Das dritte Buch der Makkabäer

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Titel: Das dritte Buch der Makkabäer
Untertitel:
aus: Altjüdisches Schrifttum außerhalb der Bibel S. 682–699, 1312–1313
Herausgeber: Paul Rießler
Auflage:
Entstehungsdatum: 1. Jahrhundert v. Chr.
Erscheinungsdatum: 1928
Verlag: Dr. B. Filser
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Erscheinungsort: Augsburg
Übersetzer: Paul Rießler
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Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: ULB Düsseldorf und Commons
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[682]
39. Das dritte Buch der Makkabäer

1. Kapitel: Ptolemäus betritt das Allerheiligste
1
Philopator hörte von den Zurückgekehrten,

Antiochus habe seine festen Plätze eingenommen.
Da bot er sämtliche Truppen, Fußsoldaten und Reiter auf.
Er nahm auch seine Schwester Arsinoe mit
und zog bis in die Gegend von Raphia,
wo des Antiochus Heer lagerte. –

2
Da beschloß ein gewisser Theodot ein Attentat zu verüben;

er nahm des Ptolemäus tapferste Krieger mit,
die er selbst früher befehligte,
und schlich sich nachts in des Ptolemäus Zelt,
ihn mit eigener Hand zu töten
und damit den Krieg zu beenden.

3
Aber Dositheus, des Drimylus Sohn genannt, von Geburt ein Jude,

aber vom Gesetz abgefallen und dem väterlichen Glauben entfremdet,
hatte den Ptolemäus weggeführt
und einen gewöhnlichen Menschen im Zelte schlafen lassen.
So mußte dieser die dem andern zugedachte Rache über sich ergehen lassen.

4
Als nun ein hitziger Kampf entstand,

neigte sich der Sieg mehr auf des Antiochus Seite.
Da lief Arsinoe immer wieder durch die Truppenreihen
und ermahnte sie, unter Jammern und Tränen mit aufgelösten Flechten,
für sich, ihre Kinder und Weiber tapfer zu kämpfen;
für den Fall des Sieges versprach sie jedem zwei Minen Gold.

5
So wurden die Feinde im Handgemenge aufgerieben,

viele auch gefangen.

6
Ptolemäus beschloß nun nach Abwehr des Angriffes,

die Nachbarstädte zu besuchen und zu ermutigen.

7
Er tat dies auch, verteilte dabei Geschenke an die Tempel

und erfüllte so die Untertanen mit froher Zuversicht.

8
Die Juden sandten nun an ihn einige Ratsherren und Ältesten ab;

sie sollten ihn begrüßen, Geschenke überreichen
und wegen des Vorgefallenen ihn beglückwünschen;
dadurch wuchs sein Wunsch, sie baldigst zu besuchen.

9
So kam er nach Jerusalem.

Er opferte dem höchsten Gott

[683]

und brachte Dankopfer in einem Maße dar,
das der Würde des Ortes entsprach.
Als er den heiligen Ort betrat, staunte er über die erlesene Pracht

10
und bewunderte die treffliche Ordnung im Heiligtum.

So kam es ihm in den Sinn, das Allerheiligste zu betreten.

11
Man sagte ihm, daß dies nicht anginge,

weil es weder den eigenen Volksgenossen
noch irgendeinem Priester gestattet sei, hineinzugehen,
sondern ausschließlich ihrem Oberhaupt, dem Hohenpriester,
und zwar auch diesem nur einmal im Jahre.
Er aber ließ sich davon in keiner Weise abbringen.

12
Dann las man ihm das Gesetz vor;

aber er ließ sich durchaus nicht umstimmen,
sondern behauptete, er müsse hineingehen:
„Möge auch jenen diese Ehre vorenthalten sein,
so doch nicht mir!“

13
Auch wollte er wissen,

warum ihn niemand der Anwesenden am Betreten des Tempels überhaupt gehindert hätte.

14
Da sagte einer unbedacht,

man tue übel, sich damit zu brüsten.

15
Darauf erwiderte er, es sei dies nun einmal geschehen;

sollte er da nicht vollends ganz hineingehen,
mögen sie wollen oder nicht?

16
Da warfen sich die Priester in all heiligen Gewändern nieder

und baten den höchsten Gott, in der jetzigen Not zu helfen
und den Angriff des böslich Andringenden abzuwenden,
und sie erfüllten das Heiligtum mit Geschrei und Tränen.

17
Und die in der Stadt Verbliebenen sprangen erschreckt hervor,

indem sie mutmaßten,
es müsse sich etwas Unerhörtes zugetragen haben.

18
Die in den Gemächern eingeschlossenen Jungfrauen stürmten

samt den Müttern heraus,
bestreuten die Häupter mit Asche und Staub
und erfüllten die Straßen mit Klagen und Seufzen.

19
Auch die Neuvermählten verließen die Brautkammern

und die entsprechende Zurückgezogenheit
und liefen in Verwirrung durch die Stadt.

20
Selbst die Mütter und Ammen ließen die neugeborenen Kinder

hier und dort im Stich,
die einen in den Häusern, die andern auf den Straßen, ohne Aufsicht,
und sammelten sich beim alles überragenden Heiligtum.

21
Mannigfaltig war das Gebet der hier Zusammengeströmten

wegen des Königs frevelhaften Unterfangens.

22
Wie diese wollten auch die Mutvollsten der Bürger durchaus nicht dulden

daß er darauf bestehe und sein Vorhaben ausführe.

23
Sie riefen zu den Waffen

und forderten zum Heldentod für das väterliche Gesetz auf;
dadurch verursachten sie an der heiligen Stätte eine gewaltige Aufregung.

[684]

Nur mit Mühen wurden sie von den Greisen und den Ältesten davon abgebracht
dann begaben sie sich auf die gleiche Stätte zum Beten.

24
Die Menge verharrte unterdessen im Gebet, wie zuvor.
25
Und die Ältesten um den König versuchten vielfältig,

seinen hochfahrenden Sinn von dem gefaßten Beschlusse abzubringen.

26
Aber kühn gemacht und alles beiseite setzend,

schickte er sich zum Hineingehen an,
indem er glaubte, das Angekündigte ausführen zu können.

27
Als dies seine Umgebung gewahrte,

vereinigte sie sich mit unseren Leuten im Gebet zu dem,
der alle Macht besitzt,
er solle sie in ihrer jetzigen Not schützen
und das gottlose, übermütige Gebaren nicht unvermerkt lassen.

28
So anhaltend und heftig war das vereinte Geschrei der Menge,

daß ein unbeschreiblicher Lärm entstand.

29
Man hätte glauben können,

daß nicht bloß die Menschen,
sondern auch die Mauern und der ganze Boden tönten;
denn alle wollten lieber den Tod
als die Entweihung der heiligen Stätte.


2. Kapitel: Ptolemäus gelähmt, plant Rache
1
Der Hohepriester Simon beugte die Kniee vor dem Heiligtum,

breitete die Hände aus
und betete in gelassener Ehrerbietung also:

2
Herr, Herr, des Himmels König und Gebieter aller Schöpfung,

du Heiliger der Heiligen, Alleinherrscher, Allmächtiger!
Acht doch auf uns, die wir von einem Unheiligen und Ruchlosen,
der nur auf Kühnheit und aus Stärke pocht,
gar schlimm bedrückt werden!

