BLKÖ:Kollar, Vincenz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 12 (1864), ab Seite: 333. (Quelle)
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Kollar, Vincenz[BN 1] (Naturforscher, geb. zu Kranowitz, einem Marktflecken in dem zu Preußisch-Schlesien gehörigen Theile des Fürstenthums Troppau, am 15. Jänner 1797, gest. zu Wien am 30. Mai 1860). Den Elementarunterricht erhielt K. in seinem Geburtsorte, im Jahre 1807 bezog er das Gymnasium zu Leobschütz und 1815 – mit einer tüchtigen classischen Bildung als Grundlage – die Wiener Universität behufs medicinischer Studien. Einer der Lehrer des Leobschützer Gymnasiums – Schramm – hatte seine Liebe zur Naturgeschichte, besonders zur Entomologie rege zu machen und zu fördern verstanden. So schloß sich denn auch Kollar bereits im Jahre 1817 den Arbeiten am k. k. Hof-Naturaliencabinet freiwillig und eben deßhalb um so eifriger an, und bereits im nächstfolgenden Jahre suchte sich dieses Institut – damals unter Karl von Schreiber’s Leitung – die ständige Mitwirkung K.’s durch Erwirkung seiner Ernennung zum stipendirten Praktikanten zu sichern und vertraute ihm 1819, nach Ziegler’s Austritt, die gesammte entomologische Abtheilung an. Im Jahre 1824 erhielt K. seine feste Anstellung als erster Aufseher; im Jahre 1835 wurde er zum Custos befördert. Als im December 1851, nachdem der Director von Schreiber auf sein Ansuchen in den Ruhestand versetzt worden, eine Reorganisation der k. k. naturhistorischen Museen auf Grundlage der Trennung der drei Hauptfächer: Zoologie, Botanik und Mineralogie, Allerhöchsten Orts angeordnet wurde, erhielt Kollar die Oberleitung der gesammten zoologischen Abtheilung und behielt sie durch 91/2 Jahre bis zu seinem Hinscheiden. Mehr als Eine Auszeichnung ward ihm während seiner 43jährigen ehrenvollen Laufbahn. Im Jahre 1848 (1. Februar) erwählte ihn die kais. Akademie der Wissenschaften zu Wien zum wirklichen Mitgliede. Im Jahre 1854 wurde er mit dem Ritterkreuze des österr. kais. Franz Joseph-Ordens geschmückt. Den Schluß seines 40. Dienstjahres (1858) verherrlichten neue Beweise der Huld seines allergnädigsten Kaisers: die Ertheilung des Titels eines k. k. Regierungsrathes und einer jährlichen Personalzulage von 500 fl. Zahlreiche wissenschaftliche Staats- [334] und Privatgesellschaften hatten ihm ihre Diplome zugesendet. Die k. k. zoologisch-botanische Gesellschaft bewarb sich gleich bei ihrer Gründung (1850) um Kollar’s thätige Mitwirkung und hat ihn seitdem durch eine Reihe von Jahren bei der jeweiligen Erneuerung ihres Verwaltungsrathes zu einem ihrer Vice-Präsidenten gewählt. Den höchsten Ausdruck aber fand die Anerkennung seiner wissenschaftlichen Verdienste und seines persönlichen Werthes in der Ehrengabe – einem silbernen, mit entsprechenden Emblemen geschmückten Pokal – den ihm das gesammte Personal des von ihm geleiteten k. k. zoologischen Museums am 40. Jahrestage seines Eintrittes in den Allerhöchsten Dienst feierlich überreichte. K. war, wie ihn sein Nekrologist in der Wiener Zeitung schildert, ein Mann der positiven, der zunächst liegenden Pflicht, in einem Grade, wie es nur Wenige sind. Diese wies ihn zunächst an die ihm anvertraute Abtheilung der k. k. Museen, und was er da vollbracht, das lasse man sich von Zeitgenossen erzählen, was und wie die Insecten-Sammlungen des k. k. Museums waren, und sehe dann mit eigenen Augen, was und wie sie jetzt sind; der wandle durch die Räume, in denen die gesammten zoologischen Sammlungen aufgestellt sind, und gedenke daran, daß Räume und Sammlungen drohendem Untergange mit genauer Noth entgangen waren, kaum 3 Jahre, bevor Kollar deren oberste