Christliche Ethik auf lutherischer Grundlage

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Autor: Friedrich Bauer, Johannes Deinzer, Martin Deinzer
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Titel: Christliche Ethik auf lutherischer Grundlage
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Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Selbstverlag der Missionsanstalt
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Erscheinungsort: Neuendettelsau
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Christliche Ethik
auf
lutherischer Grundlage.
(Zunächst für die Schüler der Neuendettelsauer Missionsanstalt.)




Entworfen von † Missionsinspektor F. Bauer.


Umgearbeitet und vermehrt von † Missionsinspektor Joh. Deinzer.


Revidiert und in den Druck gegeben


von
M. Deinzer,
Inspektor der Missionsanstalt in Nenendettelsau.




Neuendettelsau 1904.
Im Selbstverlag der Missionsanstalt.


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C. H. Beck’sche Buchdruckerei in Nördlingen.


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Vorrede.




 Nach dem hier gedruckt vorliegenden Werk wird den Schülern der hiesigen Missionsanstalt Unterricht in der Ethik erteilt. Die Drucklegung geschah in der Meinung, den Schülern dadurch die Erfüllung ihrer Arbeit zu erleichtern, vordem konnten sie nur durch Abschreiben in den Besitz desselben kommen, was viel Zeit in Anspruch nahm.

 Das Werk ist aus dem Unterricht erwachsen, die erste und Hauptarbeit hat dran getan der erste Inspektor der Anstalt, Inspektor F. Bauer. Aus dem Jahr 1865 ist eine „Übersicht über die Ethik“ vorhanden, welche dann ausgearbeitet wurde, die zweite Hälfte wie es scheint im Semester 1872/73. Inspektor Bauer hat mit der Ausarbeitung des Werkes gewissermaßen seine Tätigkeit für die Anstalt auf diesem Gebiet als mit einem Vermächtnis abgeschlossen: 1872/73 gab er seinen letzten Ethikunterricht, Dezember 1874 ist er gestorben. Sein Heft ist die Grundlage des Ethikunterrichts in der Anstalt geworden; es zerfiel in seiner ersten Gestalt in einen allgemeinen, speziellen und speziellsten Teil; der mittlere enthielt die Abschnitte von der Wiedergeburt und der Ausgestaltung des göttlichen Ebenbildes in den verschiedenen Gemeinschaftsverhältnissen (Teil VI und VII).

 Die Arbeit Inspektor Bauers erfuhr manche Veränderung. Sein Nachfolger, Inspektor Joh. Deinzer, suchte dem leitenden Gedanken des göttlichen Ebenbildes mehr zu seinem Recht zu verhelfen; außerdem verdankt die Ethik ihm viele wertvolle Bereicherungen, besonders in der Lehre vom Gewissen, in dem Abschnitt | über das in Christo verwirklichte göttliche Ebenbild, in der Lehre vom Kreuz und Leiden; zur Ausarbeitung des letzteren fühlte er sich recht durch die Verhältnisse veranlaßt, unter denen er den Unterricht in der Ethik übernahm: durch die Erkrankung Inspektor Bauers im Oktober 1874 und seinen Heimgang im Dezember stand damals die Anstalt und nicht zum wenigsten der Gehilfe des Inspektors selber unter dem Zeichen des Kreuzes. Überhaupt ist der Abschnitt aus eigener Erfahrung herausgearbeitet.

 Dem Herausgeber endlich blieb trotz langen Gebrauchs des Heftes noch manches zu tun übrig, da ein Druck eben wieder seine besonderen Anforderungen stellt. In der Disposition war nicht allenthalben den Gesetzen der Systematik genügt, stilistische Unebenheiten gab es zu beseitigen; an manchen Orten war schärfere, entsprechendere Formulierung geboten, kleinere und größere Ergänzungen erwiesen sich vielfach als Notwendigkeit. Sachliche Änderungen fanden statt, sofern für einzelnes der Herausgeber die Verantwortung nicht übernehmen konnte. Doch ist die Zahl derselben eine geringe. Die strenge Durchführung des Grundgedankens ist mehr ein Wunsch geblieben; sie hätte jedenfalls die Gestalt des überkommenen Werkes ziemlich verändert. Die Fertigstellung für den Druck geschah vielfach unter drängenden Semesterarbeiten.