3
Der du das All erschufst und über alles herrschest,

du bist ja ein gerechter Herrscher
und richtest, die in Frevelsinn und Übermut ein Werk vollbringen.

4
Du hast vernichtet, die vor Zeiten Unrecht taten,

darunter auch die Riesen, die auf Kraft und Kühnheit sich verließen;
du ließest über sie ein unermeßlich Wasser kommen.

5
Mit Feuer und mit Schwefel hast du dann verbrannt die Sodomiten,

die Übermütiges verübt und allbekannt durch ihre Schandtat waren;
du stelltest sie als warnend Beispiel für die Nachwelt auf.

6
Den frechen Pharao, den Knechter deines heiligen Volkes Israel,

den prüftest du durch viele, mannigfache Plagen
und offenbartest also deine große Macht.

7
Als er mit Wagen und mit einer Masse Krieger nachsetzte,

versenktest du ihn in des Meeres Tiefe;
die aber ihr Vertrauen auf dich, den Herrn der ganzen Schöpfung, setzten,
die führtest du ganz heil hindurch.

8
Als sie die Taten deiner Hand erblickten,

lobpriesen sie dich, den Allmächtigen.

[685]
9
Du, König, Schöpfer dieser unbegrenzten, unermeßlich großen Erde,

erwähltest diese Stadt und heiligtest dir diese Stätte,
dir, der du nichts bedarfst,
und du verherrlichtest sie durch majestätische Erscheinungen,
indem du sie errichtetest
nur für die Ehre deines großen, hochgepriesenen Namens.

10
Aus Liebe zum Haus Israel verhießest du,

falls wir je abfielen und Not uns überkäme
und wir alsdann zu dieser Stätte kämen und hier beteten.
du wolltest unsere Gebete erhören.

11
Und du bist treu und so wahrhaftig.
12
Du halfest unsern Vätern oft in der Bedrängnis und Erniedrigung

und rettetest sie aus beträchtlichen Gefahren.

13
Ja, sieh nun, heiliger König!

Wir werden unterdrückt um unserer vielen, großen Sünden willen;
wir unterlagen unsern Feinden
und sind gar schwach in unserer Ohnmacht.

14
In unserm Elend trachtet dieser Freche, Ruchlose,

die heilige Stätte zu beschimpfen,
die auf der Erde deines Namens Ruhm geweiht ist.

15
Den Menschen unerreichbar ist der höchste Himmel, deine Wohnung.
16
Doch wünschtest du, in deinem Volke Israel Verherrlichung zu finden;

deswegen heiligtest du diese Stätte.

17
So straf uns nicht durch dieser Menschen Unreinheit

noch züchtige uns durch ihre unheiligen Werke,
daß sich die Gottlosen in ihrem Übermut nicht rühmen
und nicht mit ihrer frechen Zunge triumphierend sprechen:

18
„Wir haben das hochheilige Haus entweiht“,

gerade wie die Häuser der Scheusale!

19
Wisch unsere Sünden weg und tilge unsere Vergehen

und offenbar zu dieser Stunde dein Erbarmen!

20
Mög doch dein Mitleid bald zuteil uns werden!

Leg Lobgesänge denen in den Mund,
die da betrübten und zerschlagnen Herzens sind!
Ach, schaff uns Frieden?“

21
Daraufhin erhörte der alles wahrnehmende Gott und Vater des Alls,

der Heilige der Heiligen, die gesetzmäßigen Gebete
und züchtigte den,
der sich in frechem Übermut gewaltig überhoben hatte.

22
Er schüttelte ihn gleich einem Rohr beim Winde hin und her,

daß er regungslos am Boden lag und, an den Gliedern gelähmt,
kein Wort mehr reden konnte.
So ward er vom gerechten Gericht getroffen.

23
Als die Freunde und Leibwächter sahen,

daß ihn schnell und scharf die Strafe getroffen hatte,
fürchteten sie, daß es mit seinem Leben zu Ende gehe;
da zogen sie ihn in unmäßiger Angst schnell heraus.

[686]
24
Allmählich kam er dann zu sich;

aber er empfand trotz der Züchtigung keine Reue,
sondern zog unter heftigen Drohungen von dannen.

25
Als er nach Ägypten gelangte, trieb er es noch ärger.

Denn er überließ sich
dem Einfluß der oben genannten Zechgenossen und Gefährten,
die sich von allen Rechten losgesagt hatten.

26
Er begnügte sich nicht mit zahllosen Schwelgereien,

sondern ging in seiner Frechheit soweit,
daß er Verleumdungen an den Plätzen ausstreute.
So leisteten viele der Freunde, die auf des Königs Vorhaben achteten,
auch von selbst seinem Willen Folge.

27
Er nahm sich vor, das jüdische Volk öffentlich herabzusetzen.

So ließ er bei dem Turm am Palast eine Säule errichten
und eine Schrift darauf eingraben,

28
daß die Opferverweigerer ihre Heiligtümer nicht betreten dürften,

und daß alle Juden in die Listen des gemeinen Volkes einzutragen
und in den Sklavenstand zu versetzen seien;
die Widerstrebenden seien mit Gewalt herbeizuholen und des Lebens zu berauben.

29
Die Aufgeschriebenen sollen dann an ihrem Körper

mit einem Epheublatt, dem Dionysoszeichen, gebrandmarkt werden;
auch seien sie in die frühere beschränkte Stellung zu versetzen.

30
Damit er aber nicht als Feind aller erscheine, schrieb er darunter:

Falls einige von ihnen es vorzögen,
sich den in die Mysterien Eingeweihten beizugesellen,
dann sollten sie die gleichen Rechte
wie die alexandrinischen Bürger haben.

31
Einige nun haßten die Beiträge für die heilige Stadt,

und so fügten sie sich ohne weiteres,
indem sie glaubten,
durch den künftigen Umgang mit dem König große Ehre zu erlangen.

32
Die meisten aber blieben edelmütig standhaft

und wichen nicht von ihrem Glauben.
Sie gaben Geld her, um ohne Furcht weiterleben zu können,
und versuchten, sich so vor der Eintragung zu retten.

33
Sie lebten aber der sicheren Hoffnung, Hilfe zu erlangen,

und so verabscheuten sie ihre Abgefallenen
und betrachteten sie wie Volksfeinde und verweigerten ihnen
den gegenseitigen Verkehr und Umgang.


3. Kapitel: Aller ägyptischen Juden Untergang geplant
1
Der gottlose König vernahm dies und geriet darob in solchen Zorn,

daß er nicht allein den Juden in Alexandrien grollte,
sondern auch denen in der Landschaft schärfer entgegentrat und Befehl gab,
alle schleunigst zusammenzuholen und aufs grausamste zu töten.

