BLKÖ:Waldorf, die Freiherren und Grafen, Genealogie

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 52 (1885), ab Seite: 203. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Waldorf (Adelsgeschlecht) in der Wikipedia
Waldorf (Adelsgeschlecht) in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Waldorf, die Freiherren und Grafen, Genealogie|52|203|}}

Zur Genealogie der Freiherren und Grafen Waldorf. Dieses Geschlecht stammt aus Cöln. Gottfried, ein Sohn des Cölner Kaufmannes Peter Waldorf, trat als Secretär in die Dienste des mährischen Oberlandrichters Franz Grafen Magni (gest. 1652) [Bd. XVI, S. 271, Nr. 1], wurde 1657 Licentiat der Rechte an der Prager Hochschule und später mährischer Landesadvocat. Am 10. September 1664 erhielt er von Kaiser Leopold II. den neuen Ritterstand und drei Tage später das mährische Incolat, welches nebst Ritteradel mittelst Diploms vom 20. April 1682 auch auf Gottfrieds Bruder Jacob, k. k. Rath und Assessor bei dem kaiserlichen Tribunale Mährens, übertragen wurde. 1666 zum Landschaftssecretär der mährischen Stände. 1670 zum Hofrath und geheimen Secretär bei der böhmischen Hofkanzlei ernannt, ward Gottfried am 6. December 1670 in den alten Ritterstand erhoben. Er vermälte sich mit Margaretha Katharina geborenen Sartorius von Schwanenfeld und wurde durch sie Ahnherr der nachmaligen Freiherren und Grafen von Waldorf. Gottfrieds Witwe, vornehmlich auf Vermehrung des Ansehens und des Glanzes der Familie bedacht, erwirkte am 28. Mai 1702 für ihre beiden Söhne Gottfried Anton und Gottfried Ignaz die Erhebung in den Freiherrnstand. Gleichen Schritt mit dieser Standeserhöhung hielt auch die Vermehrung des Vermögens durch Kauf, Tausch und Erbschaft von Gütern, wie dies d’Elvert in seiner unten angeführten genealogischen Skizze darthut. Gottfried Ignaz erlangte dann von Kaiser Karl VI. am 20. September 1727 den böhmischen und wohl auch den deutschen Grafenstand, da er als des heiligen römischen Reiches Graf im Brünner Titular-Kalender für 1735 verzeichnet ist. Während die von dem Hofrathe Gottfried Waldorf abstammende Linie bereits den Freiherrn- und Grafenstand erlangt hatte, befanden sich die Nachkommen seines Bruders Jacob noch im Ritterstand, bis auch diese mit dem Brünner Kreishauptmann Franz Augustin mit Diplom vom 1. December 1742 in den Freiherrnstand traten. Gottfried Ignaz vermälte sich mit Maria Elisabeth geborenen Gräfin Sinzendorf, Witwe Franz Antons Grafen Berchtold. Der Sohn dieser Ehe. Gottfried Anton, wurde 1753 wirklicher mährischer Appellationsrath und machte sich verdient, gleich den Grafen Illesházy, Blümegen und Seilern, als großmüthiger Wohlthäter seiner akatholischen Unterthanen, für welche er Localcaplanien und Schulen auf seinen Gütern im Hradischer Kreise errichtete. Seine Mutter aber ist die Stifterin des Klosters der Elisabethinerinen in Altbrünn. Ihr Sohn zweiter Ehe, gleichfalls Gottfried Ignaz mit Taufnamen, starb als der Letzte seines Geschlechtes am 31. März 1796 zu Brünn im Alter von 65 Jahren. Ein Jahr später, am 17. Juni 1797. folgte ihm in das Grab seine Gattin Karoline geborene Eszterházy. Von seinen Schwestern vermälte sich Walburga mit Johann Baptist Michael Grafen Czejka von Olbramowicz und Maria Cajetana (geb. 1736) mit Franz Johann Grafen Chorinský (geb. 1725). Den Sohn des Letzteren, den k. k. Rittmeister Franz Cajetan Grafen Chorinský (geb. 1761) setzte Graf Gottfried Ignaz zum Universalerben unter der Bedingung ein, daß im Falle, als derselbe die Gelübde als Malteser-Ritter ablegen sollte, dessen Bruder Ignaz ihm im Besitze nachzufolgen habe. So gelangten die Gottfried Waldorf’schen Güter an die Grafen Chorinský, wie jene der von Jacob abstammenden Linie an die Grafen [204] Bеlcrеdi [siehe oben die Biographie Franz August Freiherr Waldorf]. [Notizen-Blatt der historisch-statistischen Section der k. k mährisch-schlesischen Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde. Redigirt von Christian d’Elvert (Brünn, Rohrer, 4°.) 1862, Nr. 10: „Zur mährisch-schlesischen Adelsgeschichte. Die Grafen von Waldorf. Von d’Elvert.]