BLKÖ:Janitsch, Aemilian

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Janitsch, Anton
Band: 10 (1863), ab Seite: 69. (Quelle)
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Janitsch, Aemilian (Schriftsteller, geb. zu St. Jodok in Illyrien 20. Februar 1757, Todesjahr unbekannt). Ehe er in das Benedictinerstift Göttweih, in welchem er ordnungsmäßig den theologischen Studien oblag, eintrat, hatte er bereits zu Gratz Kirchengeschichte und hebräische Sprache, dann zu Wien Patrologie, Civil- und canonisches Recht studirt. Am 21. März 1782 erhielt er die h. Weihen. Er trat nun in die Seelsorge, u. z. zuerst zu Purg im V. O. M. B.; wurde dann Hilfspriester zu [70] Külb, und kam schon nach einigen Monaten nach Roggenbach, wo er sechs Jahre verblieb. Im Jahre 1788 unternahm er eine Reise nach Italien, hatte das Glück, in Rom vom Papste Pius VI. zweimal empfangen zu werden, und besuchte Neapel, wo er bei Bischof Gürtler [Bd. VI, S. 20], dem Beichtvater der Königin Karolina, gastliche Aufnahme fand. Im J. 1790 begab er sich, von dem Könige von Neapel durch den neapolitanischen Botschafter Marquis de Gallo aufgefordert, mit dem Fürsten Adam von Auersperg unmittelbar nach Sicilien, bereiste die ganze Insel, insbesondere den Aetna, und wurde über Empfehlung des Königs Ferdinand IV. Mitglied des Stiftes Monte Cassino. Diese Lustreise aber mußte J. theuer büßen, denn nach seiner Rückkehr war die Station, welche er zuletzt besessen hatte, weiter vergeben und er mußte nun zu St. Veit und Pyrha anstrengenden Hilfspriesterdienst verrichten, bis er Pfarrer zu Michelbach wurde. Neun Jahre versah er diese Pfarre, erhielt alsdann jene zu Rapperstorf, wo er sieben Jahre blieb, dann nach Haindorf kam, wo er noch im Jahre 1820 thätig war. Die Muße seines Berufes verwendete J. zu literarischen Arbeiten. Janitsch ist ein sehr fruchtbarer und vielseitiger Schriftsteller gewesen. Seine Werke sind in chronologischer Folge: „Von der genauen Verbindung der natürlichen mit der geoffenbarten Religion“ (Klagenfurt 1792, Walliser, 8°.); – „Reise Ihrer Sicilianischen Majestäten von Wien nach Venedig und Florenz“. 3 Bde. (Klagenfurt 1792, 8°.); – „Ueber die Anständigkeit der Coelibatgesetze in der böhmischen Kirche“ (Wien 1793, Rehm, 2. Aufl. 1824, 8°.); – „Ueber Pflichten und Rechte der Aebte“ (St. Pölten 1793, Lorenz, 8°.); – „Allerneueste Schilderung der glücklichen Insel Sicilien und der benachbarten Erblande“. 2 Theile (St. Pölten 1793, 8°.); – „Allgemeine Uebersicht der berühmtesten Staaten und Nationen der Vorwelt“. 6 Bde. (St. Pölten 1794, 8°.); – „Entstehung, wunderbare Fortpflanzung und genaue Verbindung der natürlichen mit der geoffenbarten Religion“ (Wien 1807, 5. Aufl. 1827, Sollinger, 8°.); – „Geschichte der Entstehung und des Wachsthums der deutsch-österreichischen Monarchie, von den ältesten bis auf unsere Zeiten 1807“. 9 Bde. (Wien 1807–1828, Mayer, gr. 8°.); – „Merkwürdige Geschichte der Kriegsvorfälle zwischen Oesterreich, Frankreich, Grossbritannien, Russland und Preussen vom Jahre 1790–1807“. 