2
Während dies ins Werk gesetzt wurde,

ward gegen das Judenvolk ein böswilliges Gerücht ausgesprengt,

[687]

und zwar von Leuten, die im Wunsch, ihm zu schaden, einig waren;
sie benützten nämlich den Anlaß, zu behaupten,
sie würden von den Juden an der Beobachtung der Gesetze gehindert.

3
Die Juden aber bewahrten die gleiche gute Gesinnung

und unwandelbare Treue gegen den König.

4
Sie fürchteten Gott und lebten nach seinem Gesetz;

so sonderten sie sich auch in betreff der Speisen ab,
weshalb sie einigen mißliebig waren.

5
Sie zierten aber ihren Wandel durch rechtschaffenes Verhalten.

und so standen sie bei allen Leuten in gutem Ruf.

6
Die Fremden aber brachten

dieses allgemein besprochene Wohlverhalten des jüdischen Volkes
gar nicht in Anschlag.

7
Wohl aber besprachen sie den Unterschied zwischen den Arten der Gottesverehrung und den Speisen

und behaupteten,
diese Menschen seien weder dem König noch dem Heere treu,
sondern feindlich gesinnt und seinem Nutzen gar sehr zuwider.
Und so beschimpften sie das Volk mit nicht gewöhnlichen Schmähungen.

8
Die Griechen in der Stadt aber fühlten sich in keiner Weise beleidigt.

Als sie nun die unerwartete Erregung gegen diese Menschen
und das unvermutete Zusammenlaufen sahen,
konnten sie zwar nicht helfen,
– es herrschte ja ein tyrannischer Zustand –
aber sie sprachen Mut ein und meinten, unwillig geworden,
daß ein Umschwung eintreten würde;

9
denn eine solche Gemeinschaft, die nichts verbrochen hätte,

könnte nicht unbeachtet bleiben.

10
Und schon gaben einige Nachbarn, Freunde und Handelsgenossen das Versprechen,

indem sie einige der Juden heimlich beiseitenahmen,
sie zu schützen und auf alle mögliche Weise zu unterstützen.

11
Der König aber war durch sein augenblickliches Glück übermütig gemacht;

so rechnete er nicht mit des höchsten Gottes Macht,
sondern lebte der Meinung,
er könne fest bei seinem Vorsatz verharren;
deshalb schrieb er folgenden Brief zu ihren Ungunsten:

12
„König Ptolemäus Philopator sendet den Offizieren

und Soldaten in Ägypten und anderwärts Gruß und Heil.

13
Mir persönlich und meiner Regierung geht es gut.
14
Unser Feldzug nach Asien, der auch euch bekannt ist,

ging durch der Götter außerordentlichen Beistand nach Wunsch zu Ende.

15
Nun glaubten wir,

die Völker in Cölesyrien und Phönizien nicht durch Waffengewalt,
sondern durch Milde und große Menschenfreundlichkeit gewinnen
und ihnen bereitwillig Gutes erweisen zu sollen.

16
So wiesen wir den städtischen Tempeln sehr reiche Einkünfte zu

und kamen auch nach Jerusalem,
und zwar zogen wir hinauf,
dem Tempel der Verruchten, die nie vom Unsinn lassen, Ehre zu erweisen.

[688]
17
Sie hießen zwar unsern Besuch anscheinend willkommen;

aber ihre Begrüßung war unaufrichtig.
Wir hegten nämlich den Wunsch,
ihren Tempel zu betreten
und ihn mit hervorragend schönen Weihegeschenken zu ehren.

18
Da verweigerten sie uns in ihrem alten Dünkel den Zugang.

Sie blieben aber unbehelligt von unserer Macht,
infolge der Güte, die wir gegen alle Menschen hegen.

19
Sie zeigen aber ihr Übelwollen gegen uns offen;

so stehen sie allein unter allen Völkern in ihrer Hartnäckigkeit
gegen Könige und ihre eigenen Wohltäter da
und wollen nichts, was billig ist, auf sich nehmen.

20
Wir aber bequemten uns ihrem Unverstand an

und handelten, wie es sich ziemte,
als wir siegreich nach Ägypten zurückkehrten
und allen Völkern gütig begegneten.

21
So boten wir dabei auch allen ihren Volksgenossen Verzeihung an.

Ferner wagten wir es, im Hinblick auf das Kriegsbündnis
und die ihnen seit langem anvertrauten zahllosen Geschäfte,
eine Änderung zu treffen.
Wir beschlossen nämlich,
sie des alexandrinischen Bürgerrechts für würdig zu erklären
und sie an den ewigen Gottesdiensten teilnehmen zu lassen.

22
Sie aber nahmen es entgegengesetzt auf

und stießen aus angeborener Tücke das Gute von sich
und neigten sich hartnäckig dem Schlechten zu.

23
Sie verschmähten nicht bloß das unschätzbare Bürgerrecht,

sondern bezeugen auch durch Reden und Schweigen ihren Abscheu
den wenigen unter ihnen, die gegen uns redlich gesinnt sind;
sie lauern ja beständig darauf,
daß wir, durch ihr unrühmliches Benehmen dazu bewogen,
die Verordnungen schleunigst rückgängig machten.

24
Wir sind somit aus guten Gründen völlig überzeugt,

daß diese uns auf jede Art feindlich gesinnt sind,
und so wollen wir verhüten,
daß wir nicht diese Verruchten als Verräter
und barbarische Feinde im Rücken hätten,
falls einmal plötzlich ein Aufruhr gegen uns ausbräche.

25
Deshalb verordnen wir,

daß sofort nach Einlauf des Briefes
die Bezeichneten samt Weibern und Kindern in Eisenketten
mit Schimpf und Schande uns gesandt werden
zu fürchterlicher und schmachvoller Hinrichtung, wie es Verrätern geziemt.

26
Denn wir glauben, daß nach ihrer gemeinsamen Bestrafung sich unser Staat

für die Zukunft in sicherster und bester Verfassung befinden werde.

27
Wer nun einen Juden, Greis oder Kind oder selbst Säugling, verbirgt,

der soll mit seiner ganzen Familie auf schrecklichste Weise getötet werden.

28
Anzeigen soll jeder, der will!
[689]

Der Anzeiger soll das Vermögen des der Strafe Verfallenden erhalten,
dazu aus dem königlichen Schatz 1000 Silberdrachmen;
auch soll er in Eleutheria gekrönt werden.

29
Jeder Ort, wo ein Jude entdeckt wird, soll verwüstet und verbrannt

und für jedes sterbliche Wesen auf immer unbrauchbar gemacht werden.“

30
So war der Inhalt des Briefes abgefaßt.


4. Kapitel: Die Juden in Alexandriens Rennbahn
1
An allen Orten, wohin diese Verordnung gelangte,

wurde auf öffentliche Kosten für die Heiden ein Fest
unter Jubel und Frohlocken veranstaltet;
der längst eingewurzelte Haß machte sich offen Luft.

2
Bei den Juden aber herrschte endlose Trauer, Klagegeschrei und Weinen;

ihr Herz stand von Seufzern ganz in Flammen,
als sie das unvermutete, plötzlich über sie verhängte Verderben beklagten.

3
Welcher Gau oder welche Stadt oder welcher Wohnort

oder welche Straßen wurden nicht ihretwegen
mit Klagen und Weherufen erfüllt?

