BLKÖ:Severini, Johann

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 34 (1877), ab Seite: 167. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
János Severini in Wikidata
GND-Eintrag: 100336396, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Severini, Johann|34|167|}}

Severini, Johann (Schriftsteller, geb. zu Unter-Schegowa (Alsó-Sztcegov) im Neograder Comitate Ungarns im Jahre 1716, gest. zu Schemnitz 12. Juli 1789). Seinen Vater Johann verlor er frühzeitig durch den Tod. Unter der Obhut der Mutter Dorothea geborenen Lanyi widmete sich der Sohn den Studien zuerst in seinem Geburtsorte, dann zu Harsas-Terény, wo aber die Unterrichtsanstalten so schlecht waren, daß die Mutter ihrem Sohne Hauslehrer halten mußte. Dann setzte er die Studien zu Neusohl, Gran, Preßburg fort, an welch’ letzterem Orte namentlich der tüchtige Thomka Szaszky[WS 1] Einfluß auf den strebsamen Severini übte. Schon in ziemlich vorgerücktem Alter, mit 32 Jahren, bezog er 1748 die Tübinger Hochschule, an welcher er drei Jahre den Studien oblag und nachdem er dieselbe 1751 verließ, noch einige Zeit an der Jenenser Hochschule die Studien fortsetzte. Nach seiner Rückkehr in die Heimat zunächst an verschiedenen Kirchen in der Seelsorge thätig, wurde er im Jahre 1755 Rector der Schule zu Schemnitz, in welcher Eigenschaft er bis kurz vor seinem Ableben durch 34 Jahre [168] die verdienstvollste Thätigkeit entfaltete. Seine schriftstellerischen Arbeiten eröffnete er mit einer Gelegenheitsschrift, welche anläßlich der Anwesenheit der beiden Erzherzoge Joseph und Leopold in Schemnitz im Jahre 1764 unter dem Titel: „Schemnitzium Augustorum gemino adventu gloriosum“ erschien. Die Titel seiner übrigen Schriften sind in chronologischer Folge: „Commentatio historica de veteribus incolis Hungariae cidanubianae a Morava amne ad Tibiscum porrectae. ... cum brevi delineatione Schemnicii“ (Sopronii 1767, 8°.); – „Pannonia veterum monumentis illustrata cum Dacia Tibiscana“ (Lipsiae 1770, 8°.); – „Conspectus historiae hungaricae nostram perductae“. Partes 2. (Lipsiae 1769–1772), editio altera Posonii 1775–1778, 8°.); – „Fundamenta Historiae Civilis ab urbe condita ad nostram aetatem deductae...“ (Posonii 1789, Landerer, 8°.); – „Tentamen zoologiae hungaricae seu historiae animalium quorum magnam partem alit Hungaria“ (Posonii 1779, 8°.); – „Institutiones eloquentiae ex probatis auctoribus selectae“ (Posonii 1779, 8°.); – „Dissertatio de modo inveniendi situs veterum Pannoniae oppidorum, in qua de Acinco, Tauruno, et Singidone peculiariter disquiritur et sub finem de gente Pannonia“ (Posonii 1781, 8°.). Außerdem befinden sich in der Dresdener Ausgabe vom Jahre 1773 der von Hübner veröffentlichten „Allgemeinen Geographie“ Zusätze von Severini; ferner schrieb er die Einleitung zu Johann Thomká-Szászky’s „Geographie der alten und neuen Welt“ (1777), und gab anläßlich eines in Katona’s „Historia critica Regum Hungariae“ mitgetheilten „Appendix de Singedonis et Tauruni contra Salagium“, worin Katona die Lage von Singidunum nach Semlin und jene von Taurunum nach Belgrad verlegt, im 6. Hefte des „Merkur von Ungarn“ (1786) die Abhandlung: „Vindiciae Singidonis Belgrado adsertae“ heraus. Nach Severinis’ Tode erschien sein Werk: „Philosophia rationalis seu Logica usibus juventutis veteriore ex disciplina recenti Methodoacco modata“ (Schemnitzii 1789), welchem eine von Paul Teschlak verfaßte kurze Lebensbeschreibung Severini’s vorangeht.

(De Luca), Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien 1778, v. Trattnern, 8°.), I. Bds. 2. St., S. 141. – Horányi (Alexius), Memoria Hungarorum et Provincialium scriptis editis notorum (Viennae 1776, 8°.) Tom. III, p. 275. – Haan (A. Ludov.), Jena hungarica sive Memoria Hungarorum a tribus proximis saeculis academiae Jenensi adscriptorum (Gyulae 1858, Leop. Réthy, 8°.) p. 65.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Johannes Szászky, auch Száska-Tomka.