 Das vorliegende Buch – ein Werk des langjährigen Freundes wie auch des vertrautesten Schülers von Pfarrer Löhe – darf wohl als ein Erzeugnis Dettelsauer Geistes und Lebens bezeichnet werden. Es sind nun fünfzig Jahre voll geworden, seitdem die Missionsanstalt ihren Sitz in Neuendettelsau aufgeschlagen hat. Da trifft es sich schön, daß das Gedächtnis der Männer, welche in dieser Zeit der Anstalt vorgestanden sind, durch die Herausgabe dieser ihrer Arbeit erneuert wird. Und es ist auch billig, daß es geschieht. Möge ihre Arbeit auch in der vorliegenden Gestalt dem Werke förderlich sein, das sie einst hier zu treiben berufen waren! Gott gebe seinen Segen dazu! Früheren Schülern, in deren Hände es etwa kommt, sei es ein Gruß aus der Heimat und eine Erinnerung an ihre Lehrer!

 Register, wie Inhaltsangabe ist das Werk des dritten Lehrers | an unserer Anstalt, des Kandidaten der Theologie Otto Küffner, dem der Herausgeber für seine Bemühungen hiermit herzlichen Dank ausspricht.

 Auf die Corrigenda wird ausdrücklich aufmerksam gemacht.

 Neuendettelsau, 11. September 1903.


M. Deinzer, Missionsinspektor. 


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Inhaltsübersicht.




Seite
§ 1. Name der Ethik. Die ethische Aufgabe des Menschen 1–2
§ 2. Die Faktoren des ethischen Verhaltens und das ethische Gebiet 3–4
§ 3. Die ethischen Kategorien und die menschlichen Grundkräfte 4–5
§ 4. Die völlige Verantwortlichkeit des Menschen für sein sittliches Handeln und seine durchgängige Abhängigkeit von seiner Natur und Umgebung. – Die natürliche und sittliche Eigentümlichkeit 5–10
§ 5. Verhältnis von Sittlichkeit und Religion 10–11
§ 6. Begriff der Ethik 11–12
§ 7. Das Christentum und die ethische Aufgabe 12–13
§ 8. Unterschied der lutherischen Ethik von der römischen und reformierten 13–14
§ 9. Das Verhältnis der Ethik zur Dogmatik 15–16
§ 10. Die Methode der Behandlung 16–18
§ 11. Die Gottesebenbildlichkeit als Prinzip der christlichen Ethik 18–21


I.
§ 12. Die anerschaffene Gottesebenbildlichkeit 22
§ 13. Die doppelte Seite der Gottesebenbildlichkeit 22–24
§ 14. Von der Ebenbildlichkeit, die zur Substanz des Menschen gehört und daher unverlierbare Eigentümlichkeiten und Vorzüge der Menschen bezeichnet 24-27
§ 15. Von der Ebenbildlichkeit, soweit sie die sittliche Beschaffenheit der ersten Menschen bezeichnet und was unmittelbar damit zusammenhängt 27-30
§ 16. Von der Gottesebenbildlichkeit, sofern sie ethisches Ziel des Menschen ist und das bezeichnet, was er werden soll und kann 30–31


II.
§ 17. Die gottgewollte Stellung des ersten Menschen zum Bösen und die wirklich gewordene 31–32
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§ 18. Die entscheidende freie Tat des ersten Menschen. Die Genesis der Sünde. Der Fall und dessen Größe 32–34
§ 19. Die unmittelbaren Folgen des Falles für den ersten Menschen. Die Reaktion der göttlichen Gerechtigkeit 34–38
§ 20. Die Erbsünde. Die allgemeinen Folgen des Sündenfalles für das ganze menschliche Geschlecht 38–42