Leitung übernahm. Als selbstständiger Forscher gehörte Kollar zunächst zur Schule Rösel’s, Réaumur’s und de Geer’s an. Ausgerüstet wie Wenige mit allen dazu erforderlichen Geistesgaben: eiserner Ausdauer, Scharfsinn, äußerster Gewissenhaftigkeit und reinster Wahrheitsliebe, sammelte er Schätze von Erfahrungen und brachte Vieles an’s Licht, was vor ihm im tiefsten Dunkel lag. Der systematische Theil der Entomologie schien überhaupt weniger Reiz für ihn zu haben, als das Studium der Lebensweise und der Entwicklung der Insecten, sowie auch des hiermit in unmittelbarem Zusammenhange stehenden Nutzens und Schadens, welche sie den Menschen bringen. Fast in allen seinen Arbeiten, mit nur sehr wenigen Ausnahmen, hat er diese Richtung eingeschlagen. Hier folgen seine Werke, und zwar zuerst die selbstständigen und umfangreicheren, in naturwissenschaftlichen Sammelwerken abgedruckten, dann die kleineren, in verschiedenen Zeit- und gelehrten Vereinsschriften erschienenen. Erstere sind: „Monographia Chlamydum. Cum tabulis duabus coloratis“ (Viennae 1824, Fol.); – „Systematisches Verzeichniß der Schmetterlinge im Erzherzogthume Oesterreich“, in den „Beiträgen zur Landeskunde Oesterreichs u. d. Enns“ (Bd. II, 1832); – „Systematisches Verzeichniß der im Erzherzogthume Oesterreich vorkommenden geradflügeligen Insecten“ (ebd., Bd. III, 1833, 8°.); – „Naturgeschichte der schädlichen Insecten, in Beziehung auf Landwirthschaft und Forstcultur“, als V. Band der „Verhandlungen der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Wien. Neue Folge“ (1837, 8°.); davon erschien eine englische Uebersetzung unter dem Titel: „A Treatice on Insects injurous to Gardeners, Foresters and Farmers. By Vinc. Kollar, translated from the German by J. and M. Loudon; with Notes by J. O. Westwood (London 1840); – „Die vier Hauptfeinde der Obstgärten, nebst den verlässlichsten Mitteln zu ihrer Vertilgung“ (Wien 1839, 8°.); – „Bildliche Naturgeschichte aller drei Reiche, mit alltäglicher Berücksichtigung der für das allgemeine [335] Leben wichtigeren Naturproducte. Unter Mitwirkung von Dr. G. Bill, Dr. E. Fenzl, Dr. L. Fitzinger, J. Heckel. Herausgegeben von V. Kollar“, darin bearbeitete K. die Säugethiere und die ganze Abtheilung der wirbellosen Thiere; – „Brasiliens vorzüglich lästige Insecten“, in J. E. Pohl’s „Reise in Brasilien“; und wieder gemeinschaftlich mitDr. Redtenbacher: „Aufzählung und Beschreibung der von Karl Freiherrn von Hügel auf seiner Reise durch Kaschmir und das Himalayagebirge gesammelten Insecten. Mit 28 Steindrucktaf.“, in Hügel’s „Kaschmir und das Reich der Siek“ (Bd. IV, Abtheil. 2, 1848); – seine in wissenschaftlichen Sammelwerken erschienenen einzelnen Abhandlungen sind aber, und zwar in den Denkschriften der kais. Akademie der Wissenschaften, mathem. naturw. Classe: „Ueber den Charakter der Insecten-Fauna von Südpersien“, gemeinschaftlich mit Dr. L. Redtenbacher (Bd. I, S. 42); – „Beiträge zur Insecten-Fauna von Neu-Granada und Venezuela“, mit 4 lith. Taf. in Farbendr. (ebd. S. 351); – „Naturgeschichte der Zerr-Eichen-Saummücke (Lasioptera Cerris)“, mit einer Steindrucktaf. (ebd. S. 347); – „Ueber die Zerr-Eichen-Blattwespe (Tenthredo Cerris), ein forstschädliches Insect“ (Bd. III, 1852); – in den Sitzungsberichten der mathem. naturw. Classe der kais. Akademie der Wissenschaften, außer einigen Berichterstattungen über naturhistorische Werke, folgende Aufsätze: „Beitrag zur Entwickelungsgeschichte eines neuen blattlausartigen Insects (Acanthochermes Quercus)“ (Heft 3, S. 18); – „Ueber einen noch nicht beobachteten Feind des Weinstockes (die Apate bispinosa Oliv.