BLKÖ:Hingenau, Otto Bernhard Gottlieb Freiherr

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Hindy, Arpad
Nächster>>>
Hingerle, Augustin
Band: 9 (1863), ab Seite: 35. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Otto von Hingenau in der Wikipedia
GND-Eintrag: 126477736, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Hingenau, Otto Bernhard Gottlieb Freiherr|9|35|}}

Hingenau, Otto Bernhard Gottlieb Freiherr (Bergrath, Geolog und Schriftsteller, geb. zu Triest 19. December 1818). Sohn des Ferdinand Gottlieb Freiherrn von H. [siehe unten: Hervorrag. Sproßen der Freiherrnfamilie von Hingenau, Nr. 3] und der Gemalin desselben Franzisca de Paula Gräfin von Sprinzenstein. Verlebte in Triest und in Padua, wohin sein Vater als Delegat der Provinz befördert worden war, die ersten Kinderjahre. Am 30. November 1824 starb sein Vater, und die Mutter zog mit ihm und dessen vier jüngeren Geschwistern nach Linz, wo Otto’s Großvater Bernhard Gottlieb Freiherr von H. Landespräsident war [siehe unten: Hervorrag. Sproßen der Freiherrnfamilie von Hingenau, Nr. 2]. Hier besuchte Otto die öffentliche Normalschule und trat, als der Großvater 1827 sich in den Ruhestand und nach Gratz in Steiermark, wo er begütert war, zurückzog, in Gratz in das Gymnasium über. Im Herbste 1831, nachdem auch seine Mutter gestorben war, kam er mit seinem um ein Jahr jüngeren Bruder in’s k. k. Theresianum nach Wien, wo er bis zur Beendung seiner juridischen Studien blieb (1840). Einige poetische und novellistische Versuche stammen aus dieser Zeit. Sie erschienen in Witthauer’s Wiener Zeitschrift“ (1837) unter dem Pseudonym G. Neuhain; später mit dem Namen des Verfassers in J. N. Vogl’s „Morgenblatt“, L. A. Frankl’s „Sonntagsblättern“, dessen Mitarbeiter H. bis zum Erlöschen dieser Zeitschrift blieb. Von früher Jugend an den Naturwissenschaften zugeleitet, behielt er das Interesse dafür, welches ihn nach vollendeten juridischen Studien zum Eintritte in die Bergakademie zu Schemnitz veranlaßte, wo er vom Herbste 1840 bis [36] August 1843 den montanistischen Studien oblag, mehrere Reisen im östlichen und südlichen Ungarn machte und seinen Roman „Der Bergmann“ nebst verschiedenen Journalartikeln schrieb. Erst im Jänner 1844 wandte er sich dem montanistischen Staatsdienste zu, in welchem er zu Kuttenberg als Bergprakticant eintrat. Im März 1845 dienstlich nach Leoben zum dortigen Oberbergamte und Berggerichte zugetheilt, bekam er unter der Leitung des nachmaligen Sectionschefs Freiherrn von Scheuchenstuel durch diesen den Impuls zur wissenschaftlichen Pflege des Bergrechtes und erschienen um diese Zeit zwei Abhandlungen über die staatswissenschaftliche Seite des Bergwesens in Kudler’s, später Tomaschek’s „Zeitschrift für Rechts- und Staatswissenschaft“. Im März 1846 zur Dienstleistung im berggerichtlichen Departement der damaligen Hofkammer in Münz- und Bergwesen nach Wien berufen, verblieb er daselbst bis September 1847, während welcher Zeit er ältere literarische Verbindungen pflegte, in die Zeitschrift „Gegenwart“ mehrere nationalökonomische Artikel schrieb und an den Arbeiten der sich damals unter Wilhelm Haidinger’s [Bd. VII, S. 208] Führung bildenden „Freunde der Naturwissenschaften“ Theil nahm, bis er im Herbste 1847 zur Supplirung der Berggerichts-Substitutenstelle nach Brünn geschickt wurde. Anfangs des Jahres 1848 schrieb er einen Artikel „Ueber Landeskunde in Oesterreich“ für die „Wiener Zeitung“, welcher ihn in Beziehungen mit dem jüngere Kräfte mächtig anregenden Freiherrn von Reden brachte und der Beginn statistisch-nationalökonomischer Arbeiten werden sollte. Im März 1848 zum Vorstande der mährisch-schlesischen Berggerichts-Substitution ernannt, blieb er, obwohl zum Ersatzmann für das Frankfurter Parlament gewählt, in Brünn, gab mehrere Monate lang in Verbindung mit Herrn von Chlumecky [Bd. II, S. 349] das „Brünner politische Wochenblatt“ heraus, betheiligte sich dann an dem in Olmütz begründeten „Oesterreichischen Correspondenten“ und dem von Triest nach Wien übersiedelten Journale „Lloyd“, wurde 1849 als Mitglied in die mährisch-schlesische Ackerbaugesellschaft aufgenommen, an deren Reorganisation er auch durch zahlreiche Journalartikel in der genannten Zeitung und in der „Brünner Zeitung“ thätig mitwirkte, und Ende 1849 zum Ausschußmitgliede der Gesellschaft gewählt. In demselben Jahre wurde H. nach Wien zur Theilnahme an den Berathungen des ersten Berggesetzentwurfes berufen. Mit der neuen Organisation der Bergbehörden in Mähren und Schlesien beauftragt und im April 1850 zum Berghauptmann für Mähren und Schlesien ernannt, wirkte er in dieser Eigenschaft bis zum Herbste desselben Jahres, traf bei Anlaß des „Wernerfestes“ am 25. September die Einleitungen zur Begründung des Werner Vereins zur geologischen Durchforschung von Mähren und Schlesien, folgte aber schon im October 1850 einem Rufe an die Universität Wien als Professor des Bergrechtes mit dem Titel eines Bergrathes, wo er noch im Studienjahre 1850/51 seine Vorlesungen eröffnete. In letzterer Stellung und als k. k. Oberbergrath ist H. noch zur Zeit thätig, entwickelt aber auch sonst noch nach verschiedenen Seiten hin eine umfassende Wirksamkeit. Außer mehreren gewöhnlich in den Ferienmonaten unternommenen Reisen, in welchen er theils das große Oesterreich nach allen Richtungen und öfter zu wissenschaftlichen [37] Zwecken bereiste, theils Italien und die hervorragenden kleineren Metropolen Deutschlands kennen lernte, Verbindungen mit Fachgelehrten anknüpfte, mehreren Versammlungen der deutschen Naturforscher beiwohnte, begründete er im Jahre 1853 die „Oesterreichische Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen“, welche im Jahre 1855 vom Finanzministerium zum Centralorgan des österreichischen Bergwesens erklärt wurde; hielt im Jahre 1855 und 1856 neben den Vorträgen über Bergrecht auch Vorlesungen über Nationalökonomie und veröffentlichte mehrere theils wissenschaftliche, theils schöngeistige und publicistische Arbeiten, von denen hier die wichtigeren angeführt werden; und zwar aus dem Gebiete der Bergrechts wissenschaft, Nationalökonomie und Staatswissenschaft: „Beiträge zur staatswissenschaftlichen Behandlung der Montan-Industrie, l. Heft. Bergwirthschaftslehre“ (Brünn 1849, C. Winiker, 8°.); – „Handbuch der Bergrechtskunde“ (Wien 1855, Manz, 8°.); – in Stubenrauch’s „Gerichtszeitung“: „Leistungen der österreichischen staats- und rechtswissenschaftlichen Literatur seit 1850“, 5 Artikel (Jahrg. 1855); – in den „Oesterreichischen Blättern für Literatur“, einer Beilage der amtlichen Wiener Zeitung: „Kritische Studien über nationalökonomische Gegenstände“ (Jahrg. 