BLKÖ:Bernolak, Anton von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Bernbrunn, Carl
Nächster>>>
Bernt, Johann
Band: 1 (1856), ab Seite: 331. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Anton Bernolák in der Wikipedia
GND-Eintrag: 118919091, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Bernolak, Anton von|1|331|}}

Bernolak, Anton von[BN 1] (slavischer Philolog, geb. (?) in der Arvaer Gespannschaft in Ungarn, gest. zu Érsek-Ujvár am 15. Jän. 1813). Er stammt von adeliger Familie und trat früh in den geistlichen Stand. Zuerst wurde er kathol. Pfarrer zu Czeklész oder Landschütz, dann zu Érsek-Ujvár. Seine Mußestunden widmete er der slavischen Philologie, namentlich aber seiner Muttersprache, dem slowakischen Dialecte. Während die slavische Literatur und Sprache der Polen, Russen, Serben, Kroaten, Dalmatier bereits bedeutende Fortschritte gemacht, blieb die slowakische Sprache, welche kräftige und wohlklingende Mundart sehr bildungsfähig ist, von den slavischen Gelehrten Ungarns unberücksichtigt, und wurde durch den zur Schriftsprache gewählten čechischen Dialect – mit Unrecht – verdrängt. Dies bewog B. sich dem Studium seiner Muttersprache ausschließlich zuzuwenden, und er bewies es, daß die slowakische Sprache, welche im Wohlklang und Sanftheit mit der serbischen, kroatischen, wendischen, polnischen und russischen wetteifert, nicht nöthig hat, durch die čechische, welche von Slowakismen strotzt, sich verdrängen zu lassen. Als Apologet seiner Muttersprache auftretend, schrieb er eine Orthographie und Grammatik derselben, empfahl sie seinen slowakischen Landsleuten, und kämpfte gegen die den čechischen Dialect als slavische Schriftsprache und zum mündlichen Vortrag in Predigten einführenden slavisch-protestantischen Schriftsteller und Prediger Ungarns. Leider mischte sich kirchlicher Antagonismus in den Streit; die katholischen Gelehrten traten sämmtlich zur Partei B.’s, die protestantischen kämpften für die čechische Mundart. B. gab folgende Schriften heraus: „Dissertatio philologico-critica de literis Slavorum, de divisione illarum, nec non accentibus; cum adnexa Linguae Slavonicae per Regnum Hungariae usitatae compendiosa simul et facili ortographia“ (Posonii 1787, 82 und 31 S., 8°.); – „Grammatica slavica ad systema Scholarum nationalium adcommodata“ (Posonii typis Landerianis 1790, 312 S., 8°.); – „Etymologia vocum slavicarum sistens modum multiplicandi vocabula per derivationem et compositionem“ (Tyrnaviae typis Zelinskianis, 160 S., 8°.) und „Slowár slowenskí ... Lexicon slavicum bohemico-latino-germanico-ungaricum“ (Budae 1825–1827, typ. reg. univ. Mit dem Repertorium, 6 Bde. 8°.).

Wiener Literatur-Zeitung 1813, Nr. 22, S. 351: „Nekrolog.“ von Rumy. – Allg. Encyklopädie der Wissenschaften und Künste. Herausgegeben von J. S. Ersch und J. G. Gruber (Leipzig 1822, 4°.) I. Sect. 9. Thl. S. 202. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann), (Wien 1835, 6 Bde.) I. Bd. S. 278. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für gebildete Stände (Hildburghausen 1845) IV. Bd. 4. Abth. S. 641.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Bernolak, Anton von, slavischer Sprachforscher [s. d. Bd. I, S. 331], geboren zu Slanice in Ungarn am 4. October 1762.
    Jungmann (Joseph). Historie literatury české, d. i. Geschichte der böhmischen Literatur (Prag 1849, F. Řiwnáč, schm. 4°.). Zweite von W. W. Tomek besorgte Ausgabe, S. 534. [Bd. 11, S. 370.]