BLKÖ:Mesko von Felsö-Kubiny, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 17 (1867), ab Seite: 424. (Quelle)
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Mesko von Felsö-Kubiny, Joseph (k. k. Feldmarschall-Lieutenant und Commandeur des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Erdö-Tarcsá, im Neograder Comitate Ungarns 28. Jänner 1762, gest. zu Güns 29. August 1815). Entstammt einer alten ungarischen Edelmannsfamilie; im Jahre 1784 trat er, 22 Jahre alt, als Cadet in die kaiserliche Armee, und zwar bei Wurmser-Huszaren ein; wurde in kurzer Zeit Unterlieutenant, machte als solcher die Feldzüge gegen die Türken und als Rittmeister jene gegen Frankeich mit. Er vollführte in denselben eine Reihe von Waffenthaten, die ihm einen Platz unter den Helden der Armee sichern. Schon im Jahre 1796, damals noch Rittmeister bei Blankenstein-Huszaren, hatte er sich bei Arnberg, im folgenden Jahre im Treffen bei Kircheip (?) so ausgezeichnet, daß ihn Feldmarschall-Lieutenant Kray in seinen Relationen namentlich anführte und zu einer Beförderung oder Auszeichnung in Vorschlag brachte. Im Feldzuge des Jahres 1799 reihte er eine ausgezeichnete Waffenthat an die andere, so zuerst in der Schlacht bei Verona, dann bei der Einnahme der Stadt und [425] Citadelle Casale, bei jener der Stadt Turin, bei dem Entsatze der belagerten Festung Ceva, im Gefechte vor der Festung Cuneo und in jenen, welche im Thale von Susa Statt hatten. M. war indessen bereits zum Major vorgerückt. Besonders war es im letztgenannten Thale, wo seine ausgezeichnete Tapferkeit von entscheidendem Erfolge begleitet war. M. war damals Major im 7. Huszaren-Regimente. Als Vorposten-Commandant im Susaer Thale hatte er sich genaue Kenntniß von der Stärke und Stellung des ihm gegenüberstehenden feindlichen Postens bei Mont Cenis verschafft, und sich erboten, denselben anzugreifen und aufzuheben. Nachdem der Corpscommandant, Feldmarschall-Lieutenant Keim, Mesko’s Angriffsplan gebilligt, gab er ihm noch den weiteren Auftrag, den Mont Cenis selbst anzugreifen und dadurch zu Gunsten der Operationen der Armee, welche um jene Zeit gegen Genua und die Riviera vorgerückt war, eine ernstliche Demonstration zu erzielen. Am 6. April 1800 gegen Mitternacht brach M. mit acht Compagnien Infanterie von Susa auf und erreichte nach siebzehnstündigem beschwerlichem Marsche im tiefsten Schnee und über steile Höhen und Felsen die Hochebene des kleinen Mont Cenis; nach einer fünfstündigen Rast brach er am 7. gegen Mitternacht wieder auf, setzte den Marsch durch das Gebirge fort und erschien am 8. mit Tagesanbruch auf dem großen Mont Cenis, und dadurch im Rücken des Feindes, dabei war es ihm gelungen, vom Feinde unbemerkt diese Stellung zu erreichen, so daß dieser ihn und seine Leute erst gewahrte, als sie bereits auf die feindliche Batterie und die Cantonirungen losstürmten. Die Ueberraschung der französischen Besatzung war eine so vollkommene, daß M. sich in einer halben Stunde des großen Mont Cenis und aller daselbst angebrachten feindlichen Verschanzungen bemächtigte, ohne auch nur einen Mann verloren zu haben. 18 Kanonen, gegen vierthalbhundert Gefangene, viele Gewehre, Munition und Mundvorräthe geriethen in seine Hände, dann verfolgte er den Gegner bis Modane in Savoyen, und nur mit genauer Noth retteten sich die beiden Generale le Valette und Davin vor Gefangenschaft. M. hielt nun den Mont Cenis so lange besetzt, bis er das eroberte Geschütz und die übrige, nicht unansehnliche Beute nach Turin geschafft und die sämmtlichen Verschanzungen demolirt hatte. Da griff ihn in dieser Zeit General Turreau, der ihn mit Recht auf dem Mont Cenis vermuthete, am 11. April mit 3000 Mann bei Exiles an, aber nach einem äußerst hartnäckigen Kampfe, in welchem Turreau seinen Adjutanten und 170 Mann verlor, mußte sich der General zurückziehen. Am 18. Mai erneuerte Turreau seinen Angriff, ohne einen günstigeren Erfolg, als es jener am 11. war, zu erzielen. Indessen hatte Turreau gemessenen Befehl erhalten, zu Gunsten der Operationen des Generals Bonaparte, der damals bei Ivrea stand, um jeden Preis bei Susa durchzubrechen. Zu diesem Zwecke hatte Turreau aus der umliegenden Gegend so viel als möglich Verstärkungen an sich gezogen, und so sein Angriffscorps auf eine Stärke von fünfthalbtausend Mann gebracht. Mesko’s Detachement zählte mit Inbegriff der Cavallerie etwa 