Eine Fahrt mit dem alten Jahn

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Titel: Eine Fahrt mit dem alten Jahn
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aus: Die Gartenlaube, Heft 32, 33, S. 436–439, 449–452
Herausgeber: Ferdinand Stolle
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Erscheinungsdatum: 1856
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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[436]
Eine Fahrt mit dem alten Jahn.
Von Wilhelm Künstler.
Ein Briefchen. – Weißenfels. – Der alte Jahn und seine Gesellen. – Die Denk-Ohrfeige. – Goseck. – Der Janushügel. – Schönburg. – Louisenruh. – Ein Abend in Jahn’s Wohnung. – Napoleon in Freiburg. – Herr v. Bodelschwingh.

Der Pfiff der Lokomotive, dieses Wehgeschrei der Industrie – wie ihn der bekannte Consistorialrath Dr. Tholuck in Halle einmal schmerzlich genannt – erweckte mein Gegenüber im Coupé, einen behäbigen Berliner, aus seinem Halbschlummer.

„Mein Gott,“ sagte der Sandländer, indem er sich die Augen rieb, „wo sind wir denn hingezaubert? Hier ist ja ein förmliches Paradies, schöner als im Thiergarten. Guter Gott, wir halten ja inmitten von Weinbergen!“

„Station Weißenfels!“ verkündete die Stentorstimme des Schaffners.

„Ah,“ äußerte mein Berliner schmunzelnd, „das ist also das liebe Städtchen, wo die Herren Trinius und Bürger ihren himmlischen Champagner fabriciren!“ Und an den Schaffner sich wendend, fuhr er fort: „Liebster, gutster, bester Herr Oberconducteur, haben wir noch viel Zeit übrig, hier einer Flasche Moussé den Hals zu brechen ?“

„Der Zug geht unbedingt und effektiv in zwei Minuten ab,“ antwortete der Gefragte mit der Bestimmtheit eines Dictators und zugleich mit jener graziös-martialischen Tournure, die uns in den meisten dergleichen preußischen Eisenbahnbeamten den ehemaligen Unteroffizier leicht wieder erkennen läßt.

Während dieses Zwiegesprächs hatte ich einen Knaben beobachtet, der – in Turntracht und einen Zettel in der Rechten – den Perron auf- und abging und irgend einen Passagier zu suchen schien. Als ich mich plötzlich erinnerte, den jungen Turner öfters in Freiburg a. d. Unstrut gesehen zu haben, wurde auch er meiner gewahr.

„Hier bringe ich Ihnen etwas!“ rief er vergnügt aus, und nachdem er mir das Papier in die Hand gedrückt, war er auch schon wieder verschwunden.

Der Zettel aber war mit folgenden Worten beschrieben:

„Ich habe mehren Berlinern, so mich gestern auf ihrer Turnfahrt aufgesucht, heute mit dem Frühesten das Geleit gegeben und zwar gegen meine Gewohnheit weit über die Grenzen des Weichbildes hinaus. Die Leute waren verschieden an Jahren, wie an Bildung; ja der Eine seines Zeichens sogar ein – Schneider. Aber frisch waren sie Alle und unter ihnen Keiner, der ein bloßer Maulturner. Da ich nun die Rückfahrt nach meinem Heimwesen heute im Zickzack auszuführen gedenke, so wär’ es mir lieb, wenn wir selbander wanderten. Wie ich hoffe, verschmähst auch Du vor einem Garten Gottes, wie solcher sich hier aufthut, den leidigen Schienenweg, wenn es anders nicht die Noth erheischt. Verlaß drum in Weißenfels den Dämpfer und erwarte mich dort eine Stunde nach Deiner Ankunft bei Freund G. – Mit Herz und Hand
Dein F. L. J.“

„Ah,“ rief ich bei Lesung der ersten Zeilen aus, „das kommt vom Alten!“ Denn obgleich das Papier nur mit den drei Buchstaben F. L. J. unterzeichnet war, so kannte ich doch Handschrift und Styl Friedrich Ludwig Jahn’s zu genau, als daß ich nicht sogleich an ihn hätte denken sollen. Ich schickte mich sofort zum Aussteigen an, indem ich meinen bisherigen Reisegefährten schnell mit dem Inhalt des empfangenen Billets bekannt machte.