“ (1850, Abtheil. I, S. 380); – „Ueber Weinbeschädigung durch einen kleinen Nachtfalter (Tortrix Roserana) in den Weingärten von Brunn nächst Mödling“ (1850, Abtheil. II, S. 89); – „Ueber die mexicanische Cochenille“ (1851); – „Beitrag zum Haushalte der Viehbremsen (Tabanidae)“ (Bd. XIII, 1854); – in den Annalen des Wiener Museums der Naturgeschichte: „Beiträge zur Kenntniß der lernäenartigen Crustaceen“, mit 2 K. K. (Bd. 1, S. 79–92, 1836); – „Species Insectorum Coleopterorum novae“, mit 1 K. (ebd. S. 327–336); – „Lepidopterorum Brasiliae species novae“, mit 2 Taf. (Bd. 2, S. 213–218); – in Haidinger’s „Berichten über die Mittheilungen von Freunden der Naturwissenschaften in Wien“, im Bande III: „Ueber Tinea (Gelechis) pyrophagella“; – „Ueber die Entstehung der Knopper durch Cynips calycis“; – im Bde. VII: „Ueber eine Pilzbildung auf den Flügeldecken von Nebria Stenzii und über Ephippiggera ornata“; – in den Verhandlungen der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft in Wien. Neue Folge: „Die adlerbraune oder Waldstroh-Eule, Phalaena Noctua (Agrotis) aquilina Tr., ein neuer Feind des Weinstockes“ (Bd. II, Heft 1, S. 138, 1833); – „Ueber einige dem Feld- und Gartenbaue verderbliche Insecten“ (Bd. XI, Heft 2); – „Ueber die Lärchen-Minirmotte, Phalaena (Tinea) laricinella Rtzb.“ (zweite Folge, Bd. I, Heft 2, S. 122, 1845); – „Ueber den Lärchenblattsauger, Chermes Laricis Kllr.“ (S. 126); – „Ueber den Raupen-Fadenwurm, Filaria erucarum Rud.“ (ebd. Bd. II, Heft 1, S. 159, 1845; – „Nachricht über einen Weizenverwüster auf der Herrschaft Bisamberg“ (Bd. XI, Heft 2, S. 68); – „Beschreibung und Lebensweise einer in der Getreide-Sammlung [336] der k. k. Landwirthsch. Gesellschaft in Wien entdeckten neuen Motte, Tinea pyrophagella Kllr.“ (zweite Folge, Bd. IV, Heft 2, S. 134); – in der Wiener entomologischen Monatschrift, im Bande II: „Die Tamarisken-Gallmücke, Cecidomyia Tamaricis Kollar“; – „Naturgeschichte eines in den Gallen von Tamarix articulata Vahl. lebenden Wicklers: Grappolita Pharaonana Kollar“; – in E. L. Koch’s „Arachniden“, Bd. VII: „Beitrag zur Monographie von Gonyleptes Kirby und einiger damit verwandten Gattungen“; – in den Verhandlungen des zoologisch-botanischen Vereins in Wien, und zwar im Jahrgange 1852: „Ueber die Lebensweise einer neuen Verwüsterin der Zerr-Eiche. Tenthredo Cerris Koll.“; – „Ueber zwei der Schwarzföhre in ihrer Jugend schädliche Insecten“; – „Ueber Luzernerklee, welcher von der Epilacha globosa bedeutend gelitten hatte“; – „Beitrag zum Haushalte der Insecten“; – „Neue Beobachtungen über den Wein-Wickler Tortrix vitisana Jacq.“; – im Jahrg. 1855: „Ueber Beschädigung des Roggens in den Scheuern durch Raupen der Noctua (Apamea) basilinea W. V. (Quecken-Eule)“; – im Jahrg. 1857: „Ueber die geographische Verbreitung und den Haushalt des Callidium russicum Fabr.“; – „Zur Naturgeschichte des Bostrichus curvidens Rtzb.“; – „Ueber die geographische Verbreitung des Agriotypus armatus Walker“; – „Ueber springende Cynips-Gallen auf Quercus Cerris“, mit 1 Taf.; – „Ueber eine ungewöhnliche Farbenvarietät der Gemse Rupicapra Capella Blas.“; – „Ueber ein seltenes Vorkommen der Sammtente Anas fusca Linn.“; – „Der Stein- und Goldadler Aquilla fulva und Aquila chrysaetos Linn., in der Nähe von Wien geschossen“; – „Zur Naturgeschichte der Gattung Gordius und Mermis, Fadenwürmer der Insecten“; – „Ueber das Insect, welches den Franzosen während des Krimfeldzuges die Bleikugeln durchgebohrt hat, nebst einer Mittheilung über eine analoge Erscheinung in Wien“; – „Zur Naturgeschichte der Aphis cerealis Kaltenbach„; – im Jahrg. 1858: Zur Naturgeschichte der Ulmenblatthofer Galleruca xantkomelaena Schrk.