BLKÖ:Zelinka, Andreas

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Zelich, Gerasimus
Nächster>>>
Zelinka, Franz
Band: 59 (1890), ab Seite: 304. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Andreas Zelinka in der Wikipedia
GND-Eintrag: 116975539, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Zelinka, Andreas|59|304|<!--SeiteBis-->}}

Zelinka, Andreas (Bürgermeister der Haupt- und Residenzstadt Wien, geb. zu Wischau in Mähren 23. Februar 1802, gest. in Wien am 21. November 1868). Sein Vater, gleichfalls Andreas mit Vornamen, war Oberamtmann der Herrschaft Wischau, einer bedeutenden Besitzung des Olmützer Domcapitels; seine Mutter Antonia eine geborene Stiepan. Von vier Töchtern und drei Söhnen der jüngstgeborene, kam er, bis 1810 im Elternhause erzogen, nach dem gegen Ende dieses Jahres erfolgten Tode seines Vaters zu Verwandten in Brünn, wo er das Gymnasium und die philosophischen Studien beendete. Da er infolge seines väterlichen Erbes nicht ganz mittellos war, verlebte er seine Studienzeit sorglos und betrieb mit Vorliebe Mathematik, Geographie und Geschichte. 1821 bezog er die Wiener Hochschule, beendete 1825 die rechtswissenschaftlichen Studien, trat bei einem Advocaten als Concipient ein, machte die vorgeschriebenen judiciellen Prüfungen und erlangte am 21. August 1829 die Doctorwürde. Bereits im Jahre 1827 war er mit dem damaligen Präsidenten der obersten Justizstelle, Ludwig Grafen Taaffe, in nähere Berührung gekommen, der alsbald in ihm den ebenso tüchtigen als gediegenen Rechtsgelehrten erkannte, welcher durch glückliche Führung eines für den Grafen geführten Processes sich auch als solcher bewährte. In der Zwischenzeit wurde Zelinka, während er seine Concipientenstelle beibehielt, Justitiar der Herrschaft Conradswörth (des sogenannten Starhemberg’schen Freihauses auf der Wieden), sowie der Herrschaften Erlaa und Atzgersdorf, wozu sich in nächster Zeit die gleichen Aemter für die Herrschaften Liesing, Hetzendorf und Schaumburgerhof gesellten, so daß er die Leitung von Patrimonialgerichten mit einer [305] Bevölkerungszahl von 9000 Seelen besorgte. Als dann 1831 die Cholera in Wien ausbrach, übernahm er das Amt eines Sanitätscommissärs, einer Stelle, welche man nur dann zu würdigen versteht, wenn man das Auftreten einer Seuche erlebte, bei welcher Alt und Jung und selbst die Männer von Fach, die Aerzte, für die erste Zeit geradezu den Kopf verloren und der Bekämpfung des neuen unheimlichen Uebels rathlos gegenüberstanden. Mit Decret vom 29. December 1832 erfolgte Zelinka’s Ernennung zum Advocaten in Wien, bei welcher, nachdem nicht geringe Hindernisse zu überwinden waren, eben sein Gönner Graf Taaffe, der die tüchtige wissenschaftliche Bildung, die gründlichen Rechtskenntnisse, die strenge Rechtlichkeit, Unbefangenheit und Thätigkeit des Bewerbers kennen gelernt hatte, den Ausschlag gab. Im Jahre 1835 wurde er Wechselnotar. Es gäbe da ein interessantes Bild zu zeichnen, wollte man den Advocaten und Notar Dr. Zelinka, wie er leibte und lebte, darstellen. Er war der vollendete Typus des Rechtsanwalts vom alten Styl, einer nunmehr durch die unsauberen Elemente, welche sich in diesen Stand zu drängen wußten, auf Nimmerwiedersehen erloschenen Menschenspecies: der wahre Anwalt des Rechts, der unbeugsame Hüter des Gesetzes, der geschworene Feind jeder Rabulistik, mit einer nahezu rauhen Außenseite, aber mit einem wahrhaft goldenen Herzen. Sein Ruf wuchs bald, gelangte in alle Kreise, des höchsten Adels, wie des ärmsten Bürgers, und damit mehrte sich sein Ansehen, das Vertrauen und die Achtung seiner Mitbürger. Im Jahre 1843 wurde er Director der Nordbahn, Ausschußmitglied der wechselseitigen Renten- und Lebensversicherungsanstalt und gab wegen Ueberhäufung mit Geschäften den Posten als politischer Beamter der Herrschaften Conradswörth und Hetzendorf vollständig auf, sich ausschließlich der Advocatur zuwendend. Die Bewegung des Jahres 1848 führte auch ihn ins politische Leben, aber nicht auf den offenen Markt der Redner, Schreier und Hetzer, sondern, den unheilvollen Gang der Ereignisse scharf beobachtend, ließ er von den Wählern des Kärnthnerviertels sich in den Gemeindeausschuß wählen und faßte Stellung gegenüber den gefährlichen und überstürzten Beschlüssen. Als dann im November 1850 der Gemeindeausschuß aufgelöst