BLKÖ:Wieland, Georg Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Wiehl, Franz
Band: 56 (1888), ab Seite: 14. (Quelle)
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Wieland, Georg Freiherr (k. k. Feldmarschall-Lieutenant und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. in Ungarn am 12. December 1763, gest. daselbst zu Käsmark am 25. April 1849). Der Sproß einer ungarischen Familie, deren Stand S. 16 aus der Stammtafel ersichtlich ist, trat er als Cadet 1781 bei Blankenstein-, später Württemberg-Huszaren Nr. 6 ein und diente bei denselben bis zum Obersten und Regimentscommandanten durch 38 Jahre, an allen Kriegen der damaligen Zeit rühmlichsten Antheil nehmend. Als das Regiment 1789 gegen die niederländischen Insurgenten zu Felde zog, war er bereits Oberlieutenant. Nun kämpfte er in allen folgenden Feldzügen bis zum Abschluß des Luneviller Friedens (9. Februar 1801) bei den Armeen in Deutschland, zeichnete sich als Rittmeister bei Würzburg, dann im Treffen bei Biberach aus, wurde 1805 Major im Regimente und hatte als solcher bei Günzburg (9. October 1808) unter General Mecsery seinen Ehrentag. 1809 betheiligte sich sein Regiment hervorragend an den beiden Schlachttagen von Aspern (21. und 22. Mai). Schon am 15. Mai war Wieland zum Oberstlieutenant vorgerückt. Als am Morgen [15] des zweiten Schlachttages (22. Mai) Napoleon seine Hauptarmee gegen das österreichische Centrum führte und sich hier ein lange dauernder und hartnäckiger Kampf entspann, machte Oberstlieutenant Wieland mit seinen Huszaren eine besonders glänzende und erfolgreiche Attaque in die linke Flanke der französischen Cavallerie und warf diese geharnischten Reiter ungeachtet ihrer tapfersten Gegenwehr über den Haufen, wodurch unsere bereits in Unordnung gerathene Reiterei Zeit gewann, sich zu sammeln und das schwer bedrängte 3. Bataillon von Rohan-Infanterie Nr. 21 der augenscheinlichen Alternative, entweder gefangen genommen oder zusammengehauen zu werden, entzogen wurde. Mit nicht geringerer Auszeichnung kämpfte er in den nun folgenden Gefechten vom 9. und 10. Juli bei Hollabrunn, und in der Relation öffentlich belobt, erhielt er dann für sein tapferes und siegreiches Vorgehen in allen diesen Kämpfen, namentlich aber für sein entscheidendes Eingreifen am 22. Mai bei Aspern mit Armeebefehl vom 24. October das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens. Zu Beginn der Befreiungskriege, 1812, wurde Wieland zum Obersten seines Regimentes befördert. Noch nach der Schlacht bei Leipzig in das Armeecorps des Feldmarschall-Lieutenants Grafen Bubna eingetheilt, focht er, nachdem dieser seine für den Fürsten Schwarzenberg übernommene diplomatische Stellung im August 1813 wieder mit der Führung seiner Division vertauscht hatte, in den von Bubna gelieferten Kämpfen. In dem blutigen Gefechte bei Bourg en Bresse (19. Februar 1814) leistete er mit einer geringen Abtheilung gegen die weit überlegenen Truppen des französischen[WS 1] Generals Musnier hartnäckigen Widerstand, ebenso in jenem bei Poligny (5. März) gegen die feindliche Brigade Eudin. 1815 überschritt er bei Gerasheim den Rhein und eilte in forcirten Märschen durch das Elsaß bis Straßburg vor, um sich mit seinem Regimente an dem Gefechte zu betheiligen, welches Ende Juni unter dem Commando des Kronprinzen von Württemberg statthatte. Im Juni 1819 rückte Oberst Wieland zum Generalmajor, im März 1831 zum Feldmarschall-Lieutenant vor. 1838, nach 37jährigen seinem Kaiser geleisteten treuen und aufopfernden Diensten, trat er in den bleibenden Ruhestand über, den er noch über zehn Jahre genoß. Mit Diplom vom 7. September 1810 ist Wieland den Statuten des Maria Theresien-Ordens gemäß in den Freiherrenstand erhoben, im Jahre 1832 aber zum zweiten Inhaber von Kaiser Nicolaus-Huszaren Nr. 9 ernannt worden.

Thürheim (Andreas Graf). Gedenkblätter aus der Kriegsgeschichte der k. k. österreichischen Armee (Wien und Teschen 1882, Prochaska, gr. 4°.) Bd. II, S. 181, Jahr 1814; S. 183, Jahr 1805; S. 184, Jahr 1809 und 1812. – Derselbe. Die Reiter-Regimenter der k. k. österreichischen Armee (Wien 1862, F. B. Geitler, gr. 8°.) Bd. II: „Huszaren“, S. 150, 152, 154, 156–160, 162, 163, 164 und 241.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: ranzösischen.