“; – „Zur Naturgeschichte des großen Fichtenbast-Käfers Hylesinus (Dendroctonus) micans Klug“; – „Zur Geschichte schädlicher Heuschrecken“; – „Ueber das die Erlen verwüstende Insect Agrilus viridis Kiesew.“; – „Ueber den Haushalt des Erbsenkäfers, Bruchus pisi L.“; – „Ueber das massenhafte Auftreten einer bisher in Oesterreich noch nicht beobachteten Fliege des Hydrobaenus lugubris Fries“; – „Zur Naturgeschichte des Nuß- und Tannenhehers Corvus caryocatactes“; – in Fr. Treitschke’s naturhistorischem Bilder-Saal: „Ueber Krebse oder Krustenthiere (Crustaccea): Calappa Lophos Hbst. und Limulus moluccanus Latr.“ (Bd. II, S. 134); – „Ueber Korallenthiere (Phytozoa Polypi Ehrb.): Tubipora Chamissonis Ehrb., Fungia agariciformis Lam.“ (ebd. S. 181); – „Ueber die echte Perlmuschel: Meleagrina margaritifera Lam. und den Papier-Nautilus Argonauta Argo Linn.“ (Bd. III, S. 51); – „Ueber Ringelthiere (Annulata Cuv.): Sanguisuga medicinalis Linn., – Sanguisuga officinalis Sav., – Piscicola fasciata Kllr., – Piscicola linearis Kllr., – Serpula contortuplicata Lam., – Amphitrite auricoma Müll., – Arenicola piscatorum Linn., – Aphrodite [337] aculeata Linn.“ (ebd. S. 93 u. 127); – „Ueber Blatt- oder Pflanzenläuse (Aphidina Burm.): Psylla Alni Degeer., – Aphis Rosae Linn.“ (ebd. S. 143); – „Ueber Scharlach- oder Schildläuse (Coccina Burm.): Coccus Cacti Linn., – Lecanium Ficorum Kllr.“ (ebd. S. 173); – „Ueber Infusionsthierchen oder Infusorien (Animalcula infusoria)“ (Bd. IV, S. 24); – Ueber Spinnen (Arachnida Latr.): Scorpio (Buthus) reticulatus Koch., – Scorpio italicus Latr., – Lycosa Tarantula Linn.“ (ebd. S. 121); – „Ueber Geradflügler (Orthoptera): Grillus migratorius Linn., – Mantis religiosa Linn.“ (ebd. S. 129), „Ueber Zweiflügler (Diptera): Culex pipiens Linn., – Culex molestus Kllr., – Gastrus Equi Meig.“ (ebd. S. 139); – „Ueber die Familien der Zünsler (Piralidae) und der Wickler (Tortricidae)“ (ebd. S. 150); – „Ueber das Schnabelthier, Ornithorhynochus parasox Blumb.“ (ebd. S. 159); – „Ueber das Faulthier (Bradypus tridactylus)“ (ebd. S. 163); – „Ueber Quallen (Acalephae): Rhizostoma Cuvieri“ (ebd. S. 166); – „Ueber Eingeweidewürmer (Entozoa): Botryocephalus latus Rud., – Cocnurus cerebralis Rud.“ (ebd. S. 168); – „Ueber Hautflügler (Hymenoptera): Apis mellifica Linn., – Formica rufa Fabr.“ (ebd. S. 173); – „Ueber Schaben (Tinaeidae)“ (ebd. S. 196); – „Ueber den gemeinen Bär. Ursus arctos, und den Eisbär, Ursus rnaritimus L.“ (ebd. S. 201); „Ueber den gemeinen Storch, Ciconia alba Briss, und den rothen Ibis, Ibis rubra Vieill.“ (ebd. S. 204); – „Die bunte Wassernymphe. Aeschna maculatissima Charp.“ (ebd. S. 207); – „Ueber weiße’ Ameisen oder Termiten (Termes fatalis Latr.)“ (ebd. S. 210); allen diesen Beschreibungen sind treffliche colorirte Abbildungen beigegeben; – in der Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode: „Ueber den krebsartigen Kiefenfuß, Apus cancriformis Schaeffer“ (1821, Nr. 99); – „Ueber die zu Industrieproducten zu verwendende inländische Raupe des Schwarzdornspinners, Bombix Spini“ (1829, 14. Juli, Nr. 84); – „Ueber die Zug- oder Wanderheuschrecke, Acrydium migratorium Latr. (Gryllus migratorius Linn.)“ (ebd. Nr. 15); – „Der Processionsspinner, Bombix processionea Linn.“ (ebd. Nr. 92); – „Ueber weiße Ameisen oder Termiten“ (ebd. 1830, Nr. 9); – „Naturgeschichte der Gelse, Mücke oder Schnacke (Mosquito), mit einer Abbildung der verschiedenen Entwickelungs-Stadien“ (1830, Nr. 65 bis 68); – „Ueber die Cochenille, Coccus Cacti, mit Abbildg.