BLKÖ:Giannini, Marchese Carpêneto Suavio, Ernst Friedrich Alexander Reichsgraf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 5 (1859), ab Seite: 175. (Quelle)
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Giannini, Marchese Carpêneto Suavio u. s. w., Ernst Friedrich Alexander Reichsgraf (Feldmarschall-Lieutenant und Großkreuz des Mar. Theresienordens, geb. in Schlesien 15. Juli 1719, gest. zu Wien 17. März 1775). Entstammt einer alten modenesischen Familie, von welcher ein Zweig im 18. Jahrhunderte nach Deutschland kam, in Oesterreich 1708 den Grafenstand erhielt und am 27. Nov. 1724 unter die neuen Herrenstand-Geschlechter aufgenommen wurde. Der Jüngste von 8 Geschwistern betrat er die militärische Laufbahn im Inf.-Reg. Botta Nr. 12. Bei Beginn des siebenjährigen Krieges war er bereits Oberstlieutenant. Im Scharmützel bei Nachod (26. Sept. 1756) durch einen Pistolenschuß an der Hand verwundet, gerieth G. in die Gefangenschaft, kam nach seiner Ranzionirung zum Geniecorps und wurde im April 1757 Oberst. Als 1758 die Festung Olmütz belagert wurde und in ihr großer Mangel an Stabs-Officieren herrschte, erbot sich Oberst G. zum gefährlichen Versuche, in [176] die Festung zu gelangen, führte ihn aus (17. Mai 1758) und leistete während der Belagerung so ausgezeichnete Dienste, daß ihm in der 3. Promotion (4. Dec. 1758) das Kleinkreuz des Mar. Theresien-Ordens verliehen wurde. [nach dem österr. Militär-Convers.-Lexikon II. Bd. S. 727 fand die 3. Promotion am 27. Nov. Statt. Das ist unrichtig. Das Capitel versammelte sich zur Wahl am 19. und 20. Sept. Das Gutachten desselben wurde von der Kaiserin am 27. Sept. (nicht November) bestätigt, und die feierliche Aufnahme fand am 4. Dec. Statt.) Zu Beginn des Feldzuges 1759 übernahm G. das Generalquartiermeisteramt im Armeecorps des Generals Loudon; 1760 wurde er Generalmajor. Das Unternehmen aus Schweidnitz (1. Oct. 1761) wurde von G. unter Loudons Oberleitung entworfen und ausgeführt. Als im J. 1762 Friedrich II. Anstalten zur Belagerung von Schweidnitz traf, trug sich G. freiwillig an, bei der Besatzung zu bleiben und gab wieder neue Proben des Muthes und der Geistesgegenwart. Als die Festung nicht länger gehalten werden konnte, entwarf er einen Plan, die Besatzung mitten durch die feindliche Armee zum Corps des Feldmarschall Daun zu führen. Alles war schon zur Ausführung bereit, als gerade aus jenem Puncte, der gewählt worden, die feindliche Cavallerie erschien und den ganzen Plan vereitelte. G. und die Besatzung wurden kriegsgefangen. Die Kaiserin lohnte sein braves Verhalten während der Belagerung durch Verleihung des Großkreuzes des von ihr gestifteten Ordens – Commandeurkreuze gab es damals noch nicht – in der achten Promotion (21. Oct. 1762) und durch Ernennung zum Feldmarschall- Lieutenant. G. starb im Alter von 56 Jahren und mit ihm erlosch sein Geschlecht.

Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria-Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei) S. 76, 158, 1728 und 1730. – Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausgeg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1851) II. Bd. S. 727.