später Julius Schnorr von Carolsfeld Einfluß auf ihn, am meisten aber hatte er dem Studium der Dresdner Galerie zu danken, in der ihn namentlich die Italiener und unter diesen vor allen Paul Veronese anzogen. Sein erstes Bild, das Aufmerksamkeit erregte und durch die Verleihung der kleinen goldnen Medaille ausgezeichnet wurde, erschien im J. 1845 in der Ausstellung der königl. sächs. Akademie der Künste zu Dresden. Es stellte fünf symbolische Gestalten dar, in der Mitte das Kirchenlied, darunter die Anbetung der Könige und der Hirten; rechts im Bilde das Heldenlied, darunter die Hermannsschlacht, und das Trauerlied, darunter Hiob; links im Bilde: das Liebeslied, darunter Hermann und Thusnelda, und das Freudenlied, darunter die Hochzeit des Tobias. Im Jahre 1847 begab sich W. nach Italien und lebte hier bis zum Jahre 1851 in Venedig und Rom. In Rom malte er ein großes Bild: „Christus als Tröster der Mühseligen und Beladenen“, für das er bei seiner Ausstellung in der Berliner Akademie die kleine goldene Medaille erhielt. Indessen machte er in Italien keine großen Fortschritte. „Italien war ihm schon früher in Dresden aufgegangen.“ Seit dem Jahre 1852 war er wieder in Dresden thätig, wo er wiederum in Bendemann’s Atelier malte. Zuerst entstand ein nach Zschopau in Sachsen gekommenes Bild, das als „die gewährte Bitte“ bezeichnet wird. Eine Wiederholung dieses Bildes, das von Friedrich Zimmermann für den sächsischen Kunstverein gestochen wurde, ging durch die Vermittlung Schnorr’s in den Besitz des Königs Ludwig von Baiern über. Es stellt eine „Dame in venetianischem Kostüm“ dar, welche Früchte vertheilt und wird neben seiner „Rahel, die sich nicht trösten lassen will“, als sein bestes Werk bezeichnet. In die Galerie zu Lüttich gelangte das Bild: „Maria und Elisabeth, das schlafende Christkind betrachtend“, nach Freiburg i. Breisgau die Darstellung eines Hochzeitsmahles, in die Dresdner Galerie „Aretino’s Vorlesung bei Tizian“ (1865). Ferner werden erwähnt ohne Angabe des Aufbewahrungsortes: „Christus in Gethsemane findet seine Jünger schlafend“ und „Römische Frauen mit ihren Kindern“. Im J. 1860 entwarf W. unter Schnorr’s Leitung Zeichnungen für die Kirche zu Schöneck i. Vogtl., die er später in Oel ausführte, und im Jahre 1862 schuf er im Auftrage Schnorr’s und seines Sohnes, des Sängers Ludwig Schnorr von Carolsfeld, die Porträts von Luther und Melanchthon für die Kirche zu Karlsfeld i. Erzgeb. Unermüdlich bis zwei Tage vor seinem Tode thätig, [313] zeichnete er sich, nach Schnorr’s Urtheil, namentlich „in der Malerei und in der Farbe aus“, doch scheint seine Fähigkeit zu charakterisiren nicht bedeutend gewesen zu sein. Als Mensch genoß W. allgemeine Achtung. Ein „Sohn des Nordens, war er ein sehr ernster Christ, still und nüchtern in seinem Benehmen, blond und verständig aussehend und lebte zumeist unter dem Druck kleinster Verhältnisse“. Sein letztes, nicht ganz vollendetes Bild stellt „Rembrandt und seine Freunde“ dar und führt Niederländer beim fröhlichen Mahle im Freien vor, während man im Hintergrunde Amsterdam erblickt.

Vgl. Verzeichniß der v. 6. Juli 1845 an in der K. Sächs. Akademie d. Künste z. Dresden öffentl. ausgestellten Werke d. bildenden Kunst. Dresden o. J., S. 24. – Christl. Kunstblatt f. Kirche, Schule u. Haus. Jhrg. 1866. Stuttgart o. J., S. 63, 64. – Beiblatt z. Zeitschr. f. bildende Kunst. Lpz. 1866. 1, 28, 24. – A. Seubert, Allg. Künstlerlex. 2. Aufl. Stuttgart 1879. III, 577, 578. – Dresdner Geschichtsblätter. 17. Jahrg. 1895, Nr. 4, S. 232, Sp. 1. – Karl Woermann, Katalog d. Kgl. Gemäldegalerie zu Dresden. Große Ausg. 3. Aufl. Dresden 1896. S. 722, Nr. 2246.