„Herr!“ rief hierbei mein Berliner plötzlich aus und zwar so erregt, wie es bei ihm wohl selten der Fall sein mochte. – „Herr, ist das Vater Jahn, der heute hier eintreffen wird?!“

„Viele nennen ihn allerdings Vater Jahn.“

„Der Professor?“

„Der Doctor Friedrich Ludwig Jahn.“

„Der einst bei uns in der Hasenhaide –?“

„Das Turnen mehre Jahre hindurch geleitet hat.“

„Der Professor Jahn? Der Lützower, der dann in Colberg –?“

„Ja, ja, derselbe! Ich merke schon, mein Herr, der Mann ist Ihnen nicht unbekannt.“

„Liebster, Gutster, Bester! ich steige mit aus; ich muß Vater Jahn von Angesicht zu Angesicht kennen lernen. Wissen Sie, einer meiner Onkels hat unter ihm im Gefecht beim Waldschloß Göhrde gekämpft, einer meiner Schwäger ist während des Waffenstillstandes [437] Singmeister seines Bataillons gewesen und was noch mehr sagen will, meinem eignen seligen Vater rühmt man nach, daß er es gewesen, der vor dem brandenburger Thore jene berühmte jahn’sche Ohrfeige erhalten hat.“

„Jetzt ist keine Zeit zum Aussteigen mehr!“ herrschte uns der vorhin erwähnte Schaffner zu, als wir eben unser Coupé verließen.

„Wir fahren nicht weiter, liebster, gutster, bester Herr Oberconducteur,“ entgegnete fein lächelnd mein Reisegefährte, worauf der Herr Oberconducteur, indem er in den reichen blonden Bart brummte: „Larifari, der hiesige Champagner schmeckt auch nicht anders, als der in Berlin“ – die Thür des Waggons heftig zuschlug.

Mein Berliner gedachte jedoch nicht mehr des künstlichen Sectes; er wollte jetzt Jahn genießen. Da wir bis zum Eintreffen desselben jedoch noch eine Stunde Zeit hatten, so durchwanderten wir die Straßen der Stadt.

Es ist wahr, Weißenfels ist ein gar schmuckes Städtchen. Seine Physiognomie thut besonders wohl, wenn man auf der

Die Gartenlaube (1856) b 437.jpg

Schönburg an der Saale.

Tour von Magdeburg nach Thüringen eben Halle und Merseburg passirt hat. Von der auf einem ansehnlichen Berge dicht bei der Stadt gelegenen Augustusburg, der im Jahre 1660 gegründeten herzoglichen Residenz der Nebenlinie Sachsen-Weissenfels-Querfurt, jetzt Friedrich-Wilhelms-Kaserne, vom Volke aber immer noch das „Schloß“ genannt, genießt man eine liebliche Aussicht auf das Saalthal, das hier bereits von Bergen mit Rebengewand eingefaßt ist. Auf dieser Höhe liegt auch das Schützenhaus, woselbst ein Müllner († 1829) oft und gern verkehrte. Daß derselbe ein eben so guter Büchsenschütz als Schlittschuhläufer gewesen, davon erzählten uns weißenfelser Bürger, der eine immer ausführlicher als der andere; von seiner „Schuld“ aber wußten sie nichts mehr, eben so wenig von den Romanen der Fanny Tarnow und den Poesien der unglücklichen Louise Brachmann († 1822), welche beiden Schriftstellerinnen bekanntlich eine Reihe von Jahren hindurch in diesem Städtchen gelebt. Aber von Novalis (Friedrich von Hardenberg) erzählten sie uns, daß er auf ihrem Gottesacker begraben sei.

„Geht da unten nicht der alte Jahn?“ frug plötzlich der blutjunge Infanterie-Lieutenant, der mit liebenswürdiger chevaleresker Zuvorkommenheit uns das Innere der Kaserne gezeigt hatte und uns jetzt den Schloßberg hinabbegleitete.

