Beytrag zur Geschichte der Hexenprocesse in Franken

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Autor: Anonym
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Titel: Beytrag zur Geschichte der Hexenprocesse in Franken
Untertitel:
aus: Journal von und für Franken, Band 1, S. 193–196
Herausgeber: Johann Caspar Bundschuh, Johann Christian Siebenkees
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1790
Verlag: Raw
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Erscheinungsort: Nürnberg
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Quelle: UB Bielefeld, Faksimile auf den Commons
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VI.
Beytrag zur Geschichte der Hexenprocesse in Franken.

In einer gleichzeitigen Chronik ist folgendes aufgezeichnet:

1569 den 22 Nov. hat man zu Langenzenn drey Hexen verbrennt, welche 17 Jahr lang ihr Handwerk getrieben.| 1590 den 13 Januarii hat man angefangen zu Ellingen die Hexen und Unhulden in Verhafftnus zu nehmen, und hernach zu verbrennen.

Den 28 Januarii hat man 8 Unhulden lebendig verbrennt, darunter die Wirthin daselbst wahr, vnnd auch eine Hebamme. Was sie begangen und vor großes Ubel gestifftet, zeigen ihre Uhrgichten ann.

Den 7 Martii hat man wieder 12 Unhulden verbrennet. Darunter des Secretarien Weib unnd die Burgermeisterinn gewesen, dieselben zwo hat man erstlich strangulirt und verbrennet. Die andern 10 aber sind lebendig verbrannt worden.

Den 2ten Aprilis hat man abermals 11 Unhulden vnnd eine Katzen zu Ellingen verbrennt.

Den 14 Maji hat man abermals 18 Unhulden erstlich strangulirt und nachmals verbrennt.

Den 28 Maji wurden zu Abenbergk hinder Schwabach 6 Unhulden von der Aistetischen Herrschaft verbrennet.

Den 10 July hat man abermals in Ellingen 22 Unhulden erstlich strangulirt und nachmals mit einander verbrennet.

| 1591 den 6 December hat man zu Langenzenn 5 Unhulden verbrennt, die 3 strangulirt und die 2 lebendig verbrennt.

(Dieses sind die fünf Unholden, welche nach dem hist. diplom. Mag. II B. S. 261 in Nürnberg sollen hingerichtet worden seyn. Allein es ist dieß zuverlässig nicht in Nürnberg geschehen, weil in den Nürnbergischen Malefizbüchern nichts von denselben steht, und Nürnbergische Chroniken, welche derselben Meldung thun, ausdrücklich Langenzenn als den Ort der Hinrichtung nennen.)

1592 den Sonntag nach Johannis hat man zu Schwabach 4 Unhulden verbrenndt, ein Hebam, eine Bierbrauerin, eine Wirthin, und eine Weberin.

1596 den 18 Nov. hat man zu Windsheim 7 Unhulden verbrennt. Die achte hat sich zuvor selber erstochen. Kurz zuvor seind deren auch etzliche verbrennt worden.

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Die Bestrafung der Hexen und Zauberer scheint erst in der letzten Hälfte des XVI Jahrhunderts häufiger geworden zu seyn.| Aus dem XV Jahrhundert finde ich nur folgende zwey Fälle in Nürnbergischen Chroniken:

1434 hat man Catharina, Hanns Ambergers Weib, als eine Zauberin und Segensprecherin eine Viertelstunde an den Stock bey der Pegniz gestellt, ihr eine Inful aufgesetzt, daran Teufel gemahlt waren, und alsdann ihr ein Stück von der Zunge abgezwickt.

1468 hat man ElsKramerin, eine Zauberin, die ihren Buhlen auf dem Bock holen lassen, eine halbe Stunde auf den Pranger gestellet, nachmahls an einen Stock, der in Form eines Kreuzes mitten auf dem Markt eingegraben gewesen, gebunden und ihr ein Zeichen an die Stirn gebrannt.

Im XVI Jahrhundert finde ich zu Nürnberg den einzigen Fall einer Hinrichtung, daß 1588 den 18 Januar, Margaretha Hornin, Diebshelerin und welche durch zauberische Mittel verholfen, daß ihr Mann nichts gestehen sollte, ertränkt wurde.

Im XVII Jahrhundert sind wenigstens 8 solche Executionen zu Nürnberg vorgegangen, worunter aber die meisten Inquisiten zugleich noch anderer Verbrechen schuldig waren. Von diesen will ich ein andermahl Nachricht ertheilen.