4
Sie wurden von den städtischen Befehlshabern

grausam und herzlos insgesamt ausgetrieben.
Angesichts der ausgesuchten Peinen beweinten
selbst einige der Feinde ihre unselige Austreibung,
dachten sie doch an das allgemeine Elend
und den ungewissen Ausgang des Lebens.

5
Da wurde eine Masse Greise im grauen Haar herbeigeschleppt;

sie mußten ihre vom Alter gekrümmten und gelähmten Füße zu raschem Gange zwingen,
da man sie ohne Scheu mit Gewalt vorwärtsstieß.

6
Die jungen Frauen,

die sich eben erst zu ehelicher Lebensgemeinschaft
ins Brautgemach zurückgezogen hatten,
vertauschten die Freude mit Weherufen;
ihr von Salben triefendes Haar ward mit Staub befleckt.
Unverschleiert wurden sie einhergeführt
und stimmten statt der Hochzeitslieder einmütig Klagelieder an,
wurden sie ja doch durch der Heiden Mißhandlungen gepeinigt.

7
Gefesselt und aller Augen preisgegeben,

wurden sie mit Gewalt an Bord gebracht.

8
Und ihre Gatten, den Hals mit Stricken statt mit Kränzen umwunden,

verbrachten in ihrer Jugendfrische die übrigen Tage der Hochzeitsfeier
mit Grabesliedern statt mit Lust und jugendlicher Fröhlichkeit,
sahen sie ja schon die Unterwelt vor ihren Füßen liegen.

9
Sie wurden wie wilde Tiere in Eisenfesseln an Bord gebracht;

die einen wurden mit dem Hals an die Schiffruderbänke geschmiedet,
die andern an den Füßen mit unzerreißbaren Fesseln festgebunden.

10
Dazu waren sie vom Licht durch dicke Planken oben abgesperrt,

so daß sie, ganz im Finstern sitzend,
auf der ganzen Fahrt das Los von Verrätern teilten.

11
So kamen sie zu dem Orte, der Schedia hieß;
[690]

hier nahm ihre Fahrt nach des Königs Befehl ein Ende.
Dann befahl er, sie in die Rennbahn vor der Stadt einzusperren.
Diese war ungeheuer groß und sehr geeignet,
sie allen als Schauspiel hinzustellen,
sowohl den die Stadt Betretenden
als den daraus aufs Land Hinausgehenden,
so daß sie weder mit seinen Truppen verkehren
noch irgendwie den Schutz der Wälle in Anspruch nehmen konnten.

12
Hernach aber hörte er,

daß ihre Volksgenossen öfters heimlich hinausgingen
und das schmähliche Los ihrer Brüder beklagten.

13
Da befahl er im Zorn,

sie sollten genau so, wie die andern, behandelt werden
und in keiner Weise in ihrer Bestrafung hinter jenen zurückstehen.

14
Vielmehr solle der ganze Stamm namentlich verzeichnet werden.

aber nicht zu dem vorhin kurz angedeuteten Frondienst,
sondern zur Folterung mit den angedrohten Peinen,
damit sie an Einem Tag endgültig zugrunde gingen.

15
So erfolgte ihre Aufzeichnung mit grausamem Eifer

und wetteifernder Emsigkeit vom Morgen bis zum Abend;
nach vierzig Tagen ward sie unvollendet abgebrochen.

16
Aber der König war in hohem Maß und andauernd freudig gestimmt,

und so veranstaltete er Trinkgelage bei allen Götzen
und pries mit einem wahrheitsfremden Herzen und unheiligen Lippen
die stummen Götzen, die weder mit ihnen reden noch ihnen helfen können;
dagegen redete er gegen den höchsten Gott Ungeziemendes.

17
Nach dem oben erwähnten Zeitraum melden die Schreiber dem König,

die Aufzeichnung der Juden könne wegen ihrer unermeßlichen Menge
nicht fortgesetzt werden.

18
Zudem seien noch die meisten auf dem Lande;

die einen seien noch in den Häusern beisammen,
die anderen auf der Reise,
so daß es für sämtliche ägyptische Befehlshaber unmöglich gewesen wäre...

19
Da fuhr er sie hart an,

als wären sie durch Geschenke zu dieser Ausflucht bestochen worden;
aber er wurde klar davon überzeugt,

20
als sie ihm nachwiesen,

daß bereits die Papierfabrik und die nötigen Schreibrohre am Ende seien.

21
Das war aber das Werk der unüberwindlichen Vorsehung,

die den Juden vom Himmel her half.


5. Kapitel: Ausführung des Mordbefehls auf den dritten Tag festgesetzt
1
Da berief er den Elefantenwärter Hermon,

war er doch mit bitterm Zorn und Grimm erfüllt und ganz unbeugsam.

2
Er befahl ihm,
[691]

auf den kommenden Tag alle Elefanten, fünfhundert an der Zahl,
mit vielen Händen Weihrauch und sehr viel unvermischtem Wein zu tränken
und sie dann, Wild geworden durch den reichlich gespendeten Trank,
dem Schicksal der Juden entgegenzutreiben.

3
Nach diesem Befehl wandte er sich zum Gelage,

wozu er die größten Judenfeinde
unter seinen Freunden und Kriegern eingeladen hatte.

4
Der Elefantenoberst führte nun den Auftrag pünktlich aus.
5
Die für die Juden bestellten Knechte gingen am Abend hinaus,

banden den Unseligen wieder die Hände
und trafen für sie alle Sicherheitsmaßregeln auf die Nacht,
weil sie glaubten,
daß das Volk auf einmal seinen Untergang finden sollte.

6
Die Juden schienen nun den Heiden

wegen der sie allseits umschließenden Fesseln und Banden
jedes Schutzes beraubt zu sein.

7
Aber sie riefen alle zum allmächtigen Herrn und Herrscher über alle Gewalt,

zu ihrem barmherzigen Gott und Vater,
ununterbrochen unter Tränen, indem sie ihn baten,

8
er möge den ruchlosen Plan gegen sie vereiteln

und sie durch eine herrliche Offenbarung
von dem unmittelbar drohenden Geschick erretten.

9
So stieg ihr Gebet anhaltend zum Himmel empor.
10
Hermon aber tränkte die unbarmherzigen Elefanten,

so daß sie mit reichlich gespendetem Wein angefüllt
und mit Weihrauch übersättigt wurden.
Frühmorgens ging er an den Hof, dem König Bericht darüber zu erstatten.

11
Nun gibt es seit Urzeiten her eine köstliche Wohltat,

die bei Tag und Nacht durch den gnädigen Spender
allen, denen er will, zuteil wird, der Schlaf,
und von diesem sandte er ein gut Teil dem König.

12
So ward er durch des Herrn Eingreifen

von einem gar süßen und tiefen Schlaf festgehalten,
so daß er in seinem ruchlosen Vorhaben schwer getäuscht
und in seinem unabänderlichen Entschluß betrogen wurde.