Und es war Jahn. Der schwarze altdeutsche Rock, geschmückt mit dem schwarz-weißen Bande des eisernen Kreuzes, der lange umgeklappte Halskragen, der bis zur Brust herabwallende Silberbart, Alles dies ließ ihn auf den ersten Blick erkennen.

Als wir unten mit ihm zusammentrafen, richtete er sein großes Falkenauge ein paar Secunden lang dermaßen auf den Berliner, daß dieser aus Verlegenheit nicht wußte, wo er mit den Händen und den Augen hin sollte.

„Aus Berlin also?“

„Ja, mein liebster, gutster, bester Herr Professor.“

Professor ist mein Spitzname; aber Doctor kann ich und jeder Andere mich mit gutem Gewissen nennen. Sie heißen?“

„Friedrich Wilhelm T–born, zu dienen, Herr Professor, wollte sagen: Herr Doctor.“

„Stammen Sie nicht aus der großen frankfurter Straße?“

„Aufzuwarten.“

„Nun dann habe ich Ihren Ohm, den langen Fritz, und Ihren Schwager, den braunen Lautenschläger, recht wohl gekannt. Beide waren schlichte, doch wackere Gesellen. Ihr Schwager ist todt, aber Ihr Ohm muß, wenn ich mich recht erinnere, noch leben und zwar im Waadtland als Sprachmeister.“

„Entschuldigen Sie, mein Onkel Fritz ist –“

„Ja, ja, ich weiß, was Sie sagen wollen; der lange Fritz wurde – ich entsinne mich jetzt – aus jener Schweizerei hinausgemaßregelt, irrwischte dann längere Zeit im Elsaß umher, bis er endlich mit einem stein- und launenreichen Lord, dem er bei Straßburg das Leben rettete, nach London zog, woselbst er wahrscheinlich noch heute sich abmüht, in die riesige Bücherei Sr. dick- und querköpfischen Herrlichkeit Plan und Ordnung zu bringen.“

„Herr Doctor, deuten Sie gütigst mein Erstaunen nicht übel; aber Alles, was Sie sagen, ist buchstäblich wahr! Bei einem solch’ ungeheuren Gedächtniß werden Sie sich gewiß denn auch noch meines seligen Vaters zu erinnern wissen, der –“

„Der, nachdem er den Candidatenfrack sammt der Gottesgelahrtheit an den Nagel gehängt, eine Tabakshandlung errichtete?“ „Richtig, sehr richtig; aber mein seliger Vater ist auch derselbe, [438] der von dem Herrn Doctor Jahn einst als dessen Schüler einen Backenstreich erhalten, ich meine jene Maulschelle, die so lange im Munde des preußischen Volkes leben wird, als von unserer Victoria über dem brandenburger Thore die Rede ist.“[1]

„Da sind Sie im Irrthum. Ich erinnere mich Ihres Vaters noch wohl, wie er den Turnplatz besuchte. Er war ein leidlicher Kletterer, wetteiferte im Springen mit den Tüchtigsten und übertraf im Dauer-Lauf alle seine Altersgenossen. Aber der, dem ich jene Dachtel steckte, war er nicht. Das war vielmehr ein gewisser Dietrich, ein träumerischer, aber sonst ehrlicher Kauz, der nun auch schon längst heimgegangen ist. Wenn Sie aber künftig diese Geschichte nacherzählen, wie sie sich wirklich zugetragen, so reden Sie dabei weder von einem Backenstreich, noch von einer Maulschelle oder Ohrfeige, sondern von einer echt deutschen Dachtel; denn Dachtel kommt her von „denken“ und ist also keine gewöhnliche, sondern eine Denk-Ohrfeige.