III.
§ 21. Zustand des liberum arbitrium 43–44
§ 22. Die Geschichte der sittlichen Entwicklung der Menschheit im natürlichen Zustande im Guten und Bösen 44–48
§ 23. Die Lehre vom Gewissen. Sein Inhalt 48–52
§ 24. Die erste abgeleitete Funktion des Gewissens: die verpflichtende 52–53
§ 25. Die zweite abgeleitete Funktion des Gewissens: die richterliche und zurechnende 53–55
§ 26. Die dritte abgeleitete Funktion des Gewissens: die vollziehende 55–57
§ 27. Das Gewissen als Quelle der sittlichen Erkenntnis 57
§ 28. Die Korruption des Gewissens nach dem Fall infolge seines organischen Zusammenhangs mit den anderen Geistestätigkeiten, die sämtlich von der Sünde korrumpiert sind 57–61
§ 29. Das Gewissen in dem Zustande des Menschen vor dem Fall und nach dem Fall in seinen einander entgegengesetzten Betätigungen und die Bedeutung des noch vorhandenen Gewissens für die gefallene Menschheit 61–64


IV.
§ 30. Allgemeines 64
§ 31. Gesetz und sittlicher Stand der Menschheit 64–66
§ 32. Die vorübergehende und die bleibende Bestimmung des mosaischen Gesetzes und der entsprechende Inhalt desselben 66–73
§ 33. Das Gesetz, in welchem Sinne es hier zu nehmen ist. Der Gewinn für die Erkenntnis, den es bringt, im Vergleich mit der Erkenntnis, die das Gewissen bringt 73–74
§ 34. Beschränkte Erfüllbarkeit des Gesetzes 75
§ 35. Die Wirkung des Gesetzes 76–78


V.
§ 36. Verwirklichung des göttlichen Ebenbilds und Voraussetzung derselben 78–80
§ 37. Das göttliche Ebenbild in Christo als sittliche Errungenschaft 80–88
§ 38. Bedeutung der Erlösung für die Wiederherstellung des göttlichen Ebenbildes 88–91
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VI.
§ 39. Die objektive Wirkung des heiligen Geistes, der dritten Person in der Gottheit, und sein Verhältnis zur zweiten Person 91–94
§ 40. Die Aufnahme der Heilsgüter und deren sittliche Verwertung (Glaube, Hoffnung, Liebe) 94–99
§ 41. Der Anfang der Hineinbildung des göttlichen Ebenbilds in den Menschen in der Wiedergeburt durch die Taufe 99–103
§ 42. Die Bekehrung 103–109
§ 43. Die Heiligung 109–119
§ 44. Die Versuchung und das Beharren im Guten bis ans Ende. Die Bewährung 119–124
§ 45. Der bleibende persönliche Besitz und die Verwertung des geistlichen Lebens in der Tugend und in den geistlichen Gaben 125–134
§ 46. Der Verlust des geistlichen Lebens und der persönlichen Tüchtigkeit zum Guten. Der Weg des Verderbens 134–138


VII.
§ 47. Allgemeines 138-139
§ 48. Das Verhältnis zu Gott 139–145
§ 49. Das Verhältnis des Christen zu sich selbst 145–150
§ 50. Das Verhältnis zum Nächsten (zu den Brüdern, zur Gemeinschaft) 150–164
§ 51. Der Herr Vorbild im Verhalten gegen den Nächsten 164–166
§ 52. Allgemeines 166–168
§ 53. Die Ehe. Ihre Voraussetzung 168–170
§ 54. Die Ehe. Allgemeine Gesichtspunkte 170–174
§ 55. Die Ehe. Spezielle Gesichtspunkte 174–197
§ 56. Die Familie, die zweite natürliche Gemeinschaftsform 197–210
§ 57. Die Volks- und Staatsgemeinschaft 210–226
§ 58. Die Menschheitsgemeinschaft 226–233
§ 59. Die Gnadengemeinschaft der Kirche 233–242
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VIII.
§ 60. Allgemeines 242–244
§ 61. Die individuelle Freiheit 244–245
§ 62. Das Erlaubte, das Gebiet der individuellen Freiheit 245–248
§ 63. Das relativ Gute, das Bessere, das Beste 248–249
§ 64. Die Selbstbeschränkung der individuellen Freiheit im Erlaubten 249–252
§ 65. Die Normen für das Handeln auf dem Gebiet der individuellen Freiheit 252–256
§ 66. Autonomie des Christen auf dem Gebiet der individuellen Freiheit 256–257
§ 67. Der störende Einfluß der Sünde auf diesem Gebiet 258
§ 68. Das Ziel des sittlichen Strebens auf dem Gebiet der individuellen Freiheit 258–260
§ 69. Die göttliche Leitung auf dem Gebiet der individuellen Freiheit für den einzelnen Christen 260–267
§ 70. Die Askese 267–269
§ 71. Die Formen der Askese resp. der praxis pietatis 269–288
§ 72. Göttliche Direktiven auf dem Gebiet der individuellen Freiheit der christlichen Gemeinschaft (der Kirche) 288–302
§ 73. Die freien Gemeinschaftsformen 302–308
§ 74. Die individuelle Freiheit auf dem Gebiet der christlichen Volks- und Menschheitsgemeinschaft 308–311