wurde, nahm er an allen hervorragenden politischen und administrativen Vorgängen großen Antheil, er gehörte jenem Kreise von Gemeinderäthen an, welcher beschlossen hatte, unter dem Drucke des Belagerungszustandes die Rechte der Gemeinde zu wahren, die Bevölkerung vor Vergewaltigungen der herrschenden Militärmacht zu schützen und den Bürgern das vielfach gefährdete Recht der Gemeindevertretung zu sichern. Seit 1849 Mitglied der Commission für die Feststellung des Entwurfes einer neuen Gemeindeordnung, drang er auf die Durchführung des Grundsatzes der Interessenvertretung. Im März 1850 trat das neue Gesetz, an dessen Zustandekommen er wesentlichen Antheil hatte, ins Leben, und der Gemeindeausschuß, dessen Vicepräsident er zuletzt gewesen, löste sich auf. Zelinka aber erhielt in Anerkennung seiner aufopfernden Thätigkeit dabei das Ritterkreuz des Franz-Josephs-Ordens. Bei den Neuwahlen im Herbst 1850 wurde er wieder mit großer Majorität in den Gemeinderath gewählt und schon damals für die Stelle des Bürgermeisters in Aussicht genommen, [306] aber noch war seine Zeit nicht gekommen, die Wahl fiel nach hartem Kampfe auf Doctor Seiller, und Zelinka ward erster Vice-Bürgermeister. Seine Wirksamkeit für die Gemeinde in der Zeit von 1851–1860 zu schildern, fiele weit über die uns gesteckten Grenzen. Dies ist Aufgabe eines Biographen, der das Lebensbild dieses seltenen Menschen zu Nutz und Frommen aller Bürger und der Wiener insbesondere zu zeichnen unternimmt. Als dann 1861 der „neue Völkerfrühling“, wie publicistische Schwärmer diesen Anbruch einer neuen Zeit nannten, über Oesterreich hereindrang und nach Kundmachung der Februarverfassung in Wien ein neuer Gemeinderath gewählt wurde, befand sich Dr. Zelinka unter den Wenigen, die wieder in denselben gelangten, und als der Kampf um die Person des neuen Bürgermeisters ziemlich heftig entfachte, ging doch am 16. Juni 1861 Zelinka aus der Wahlurne hervor. Im Juni 1864 wurde er wiedergewählt, und im Juli 1867 erfolgte zum dritten Male seine Wahl. Auch seine geschichtlich bedeutsame und dem Wohl der Hauptstadt ganz gewidmete Wirksamkeit als Bürgermeister müssen wir einer anderen Feder überlassen. Nur eines Momentes sei Erwähnung gethan, seiner Haltung in der Kriegszeit 1866, wo er, anhänglich und treu seinem Kaiser, doch die Unabhängigkeit seines Charakters strenge bewahrte und sich seiner Pflichten gegen die Bürger Wiens entschieden bewußt blieb. Durch sein Auftreten in jenen schweren Tagen hat er unter allen Parteien seinem Ansehen Bahn gebrochen und der Stellung des Bürgermeisters der Reichshauptstadt den im Laufe der Zeit abhanden gekommenen geschichtlichen Stempel in Ehren wieder aufgedrückt. Wie aber die Wiener Bürgerschaft den Werth des Mannes erkannte, ging aus der rührenden Theilnahme der Bevölkerung hervor, als er im Winter 1864 lebensgefährlich an dem Uebel erkrankte, dem er vier Jahre später erlag. So wie seine Bürger, schätzten der Kaiser und die Regierung ihn hoch und gaben es wiederholt und in entsprechender Weise kund. Der Kaiser verlieh ihm 1862 den Orden der eisernen Krone dritter Classe, 1866 das Comthurkreuz des Franz Joseph-Ordens; nebstdem zeichneten ihn in ähnlicher Weise die Könige von Bayern, Preußen und Sachsen und der Sultan aus. Seit 1862 war Zelinka Mitglied des niederösterreichischen Landtages, seit 1864 Landmarschall-Stellvertreter, 1867 berief ihn der Kaiser ins Herrenhaus. Eine Sammlung der Charakterzüge aus des Bürgermeisters Leben, von seinem geflügelten Worte „Schad’t nix, schad’t nix“, das öfter bei ganz komischen Anlässen seinen Lippen entfiel, bis zu seinen im Sterben gesprochenen Worten „Holz – für die Armen“, würde sich zu einem wahren Volksbuche gestalten und zeigen einen Bürger, wie es wenige auf Erden gibt, und wie es alle anderen sollten werden. Die Quellen geben reiches Material zu einem solchen Charakterbilde. Bürgermeister Zelinka hatte sich, als er noch einfacher Justitiar war, im Jahre 1830 mit Monica, der Tochter eines auf der Wieden ansässigen wohlhabenden Bürgers, des Lederermeisters Schönbichler, vermält. Seine Ehe war eine sehr glückliche, doch blieb sie kinderlos. Nach mehrjähriger schmerzlicher Krankheit starb seine Gattin Monica am 16. September 1867. Das Testament unseres Bürgermeisters Zelinka gibt der Herzensgüte der Verblichenen ein rührendes Zeugniß.

