BLKÖ:Sacken, Eduard Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Šadek, Karl
Band: 28 (1874), ab Seite: 43. (Quelle)
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Sacken, Eduard Freiherr von (Alterthumsforscher, geb. zu Wien 3. März 1825). Ein Bruder Adolph’s [s. d. S. 41], erhielt seine wissenschaftliche Ausbildung in Wien, wo er nach vollendeten philosophischen Studien am 29. April 1845 zum Doctor der Philosophie an der Wiener Universität promovirt wurde. Am 1. Juni 1845 erhielt er die Anstellung als Amanuensis bei dem k. k. Münz- und Antikencabinete. Im Jahre 1848 betheiligte er sich an der Rettung der durch das Bombardement am 31. October in Brand gesetzten Burg, wofür ihm ein Brillantring und Belobungsdecret von Sr. Majestät dem Kaiser ertheilt wurden. In den Jahren 1849–1852 besorgte er die Neu-Ordnung und Aufstellung der k. k. Ambraser Sammlung und gab eine ausführliche Beschreibung derselben heraus, wofür er (1855) die goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft erhielt. 1851 habilitirte er sich als Privatdocent für Kunstarchäologie des Mittelalters an der Wiener Universität, wurde 1854 zum Custos extra statum am k. k. Münz- und Antikencabinete ernannt, ferner zum Conservator der Baudenkmale im Kreise unter dem Wiener Walde Niederösterreichs, endlich zum Mitgliede des gelehrten Ausschusses des germanischen Museums gewählt. Im Jahre 1857/1858 versah S. die Decanswürde des philosophischen Doctoren-Collegiums und wurde im nämlichen Jahre für die Widmung seines Werkes: „Die Rüstungen und Waffen der Ambraser Sammlung“ von Sr. Majestät mit dem Chiffreringe ausgezeichnet. Im Jahre 1861 erfolgte seine Ernennung zum dritten, im Jahre 1863 zum zweiten Custos am Münz- und Antikencabinete; 1864 zum ständigen Mitgliede der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale; 1865 zum akademischen Rathe der k. k. Akademie der bildenden Künste; 1868 zum ersten Custos mit dem Titel eines Vicedirectors und 1871 zum Director des k. k. Münz- und Antikencabinets, worauf ihm 1873 Titel und Charakter eines Regierungsrathes verliehen wurden. Freiherr von S. ist auf dem archäologischen und kunstarchäologischen Gebiete als Schriftsteller thätig und hat zahlreiche selbstständige Schriften und in Sammelwerken zerstreute Abhandlungen durch den Druck veröffentlicht. Die Titel der ersteren sind: „Die Kirche St. Laurenz zu Lorch. Sylvestergabe“, 1852 (Wien, 8°.); – „Die k. k. Ambraser Sammlung, beschrieben von –“, 2 Bände (ebd. 1855 u. 1856, 8°.); – „Die vorzüglichsten Rüstungen und Waffen der k. k. Ambraser Sammlung. In Original-Photographien mit historischem und beschreibendem Texte“, 2 Bände (Wien [44] 1859 u. 1862, gr. 8°.); – „Die heilige Familie. Gemälde von Titian, gestochen von Benedetti“ (ebd, 1860, Staatsdruckerei); – „Kunstwerke und Geräthschaften des Mittelalters und der Renaissance[WS 1] in der k. k. Ambraser Sammlung. Mit 42 Original-Photographien“ (Wien, 4°.); – „Katechismus der Baustyle, Lehre der architektonischen Stylarten von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart“ (Leipzig 1861; 2. Aufl. 1863; 3. Aufl. 1867; 4. Aufl. 1873); – „Katechismus der Heraldik, Grundzüge der Wappenkunde“ (ebd. 1862; 2. Aufl. 1873); – „Die vorchristlichen Culturepochen Mitteleuropa’s und die Quellen der deutschen Urgeschichte“ (Wien 1862); – „Leitfaden zur Kunde des heidnischen Alterthums mit Beziehung auf die österreichischen Länder“ (ebd. 1865, 8°.); – „Die Sammlungen des k. k. Münz- und Antikencabinets“ (ebd. 1866, 8°.), in Gemeinschaft mit Dr. Friedrich Kenner; – „Das Grabfeld von Hallstadt in Oberösterreich und dessen Alterthümer“. Mit 26 Tafeln (Wien 1868); – „Die antiken Bronzen des k. k. Münz- und Antikencabinets. I. Die figuralischen Bildwerke classischer Kunst“. Mit 54 Tafeln, herausgegeben mit Unterstützung der kais. Akademie der Wissenschaften (ebd. 1871); – „Die antiken Sculpturen des k. k. Münz- und Antikencabinets“. Mit 35 photographischen Tafeln und 16 Zinkätzungen. Mit Unterstützung der kais. Akademie der Wissenschaften (ebd. 1873). Die Titel der zerstreut gedruckten Abhandlungen und Aufsätze sind, und zwar a) Ueber vorhistorische Alterthümer „Ueber die Grabhügel bei Lövö in Ungarn“, im Jahrbuche der k. k. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale (I. Jahrg. 1856); – „Der Pfahlbau im Garda-See“, in den Sitzungsberichten der phil. hist. Classe der kais. Akademie der Wissenschaften (Bd. XLVIII, S. 298); – „Die Funde an der langen Wand bei Wr. Neustadt“ (ebd., Bd. XLIX, S. 113); – „Ansiedlungen und Funde aus heidnischer Zeit in Niederösterreich“ (ebd., Bd. LXXIV, S. 571); – „Archäologische Funde“, in den Mittheilungen der k. k. Central-Commission für Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale (1859, Nr. 1); – „Fund zu Müglitz in Mähren“ (ebd. 1863, S. 20); – „Die rhätisch-etruskischen Gräber von Stadlhof bei Kaltern in Tirol“ (ebd. 1865); – „Ein Schmuckstück aus Polens Vorzeit“ (ebd. 1871); – b) Ueber römische Alterthümer: „Bericht über die römischen Gräber bei Bruck an der Leitha“, in den Sitzungsberichten der phil. hist. Classe der k. k. Akademie der Wissenschaften (1851, Juniheft); – „Die römische Stadt Carnuntum, ihre Geschichte, Ueberreste und die an ihrer Stelle stehenden Baudenkmale des Mittelalters“ (ebd. 1852, Bd. IX, S. 660); – „Ueber die neuesten Funde zu Carnuntum, besonders über die Reste eines Mithräums und ein Militär-Diplom von Kaiser Trojan“ (ebd., Bd. XI, S. 336); – „Auffindung einer römischen Inschrift zu Meidling“, in den „Oesterreichischen Blättern für Literatur und Kunst“, als Beiblatt der „Wiener Zeitung“ (1853, Nr. 3, S. 17);– „Der egyptische Sarkophag des k. k. Münz- und Antikencabinets“ (ebd. 1853, Nr. 5, S. 30); – „Der Lazzenhof und die daselbst aufgefundenen Inschriften“ (ebd., Nr. 15, S. 89); – „Die römischen Bäder zu Alt-Ofen“, in den Mitth. d. Central-Comm. (1857, S. 281); – „Die römischen Gräber am Wienerberge“, in der „Wiener Zeitung“ vom 15. Mai 1858; – „Ausgrabungen und Funde“ (Wienerberg, Petronell, St. Veit, Himberg), in den Mitth. d. Central-Comm. 1860; – „Auffindung eines römischen [45] Grabes in Wien“, in der „Wiener Zeitung“ vom 11. August 1861; – „Archäologische Funde in Oesterreich im Jahre 1862“, in den Mitth. d. Central-Comm. (1863, Jänner); – „Funde bei Hörnstein in Niederösterreich“ (ebd. 1872); – „Neueste Funde zu Carnuntum“ (ebd. 1873. Jänner); – „Römisches aus Kärnthen“ (ebd.); – „Die Gemma augustea des k. k. Münz- und Antikencabinets“, im 3. Theile von Egger’s „Lesebuch“; – „Ueber ein neues Militär-Diplom von Kaiser Elagabal“, in den Sitzungsberichten (1874. Februar); – c) Ueber Kunst des Mittelalters: „Die Kunstdenkmale des Mittelalters zu Maria Laach und zu Eggenburg in Niederösterreich“, in dem Werke: „Quellen und Forschungen zur vaterländischen Geschichte, Literatur und Kunst“ (Wien 1848), auch besonders abgedruckt; – „Die Kirche Maria Stiegen in Wien“, in dem Werke: „Oesterreichs kirchliche Kunstdenkmale der Vorzeit“, von Fr. Springer, I. und II. Lieferung 1857; – „Der Flügelaltar zu St. Wolfgang in Oberösterreich“, in dem Werke: „Kunstdenkmale des Mittelalters im österreichischen Kaiserstaate“, von Heider und Eitelberger, I. Bd.; – „Die Liebfrauenkirche zu Wiener-Neustadt“ (ebd., II. Bd. S. 176); – „Die Cistercienserabtei Zwettl“ (ebd., II. Bd.); – „Kunstdenkmale des Mittelalters im Kreise ob dem Wiener Walde des