BLKÖ:Kořistka, Karl Franz Eduard

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Kořínek, Johann
Band: 12 (1864), ab Seite: 457. (Quelle)
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Kořistka (sprich Korzistka), Karl Franz Eduard (Geolog und Fachschriftsteller, geb. zu Brüsau in Mähren 7. Februar 1825). Sein Vater war herrschaftlicher Oberamtmann zu Krzizanau in Mähren, wo der Sohn auch die Kinderjahre verlebte, bis er im Jahre 1835 das Gymnasium zu Iglau bezog. Die späteren Gymnasialclassen besuchte K. in Brünn, 1841 ging er nach Wien, wo er die Philosophie hörte, sich aber zugleich dem Studium der höheren Mathematik unter Petzval und Ettingshausen und jenem der Mechanik unter v. Burg widmete. Im October 1843 trat er als ordentlicher Berg-Eleve in die k. k. Berg- und Forstakademie zu Schemnitz, erhielt ein Staatsstipendium und beendigte im August 1847 den vollständigen Berg- und Hüttencurs. Anfangs September d. J. trat er bei der damaligen k. k. Hofkammer im Münz- und Bergwesen als Bergpraktikant in den Staatsdienst und wurde dem k. k. Hauptmünzamte in Wien zur technischen Dienstleistung zugetheilt. Unter Einem hörte er den höheren mineralogischen Curs an dem damaligen montanistischen Museum unter Bergrath Haidinger. Bei der neuen Organisirung der Schemnitzer Berg- und Forstakademie wurde K. im März 1848 zum Assistenten der Lehrkanzel der Elementar- und höheren Mathematik und Physik an dieser Akademie ernannt, und im Februar 1849 nach des Bergrathes Doppler [Bd. III, S. 370] Beförderung mit der Supplirung dieser Lehrfächer beauftragt. Noch im December d. J. wurde K. o. ö. Professor der praktischen Geometrie und Forstencyklopädie am k. k. technischen Institute in Brünn, und ihm zwei Jahre später (September 1851) die Lehrkanzel der praktischen Geometrie und Elementar-Mathematik am ständ. polytechnischen Institute in Prag verliehen, welche Stelle K. noch zur Stunde bekleidet. Neben seinem Lehramte unterzog sich K. auch der Ausführung mehrerer wissenschaftlicher Aufträge; so unternahm er im Jahre 1853 im Auftrage des Unterrichtsministeriums eine Reise durch Deutschland, Belgien, Frankreich und England, um die technischen Schulen, vornehmlich aber die Werkstätten für geodätische Instrumente kennen zu lernen; im Jahre 1854 ward er als Abgeordneter desselben Ministeriums zur Ausstellung von technischen und industriellen Schulen in London entsendet. In neuester Zeit erst (Sommer 1862) besuchte K., von dem böhm. Landesausschusse dazu aufgefordert, auf seiner Reise zur Londoner Industrie-Ausstellung die bedeutenderen polytechnischen Schulen in Deutschland, Frankreich und Belgien, u. z. jene in Dresden, Berlin, Hannover, Karlsruhe, Stuttgart, Augsburg, München, Zürich, Lyon, Paris, Lüttich und Gent, in der Absicht, zu berichten, was von ihren Einrichtungen bei der Reorganisirung des Prager polytechnischen Institutes benützt werden könnte. Ueberdieß unternahm K. theils im Auftrage der k. k. geologischen Reichsanstalt, theils als Commissär des Werner-Vereins, seit 1850 fast jährlich Bereisungen eines Theiles der Alpen, der böhmisch-mährischen Gebirge, der westlichen Karpathen u. s. w., um Höhenmessungen, Nivellements und andere geodätische Arbeiten auszuführen. Im Drucke sind von ihm folgende wissenschaftliche Arbeiten erschienen: „Bericht über die Einrichtung des technischen und industriellen Unterrichtes in Deutschland, Belgien, England und Frankreich“ (lithographirt bei Hennig in Prag 1854); – „Bericht über die wichtigsten Werkstätten für geodätische [456] Instrumente in Deutschland und Frankreich“ (lithogr. ebd. 1854); – „Ueber einige neue Forschungen im Gebiete der Geographie“ (1856, 8°.); – „Die Markgrafschaft Mähren und das Herzogthum Schlesien. Eine Darstellung ihrer geographischen Verhältnisse unter Mitwirkung mehrerer Naturforscher und Geographen redigirt und herausgegeben. Mit einer Generalkarte von Mähren und Schlesien, vier physik. und statist. Karten in Farbendruck und vielen Lithographien und Holzschn.