“ (1831, Nr. 1 bis 2); – „Ueber Insecten, als Ursache verschiedener Krankheiten bei Menschen und Thieren“ (1831, Nr. 98–100); – in dem Wirthschafts-Kalender auf das Jahr 1846, herausgegeben von der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft: „Ueber den Kohlweißling. Papilio (Pontia) Brassicae Linn.; einen den Kohlgärten schädlichen Falter, nebst einer Abbildung seiner verschiedenen Entwickelungszustände und seiner natürlichen Feinde“. Es ist eine reiche Thätigkeit, welche uns in Kollar’s Arbeiten vorliegt; leider aber sind die Ergebnisse der oben erwähnten, im größten Maßstabe und mit der höchsten Gewissenhaftigkeit durchgeführten Beobachtungen über Lebensweise und Verwandlung nie als Ganzes zum Gemeingut der wissenschaftlichen Welt geworden, und bei der Gewohnheit des Verewigten, im Vertrauen [338] auf sein seltenes Gedächtniß, die Thatsachen gar nicht oder nur in aphoristischer, fast hieroglyphischer Form aufzuzeichnen, dürfte wohl deren größter und bester Theil für immer ein Schatz bleiben, zu dessen Hebung die magische Formel verloren gegangen ist. Was Kollar den Menschen in seinen bürgerlichen und häuslichen Beziehungen betrifft, so bemerkt einer seiner Biographen: „daß jenes strenge Pflichtgefühl, jener freundlich wohlwollende Sinn, der in Kollar’s amtlichem und wissenschaftlichem Wirken waltete, auch im Familienkreise und im äußeren Lebensverkehr seine steten Begleiter und die Grundzüge seines Thuns und Lassens waren. Was er als Gatte und Vater im höchsten und tiefsten Sinne war, das ist nicht mit Lärm und Glanz nach außen getreten, aber es lebt fort im dankbar schmerzlichen Andenken der Seinen. Die mit ihm verkehrten, werden ihn nie vergessen und für jeden, der ihn näher kannte, war K. ein ehrlicher, gemüthlicher, treuer Charakter“. Wie schon erwähnt, war K. Mitglied vieler gelehrten Gesellschaften und Vereine, und zwar u. a. der Pontanianischen Akademie in Neapel, der entomologischen Gesellschaft von Frankreich in Paris, jener zu London und zu Stettin, ferner der schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur zu Breslau, der naturforschenden Gesellschaft zu Halle, des Göttingen’schen Vereins für Natur- und Heilkunde, der Gesellschaft zur Beförderung der Naturwissenschaft zu Freiburg, der Gesellschaft für Landwirthschaft, Naturgeschichte und nützliche Künste zu Lyon.

Almanach der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (Wien, Staatsdruckerei, 8°.) XI. Jahrg, (1861), S. 154–169 [im Berichte General-Secretärs der mathem. naturw. Classe Herrn Prof. Ant. Schrötter; – derselbe, I. Jahrg. (1851), S. 227–231 [das Verzeichniß seiner Druckschriften, welches aber in obengenannter Biographie des Almanachs vom Jahre 1861 bei weitem reicher und vollständiger ist]. – Wiener Zeitung 1860, Nr. 206, S. 3450: „Nekrolog“ von A. G. M. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. VI, Suppl. S. 515. – Nowack (Karl Gabriel), Schlesisches Schriftsteller-Lexikon oder bio-bibliographisches Verzeichniß der im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts lebenden schlesischen Schriftsteller (Breslau 1836 u. f., W. G. Korn, 8°.) Heft IV, S. 68. – Porträte. 1) Facsimile der Unterschrift: Vinc. Kollar. A. Dauthage 1855 (lith.), gedr. bei Jos. Stoufs in Wien (bei Jos. Bermann, Halb-Fol.); – 2) Facsimile der Unterschrift: Vincenz Kollar. Rud. Hoffmann 1856 (lith.), nach einer Photographie von F. Küß in Wien; Druck von J. Haller (Wien, Eig. u. Verlag von George Andre Lenoir, Halb-Fol.) [in der Gallerie ausgezeichneter Naturforscher].

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Kollar, Vincenz [Bd. XII, S. 333].
    Ratzeburg (J. T. C. Dr.), Forstwissenschaftliches Lexikon u. s. w., wie bei Henschel, S. 290. [Bd. 26, S. 396.]