13
So entrannen die Juden der angesetzten Stunde;

sie priesen ihren heiligen Gott und baten wieder den leicht Versöhnlichen,
er möge den hochmütigen Heiden
die Stärke seiner allmächtigen Hand beweisen.

14
Nachdem die zehnte Stunde schon fast zur Hälfte abgelaufen war,

trat der mit den Einladungen Beauftragte herzu
und rüttelte den König auf,
weil er die große Zahl der Geladenen sah.

15
Er weckte ihn mit Mühe und meldete ihm,

die Zeit für das Mahl sei schon verflossen;
dann erstattete er ihm darüber Bericht.

16
Der König nahm ihn an;

dann wandte er sich zum Trinkgelage

[692]

und forderte die zum Mahl Erschienenen auf,
sich ihm gegenüber zu lagern.

17
Alsdann ermahnte er sie, sich der Luft zu überlassen

und das sie hoch ehrende Mahl mit Freuden zu genießen.

18
Als die Unterhaltung weiter fortschritt,

ließ der König den Hermon holen
und forschte ihn unter heftigen Drohungen aus,
weshalb die Juden an diesem Tag noch lebten.

19
Dieser erklärte ihm,

daß der Befehl bei Nacht vollständig ausgeführt worden sei,
und die Freunde bezeugten es.

20
Da sprach der König, an Grausamkeit noch größer als Phalaris,

das hätten die Juden seinem heutigen Schlaf zu verdanken;
„aber setze bis Tagesanbruch die Elefanten
in gleicher Weise zur Vernichtung der verruchten Juden in Bereitschaft!“

21
Den Worten des Königs zollten alle Anwesenden willig und freudig Beifall;

dann gingen sie, jeder in sein Haus.

22
Aber die Nachtzeit benützten sie nicht sowohl zum Schlafen

als zum Ersinnen von allerhand Verhöhnungen
für die vermeintlich Unglückseligen.

23
Kaum hatte der Hahn am frühen Morgen gekräht,

da schirrte Hermon die Tiere an
und reizte sie im großen Säulengang.

24
Die Volksmenge der Stadt aber strömte zu dem traurigen Schauspiel,

indem sie voll Ungeduld auf den Morgen wartete.

25
Die Juden aber erhoben in höchster Todesnot

unter vielen Tränen und mit Klagetönen ihre Hände zum Himmel
und richteten die flehentliche Bitte an den höchsten Gott,
er möge wieder ihnen schleunigst helfen.

26
Noch hatte die Sonne ihre Strahlen nicht ausgestreut,

als der König schon seine Freunde empfing.
Da trat Hermon heran und mahnte zum Aufbruch,
indem er meldete,
daß des Königs Wunsch jetzt erfüllt werden könne.

27
Als der König das vernahm,

ward er über den ungewöhnlichen Aufbruch betroffen;
es hatte ihn nämlich völliges Vergessen befallen,
und so fragte er,
was denn das sei, das für ihn so eifrig betrieben werde.

28
Dies aber war das Werk des allherrschenden Gottes;

dieser hatte ihn nämlich seine frühern Pläne vergessen lassen.

29
Hermon und seine Freunde meldeten nun die Bereitschaft der Tiere und der Truppen

„nach deinen ausdrücklichen Befehlen, König!“

30
Da ward er über diese Worte von heftigem Zorn erfüllt,

ward ihm ja doch durch Gottes Vorsehung der Verstand völlig benommen;
er blickte ihn scharf an und sagte drohend:

31
Wären deine Eltern oder deine Kinder hier,

so würde man sie den Tieren zum reichen Schmause vorwerfen

[693]

an Stelle der unschuldigen Juden,
die mir und meinen Vorfahren
in hervorragender Weise vollkommenste Treue hielten.

32
Fürwahr, geschähe es nicht aus Zuneigung infolge gemeinsamer Erziehung und deines Amtes,

dann müßtest du statt ihrer sterben.

33
Also erfuhr Hermon eine unerwartete, gefährliche Bedrohung;

er zeigte sich auch in Blick und Haltung ganz bestürzt.

34
Und von des Königs Freunden schlich einer nach dem andern mürrisch weg,

und sie schickten die versammelte Menge fort, jeden zu seinem Geschäft.

35
Als die Juden des Königs Wort vernahmen,

priesen sie Gott, den König der Könige, der seinen Ruhm kundgetan
und ihnen diese Hilfe hatte zuteil werden lassen.

36
Der König aber ließ das Gastmahl in gewohnter Weise stattfinden

und mahnte zu fröhlichem Treiben.

37
Dann ließ er den Hermon rufen und fuhr ihn drohend an:

Wie oft muß man dir, Unseliger, noch Befehle geben?

38
Rüste sofort die Elefanten für morgen zur Vernichtung der Juden!
39
Da wanderten sich seine Verwandten bei Tisch über seinen wankelmütigen Sinn

und erklärten Folgendes:

40
Wie lange, König, stellst du uns auf die Probe,

als ob wir Narren wären?
Schon zum dritten Mal befiehlst du, sie zu vernichten.
Sollte es aber zur Ausführung kommen,
dann änderst du deinen Sinn und machst deinen Befehl rückgängig.

41
Deshalb ist die Stadt vor lauter Erwartung in Unruhe;

zahlreiche Aufläufe finden statt,
und so läuft sie oft Gefahr, geplündert zu werden.

42
Da ward der König, in allem ein Phalaris, von Unvernunft erfüllt;

er beachtete nicht mehr die Sinnesänderung,
die sich in ihm zugunsten der Juden vollzogen hatte,
sondern schwur einen kräftigen, aber fruchtlosen Eid,
er wolle sie ungesäumt durch der wilden Tiere Knien und Füße zerstampfen lassen
und so ins Grab senden.

43
Auch wolle er gegen Judäa zu Feld ziehen

und es aufs schnellste durch Feuer und Schwert dem Erdboden gleichmachen;
auch wollte er ihren Tempel, den wir nicht betreten durften, schleunigst niederbrennen
und ihn für allezeit von Opferern entleeren.

44
Da brachen die Freunde und Verwandten hocherfreut und voll Zuversicht auf

und stellten die Truppen an den passendsten Plätzen der Stadt als Wachen auf.

45
Der Elefantenoberst aber gab den Tieren wohlriechendsten,

mit Weihrauch vermischten Wein zu trinken
und versetzte sie so in eine Art Raserei;
dann versah er sie noch mit fürchterlichen Werkzeugen.

46
Um die Morgenröte füllte sich die Stadt

mit unzählbaren Volksmassen gegen die Rennbahn hin.
Da ging er in den Palast und drängte den König zu der beabsichtigten Tat.

47
Da stürmte dieser, voll wilden Zorns im gottlosen Herzen,

voller Wucht zu den Tieren hinaus,

[694]

entschlossen, mit hartem Herzen und offenen Augen
das elende und jämmerliche Ende der zuvor bezeichneten Juden anzusehen.

48
Da sahen Juden die Staubwolke,

die sich von den das Tor durchziehenden Elefanten,
ihrer militärischen Begleitung und dem mitlaufenden Volk erhob.
und vernahmen den dröhnenden Lärm.

