BLKÖ:Paar, Karl Fürst (General-Major)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Pablasek, Mathias
Band: 21 (1870), ab Seite: 150. (Quelle)
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Paar, Karl (auch Johann Karl) Fürst (k. k. General-Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Wien 15. Juni 1772, gest. ebenda 30. December 1819). Der drittgeborne Sohn des Fürsten Wenzel [s. d. S. 149, Nr. 16] aus seiner Ehe mit Maria Antonia Fürstin Liechtenstein. Da der Erstgeborne, Wenzel, bei San Giacomo im Gefechte geblieben und der zweite, Joseph, im Alter von drei Jahren gestorben war, gingen Fürstenwürde und Majorat auf Karl über. Wenn ihn also Hirtenfeld in seiner Geschichte des Maria Theresien-Ordens den erstgebornen Sohn des Fürsten Wenzel nennt, so ist dieß ein Irrthum. Im Jahre 1789, damals 17 Jahre alt, trat Graf Karl als Lieutenant in das [151] Infanterie-Regiment Graf Lacy, mit welchem er auch sogleich in den Türkenkrieg zog. Bald nach Beendigung desselben ward P. zum Hauptmann befördert, nun ging er in’s Feld an den Rhein, wo er die Kampfe von 1792 bis 1796 mitmachte, worauf er zur Armee nach Italien kam und bei der Vertheidigung von Mantua verwendet wurde. Im Mai 1797 wurde P. zum Major im 45. Infanterie-Regimente befördert. Bei Legnago, am 26. März 1799, erkämpfte sich P. den Maria Theresien-Orden. Unsere Vorposten waren bereits aus dem Dorfe Paradiso verdrängt worden und Paar erhielt Befehl, das weitere Vordringen des Feindes zu verhindern. Paar, die Wichtigkeit des Besitzes von Paradiso erkennend, hielt nicht nur den Feind im Vordringen auf, wie er Befehl hatte, sondern griff das Dorf an und in zwei Stürmen gegen den überlegenen Feind bemächtigte er sich desselben und vertheidigte es auf das Standhafteste. Als im Verlaufe des Gefechtes der Feind die Brücke bei Fiume nuovo genommen, eilte P. aus Paradiso herbei, sammelte die weichenden Truppen der Unseren, führte sie von Neuem in den Kampf und nahm dem Feinde die Brücke wieder ab. Auch später noch, als schon die Franzosen zum Rückzuge gezwungen worden, fiel P. in ihre rechte Flanke und setzte ihnen in nachdrücklichster Weise zu. Graf Karl wurde in der 66. Promotion (vom 18. August 1801) für seine Waffenthaten mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Bei den Unternehmungen in der Riviera und gegen Genua befehligte er als Oberstlieutenant ein Grenadier-Bataillon; im Jahre 1800 kämpfte er, obgleich von seiner früher erhaltenen Wunde noch nicht genesen, in rühmlichster Weise, und im Jahre 1805 bei Caldiero als Oberst des Infanterie-Regiments Lattermann. Familienverhältnisse veranlaßten ihn im April 1806, den activen Dienst der Armee zu verlassen, und P. trat aus demselben mit dem Charakter eines General-Majors. Im denkwürdigen Jahre 1809 kehrte aber P. wieder in Activität zurück und führte bei Aspern und Wagram, in welch letzterer Schlacht er verwundet wurde, eine Brigade. Im Jahre 1815 verlieh Kaiser Franz dem Fürsten die Inhaberstelle des neuerrichteten 43. Infanterie-Regiments, nachmals Geppert, heute Feldzeugmeister Aleman. Seit dem Jahre 1810 lebte P. (seit 1800 Fürst) abwechselnd auf seinen Gütern in Steiermark und Böhmen. Er besaß in Wien im eigenen Palaste in der Wollzeile (alt Nr. 792) eine aus mehreren tausend Blättern bestehende, an schönen Stücken reiche Kupferstich-Sammlung, deren Conservator Baron von Vittinghof war, der selbst Landschaften und Thierstücke malte und in Kupfer radirte. Der Fürst scheint auch selbst Kunstdilettant gewesen zu sein (vergleiche Louis Prinz von Paar, S. 148, Nr. 8]. Des Fürsten Gemalin, eine geborne Gräfin Cavriani, ist jene Dame, deren in den Quellen [S. 146, Nr. 1] des Näheren gedacht ist. Ueber des Fürsten Karl Familienstand vergleiche die Stammtafel.

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 635 u. 1743. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. IV, S. 135.