1856), eine Reihe kritischer Essay’s; – „Ueber die Ermässigung der Salzpreise tür chemisch-technische Zwecke“ (Wien 1857, mit einer Karte), Separatabdruck eines im Gewerbevereine gehaltenen Vortrages; – „Zur österreichischen Studienfrage“ (Wien 1853, Gerold), worin H. eine von Dr. G. E. Haas herausgegebene Denkschrift: „Ueber den Zustand der österreichischen Universitäten mit besonderer Beziehung auf die Wiener Hochschule“, einer kritischen Beleuchtung unterzieht und sowohl des Verfassers befangenen Standpunct wie dessen entstellte Behauptungen in Betreff des österreichischen Studienwesens nachweist; – „Der Kampf gegen den Bonapartismus jetzt und vor 50 Jahren“ (Leipzig 1859, Lehman, 8°.), diese Schrift erschien anonym. Außerdem zahlreiche publicistische Aufsätze über Verwaltung, Volkswirthschaft u. dgl. m. in dem von ihm in Gemeinschaft mit Chlumecky begründeten „Brünner politischen Wochenblatt“, ferner in Kudler’s „Zeitschrift für Rechts- und Staatswissenschaft“, in Schumacher’s „Gegenwart“, im „Journal des österreichischen Lloyd“, im Olmützer „Oesterreichischen Correspondenten“, in den „Mittheilungen der mährisch-schlesischen Ackerbaugesellschaft“, in J. B. Krauß’ „Jahrbuch für den österreichischen Berg- und Hüttenmann“, in Stubenrauch’s „Gerichtszeitung“ u. A. m. Aus dem Gebiete der Geologie und Geognosie in Wilhelm Haidinger’s „Berichten für Freunde der Naturwissenschaften“: „Geognostische Wahrnehmungen bei Tulleschütz“ (Jahrg. 1846); – „Geognostische Karte des Znaimer Kreises“; – „Dinotheriumreste in Mähren“ (Jahrg. 1847); – „Eine geognostische Excursion nach Alaska“ (Jahrg. 1848); – „Uebersicht der geologischen Verhältnisse von Mähren und Schlesien“ (Wien 1852, Gerold, 8°., mit einer geolog. Karte); – „Die Braunkohlenlager des Hausrucks. Geologisch-bergmännische Monographie“ (Wien 1856, Manz. 8°.), auch im vierten Jahrgange der „Oesterreichischen Zeitschrift für Berg- und Hüttenkunde“; – „Geognostisch-bergmännische Skizze des Bergamtes Nagyág“ (Wien 1857), auch im Jahrbuche der geologischen Reichsanstalt Jahrg. 1857. – Von Hingenau’s schöngeistigen [38] Arbeiten sind anzuführen: „Die Macht der Frauen. Sonettenkranz“ (Krems 1839, Ad. Dielitsch, 8°.), unter dem Pseudonym-Anagramm seines wahren Namens, G. Neuhain; – „Der Bergmann. Erzählung aus dem nordungarischen Leben“. 2 Bde. (Pesth 1844. 2. (Titel-) Auflage 1848, G. Heckenast, 8°.); – in Witthauer‘s „Wiener Zeitschrift“: „See und Thal. Novelle“ (1837), auch unter dem Pseudonym Neuhain. Außerdem Gedichte, Sagen, Novellen und belletristische Genrebilder im „Oesterreichischen Morgenblatte“ und in L. A. Frankl’s „Sonntagsblättern“ und anderen Journalen. Im März 1853 erhielt H. die k. k. Kämmererswürde, auch ist er Mitglied mehrerer naturwissenschaftlicher Vereine. Seit 30. Mai 1844 ist er mit Walburga Gräfin Serényi, Tochter des als Berg-Oberinspectors in Ungarn und um Oesterreichs Bergwesen mannigfach verdienten Johann Nepomuk Grafen Serényi, vermält, aus welcher Ehe bisher keine Sproßen vorhanden sind.

Poggendorff (J. C.), Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften (Leipzig 1859, J. Ambr. Barth, gr. 8°.) Bd. I, Sp. 1108. – Wurzbach von Tannenberg (Const. Dr.). Bibliographisch-statistische Uebersicht der Literatur des österreichischen Kaiserstaates (Wien, Staatsdruckerei, gr. 8°.) I. Bericht (1853), S. 48, Marg. 1237; S. 110, Marg. 3019 und 3038; – II. Bericht (1854). S. 196, Marg. 5874; S. 383, Marg. 12175; S. 561. Marg. 17827; – III. Bericht, S. 954, Marg. 31825.