Friedrich Wilhelm T–born, erstaunt über das Gehörte, schwieg eine Weile und zog dann erregt ein elegantes Notizbuch hervor. Als er jedoch den Bleistift in Bewegung setzen wollte, sagte Jahn, indem plötzlich seine Stirnader mächtig anschwoll: „Mit Leuten, die solch’ Geräth bei sich führen, in der Absicht, meinen geflügelten Worten Sprenkel zu stellen, wand’re ich nicht gern. Ich halte Sie für einen guten Märker, und ich liebe die Märker; stecken Sie darum Ihr Merkbuch ein, damit ich Ihnen nicht in Gedanken wehe thue und in Ihnen einen Merker argwöhne. Ich habe gar trübe Erfahrungen gemacht.“

Nach einer kleinen Pause fuhr er dann aber wieder heiter fort: „Vorwärts! sagt Blücher.“ Und hierbei faßte er uns Beide an der Hand und zog uns so über die Saalbrücke auf den Weg nach Goseck. Dieses nächste Ziel unserer Wanderung würden wir unter Anführung Jahn’s, dieser zweibeinigen Lokomotive, wie ihn der nun bereits auch verstorbene Minister Eichhorn kurz vorher genannt hatte, unfehlbar in 5/4 Stunden erreicht haben, wenn derselbe nicht – außerdem daß er uns seinen überaus reichen Sagen- und Liederschatz immer von Neuem wieder erschloß – bald bei einer schön geformten Feldblume, bald bei einem verwitterten Denksteine Halt gemacht, oder mit diesem und jenem Hirten ein Gespräch über „das Wetter“ angeknüpft hätte. So legten wir den übrigens wahrhaft romantischen Weg erst in zwei Stunden zurück.

Goseck, zu Anfange des 11. Jahrhunderts die Residenz des Burggrafen von Zörbig, Friedrich I., dann von dessen Söhnen – unter diesen der bekannte Adelbert von Bremen, Erzieher des Kaisers Heinrich IV., – in ein Kloster umgewandelt, endlich (1539) secularisirt, gehört gegenwärtig dem Grafen Zech-Burckersrode. Das stattliche Schloß, zum Theil Ueberreste der ehemaligen Abtei, hat man in den letzten Jahren restaurirt. Es liegt an dem oberen Theile eines der nördlichen Saalberge malerisch angelehnt. Daß es auf den Grundmauern einer in uralter Zeit hier gestandenen Slavenburg, Namens Panzig, erbaut worden sein soll, gehört in das Gebiet der Sage. Die Schloßkirche – das Dorf Goseck auf der Hochebene hinter dem Schlosse hat seine besondere Kirche – ist die ehemalige Klosterkirche. In ihr befindet sich unter Anderem ein Gemälde, die Opferung der Tochter Jephta’s darstellend, das dem Lehrer Albrecht Dürer’s, dem berühmten Meister Wohlgemuth († 1519) zugeschrieben wird. Auch hat sie eine Krypta, die jedoch im Laufe der Zeit sehr gelitten hat. In ihr soll zu Ausgang des 11. Jahrhunderts die vom Teufel besessene Gräfin Gepa von Kamburg, eine der Mitgründerinnen des naumburger Domes, durch die Gebete eines Benediktinerabtes geheilt worden sein.

Die Aussicht bei Goseck, namentlich vom „Igelsberge“ aus, ist sehr belohnend; man überblickt den ganzen östlichen Theil des naumburger Thales. Außerdem wußte Jahn gar bald dieser „Umschau“ noch ein anderes Interesse zu verleihen.

„Seht Ihr dort gegen Mitternacht, ungefähr eine Meile entfernt, die Erhöhung?“ frug er, uns nach dem nördlichen Vorsprung des Bergrückens führend. „Das ist der Janushügel.“

„Jahn’s Hügel?“ gab mein Berliner die Frage unter komischem Erstaunen zurück.

„Ich bin nicht ein solcher Hansnarr, daß ich Sie mit einer gewissen Feierlichkeit auf den Hügel aufmerksam machen würde, Falls mein Vatersname bei ihm Gevatter gestanden hätte. Jene Höhe erinnert aber an Einen, dem wir Deutschen durch die Bank nicht werth sind, die Schuhriemen zu lösen; denn dort war es, von wo aus der alte Fritz die Schlacht bei Roßbach leitete!