Erzherzogthums Niederösterreich“, im Jahrbuche der Central-Commission (II. Bd.), auch besonders abgedruckt; – „Kunstdenkmale des Mittelalters im Kreise ob dem Manhartsberge“, in den Berichten und Mittheilungen des Alterthums-Vereins in Wien (Bd. V), auch besonders abgedruckt; – „Karte über die Kunstdenkmale des Kreises unter Wiener Wald“ (ebd., Bd. IX); mit zahlreichen Illustrationen auch unter dem Titel: „Archäologischer Wegweiser durch das Viertel unter Wiener Wald“; – „Die Tafelgemälde auf der Rückseite des Emailaltares in Klosterneuburg“ (ebd., Bd. X); – „Die Baudenkmale der Stadt Eggenbürg“ (ebd., Bd. XII); – „Die Restauration der Madonna von Titian in der k. k. Gemäldegallerie“, in den „Oesterreichischen Blättern für Literatur und Kunst“ (1853, Nr. 52); – „Das Schweizerhofthor in der Burg“ (ebd. 1854, Nr. 2); – „Der Schnitzaltar aus dem Stifte Zwettl“ (ebd. 1855, Nr. 10); – „Baudenkmale in Meran“, in den Mittheilungen der Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale (Bd. I, S. 41); – „Die Stadtpfarrkirche in Steyr“ (ebd., S. 43); – „Baudenkmale in Aussee“ (ebd., S. 63); – „Die Kirche im Dorfe Tirol“ (ebd., S. 54); – „Baudenkmale im Kreise unter Wiener Wald“ (ebd., S. 103); – „Die Stadtpfarrkirche zu Wels in Oberösterreich“ (ebd., S. 227); – „Die Kirche und Rundcapelle zu Deutsch-Altenburg“ (ebd., S. 251); – „Margarethen am Moos“ (ebd., Bd. II, S. 302); – „Der Flügelaltar zu Hallstadt“ (ebd., Bd. III, Nr. 1); – „Der burgundische Meßornat des goldenen Vließ-Ordens“ (ebd., Bd. III); – „Die Restauration der Ruine Rauheneck“ (ebd., Bd. III, Nr. 4); – „Die Rundcapelle in Mödling und das in derselben entdeckte Frescogemälde“ (ebd., Bd. III); – „Die neuentdeckten Wandmalereien zu St. Johann in Niederösterreich“ (ebd., Bd. V); – „Die Rundbauten zu Scheiblingkirchen, Pulkau und Zellerndorf“ (ebd., Bd. V); – „Die Ornamentik des Flügelaltares zu St. Wolfgang in Oberösterreich“ (ebd., Bd. VII); – „Der Münzfund in Ybbs“ (ebd., [46] Bd. VIII); – „Werke von Albrecht Dürer in der k. k. Ambraser Sammlung“ (ebd., Bd. VIII); – „Die Kirche S. Zeno in Verona und ihre Kunstdenkmale“ (ebd., Bd. X); – „Ein Porträt der Barbara Blomberg, Mutter des Don Juan d’Austria“ (ebd., Bd. XIII); – „Der Dom von Venzone in Friaul“ (ebd., Bd. XIII); – „Zwei Hohlformen aus Terracotta aus dem Palazzo di Venezia in Rom“ (ebd., Bd. XIII); – „Das Melkerkreuz“ (ebd., Bd. XIV); – „Die Wandgemälde im Stifte Lambach“ (ebd., Bd. XIV); – „Gothisches Vortragekreuz in der k. k. Ambraser Sammlung“ (ebd., Bd. XVII). Freiherr S. ist seit 1863 correspondirendes, seit 1869 wirkliches Mitglied der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, auch haben ihn das Istituto di corrsspondenza archeologica (1863), der Verwaltungsausschuß des germanischen Museums (1868) und die kön. schwedische Akademie der Wissenschaften unter ihre Mitglieder aufgenommen. Außer diesen ihm von gelehrten Akademien des In- und Auslandes verliehenen Auszeichnungen erhielt Freiherr S. in Würdigung seiner wissenschaftlichen Verdienste im Jahre 1867 das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens, im Jahre 1871 den Orden der eisernen Krone 3. Classe; bereits im December 1863 aber das Ritterkreuz des Ordens der französischen Ehrenlegion. Freiherr von S. hat sich am 11. September 1855 mit Elisabeth Höger vermält und nach 14jähriger Ehe am 3. März 1869 seine Gattin durch den Tod verloren.

Bergmann (Jos.), Pflege der Numismatik in Oesterreich im XVIII. und XIX. Jahrhundert u. s. w. (Wien, 8°.) Heft II, S. 48 [auch in den Sitzungsberichten der kais. Akademie der Wissenschaften, philos.-historische Classe].

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Rennaissance.