“ (Olmütz 1860, Hölzel, gr. °.), welches Werk den 1. Band des Sammelwerkes: „Die Kronländer der österreichischen Monarchie“ bildet; – „Studien über die Methoden und die Benützung hypsometrischer Arbeiten, nachgewiesen an den Niveauverhältnissen der Umgebungen von Prag. Ein neuer Beitrag zur Geodäsie und Geographie. Mit 2 (lith.) Niveaukarten (in Fol.) und mehreren Holzschnitten (im Text)“ (Gotha 1858, J. Perthes, gr. 8°.); – „Die hohe Tatra in den Central-Karpathen mit 1 Karte und mehreren Ansichten“ (Gotha 1864); – „Der höhere polytechnische Unterricht in Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Belgien und England“ (Gotha 1863); – „Hypsometrie von Mähren und Oesterreichisch-Schlesien. Die Resultate der Höhenmessungen in Mähren und Oesterr. Schlesien und eine Höhenschichtenkarte beider Länder enthaltend“ (Olmütz 1863, Hölzel, hoch 4°.); – „Výsledky měření jimž velikost a podala země ustanovená byla“ (Prag 1863, 8°.). Der ungleich größere Theil von K.’s Arbeiten ist aber in Fachjournalen und wissenschaftlichen Sammelwerken niedergelegt; so z. B. in den Jahrbüchern der geologischen Reichsanstalt: „Jahresberichte über trigonometrische und barometrische Höhenmessungen in Mähren“ (Bd. III, Abthlg. 4, S. 128; IV, 12, 29; V, 161, 665 Anmerkg., 701; VI, 72; VII, 279, und IX, 80); – „Höhenmessungen in Niederösterreich“ (Bd. II, Abthlg. 4, S. 155; III. Abthlg. 3, S. 94, 99; Abthlg. 4. S. 128); – „Höhenmessungen in nordöstlichen Alpen“ (Bd. II, Abthlg. 1, S. 34); – „Höhenmessungen in den Sudeten, Bieskiden und in West-Mähren“ (Bd. VII, 279 u. X, 237); – „Quellen-Temperatur in den mährisch-schlesischen Sudeten“ (Bd. X, 253); – „Reductionstafeln für barometrische Messungen“ (Bd. VI, 837); – „Niveau-Verhältnisse des Wiener Bodens“ (Bd. III, Abthlg. 3, S. 112 u. 115); – in Grunert’s „Archiv“: „Ueber eine neue Methode, verticale Winkel mittelst Reflexion zu messen“ (XXVII, 1856); außerdem aber viele kleinere Aufsätze: in Haidinger’s „Naturwissenschaftliche Berichte“; – in den Jahrgängen 1850, 1851 u. f. der Mittheilungen der k. k. mähr. schlesischen Gesellschaft; – in den Jahrgängen 1853 und 1855 von Hingenau’s „Oesterr. Zeitschrift f. d. Berg- und Hüttenwesen“; – in den Jahrg. 1853, 1854 und 1856 der Zeitschrift „Lotos“; – in Auspitz’ „Oesterreich. Kalender“ 1856; – in Maresch „Jahrbuch für Lehrer“ 1856; – in der Prager čechischen naturwissenschaftlichen Zeitschrift „Ziva“ u. s. w. K. ist außerordentliches Mitglied der kön. böhm. Gesellschaft der Wissenschaften, Correspondent der k. k. geologischen Reichsanstalt, wirkliches Mitglied und Commissär des Werner-Vereins in Brünn, Vicepräses des naturwissenschaftlichen Vereins Lotos in Prag, und überdieß Mitglied noch mehrerer naturwissenschaftlicher Vereine.

Jellinek (Carl Dr.), Das ständisch-polytechnische Institut zu Prag. Programm zur fünfzigjährigen Erinnerungsfeier.. (Prag 1836, Gottl. Haase Söhne, 8°.) S. 243. – Poggendorff (J. C.), Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften[WS 1] (Leipzig 1859, J. Ambr. Barth, Lex. 8°.) Sp. 1306. – Slovník naučný [457] Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon, herausgegeben von Dr. Franz Ladisl. Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. IV, S. 820. – Bohemia (Prager Blatt, 4°.) 1863, Nr. 168, S. 161.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Wisenschaften.