[307] I. Parthezettel des Wiener Gemeinderathes anläßlich des Todes Zelinka’s. „Mitbürger! Unsere Stadt hat einen überaus schmerzlichen Verlust erlitten. Unser Bürgermeister Dr. Andreas Zelinka ist heute Nachmittag um ¼4 Uhr verschieden. Wir haben an ihm einen Mann voll unüberwindlicher Hingebung für das Wohl der Stadt, einen treuen Beschützer unserer Institutionen, ein Vorbild von Bürgertugend verloren. Ehre seinem Andenken. Wien am 21, November 1868.“ (Mit diesen wenigen, aber durchaus wahren Worten ist Alles gesagt) – II. Zelinka’s Leichenfeier. Die großartige Leichenfeier zeigte, was der Bürgermeister Dr. Andreas Zelinka bei den Wienern gegolten. Seit der Bestattung Radetzky’s sah die Wienerstadt keine ähnliche Feier; in den nachbenannten Quellen findet sich eine getreue Darstellung derselben mit Angabe der Abbildungen des imposanten Zuges in seinen einzelnen Details. – Fremden Blatt. Von Gust. Heine (Wien, 4°.) 1868, Nr. 323, 325 und 326: „Leichenbegängniß des Bürgermeisters Dr. Zelinka“. – Neue Freie Presse, 1868, Nr. 1523: „Leichenbegängniß des Bürgermeisters Dr. Zelinka“. – Dieselbe, 1868, Nr. 1526: „Reminiscenzen am Grabe Zelinka’s“. – Neues Wiener Tagblatt, 25. November 1868, Nr. 325: „Die Leichenfeier Zelinka’s“. – Aufbahrung der Leiche Zelinka’s und Leichenzug mit den Bildnissen der dabei betheiligten Hauptpersonen. Letzterer – eine zwei Klafter lange Zeichnung – ist von dem Präsidialconcipisten des Magistrats, Rudolf Stadler, gezeichnet und dann lithographirt worden. Die Originale aber wurden im städtischen Archive hinterlegt. [„Neue Freie Presse“ 1868, Nr. 1552.) – III. Letztwillige Anordnungen Zelinka’s. Das Testament – zwanzig engbeschriebene Bogen umfassend – trägt das Datum vom 25. April 1866 und die beiden Codicille die Datums: 3. December 1866 und 8. Februar 1868. Das Gesammtvermögen betrug etwa 450.000 Gulden öster. Währ. Die Haupterben waren seine Neffen Dr. Theodor Zelinka, k. k. Notar in Waidhofen an der Ybbs, Moriz Zelinka, Kapitän des österr. Lloyd und Rud. Fenz, Hof- und Gerichtsadvocat in Wien. Wir gedenken nun der humanitären Bestimmungen für öffentliche Zwecke. Im §. 25 des Testaments legirt Zelinka ein als „Erziehungs- und Studentenstiftung“ bezeichnetes Vermächtniß von 42.000 fl. welches „Andreas und Monika Zelinka-Stiftung“ heißen soll. Es sind mindestens vier Stiftplätze zu gründen, und jeder Stiftling erhält jährlich 520 fl. Im §. 26 wird dem Wiener Bürger-Spitalsfond ein Legat von 15.000 fl. zugewiesen; im §. 27 dem Wiener Verein zur Unterstützung kranker Studirender ein solches von 4000 fl.; im §. 28 wird zur Unterstützung mittelloser Advocaten ein Capital von 5000 fl. vermacht, welches so lange zu fructificiren ist, bis es die Höhe von 12.000 fl. erreicht; nach §. 30 sind die Interessen eines Capitals von 5000 fl. für eine Stiftung bestimmt, aus welcher alljährlich ein aus dem städtischen Waisenhause austretendes Mädchen betheilt werden soll; §. 31 widmet die Interessen eines Capitals von 5000 fl. für ein Stipendium, womit ein armer Student, Sohn eines Wiener Bürgers, oder ein aus Wischau (Zelinka’s Geburtsort) in Mähren gebürtiger zu betheilen ist; im §. 