A 1a bonheur – also Friedrich der Große!“

„Ach was, der Große! Groß werden in der geschriebenen Weltgeschichte gar manche Großhänse nur genannt, weil sie viel Turkel, oder wie es im Wörterbuche der Studentensprache heißt, weil sie famoses Schwein gehabt. Wenn Sie aber den alten Fritz nun einmal Friedrich nennen wollen, so nennen Sie ihn Friedrich den Einzigen! Derselbe soll – wie geistreiche Witzbolde der Neuzeit sagen, die preußische Großmacht erfunden haben; wohl! aber er hat sich zugleich auf diese Erfindung ein solches, wie man es nennt, Patent ausgewirkt oder vielmehr selber ausgestellt, daß sowohl welsche als deutschvergessene Neidharte sich fort und fort daran die Zähne ausbrechen sollen und werden. Es lebe der alte Fritz!

Und hierbei entblößte er ehrerbietig sein Haupt und machte nach der Gegend des Janushügel zu eine tiefe Verbeugung. –

„Ich habe Dir geschrieben,“ wandte er sich dann zu mir, „daß wir heute im Zickzack gen Freiburg wandern werden. Wir wollen deshalb Eulau rechts liegen lassen und uns nach der Schönburg wenden.“

Schönburg, eine Stunde von Goseck entfernt, liegt aber jenseit der Saale und da diese hier weder Brücke noch Fähre hat, so sah ich den Alten mit Recht verwundert an.

„Nun,“ fuhr er, dies bemerkend, lächelnd fort, „ich will Euch nicht zumuthen, den Strom zu durchschwimmen; wir wollen schon anderswie hinüber kommen. Seht Ihr dort die schmächtige Zille mit dem blauen Stern über der preußischen Flagge? Sie gehört einem mir befreundeten Unstrutschiffer, der hoffentlich von meinem Hiersein bereits unterrichtet sein wird.“

Und nun sprang er behend den ziemlich steilen Schloßberg hinab und nachdem er unten einen dreifachen gellenden Pfiff hatte ertönen lassen, steuerte der Beikahn jenes Frachtschiffes sofort auf uns zu und brachte uns an das rechte Saalufer.

Ein überaus lieblicher Weg über breite schmaragdne Wiesen führte uns sodann nach dem ansehnlichen Dorfe Schönburg.

Die imposante Ruine gleichen Namens liegt auf einem isolirten grünen Hügel. Durch das Portal des verfallenen Hauptgebäudes tritt man in den innern Burghof, aus welchem sich der noch wohlerhaltene Wartthurm stolz erhebt. Die Gebäude an der Südseite, im Jahre 1460 errichtet, dienen gegenwärtig einem königlichen Förster zur Wohnung. Bei demselben kann sich der Wanderer auch restauriren.

Von der Schönburg, namentlich von dem auf der Nordseite liegenden Altan bietet sich dem Auge eine vortreffliche Aussicht dar, denn man überschaut Naumburg, die weite zschellsitzer Aue und weiter stromab drei stattliche Eisenbahnbrücken, darunter eine von 8 Bogen zu 35 Fuß Spannung.

Die Entstehung der Schönburg wird von der Sage Ludwig dem Springer zugeschrieben, der sie im Jahre 1080 erbaut und von ihren Zinnen aus es beobachtet haben soll, wenn der Gemahl seiner geliebten Adelheid, Pfalzgraf Friedrich III., sich von Weißenburg[2] aus in das Kloster Goseck verfügt. In der Mitte des 12. Jahrhunderts kam sie an die Bischöfe von Naumburg, denen sie auch bis in’s 16. Jahrhundert verblieb, zu welcher Zeit sie bei Secularisation des Bisthums in Staatseigentum umgewandelt wurde. Ruine ist sie seit 1446, in welchem Jahre sie böhmische Kriegshorden, die der sächsische Herzog Wilhelm wider seinen Bruder, den Kurfürsten Friedrich, in’s Feld schickte, verbrannten.

Williges, Erzbischof von Mainz – um’s Jahr 990 – soll der Sohn eines schönburger Wagners gewesen sein. Als [439] ihn einst einer seiner Gegner an das Handwerk seines Vaters dadurch erinnerte, daß er mit Kreide ein Rad auf die rothe Kirchthür malte und die Worte darunter setzte: „Williges, Williges, was du gewesen – nie vergiß!“ bestimmte Williges, daß das Mainzer Wappen fortan in einem weißen Rad in rothem Feld bestehen solle.

