BLKÖ:Hemerlein, Karl

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Hellwig, Mathilde
Band: 8 (1862), ab Seite: 298. (Quelle)
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Carl Johann Nepomuk Hemerlein in der Wikipedia
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Hemerlein, Karl[BN 1] (Historienmaler in Wien). Ueber diesen Künstler, der in Wien in den Jahren 1845 und 1850 gearbeitet und größere Bilder ausgestellt hat, geben weder Nagler in seinem „Künstler-Lexikon“, noch das von Fr. Müller begonnene und von Klunzinger fortgesetzte neueste Werk: „Die Künstler aller Zeiten und Völker“, eine Nachricht. Die in den Quellen angegebenen Verzeichnisse der Kunstausstellungen im Akademiegebäude zu St. Anna in Wien führen zwei Bilder dieses Künstlers auf: „Jesus und die Ehebrecherin“, ausgestellt im Jahre 1845 – und „Ein Astrolog weissagt dem jungen Rudolph von Habsburg und seinen spätesten Nachkommen den Kaiserthron von Deutschland“, ausgestellt im Jahre 1850 und mit dem Verkaufspreise von 1600 fl. angesetzt. Näheres über diesen Künstler konnte der Herausgeber nicht erfahren.

Verzeichniß der Kunstwerke .... in der Ausstellung in dem Gebäude der k. k. Akademie der bildenden Künste zu St. Anna 18453, Nr. 380. – Dasselbe für das Jahr 1850, Nr. 325.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Hemerlein, Karl [Bd. VIII, S. 298] (geb. zu Mainz um das Jahr 1806). Sohn eines höheren Beamten, der durch seine seltene Rechtlichkeit in hoher Achtung stand. Wurde in Paris erzogen, und da er besondere Lust und Liebe zur Malerei zeigte, kam er 1835 in Delaroche’s Atelier. Im Jahre 1837 lernte ihn Fürst Metternich kennen und nahm ihn zu sich nach Wien, wo H. vier Jahre in der Staatskanzlei bei dem Fürsten wohnte. Im Jahre 1842 schickte ihn der Fürst nach Rom, wo H., der schon anläßlich der Cölner Wirren (1837) seinen religiösen Eifer zu bethätigen Gelegenheit hatte, von Papst Gregor XVI. auf das Huldvollste in längerer Audienz empfangen und, indem er ihn den Wiederhersteller religiöser Gesinnungen am Mittelrhein nannte, mit verschiedenen Andenken, als Medaillen u. dgl. m., beschenkt wurde. Später begab sich H. wieder nach Paris und kehrte von da nach Wien zurück, wo er nun seinen bleibenden Aufenthalt nahm und als Historien- und Kirchenmaler sein Atelier aufschlug. In letzterer Richtung entwickelte H. eine große, den Werth seiner Arbeiten in nicht geringem Maaße beeinträchtigende Thätigkeit. Seine Altarbilder wanderten zum größten Theil nach Ungarn, andere in die übrigen Kronländer der Monarchie. Von seinen in Wien befindlichen Bildern ist das 17 Fuß breite Stiftungsbild im Servitenkloster anzuführen. Außerdem sind Bilder von ihm in der St. Josephskirche in Paris, zu Trouville in der Normandie, zu Durazzo in Albanien, ferner in Cairo, Alexandrien, Nazareth und Bethlehem. Historische Gemälde seiner Hand besitzen Se. Majestät der Kaiser, Fürst Liechtenstein und Cardinal Haulik. Das lebensgroße Bildniß Kaiser Rudolph II. befindet sich im Krönungssaale zu Frankfurt. Ueberdieß hat er eine Anzahl Ansichten und Prospecte der kleineren Städte am Rhein gemalt. Nach seinen Bildern wurde viel lithographirt und gestochen, so u. a. sein Bild der Schottenfelder Kirche (St. Leonhard) sogar neunmal, aber immer mittelmäßig. Einige Genrebilder H.’s stach French in London und lithographirten Sandmann und Geyling in Wien. – Seine Gattin Philippine, mit welcher H. seit 1855 vermält ist, ist als Schriftstellerin thätig.
    Handschriftliche Notizen. [Bd. 28, S. 350.]