BLKÖ:Breier, Eduard

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Bregolini, Ubald
Band: 2 (1857), ab Seite: 128. (Quelle)
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Breier, Eduard[BN 1] (Schriftsteller, geb. zu Warasdin 3. Nov. 1811). Ist der Sohn jüdischer Eltern. Trat 1831 in den Militärstand und zwar zur Artillerie, wo er es bis zum Bombardier brachte. Nachdem er ausgetreten war, beschäftigte er sich mit Schriftstellerei, und widmete sich dem erzählenden Fache, wofür er schon frühzeitig vorzügliche Begabung an den Tag gelegt hatte. Die erste Erzählung, womit er 1837 in einem Prager Blatte debutirte, war „Die Serbianer“. Im Jahre 1840 erschien „Der Fluch des Rabbi“ (Wien 1841); ein Roman, der in eilf Tagen geschrieben ward. – Sein „Alt- und Jungisrael“ behandelt in einer Reihe von Geschichten das altjüdische Gemeindeleben. Im J. 1847 übernahm Br. die Redaction der „Prager Zeitung“, welche er 1848 hindurch führte. Später ging er nach Wien und arbeitete seine Romane für die Feuilletons verschiedener Journale. Br. entwickelte eine ungemein große Fruchtbarkeit als Romanschreiber. Eine Folge von nahezu 70 Bänden bilden schon jetzt seine Romane, die vielen in den Feuilletons erschienenen selbstständig noch nicht herausgegebenen, ungerechnet. Wir lassen die stattliche Reihe, so fern es uns gelang ihre Titel aufzufinden, möglichst vollständig folgen: „Der Glöckner von Malborghetto und sein Kind. Nebst andern Erzählungen“ (Wien 1840, Mayer und C., mit K. K., 12°.); – „Die beiden Czikos und das Gelöbniss. Hist.-rom. Bilder aus Ungarns Vorzeit“ (Wien 1840, Haas, 8°., Titelk.); – „Der Königsenkel. Die Schlacht bei Mohacz. Histor. Novellen“ (Wien 1840, Hirschfeld, 8°.); – „1809. Histor. Roman, 3 Bde.: 1. Der Landwehrmann; 2. Wien und Aspern; 3. Wagram und das Attentat“ (Leipzig 1847, Kollmann, 8°.); – „Wien vor vierhundert Jahren“, 2 Bde. (Wien und Leipzig 1842, 8°.); – „Die Belagerung von Venedig. Hist.-romant. Erzählung aus unserer Zeit“, 2. Aufl. (Wien 1852, Hirschfeld, 8°.); – „Görgey vor Ofen. Hist. romant. Erzählung“, 2. Aufl. (Ebenda 1851, 16°.); – „Eine Maria Magdalena in Wien. Sittenroman aus unserer Zeit“, 3. Bde. (Wien 1849, Sollinger’s Witwe, 8°.); – „Die Revolution der Wiener aus dem 15. Jahrhundert. Hist. Roman“, 3 Bde. (Wien 1850, Gerold, 8°.); – „Ein Roman in Wien. Sittengemälde aus unserer Zeit“ 4 Thle. (Wien 1852, Hirschfeld, 32°.); – „Drei Schlösser. Hist. romant. Bilder aus Ungarns Vorzeit“, 3 Bde. (Ebenda, 32°.); – „Wien und Rom. Sittenroman aus der Zeit Kaiser Josephs II.“, 4 Bde. (Leipzig 1852, Thomas [129] 16°.); – „Der Ritter vom Griff“, 4 Bde., 2 Aufl. (Wien 1852, Jasper’s Witwe und Hügel, 8°.); – „Der alte Gott lebt noch“. Roman in 4 Bden. (Ebenda, 8°.). Diese beiden Romane gehören in die Suite der „Geheimnisse von Wien“, welche durch „Ein Mann aus der Vorstadt“, Roman in 4 Bden., von J. Seidlitz, ergänzt wird. „Die Rosenkreuzer in Wien. Sittengemälde aus der Zeit Kaiser Josephs II.“, 4 Thle. (Wien 1852, Jaspers Wittwe und Hügel, 8°.); gehört in die von Br. herausgegebene Sammlung: „Das belletristische Inland“, worin veraltete deutsche Romane wieder abgedruckt wurden; – „Wien und Berlin. Romancyklus aus der Zeit Maria Theresia’s“ (Wien 1853, Sollinger, 8°.), enthält: „Trenk, der Parteigänger. Hist. Roman“, 4 Bde., mehr ist in diesem Cyklus bisher nicht erschienen; – „Wien in der Nacht. Sittenroman aus der Gegenwart“, 4 Bde. (Eb. 1853, 8°.); – „Der Congress zu Wien. Hist. Roman“, 4 Bde. (Wien 1854, Jasper’s Witwe und Hügel, 8°.); – „Die Sumpfvögel. Roman aus den Nachtseiten der Wiener Gesellschaft“, 3 Bde. (Ebenda 1854, 8°.); – „Die beiden Grasel“. Roman, 2 Bde. (Ebenda 1854, 8°.); – „Pandur und Freimaurer. Hist. Roman“, 4 Thle. (Wien 1855, Hartleben, 8°.). – Wie die vorstehende Reihe darthut, so sind es das Wiener Leben und die Geheimnisse Wiens, welche Br., so melden es die Titel, kennt, beschreibt und aufdeckt. Nach den Titeln ist auch ein großer Theil Sittengemälde und historischer Roman. Die Kriegsereignisse des Jahres 1854 bestimmten Br., die Redaction des Werkes: „Der Kriegsschauplatz und seine hervorragenden Männer. Dargestellt in Bildern, mit beigefügtem Texte. Nach den neuesten zuverlässigsten Quellen“ (Wien 1854, Lechner, 4°., mit Abbildungen) zu übernehmen, wovon aber nicht mehr als eine oder zwei Lieferungen erschienen sind. – Robert Prutz schreibt im „Deutschen Museum“ über Breier: „Herr Breier ist ein robuster Erzähler, ohne Anspruch auf Poesie und künstlerische Wirkung, dessen ganzes Bestreben sichtlich nur dahin gerichtet ist, eine gewisse Anzahl von Bänden möglichst schnell und mit möglichst geringer Mühe zu füllen ... Der Styl ist unerlaubt schlecht, selbst wenn man Vieles auf die Nachlässigkeit des Setzers, die allerdings groß ist, abrechnet.“