32 bedenkt er das Grundarmenhaus des Bezirkes Wieden mit einem Legat von 3000 fl.; und im §. 33 stiftet er für ein Krankenbett im Kloster der barmherzigen (grauen) Schwestern 4000 fl. Diese Zahlen sprechen für den Mann; weitere Worte sind überflüssig. [Neues Wiener Tagblatt, 1868, Nr. 328: Das Testament Zelinka’s“. – Bohemia (Prager polit. und belletr. Blatt, 4°.) 1868, Nr. 282, 1. Theil.] – IV. Zelinka’s Porträts, Todtenmaske und Chargen. 1) Mit dem Facsimile des Namenszuges. Dauthage 1861 (lithogr.). Druck von Jos. Stoufs (Wien, Fol.). – 2) Holzschnitt im „Wiener Familien-Journal“ 1868, Nr. 97. – 3) Holzschnitt ohne Angabe des Zeichners und Xylographen in Waldheim’s „Illustrirter Zeitung“ 1862, S. 97. – 4) Einen vortrefflichen Ausschnitt der oberen Gesichtshälfte brachte seinerzeit der „Kikeriki“ 1864, Nr. 4. – Am 20. November 1868 ½4 Uhr Nachmittag wurde die Todtenmaske Zelinka’s durch Carlo Vanni abgenommen. Da sich die Züge des Verewigten nicht im Geringsten verändert hatten, so gab die Todtenmaske ein sehr getreues Abbild, so daß die danach geformten Büsten den Verblichenen in bester Aehnlichkeit darstellen. – Chargen. Groß ist die Zahl der Chargen, in welchen Zelinka, aber nie im Spott, sondern stets im liebenswürdigsten Humor erscheint. Eine der originellsten, jedoch unbeachtet gebliebene findet sich in der Titelschrift des „Kikeriki“, wo der zweite Buchstabe, I, den Bürgermeister, der dritte, K, [308] Louis Napoleon darstellt, und die mittleren Buchstaben das weltbekannte ER zeigen. Diese Kikeriki-Aufschrift erschien zur Zeit der Anwesenheit Napoleons III. in Salzburg. Von den übrigen sei nur in Kürze der pikantesten gedacht: im „Figaro“ 1862, Nr. 25; 1863, Nr. 36; 1864, Nr. 14; 1865, Nr. 37, 38 und 55; 1868, Nr. 27 und 35; im „Kikeriki“ 1863, Nr. 28; 1868, Nr. 14; 1877, Nr. 36; im „Wiener Punsch“ 1868, Nr. 30; 1869, Nr. 36; im „Zeitgeist“ 1874, Nr. 8. – V. Zelinka-Denkmal im Wiener Stadtpark. Am 3. Mai 1877 wurde auf der im Volksmunde längst als Zelinka-Hügel bekannten, am Nordostende des Wiener Stadtparkes befindlichen Anhöhe dieses unvergeßlichen Wiener Bürgers und Bürgermeisters schlichtes Denkmal enthüllt. Auf bronzenem Rundsockel, der sich auf einem rothgranitenen Unterbau erhebt, steht das von Franz Pönninger modellirte überlebensgroße Brustbild des Verewigten. Auf den ovalen am Sockel angebrachten Schildern liest man: „Dem Andenken des Dr. Andreas Zelinka, Bürgermeisters der Stadt Wien in den Jahren 1861–1868“ und „Gewidmet von seinen Mitbürgern 1877“. Abbildungen des Denkmals enthalten die „Neue illustrirte Zeitung“ (Wien, Zamarski, 1877, Nr. 20) und das illustrirte Wiener Blatt „Die Heimat“ (1877, S. 520). [Neue Freie Presse, 1869, Nr. 1606; 1870, Nr. 2044; 1874, Nr. 3417 und 3419. – Presse, 1870, Localanzeiger, Nr. 32. – Fremden-Blatt (Wien) 1877, Nr. 116; Nr. 120: „Enthüllungsfeier“. – Neue Wiener Tagespresse, 1874, Nr. 66: „Das Guldenmonument“.] – VI. Zelinka-Fenster im Stephansdom. „Zum bleibenden Andenken an die glückliche Genesung des Bürgermeisters Dr. Andreas Zelinka stiftete die Gemeinde Wiens dieses Fenster im Jahre des Heils 1861.