Von Schönburg nach Naumburg gibt es mehre Wege; aber der angenehmste ist der, welcher sich bei der sogenannten „Straße“ in der Nähe der reizend gelegenen Kroppenmühle an dem Wethau-Flüßchen rechts abwendet und dann am südlichen Ufer der Saale an dem „Felsenkeller“ vorbei durch einen kühlen Grund bis in das zu Naumburg gehörige Dorf Grochlitz hinschlängelt. Ehe man von hier aus durch die prächtige Lindenallee der Stadt zuschreitet, verweile man ja einige Minuten auf dem kleinen Plateau, von dem jenes Dorf getragen wird. Es gewährt eine köstliche Umschau. Die Saale mit ihrem malerischen Bogen, den sie hier durch üppige Wiesen zieht, die reichen Felder und Gärten, die freundlichen Dörfer und heitern Villa’s und dann die Berge im frischen Rebengewand und gekrönt entweder mit dem Reste grauer Burgen oder grünem Eichwald: – Alles dies macht diesen gesegneten Landstrich zu einem der schönsten des nordöstlichen Thüringens.

Die Lindenallee zwischen Grochlitz und Naumburg links liegen lassend, stiegen wir die herrliche Terrasse hinab, welche sich von hier aus in einem weiten Bogen in die Aue hineinzieht, durchschritten dann das mit Nachtigallen so reich gesegnete Wäldchen – Dechantsgrund genannt – und gelangten so an die halle’sche Fähre, mittels welcher wir nun wieder das linke Saalufer erreichten. Dicht am Ufer liegt der Gasthof „zur Henne“ und unmittelbar über diesem die Louisenruh, jene freundliche Höhe, wo die verewigte Königin von Preußen im Jahre 1806 sich wiederholt der schönen Aussicht erfreute. Bei der großen Verehrung, womit man im ganzen weiten deutschen Vaterlande dieser edlen Fürstin noch heute gedenkt, ist es kein Wunder, daß die Naumburger schon vor Jahren auf dieser Höhe ein Denkmal errichtet haben und daß zu dem „Louisenfeste“, welches jährlich hier gefeiert wird, Stadt- und Landleute in großen Schaaren herbeiströmen. Als wir vor den mit Pappeln umpflanzten Denkstein hintraten, entblößte der alte Jahn wiederum ehrerbietig sein Haupt und sagte mit feierlicher Stimme:

Louise war ein holdes und zugleich wahrhaft majestätisches Frauenbild, ein Wesen – so recht nach dem Herzen Gottes und drum eine Fürstin, wie sie der Deutsche gern haben will. Sie und der edle Schiller – der zu früh gefallenen Kämpfer jetzt nicht zu gedenken – hätten, nach meiner Rechnung, das Fest Aller Deutschen[3] erleben müssen.“

Von der „Henne“ aus wählten wir den Weg, der saalaufwärts durch einen herrlichen Obstgrund nach der Mündung der Unstrut in die Saale führt. Von den vielen Weinbergen, neben welchen dieser Pfad hinläuft, verdient einer durch die in eine seiner Felswände eingehauenen Bildwerke eine besondere Beachtung. Es ist dies der sogenannte Ratsch-Barthelsberg, derselbe, in welchem Gellert im Jahre 1740 längere Zeit wohnte.

Von diesem Berge aus beherrscht das Auge den östlichen Thalkessel der Unstrut und das ganze so überaus malerische Saalthal von Kösen bis Schönburg.

Nachdem wir auf dem Rittersitze zu Groß-Jena in dem zwar kleinen, aber äußerst geschmackvoll angelegten Garten den Kaffee eingenommen, begaben wir uns nach dem „Keller,“ einer oberhalb des Dorfes gelegenen Restauration. Hier trafen wir eine zahlreiche Gesellschaft und darunter die Familie Jahn’s vor.

Groß-Jena, schon in der heidnischen Zeit bewohnt, dann der Stammsitz des Markgrafen Eckard’s I., ist einst eine nicht unbedeutende Stadt gewesen. Gegenwärtig zählt es jedoch kaum 400 Einwohner. Das am andern Unstrutufer, eine Viertelstunde vom Flusse entfernt liegende Dorf Klein-Jena heißt in den ältesten Urkunden Deutschen Jena.