49
Nun glaubten sie,

ihr letzter Augenblick sei gekommen
und das Ende der schrecklichsten Befürchtung;
so überließen sie sich dem Jammern und Wehklagen,
küßten einander, umarmten die Verwandten,
fielen sich gegenseitig um den Hals,
die Eltern den Kindern, die Mütter den Jungfrauen;
andere hatten noch an der Brust Neugeborene,
die eben die letzte Milch sogen.

50
Sie nahmen aber die Kinder von der Brust

und warfen sich einmütig auf den Boden,
hatten sie doch die früher vom Himmel her erfolgten Rettungstaten erlebt.

51
Sie schrieen mit gar lauter Stimme

und flehten den Herrn über alle Macht an,
er möge sich doch durch eine Erscheinung ihrer erbarmen,
die schon an der Unterwelt Pforten stünden.


6. Kapitel: Der Juden wunderbare Rettung. Freudenfest
1
Da war aber ein gewisser Eleazar, ein angesehener Mann,

der zu den Priestern im Lande gehörte;
er hatte schon das Greisenalter erreicht
und war mit jeder Tugend im Leben geschmückt;
dieser hieß die Ältesten bei ihm von der Anrufung des heiligen Gottes abstehen
und betete selber also:

2
Großmächtiger König, höchster und allmächtiger Gott,

der du die ganze Schöpfung liebend leitest!

3
Schau auf den Stamm des Abraham

und auf des heiligen Jakob Kinder,
das Volk, das dein geheiligt Erbteil ist,
und das nun fremd in fremdem Lande
so ungerecht zugrunde geht, o Vater!

4
Als Pharao, der einstige Beherrscher des Ägypterlands,

sich trotzig gottlos und voll Prahlereien überhob,
da hast du ihn samt seinen vielen Wagen
und samt dem übermütigen Heer ins Meer versenkt und umgebracht;
dagegen ließest du dem Volke Israel das Licht der Gnade scheinen.

5
Als Sanherib, der stolze König der Assyrier,

auf seine ungezählten Scharen pochte
und sich bereits das ganze Land mit seinem Schwerte unterworfen hatte
und dann sich gegen deine heilige Stadt erhob
und lästerlich in prahlerischem Trotze redete,

[695]

da hast du ihn zerschmettert, Herr,
und dadurch vielen Völkern deine Macht geoffenbart.

6
In Babel gaben freiwillig die drei Gefährten

dem Feuertod sich preis,
damit sie nicht den nichtigen Götzen dienen mußten;
du rettetest sie unversehrt bis auf das Haar,
da du mit Tau den feuerglühenden Ofen netztest
und gegen alle Feinde seine Flamme triebest.

7
Es wurde Daniel durch neidische Verleumdungen

den Löwen unterm Boden als ein Fraß für Tiere vorgeworfen;
du brachtest ihn ganz unverletzt ans Licht.

8
Es schwand im Bauch des meergeborenen Ungeheuers

ein Jonas rettungslos dahin;
da zeigtest du ihn, Vater, all den seinen wieder unversehrt.

9
Und nun, du Frevelhassender, Erbarmungsreicher und des Alls Beschützer.

Erscheine eilends denen, die von Israels Geschlechte sind,
doch jetzt von den abscheulichen, verruchten Heiden
gar schwer mißhandelt werden!

10
Ward aber unser Leben durch den fremden Aufenthalt in Sünde gar verstrickt,

so rett uns dennoch aus der Feinde Hand!
Dann aber, Herr, vernichte uns durch einen Tod, wie dir beliebt,

11
damit nicht die auf Eitles Sinnenden

den eitlen Götzen danken wegen des Verderbens deiner Lieblinge
und sprechen:
„Es hat sie nicht einmal ihr Gott gerettet!“

12
Du aber, der Besitzer aller Macht und Stärke,

du, Ewiger, sieh jetzt darein!
Erbarm dich unser,
die wir gar nach Verräterart
durch unvernünftigen Übermut der Frevler sterben sollen!

13
Erschreck die Heiden heut durch deine unbesiegbare Kraft, du Herrscher,

der du die Macht hast, Jakobs Stamm zu retten!

14
Es fleht der Kinder und der Eltern ganze Menge dich mit Tränen an.
15
Zeig allen Heiden, daß du mit uns bist, o Herr,

und daß du nicht dein Antlitz von uns abgewandt!
So, wie du sprachst:
„Ich übersehe sie auch nicht im Lande ihrer Feinde“,
so lasse es geschehen, Herr!

16
Eben war Eleazar mit seinem Gebet zu Ende,

da zog der König mit den Tieren und dem ganzen Troß des Heeres
zu der Rennbahn her.

17
Die Juden sahen es und schrien laut zum Himmel auf,

daß auch die umliegenden Täler widerhallten
und sie selbst beim ganzen Heer ein unerklärliches Zittern hervorriefen.

18
Da ließ der hochherrliche, allmächtige und wahrhafte Gott

sein heiliges Antlitz scheinen
und öffnete die Himmelspforten.
Da stiegen daraus zwei lichtglänzende Engel

[696]

von furchtbarem Aussehen herab,
allen sichtbar, nur nicht den Juden.

19
Diese stellten sich dem Feindesheer entgegen,

erfüllten es mit Furcht und Schrecken
und banden es mit unbeweglichen Fesseln.

20
Auch des Königs Leib ward von Schauder befallen;

da ward sein grimmiger Trotz vergessen.

21
Die Tiere aber wandten sich gegen ihre militärische Begleitung,

zertraten und vernichteten sie.

22
Da wandelte sich des Königs Zorn in Mitleid und Weinen

wegen seines früheren Planes.

23
Als er das Geschrei hörte und alle dem Tode nahe sah,

stieß er, vor Zorn weinend,
gegen die Freunde heftige Drohungen aus und sprach:

24
Ihr maßt euch königliche Gewalt an

und übertrafet Tyrannen an Grausamkeit
und schon plant ihr,
mich selbst, euren Wohltäter, der Herrschaft und des Lebens zu berauben,
indem ihr heimlich Dinge beschließet, die dem Reich nicht frommen.

25
Wer hat die treuen Wächter unserer Landesfestungen aus ihrem Heim verschleppt

und jeden grundlos hieher gebracht?

26
Wer gab den ungerechten Mißhandlungen die preis,

die sich von jeher durch gute Gesinnung gegen uns
vor allen Völkern in jeder Hinsicht auszeichneten
und gar oft die schlimmsten Gefahren, die je Menschen treffen, erduldeten?

27
Löset, zerreißet die ungerechten Fesseln!

Lasset sie im Frieden heimgehen
und bittet ihnen zuvor das Vorgefallene ab!

28
Befreiet die Kinder des allmächtigen, himmlischen, lebendigen Gottes,

der seit unsern Vorfahren bis heute unserm Staate
ununterbrochen glanzvolles Gedeihen gab!

29
Also sprach er;

sie aber wurden sofort von den Fesseln befreit
und priesen, eben erst dem Tod entronnen, den heiligen Gott, ihren Retter.