Jüdisches Athenäum. Gallerie berühmter Männer jüdischer Abstammung (Grimma u. Leipzig 1851) S. 30. – Jahrbuch für Israeliten 5616 (1855/1856), herausgegeben von Joseph Wertheimer. Neue Folge. II. Jahrg. (Wien 1855) S. 191: „Ehrentafel österreichischer Juden“ – Wiener Mittheilungen. Zeitschrift für israelitische Cultur-Zustände. Herausgegeben von Letteris, 1855, Nr. 12, S. 46: „Herr Eduard Breier und die moderne Kritik.“ – Gottschall (Rudolph), Die deutsche National-Literatur in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts (Breslau 1855, Trewendt u. Granier, gr. 8°.) II. Bd. S. 530 [Gottschall nennt Breier den Wiener Willibald Alexis, der nur derber und unkünstlerischer als sein Vorbild]. – Rosen. 1841, Literaturbl. Nr. 29 und 46. – Abend-Zeitung von Theodor Hell, 1841. Literaturbl. Nr. 81. – Porträt: lithogr. von Eduard Kaiser, Beilage des „Oestr. Landboten“, einer Wiener Unterhaltungsschrift des Jahres 1855 [wovon nur die erste Nummer und diese Porträtbeilage erschienen ist].

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Breier, Eduard (Bd. II, S. 128].
    Mein literarisches Wirken! Ein Rechenschaftsbericht zur Feier meines auf den 4. November 1871 fallenden 60. Geburtstages. Von Eduard Breier (Wien 1871, Selbstverlag des Verfassers, 12°, 31 S.) [obiges Ausrufungszeichen ist von Breier selbst beigesetzt]. [Bd. 28, S. 327.]