I. Genealogie der freiherrlichen Familie von Hingenau und gegenwärtiger Stand derselben. Der Adel dieses Geschlechtes reicht bis in’s 16. Jahrhundert, in welchem ein Maximilian Gottlieb Hinck wegen seiner geleisteten Kriegs- und Reichskammergerichtsdienste von Kaiser Maximilian I. laut Diplom ddo. Cöln 8. (5.) October 1512 unter Bestätigung und Verbesserung des anererbten Wappens mit dem Prädicate von Hingenau in den Reichsadelstand erhoben wurde. Von den Nachkommen desselben wurde Heinrich Franz Joseph von Hingenau, k. k. innerösterr. Gubernialrath (geb. 1679, gest. 1736), im Jahre 1735 in das ständisch-steiermärkische Consortium aufgenommen, nachdem er sich in Steiermark angekauft, worauf er von Kaiser Karl VI. mit Diplom ddo. 13. Juni 1736 in den erbländisch-österreichischen Freiherrnstand erhoben worden. Heinrich Franz Joseph Freiherr von H. war zweimal vermält, 1) (seit 1720) mit Franzisca v. Raimondi (gest. 1729); 2) (seit 1730) mit Barbara Freiin von Schindler (gest. 1749). Von seinen beiden Söhnen war Joseph Bernhard (geb. 1724, gest. 1777), innerösterr. Regierungsrath, mit Cäcilie Freiin von Bersendis (geb. 1723, gest. 1785) vermält, und starb ohne Nachkommenschaft. Der zweite Sohn, Franz X. Gottlieb, Landrath zu Gratz (geb. nach Schönfeld 7. Juli 1722, gest. 14. August 1784), vermält (seit 1745 mit Maria Aloisia Freiin von Bersendis (geb. 1721, gest. 1789), erbte das Fideicommiß seines Bruders. Von dessen Söhnen pflanzte Bernhard Gottlieb [s. die hervorragenden Sproßen der Freiherren von Hingenau, Nr. 2] das Geschlecht fort. Bernhard Gottlieb (geb. 1760, gest. 1833) war mit Maria Franzisca von Ehegarten zu Kohlhof und Himmelsau vermält, und hinterließ aus dieser Ehe neben vier Töchtern die zwei Söhne: Ferdinand Gottlieb (gest. 1824), welcher das Geschlecht fortpflanzte, [s. die hervorragenden Sproßen der Freiherrnfamilie von Hingenau. Nr. 3] und Adolph Gottlieb (geb. 1800), Gubernial-Secretär zu Gratz und vermält mit Josephine von Petkovich (gest. 27. October 1851), welche Ehe kinderlos blieb. Von Bernhard Gottlieb’s Töchtern leben noch zwei: Maria Leopoldine (geb. 8. November 1789), Sternkreuz-Ordensdame, vermält (seit 8. Mai 1811) mit Georg Heinrich Grafen von Wurmbrand, Witwe (seit 5. Jänner 1812), wiedervermält (seit 12. Mai 1821) mit Johann Friedrich Freiherrn von Loehr, innerösterr. Gubernialrath und Kreishauptmann zu Klagenfurt, abermals (seit 22. April 1838) Witwe; und Maria Anna (geb. 9. Jänner 1796), Stiftsdame zu Innsbruck. Von Bernhard Gottlieb’s älterem Sohne, Ferdinand Gottlieb, stammt das gegenwärtige Haupt der Familie, Otto Bernhard Gottlieb Freiherr von Hingenau [s. d. Obigen]. Von seinen Geschwistern leben noch Alfred Gottlieb [39] (geb. 2. März 1820), k. k. Kämmerer und Landesgerichtsrath a. D., vermält (seit 14. Juli 1851) mit Sophie Gräfin Engl von und zu Wagram (geb. 29. November 1831), und Bertha (geb. 13. August 1821), Sternkreuz-Ordensdame, vermält (seit 13. August 1842) mit Franz Grafen von Welsersheimb und Gumplenstein, k. k. Kämmerer und Stabsoffizier in der k. k. Armee. [Die Wappen der deutschen freiherrlichen und adeligen Familien von Dr. E. Kneschke (Leipzig 1856, J. O. Weigel, 8°.) Bd. III, S. 212. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. II, S. 586. – Schönfeld (Ignaz Ritter von), Adels-Schematismus des österreichischen Kaiserstaates (Wien 1824, C. Schaumburg und Comp.) I. Jahrg. S. 148. – Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser (Gotha, bei Justus Perthes. 32°.) XII. Jahrg. (1862), S. 380; – Dasselbe, Jahrg. 1848. S. 168.)