30
Dann berief der König nach der Rückkehr in die Stadt den Finanzminister

und befahl ihm,
für sieben Tage den Juden Weine und Eßwaren zum Festmahl zu liefern;
denn er verordnete,
daß sie gerade an dem Ort ihres vermeintlichen Untergangs
in aller Fröhlichkeit ein Rettungsfest feiern sollten.

31
Sie, die zuvor geschmäht und dem Grabe nahe waren

oder vielmehr schon einen Fuß darin hatten,
veranstalteten nun eine Rettungsfeier,
anstatt einem bittern und jämmerlichen Tod zu verfallen,
und verteilten voller Freuden den zu ihrem Fall und Grab bereitgestellten Raum
zu Lagerstätten bei dem Mahl.

32
Sie ließen von des Klageliedes trauriger Weise

und stimmten ein vaterländisches Lied an,

[697]

zum Preise des rettenden und wunderwirkenden Gottes.
Sie gaben alles Seufzen und Jammern auf
und veranstalteten Reigentänze
als Ausdruck der Freude über ihre gelungene Rettung.

33
Ebenso versammelte der König aus diesem Anlaß

eine ansehnliche Tischgesellschaft
und dankte unablässig, zum Himmel gewandt,
in hochfeierlicher Weise für seine wunderbare Rettung.

34
Manche hatten zuvor geglaubt,

die Juden seien dem Verderben verfallen und würden den Vögeln zum Fraße dienen,
und hatten sie deshalb voll Freude aufgeschrieben.
Nun seufzten diese,
weil sie sich aufs tiefste über sich selbst schämten;
denn ihre feuerschnaubende Kühnheit war schimpflich ausgelöscht worden.

35
Die Juden aber veranstalteten,

wie wir oben sagten, den vorerwähnten Reigentanz
und verbrachten die Zeit beim Mahl mit fröhlichen Dankliedern und Psalmen.

36
Auch faßten sie hierüber einen gemeinsamen Beschluß,

der für die ganze Zeit ihres Aufenthaltes in der Fremde
von Geschlecht zu Geschlecht gelten sollte;
sie setzten nämlich fest,
daß die vorgenannten Tage als fröhliches Fest zu feiern seien,
nicht des Trinkens und Schwelgens wegen,
sondern zur Erinnerung an ihre um Gottes willen erfolgte Rettung.

37
Dann baten sie den König, sie heimzulassen.
38
Man hatte sie vierzig Tage lang aufgeschrieben,

vom 25. Pachon bis zum 41. Epiphi;
drei Tage aber waren für ihre Vernichtung anberaumt,
die Zeit vom 5. bis 7. Epiphi.

39
Darin offenbarte nun der Beherrscher aller Dinge

in herrlicher Weise seine Barmherzigkeit
und rettete sie insgesamt unversehrt.

40
Sie schmausten nun, vom König mit allem versehen,

bis zum 14. Epiphi;
an diesem Tag wurden sie auch wegen ihrer Entlassung vorstellig.

41
Der König belobte sie

und schrieb an die einzelnen städtischen Befehlshaber
den nachfolgenden Brief;
dieser gab in hochherziger Weise von seinen guten Absichten Kunde.


7. Kapitel: Königlicher Schutzbrief. Zweites Fest
1
Der König Ptolemäus Philopator entbietet den Befehlshabern in Ägypten

und allen Staatsbeamten seinen Gruß und wünscht ihnen Wohlergehen.

2
Auch uns selbst und unsern Kindern geht es gut;

denn der große Gott gab nach unserm Wunsche Gedeihen unserm Staat.

3
Einige unserer Freunde lagen uns in boshafter Gesinnung

beständig in den Ohren.

[698]

und überredeten uns, die im Reiche lebenden Juden zu versammeln
und sie wie Empörer mit außerordentlichen Strafen zu züchtigen.

4
Sie behaupteten nämlich,

unser Staat würde wegen ihrer Feindseligkeit gegenüber allen Völkern
nie wohlbestellt sein,
bis dies ausgeführt würde.

5
So brachten sie die Juden unter Mißhandlungen gefesselt herbei,

wie Sklaven oder vielmehr wie Hochverräter,
und versuchten,
sie ohne jede Untersuchung und Prüfung zum Tode zu befördern,
mit einer Grausamkeit, die an Wildheit die der Skythen übertraf.

6
Wir bedrohten sie deshalb hart,

schenkten ihnen aber eben noch das Leben,
dank der Milde, die wir gegen alle Menschen hegen.
Wir erkannten aber,
daß der himmlische Gott die Juden sicher beschirmt
und allzeit für sie, wie ein Vater für seine Söhne, kämpft.

7
Wir erwogen auch

die unwandelbare freundliche Gesinnung
gegen uns und unsere Vorfahren,
und so sprachen wir sie billig von jeglicher Beschuldigung frei.

8
Wir ordneten auch an, daß alle heimkehren sollten,

ohne daß jemand sie an irgendeinem Ort schädigte
oder wegen des widerrechtlich Erlittenen beschimpfen dürfte.

9
Denn wisset!

Unternehmen wir gegen die Juden etwas Böses
oder betrüben wir sie irgendwie,
dann haben wir nicht einen Menschen,
sondern den Herrn über alle Macht, den höchsten Gott, beständig zum Gegner;
er wird am Staate Rache nehmen,
ohne daß wir ihm entrinnen können.
Gehabt euch wohl!

10
Als sie den Brief erhalten hatten,

beeilten sie sich nicht mit der Abreise,
sondern baten den König,
es möchten die geborenen Juden,
die vom heiligen Gott und vom göttlichen Gesetz abgefallen wären,
durch sie die verdiente Strafe erleiden.

11
Sie behaupteten nämlich,

daß die Juden, die um des Bauches willen die göttlichen Gebote überträten,
auch niemals der Sache des Königs zugetan wären.

12
Er gab zu, daß sie recht hätten,

belobte sie und gab ihnen volle Freiheit,
die vom göttlichen Gesetz abtrünnig Gewordenen
an jedem Orte seines Reiches,
straflos, ohne besondere königliche Vollmacht
oder Kenntnisnahme umzubringen.

13
Da spendeten sie ihm gebührenden Beifall;
[699]

dann gingen ihre Priester und die ganze Menge
unter Anstimmung des Alleluja voll Freude von dannen.

14
Und sie bestraften jeden befleckten Volksgenossen,

der ihnen unterwegs in die Hände fiel,
und töteten ihn mit Schimpf und Schande.

15
An jenem Tag erschlugen sie mehr als 300 Männer

und begingen ihn voll Freude als Festtag,
weil sie die Gottlosen getötet hatten.

16
Sie selber aber, die an Gott bis zum Tod festgehalten

und den vollen Genuß der Rettung erlangt hatten,
brachen aus der Stadt auf, voll Fröhlichkeit und Jubel,
mit allerlei wohlriechendsten Blumen bekränzt;
sie dankten dabei dem Gott ihrer Väter, dem ewigen Retter Israels,
mit Lobliedern und melodiereichen Gesängen.