“ So lautet die auf dem Fenster selbst angebrachte Widmung. Der Entwurf stammt von dem Dombaumeister Schmidt, die Cartons und Farbenskizzen des figuralen Theils von Professor Klein, die Glasmalerei von Geyling. Der Bürgermeister ist in knieender Stellung vor der Gnadenmutter dargestellt, in pelzbesetztem Talar, steifem Halskragen und strohgelben Glacéhandschuhen! Diese kühne Verkuppelung altväterischer Trachten aus dem 16. Jahrhundert mit den bocksteif „gestärkten Vatermördern“ von anno 1869 ist eine solche Versündigung gegen die Chronologie des Costums und gegen die Regeln des guten Geschmacks, daß es unbegreiflich bleibt, wie etwas derartiges bei solchen für die Zukunft bestimmten monumentalen Arbeiten vorkommen kann. [Neue Freie Presse, 1866. Nr. 776.] – VII. Quellen zur Biographie. Aquarellen aus den beiden Reichsstuben. Von J. J. K.(raßnigg), erste Abtheilung, S. 44, 54, 56. – Fremden-Blatt. Von Gustav Heine (Wien, 4°.) 1868, Nr. 322 und 324: „Bürgermeister Dr. Zelinka“ [mehrere Züge aus seinem Leben]. – Gartenlaube. Von Ernst Keil (Leipzig, 4°.) 1868, Nr. 49, S. 783:[WS 1] „Holz – für die Armen“ bekanntlich Zelinka’s letzte Worte im Todeskampfe, nachgedruckt im Rieder „Wochenblatt“ 1868, Nr. 52 und noch in vielen anderen Blättern]. – Illustrirtes Extrablatt (Wien) 1868, Nr. 6 [enthält mehrere Züge dieses edlen Meisters der Wiener Bürger] – Dasselbe. 1873, Nr. 110: „Noch ein Zelinka-Sträußchen“. – Mährischer Correspondent (Brünn, kl. Fol.) 1868, Nr. 274 im Feuilleton. – Neue Freie Presse, 1866, Nr. 684: „Vertrauensadresse an den Bürgermeister“ [von Seite der Gewerbetreibenden Wiens]. – Dieselbe, 1868, Nr. 1520: „Zelinka’s letzte Augenblicke“; Nr. 1521: „Biographie“. – Neues Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1868, Nr. 322 und 323: „Bürgermeister Dr. Zelinka todt“ – Neues Wiener Tagblatt, 22. Mai 1867, Nr. 74: „Dr. Zelinka wieder Bürgermeister“. – Dasselbe, Nr. 184: „Frau Monica Zelinka“. – Dasselbe, 22. November 1868, Nr. 322, 323 und 324: „Zelinka’s Leben und Wirken“; Nr. 325 u. 326 im Feuilleton: „Im Elysium“. – Dasselbe, 21. November 1869, Nr. 321: „Aus den hinterlassenen Papieren Zelinka’s“. – Dasselbe, 2. Juli 1872, Nr. 178: „Pfirt Ihna“ [aus dem Leben des Bürgermeisters]. – Oesterreichischer Volks- und Wirthschafts-Kalender für das Jahr 1870. Herausgegeben vom Vereine zur Verbreitung von Druckschriften für Volksbildung (Wien, Fromme, gr. 8°.) XIX. Jahrgang, S. 49 bis 53. – Photogramme aus dem niederösterreichischen Landtage von Joannes Nepomucenes Nonultramontanus [der ehemalige Sprechminister des Ministeriums Giskra. Dr. Johann Nep. Berger] (Wien 1864, Manz und Comp., 12°.) S. 3. – Presse, 1860, Nr. 203: „Die Commune Wien und [309] ihr Bürgermeister“. – Reichenberger Zeitung, 1861, Nr. 144: „Des Wiener Bürgermeisters Stammbäumchen“ [ein geistvolles Aperçu des Wiener „Figaro“]. – Dieselbe, 1868, Nr. 279: „Züge aus dem Leben des Bürgermeisters Zelinka“. – Wanderer (Wiener Parteiblatt) 1868, Nr. 322 im Feuilleton. Von R...r. – Wiener Zeitung, 1868, Nr. 283 und 284, S. 756 u. f.: „Bürgermeister Dr. Andreas Zelinka“.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: S. 782