II. Hervorragende Sproßen der Freiherrnfamilie von Hingenau. 1. Dem 1736 zum Freiherrn erhobenen Heinrich Franz Joseph von H. (geb. 6. Juli 1679, gest. 11. December 1736) werden im Diplome seine Reisen, seine politischen und militärischen Erfahrungen die Kenntniß nützlicher Wissenschaften und seine 1707 in Italien bei der Eroberung beider Sicilien, dann 1714–1730 bei seiner Dienstleistung in Gratz erworbenen Verdienste nachgerühmt. – 2. Bernhard Gottlieb (geb. 27. Juli 1760, gest. 16. Juni 1833 und nicht wie es in der österr. National-Encyklopädie, Bd. II, S. 586, heißt, am 30. November 1824 was offenbar eine Verwechslung ist mit dem Todesdatum des Delegaten Ferdinand [s. d. Folgenden]), der Großvater des jetzigen Familienhauptes Otto Bernhard Gottlieb, diente dem Staate in der politischen Verwaltung, war Kreishauptmann in Kärnthen, dann Präses der adeligen Justizadministration, wirklicher Hofrath und seit 1. August 1808 Gubernal-Vicepräsident in Gratz. 1811 Staatsrath, 1815 Regierungs- und Landrechtspräsident in Oberösterreich). Die vortrefflichen Eigenschaften seines Geistes und Herzens erwarben ihm die Achtung Aller. Se. Majestät verliehen ihm das goldene Civil-Ehrenkreuz und das Commandeurkreuz des St. Stephan-Ordens. Porträt. Unterschrift: Bernhard Gottlieb Freyherr v. Hingenau, Präsident der k. k. Landes-Regierung und der Herren Stände des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns (Kupferstich, ohne Angabe des Stechers und Zeichners. 4°., schöner Stich), [Steiermärkische Zeitschrift. Redigirt von Dr. G. F. Schreiner, Dr. Alb. von Muchar, C. G. Ritter von Leitner, A. Schrötter (Gratz, 8°.) Neue Folge, siebenter Jahrg. (1842). Heft 1, S. 90. – Schmidl (Adolph), Oesterreichische Blätter für Literatur, Kunst und Wissenschaft (Wien, 4°.) II. Jahrg. (1845). S. 893.] – 3. Ferdinand Gottlieb (geb. 15. März 1791, gest. zu Padua 30. November 1824), Sohn des Vorigen und Vater des Otto Bernhard Gottlieb, trat im Jahre 1809 beim Gubernium in Gratz in den Staatsdienst, kam dann zur Hofkanzlei nach Wien, wurde Kreishauptmann in Wien und am 21. August 1823 Delegat der Provinz Padua. Der rastlose Eifer, mit welchem er sich seinem vielverzweigten und verwickelten Dienste hingab, scheint sein frühes Ende – im Alter von 33 Jahren – herbeigeführt zu haben. Menin in seiner unten angegebenen Leichenrede rühmt des Verstorbenen Geistes- und Herzensgaben, wie dessen unermüdliche Dienstpflicht, die Allen gerecht werden, Alles selbst verrichten wollte. Ferdinand Gottlieb war (seit 25. Mai 1818) mit Franzisca de Paula Gräfin von Sprinzenstein (geb. 26. Juni 1797, gest. im Herbste 1831) vermält, aus welcher Ehe der bereits erwähnte Majoratsherr Otto Bernhard Gottlieb und die in der Genealogie angeführten Geschwister desselben abstammen. Porträt. Unterschrift: Ferdinando Barone di Hingenau I. R. Ciambellano Consigliere di Governo e Regio Delegato nella Provincia di Padova. Nacque li 15 Marzo 1791, Mori li 30 Novembre 1824 (Martire ind. 8°.), Stahlstich. [Menin (Lodovico), Orazione funebre in morte di Ferdinando Barone d’Hingenau I. R. Delegato della Provincia di Padova (Padova 1824, Penada 8°.) [nach diesem geb. am 10. März 1791].
III. Wappen. Gevierteter Schild mit Herzschild. Herzschild. In Silber ein rechtssehender schwarzer Adler mit rothausgeschlagener Zunge offenen Flügeln und auseinander gespreizten Waffen, welcher auf der Brust in einem ovalen goldenen Schilde das Marienzeller Gnadenbild trägt. Hauptschild 1: in Gold eine aus im Grunde des Feldes fließenden Wasser nach einwärts aufspringende gekrönte Otter von natürlicher Farbe, welche im Rachen schrägrechts einen Fisch hält. 2 und 3: in Blau auf grünem Hügel drei auf grünen Knospen und [40] Stengeln gewachsene weiße Gartenlilien, jede oben mit ihren drei gelben Samen, von welchen die mittlere und größere aufrecht nach oben steht, die äußeren, aber etwas kleineren, sich je nach einer Seite kehren. 4: in Gold ein einwärts gekehrter goldener Löwe mit offenem Rachen, roth ausgeschlagener Zunge, rückwärts über sich geworfenem Schweife, welcher zwischen den Vorderpranken eine fünfblätterige weiße Rose mit fünf hervorragenden grünen Blätterspitzen und inwendig mit gelben Butzen hält. Den Schild bedeckt die Freiherrnkrone, auf welcher drei gekrönte Turnierhelme aufstehen. Der mittlere Helm trägt den Adler des Herzschildes mit dem Gnadenbilde; der rechte die Otter mit dem Fische von 1; der linke den aufwachsenden Löwen mit der Rose von 4. Helmdecken. Die des mittleren Helmes sind schw barz und golden; die des rechten roth und Gold; die des linken blau und silbern.