IX.
§ 75. Die Lehre vom Kreuz 311–330
§ 76. Der Christ gegenüber dem Tod 330–338


X.
§ 77. Die Hoffnung im Christenleben. Realität derselben 338–342
§ 78. Der Inhalt der christlichen Hoffnung und ihr Einfluß auf die sittliche Hebung und Vollendung 342–351
§ 79. Die Wiederkunft Christi, der vorläufige Abschluß der Geschichte 352–355
§ 80. Der Christ am Ziel 355–357



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Corrigenda.


Seite 039 Zeile 12 tilge das Komma zwischen peccati und adamitici.
042 02 tilge Virgil und lies Ovid.
047 17 tilge sie und lies Gleiches.
048 08 lies nach „Volk“ das Wort „überhaupt“.
048 27 tilge Form und lies Funktion.
055 16 tilge 27 und lies 37.
066 tilge in der Überschrift des § 32 das „ihr“.
076 Zeile 03 lies: Gesetzlichkeit des fleischlichen Judentums, der Pharisäismus.
087 vorletzte Zeile tilge „ohne Mühe“ und lies „ohne sich zu mühen“.
125 Zeile 09 tilge das Komma nach „Leben“ und setze einen Punkt. Tilge das Komma nach 5.
127 05 ist übersehen das Wort „Mitteln“ gesperrt zu drucken.
133 06 von unten tilge den Punkt nach Tugenden.
138 21 tilge in der Überschrift von Teil VII und dem entsprechend auch in den Seitenüberschriften das Wort „Lebens“ und setze dafür „Ebenbilds“.
140 04 von unten tilge „vgl.“ und lies nach „Predigt“ in nächster Zeile „u. s. w.“.
155 09 von unten setze nach „geheiligten“ ein Komma.
176 setze die beiden letzten Zeilen nach der zehntletzten, „c“ fällt weg.
In der 9. von unten setze nach „Im“ ein: „Stief- und Schwiegerverhältnis und im“.
177 Zeile 20 setze nach „bei“ ein „der“.
09 von unten lies „Walther“.
179 19 setze nach „allererst“ ein: „zu sehen“.
181 15 setze an den Schluß: Deut. 22, 23–27.
184 10 von unten lies „traten“ (statt treten).
187 20 von oben lies „bösliche“.
190 13 von unten lies 1. Tim. 5, 14.
193 06 von oben lies „erzogen“.
194 04 von unten setze nach Ex. 22, 22 ein: „u. s. w.“.
199 13 von oben lies statt „gleichfalls“: „somit“.
203 13 von oben lies „Desperation“
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Seite 221 Zeile 19 von oben lies nach „nicht“ das Wort „bloß“.
238 07 von oben lies statt „nach solchen und“ vielmehr „und bei Erneuerung des Glaubenslebens nach solchen“.
240 vorletzte Zeile lies „statt eines“.
245 Zeile 04 von oben lies statt „äußere“ vielmehr „äußerliche“.
260 08 von oben lies statt „Punkt“ vielmehr „Gebiet“.
269 setze im Text zur Überschrift „die Formen der Askese“ noch: „resp. der praxis pietatis“.
277 Zeile 13 von oben tilge „In der“ und lies „Die“.
284 vorletzte Zeile lies „verhält“.
297 Zeile 03 von unten lies „Papsttum“.
298 07 von oben lies „andrerseits“.
308 06 von unten schiebe vor „Sühneversuche“ ein: „früheren“.
321 18 von unten lies „Jesaia“.
344 19 von oben lies „vertauschen“.