2500 Mann. Am 22. Mai griff Turreau die Unseren bei Susa an. Mit Tagesanbruch hatte der Kampf begonnen und währte bis zur hereinbrechenden Nacht, [426] erst im Schutze derselben zog sich Mesko, der den Tag über seine Stellung behauptet hatte, nach Avigliano. Der Verlust der Franzosen an Todten und Verwundeten war ein sehr beträchtlicher, er betrug über 1200 Mann, darunter sehr viele Officiere. Die Franzosen hatten nichts erreicht, am 26. Mai, am 2. und 4. Juni wiederholten sie bei Avigliano, später bei St. Ambrosio die Angriffe, und da sie sich um jeden Preis den Durchbruch erzwingen wollten, waren die Kämpfe sehr blutig; aber unsere Truppen hielten mit bewunderungswürdiger Ausdauer Stand gegen den weit überlegenen Feind, der in diesen Gefechten wieder 22 Officiere und 700 Mann an Gefangenen, und an Todten, Verwundeten und Versprengten aber so viel eingebüßt hatte, daß seine fünfthalbtausend Mann starke Division auf 1500 Mann herabgeschmolzen war, ohne jedoch seine Absicht, den Durchbruch, erreicht zu haben. M. wurde für seine ausgezeichnete und von entscheidendem Erfolge gekrönte Tapferkeit in der 66. Promotion (vom 18. August 1801) mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Früher noch aber, im September 1800, rückte er zum Oberstlieutenant, und nur zwei Monate später zum Obersten im Regimente vor. In den folgenden Jahren focht M. im Feldzuge des Jahres 1805, wo er als Commandant eines Detachements in der oberen Steiermark seine Stellung hatte. Im Juni 1808 wurde M. zum General-Major befördert und erhielt im folgenden Jahre eine Brigade bei der ungarischen Insurrections-Armee. Als solcher erkämpfte er sich in den nach der Schlacht bei Raab (14. Juni) stattgehabten Gefechten das Commandeurkreuz. Er wurde nämlich in der von den Unseren verlorenen Schlacht mit einem Corps von 5000 Mann mit zehn Geschützen in den Verschanzungen zwischen Raab und Rabnitz ganz abgeschnitten, und in den folgenden zwei Tagen bei Szill und Kis-Szél wiederholt angegriffen. M. stellte sich dem siegetrunkenen weit stärkeren Gegner muthig entgegen, und hatte nicht nur sein eigenes Corps vor Gefangenschaft errettet, sondern am 16. Juni bei Kis-Szél 36 kaiserliche Officiere und 500 Mann, welche, bei Raab gefangen, am genannten Tage Kis-Szél passiren sollten, gleichfalls aus ihrer Kriegsgefangenschaft befreit, überdieß noch sonst dem Feinde, dem er 7 Officiere und 300 Mann als Gefangene abnahm, erheblichen Schaden zugefügt. Für diese herrliche Waffenthat erhielt M. mit Allerh. Entschließung vom 25. August d. J. das Commandeurkreuz des Maria Theresien-Ordens. Im April 1813 wurde M. zum Feldmarschall-Lieutenant befördert, rückte in’s Feld, wo es ihm jedoch nicht lange zu kämpfen gegönnt war. In Klenau’s Corps commandirte er eine Division, mit dieser focht er in der Schlacht bei Dresden. Bei Schonengrund wurde er von der ganzen Reiterei Latour-Mauburg’s und einem Feuer aus 40 Geschützen angegriffen. Leistete er auch mit seiner Division heldenmüthigen Widerstand, so konnte er doch den vielfach überlegenen Feind nicht werfen, wurde verwundet und dann gefangen. Nach der Ranzionirung trat er im Jahre 1814 in den Ruhestand über, den er zu Güns verlebte, ohne ihn jedoch lange zu genießen, da er bereits im nächsten Jahre, im Alter von 58 Jahren, starb.

Magyar nepláp, d. i. Ungarisches Volksblatt (Pesth, 4°.) 1857, Nr. 87 u. 89: „B. Meskó József“. – Nagy (Iván), Magyarország családai czimerekkel és nemzékrendi táblákkal, d. i. Die ungarischen Familien [427] mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1860, Mor. Ráth, 8°.) Bd. VII, S. 426–447 [enthält ausführliche Nachrichten über diese alte Familie, welche ihren Ursprung bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts zurückführt; S. 438 gibt Nachrichten über den obigen General Joseph M., nach welchen er gar erst im Jahre 1847 zu Gratz gestorben wäre]. – Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) S. 670, 880, 1743 u. 1746. – (Hormayr’s Archiv) für Geographie, Historie, Staats- und Kriegskunst (Wien, Joh. Strauß, 4°.) IV. Jahrg. (1813), Nr. 131 u. 132, in der Rubrik „Kriegsscenen“. – Erneuerte vaterländische Blätter für den österreichischen Kaiserstaat (Wien, 4°.) Jahrg. 1815, S. 542. – Porträt. Ein solches im Holzschnitt, ohne Angabe des Zeichners und Xylographen, befindet sich auf S. 694 des ungarischen illustrirten Blattes: „Magyar nepláp“ 1857.