17
So gelangten sie nach Ptolemais,

das wegen der Eigentümlichkeit des Ortes das „Rosentragende“ hieß;
hier wartete auf sie die Flotte
nach ihrem gemeinsamen Wunsch sieben Tage.

18
Hier veranstalteten sie ein Gelage zur Feier der Rettung,

da ihnen der König bereitwillig alles geliefert hatte,
was jeder bis zur Ankunft im eignen Hause brauchte.

19
Dann landeten sie wohlbehalten unter geziemenden Danksagungen;

auch hier bestimmten sie,
daß auch diese Tage für die Zeit ihres Aufenthaltes in der Fremde
als Festtage zu feiern seien.

20
Sie erklärten sie auch an einer Säule für heilig

und errichteten am Ort des Mahles ein Bethaus;
dann kehrten sie unversehrt, frei und hocherfreut
nach des Königs Gebot
durch Land, Meer und Fluß unbehelligt reisend
jeder nach Haus zurück.

21
Und zwar besaßen sie weit größere Macht in den Augen der Feinde

als zuvor,
waren geehrt und gefürchtet
und wurden von niemand in ihrem Besitz beunruhigt.

22
Sie erhielten insgesamt all ihre Habe von der Aufzeichnung zurück;

wer etwas davon besaß,
gab es ihnen mit größter Furcht zurück;
denn der höchste Gott vollbrachte bis zuletzt zu ihrem Heile große Taten.

23
Gepriesen sei Israels Retter in Ewigkeit! Amen.

Erläuterungen

[1312]
39. Zum 3. Makkabäerbuch

Das Buch trägt einen unzutreffenden Titel; es ist darin nirgends von den Makkabäern die Rede. Es berichtet vielmehr über den Sieg des Ptolemäus IV. über Antiochus d. Gr., den Besuch des Ptolemäus in Jerusalem, seine Bestrafung wegen des Tempelbesuches, seine Rückkehr nach Ägypten, sein dortiges Wüten gegen die Juden und seine schließliche völlige Umstimmung zu ihren Gunsten. Das Buch will zum Trost und zur Ermutigung der Juden durch den Nachweis eines besondern übernatürlichen Schutzes beitragen. Dämonen und Engel erscheinen darin nicht (mit einer Ausnahme 6, 18); ebenso ist keine Rede vom Messias, dem messianischen Zeitalter und dem künftigen Leben. Die Polemik gegen den Abfall zum Hellenismus verweist das Buch in das erste vorchristliche Jahrhundert (E. Kautzsch, Apokr. d. A. T. I 119, C. E. Emmet, The third Book of Maccabees 1918).

  • 1: 1 Ptolemäus IV Philopator 222–204 v. Chr. Die Zurückgekehrten sind die vertriebenen ägyptischen Beamten. Antiochus III. d. Gr. 224–187 hatte 218 v. Chr. Palästina besetzt. Arsinoe, auch Kleopatra genannt, wurde später die Gemahlin des Ptolemäus. Raphia lag südwestlich von Gaza nahe an der Küste. 2 Theodot, früher ägyptischer Feldherr in Cilicien, war 219 zu Antiochus abgefallen. Sein Attentat wird auch von Polybius V 81 erzählt. 3 Jos. C. Ap. II 25 kennt einen jüdischen Feldherrn Dositheus, der den Ptolemäern gute Dienste leistete. Nach Polybius verwundete Theodot zwei im Zelt Schlafende und tötete den Arzt des Königs, Andreas. 5 Der Sieg fand 217 v. Chr. statt. 11 am großen Versöhnungstag. 12 s. Lev 16, 2 ff.
  • 2: 1 Simon II, Sohn des Onias II, Hoherpriester von 219–199 v. Chr. 2 Die Gebete des hellenistischen Judentums zeigen eine Häufung von Attributen Gottes. 4 Gen 6, 2 ff. 5 Gen 19, 24. 8 Ex 15, 1 ff. 10 1 Kg 8, 33. 21 Heliodor s. 2 Mak 3, 22 ff und Antiochus Ep. s. 2 Mak 9, 4. 25 „obengenannte“ Anzeichen einer wenig sorgfältigen Quellenbenutzung. 28 Heiligtümer = Synagogen. Das gemeine Volk = die Eingeborenen; bisher waren die Juden den Mazedoniern gleichgestellt. 29 Dionysos war der Familiengott der Ptolemäer; der König trug selbst dieses Zeichen. 30 „Die Mysterien“ des Dionysos. 31 Die Tempelsteuer. 32 Zur Bestechung.
  • 3: 7 jüdische und heidnische Gottesverehrung. 8 Die Griechen, das bessere Element in der Stadt, im Gegensatz zu den einheimischen Ägyptern. 21 s. Aristeas 36. Dionysosmysterien. 28 Eleutheria, das Heiligtum des Dionysos; falls nicht „in Freiheit“ zu übersetzen ist.
  • 4: 8 Die Hochzeit dauerte sonst sieben Tage (Gen 29, 27 Ri 14, 12). 11 Schedia war drei Meilen von Alexandrien entfernt. Die Rennbahn lag vor dem Osttor der Stadt. 17 Nach Philo war eine Million Juden in Alexandrien.
  • 5: 2 Der König hatte in der Schlacht von Raphia nur 73 Elephanten. 14 Die zehnte Stunde ist die vierte Nachmittagsstunde. 20 Phalaris, Tyrann von Agrigent um 560 v. Chr., besaß eine sprichwörtliche Grausamkeit. 39 Bezeichnung der höchsten Rangstufe am Ptolemäerhof. 45 Die Werkzeuge waren angebundene Sicheln und Messer.
  • 6: 1 Eleazar [1313] typischer Name (2 Mak 6, 18; 4 Mak 6, 5; 7, 1 Aristeas 41). 6 Dan 3, 50 LXX. 7 Dan 6, 16 ff. 10 Durch Aufenthalt in der Fremde war die peinlich strenge Gesetzesbeobachtung unmöglich gemacht. 15 s. Lev 26, 44 LXX. 18 s. 2 Mak 3, 24 ff 20, 29 Weish 17, 3. 15; 18, 17. Das „Erscheinen des göttlichen Antlitzes“ besteht hier in der Entsendung zweier Engel. 33 seine Rettung war Gottes Zorngericht, das ihn nach Vernichtung der Juden getroffen hatte. 34 s. Esther 9, 1 ff. 36 Jos C. Ap. II 6 kennt auch dieses Fest. 38 Pachem 26. April bis 25. Mai, Epiphi 25. Juni bis 24. Juli. Der ägyptische Kalender wurde mit dem mazedonischen gegen Ende des 2. vorchristlichen Jahrhunderts vereinigt. Die Daten sind 20. Mai bis 28. Juni. 29. Juni bis 1. Juli. 40 8. Juli.
  • 7: 2 Erst 208 v. Chr. wurde ihm Ptolemäus geboren. 5 s. 2 Mak 4, 47; 4 Mak 10, 7. 17 Ptolemais 12 Meilen südwestlich von Kairo. 20 eine Synagoge. Meer = der Moerissee.

Anmerkungen (Wikisource)

Siehe auch folgende Artikel aus Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft zu dem hier dargebotenen Text: