BLKÖ:Hoffinger, Johann Georg (2. Artikel)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Hoffinger, Anton
Band: 14 (1865), ab Seite: 481. (Quelle)
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2. Johann Georg H. (geb. zu Hermannstadt 9. Juli 1756, gest. zu Wien 14. Juni 1792). Widmete sich auf Verlangen der Mutter anfangs den juridisch-politischen Studien, ging aber später, seiner Neigung folgend und über van Swieten’s Vermittelung, zu den medicinischen Studien über. Im Jahre 1777 übersetzte er über Prof. Leber’s [Bd. XIV, S. 266] Andringen für dessen Schüler Seip’s „Abhandlungen über den Steinschnitt“ in’s Deutsche. Im Jahre 1780 erlangte er die medicinische Doctorwürde, veröffentlichte aus diesem Anlasse die Inaugural-Dissertation: „De volatica“ und begann seine Praxis in Wien. Ende 1780 wurde er zum Cameral-Physicus in Zalathna ernannt, wo er sich durch seine Geschicklichkeit als Arzt und eine zweckmäßige Organisation des im Argen liegenden Sanitätsdienstes auf den Cameralherrschaften alsbald einen ehrenvollen und ausgebreiteten Ruf erwarb. Noch im nämlichen Jahre erhielt er das Bergphysicat Oravicza im Banat und Ende 1783 wurde er zum kön. ungarischen ersten Berg-Cameral-Arzt ernannt und hatte seinen Amtssitz in Schemnitz. Hier bot sich ihm in seiner Eigenschaft als Arzt, wie auch in humanistischer Richtung, Gelegenheit zu ersprießlicher Thätigkeit. Zu Gunsten der dortigen Bergarbeiter führte er 1785 unter angemessenen Modificationen das Bouquoy’sche [Bd. II, S. 210][WS 1] Armen-Institut ein und leitete dasselbe persönlich so lange, bis dessen Bestand gesichert war. Als Arzt aber studirte er vorzüglich die bei diesen Arbeitern häufiger vorkommenden Krankheiten, namentlich eine eigenthümliche, bis dahin für unheilbar gehaltene Art von Cachexie, welche er zuerst bezwingen lehrte, und den Einfluß der verschiedenen Erzbauarbeitungsmethoden auf die Gesundheit der Arbeiter. Wie groß seine Praxis als Arzt war, erhellet aus seinen Aufzeichnungen über die von ihm behandelten, in der Montanarbeit begründeten Krankheitsfälle, welche zwischen 5000 (das Minimum) und 8000 (das Maximum) jährlich schwankte. Bei dem im Jahre 1786 zu Schemnitz abgehaltenen Montanisten-Congresse zur Untersuchung des Born’schen Amalgamations-Processes gab er, dazu aufgefordert, das medicinische Gutachten: „ob und wie das Anquicken der Erze der Gesundheit der Arbeiter schädlich sei“ ab, welches in dem Berichte über diesen Congreß (Wien und Leipzig 1787) veröffentlicht wurde. Seine sonst bekannten Schriften sind: „Sendschreiben über den Einfluß der Anquickung der gold- und silberhältigen Erze auf die Gesundheit der Arbeiter“ (Schemnitz 1790); – „Sendschreiben über den Gebrauch des Tabakes“ (ebd. 1790); – „Vermischte medicinische Schriften“ (Wien 1791, Gräffer). Außerdem arbeitete er für das hungarische Magazin und für Born’s „Gesellschaft der einträchtigen Freunde“, insbesondere auf ethnographisch-physiologischem Gebiete, und finden sich im Nachlasse mehrere Berichte über Nationalverhältnisse, welche, dem Briefwechsel nach zu urtheilen, auf Born’s Verlangen zu ämtlichen Zwecken eingesendet worden sein dürften. Im Jahre 1790 begab er sich, in Aussicht auf Beförderung, nach Wien, welche sich aber bei dem rasch auf einander gefolgten Wechsel der Regenten und der einflußreichen Persönlichkeiten nicht verwirklichte, was auch Ursache seines so früh – im schönsten Mannesalter von 36 Jahren – erfolgten Todes gewesen sein soll. Aus seiner Ehe mit Katharina Edlen von Hölzl, Tochter des k. k. Hofrathes und Cabinets-Secretärs der Kaiserin Maria Theresia, entstammen fünf Kinder, über deren zwei, Anton und Karl Constantin, hier noch einige Notizen folgen. [Meusel (Johann Georg), Lexikon der vom Jahre 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller (Leipzig 1806, Gerh. Fleischer, 8°.) Bd. VI, S. 22. – Porträt. Ernst Mansfeld sc. 1789.] –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: [Bd. II, S. 216].