3 Bde. (Brünn 1807, 8°.); – „Krieg der Franzosen in Spanien und Portugal im Jahre 1808 (Wien 1808, gr. 8°.); – „Geschichte der Kriege, Staats- und Religionsverfassung der Hebräer“ (Wien 181., 8°.); – „Geschichte der Kriege, Staats- und Religionsverfassung der Aegyptier, Babylonier, Assyrer, Perser und Meder“ (Wien 181., 8°.); – „Geschichte der Kriege, Staats- und Religionsverfassung der Karthager und Römer“ (Wien 181., 8°.); – „Geschichte der Kriege, Staats-und Religionsverfassung der griechischen Staaten Athen und Sparta“ (Wien 181., 8°.); – „Vertheidigung der Religion überhaupt und der katholischen insbesondere“ (Wien 181., 8°.); – „Merkwürdige Geschichte der Kriegsvorfälle zwischen Oesterreich und Frankreich in dem Jahre 1809“ (Wien 1812, mit 3 Plänen, gr. 8°.); – „Merkwürdige Geschichte des Krieges in Polen und Russland in den Jahren 1812–1814“ (Wien 1815, gr. 8°.); – „Merkwürdige Geschichte des Krieges in Deutschland und Frankreich im Jahre 1815“ (Wien 1815, gr. 8°.); – „Merkwürdige Geschichte der Kriegsvorfälle zwischen Oesterreich, Russland, Preussen, Spanien und Frankreich in den Jahren 1812–1815, nebst einem Anhange über die Resultate des Wiener Congresses“ (Wien 1815, mit 16 K. K. in Fol., gr. 8°.); – [71] „Geschichte des uralten und berühmten Benedictinerstiftes Melk. Mit der Biographie des verstorbenen Abtes Anton Reyberger“ (Wien 1819, 8°.); – „Geschichte der Hungarischen Königinnen von der Entstehung des Königreichs bis auf unsere Zeiten“ (Wien 1820, 8°.); – „Kurzgefasste Geschichte des uralten Benedictinerstiftes Göttweih, von der Entstehung bis auf den heutigen Tag, mit der Biographie des Verfassers (Wien 1820, 8°.); – „Christlich-philosophische Gedanken über den Tod des Menschen und die Art zu sterben“ (Wien 1825, 8°.); – „Statistisch-historische Abhandlung über die Vorzüge der monarchischen Regierungsart. Nebst interessanten Nachrichten über die Revolutionen in Sicilien, Neapel, Piemont und Spanien“ (Wien 1825, gr. 8°.); – „Die Zeitperiode des neu errichteten österreichischen Kaiserthums unter Franz I. vom Jahre 1807 bis 1827“ (St. Pölten 1828, 8°.); – „Biographie des Abtes von Göttweih, Leonard Grindberger, k. k. Rath und Verfasser mehrerer moral. Schriften“ (Wien 1828, 8°.); – „Christliche Legenden, oder Lebensgeschichte der Heiligen und Märtyrer mit besonderer Rücksicht der Landespatrone der österreichischen Monarchie. Nach Ordnung des Kalenders eingerichtet. ... Nach den neuesten und bewährtesten Quellen“. 3 Bde. (2. Aufl., Wien 1829, gr. 8°., mit 6 K. K.); – „Geschichte der Entstehung und des Wachsthums der deutsch-österreichischen Monarchie von 1827 bis 1836“ (Wien 1836, 8°.); – „Nachrichten über den Ursprung und die Fortpflanzung der wahren Religion“. 2 Abthlgn. (Wien 1835, gr. 8°.). Wie aus diesem Schriftenverzeichnisse erhellt, lebte J. noch im Jahre 1836 und stand also damals bereits im 80. Jahre. Es beweist dieses selbst bei dem geringeren wissenschaftlichen Werthe seiner Schriften eine seltene Frische des Geistes in so hohen Jahren. Was eben den geistigen Gehalt seiner Werke betrifft, so wird eine Einsicht in dieselben den Ausspruch über ihn: „er war zu sehr Schriftsteller für das Volk, als daß er irgend Anspruch auf den Rang eines Historikers machen könnte“, vollends rechtfertigen, jedoch wird die Zeit, in der er lebte, auch in Erwägung zu ziehen und zu bedenken sein, daß er Einer der sehr Wenigen war, welche das damals noch sehr dürftige Studium der Geschichte in Oesterreich vermittelten.

In Aem. Janitsch’s „Kurzgefaßten Geschichte des uralten Benedictinerstiftes Göttweih“ finden sich dürftige Notizen über Janitsch. – Oesterreichische National-Encyklopädie herausgegeben von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. III, S. 16. –