Den Weg von Groß-Jena bis Freiburg legten wir innerhalb einer halben Stunde zurück.

Als wir vor Jahn’s Hause, unmittelbar am Schloßberge, anlangten, betrachtete mein berliner Reisegefährte mit einer Art von Ehrfurcht das vierfache F, welches dies so schön gelegene und stattliche Gebäude in seinem westlichen Giebel „im Schilde führt.“

„Ja,“ sagte, dies bemerkend, der Alte lächelnd, „erzählen Sie in Berlin in Gottes Namen, daß ich bis an mein Ende an meinem doppelten FF: frisch! fromm! fröhlich! frei! festhalten werde, wie viele – mehr als mattherzig gewordene alte Turn- und Gesinnungsgenossen dem neuaufgekommenen Bier-F: fein, faul, feig und falsch – auch fröhnen mögen!“

Dann reichte er uns Beiden die Hand und führte uns unter einem herzlichen „Willkommen!“ in das Familienzimmer. Hier saßen wir bei einer Tasse Thee bis tief in die Nacht, indem unser so geschichtskundiger Wirth die Unterhaltung immer von Neuem zu beleben wußte. Er erzählte unter Anderm, daß Friedrich der Einzige, als er um dem Tage nach der Schlacht bei Roßbach hier durchkam und ihn der Stadtrath mit einer Rede empfangen wollte, geäußert habe: „Etwas zu essen ist mir jetzt lieber, als die schönste Rede.“ Auch über Napoleon’s Aufenthalt in Freiburg – in der Nacht vom 21. zum 22. Oktober 1813 – theilte er uns viele interessante Einzelheiten mit. Bei Erwähnung des „deutschen Empfangs,“ der dem Kaiser bei dieser Gelegenheit bereitet worden sein soll, zeigte er eine Art von Wuth. Der Baron de Fain erzählt nämlich in seinem Manuscript de 1’an 1813 in Bezug auf diesen Empfang Folgendes:

„Am 21. October 1813 wird der Zug auf der freiburger Straße fortgesetzt, die berüchtigten Ebenen von Roßbach rechts und die ruhmvollen Hügel von Auerstädt links liegen lassend. Man denke sich Napoleon’s Erstaunen, als er in Freiburg beim Eintritt in die für ihn in Bereitschaft gesetzte Wohnung[WS 1] eine Anzahl junger weißgekleideter Mädchen mit Kränzen in den Haaren und Blumen auf seinen Weg streuend, vorfindet! – – Die Unschicklichkeit eines solchen deutschen Empfanges entlockte dem Kaiser ein Lächeln.“

„Diese ganze Geschichte,“ sagte Jahn, indem er mit den Zähnen knirschte, „ist eine gemeine Unwahrheit! Ehrenwerthe Greise, welche damals Bonaparten hier mit zu empfangen hatten, sollen Euch morgen früh bestätigen, daß der welsche Buchschreiber seine Erzählung nur ersonnen hat, um uns Deutschen bei der sogenannten großen Nation lächerlich zu machen.

„Um mit etwas Erquicklichem zu schließen,“ begann er nach einer Pause wieder, „will ich Euch aus diesem vergilbten Stück der schlesischen Zeitung Folgenden vorlesen:

„Bei Errichtung des freiwilligen Jägerdetaschements des Leibgrenadierbataillons zu Breslau 1813 wurde ein Herr von Boden, der diesen Namen als westphälischer Unterthan angenommen hatte, zum Feldwebel gewählt. Während den Waffenstillstandes avancirte er zum Offizier. Als die Brigade, in der wir standen, nach der Schlacht bei Leipzig das französische Heer bei Freiburg an der Unstrut erreichte, entspann sich auf dem sehr coupirten Terrain ein Gefecht, welches uns viele Opfer kostete. In einer Schlucht, welche von zwei französischen Geschützen mit Kartätschenfeuer bestrichen wurde, wo wir den französischen Tirailleurs nur einige Schritte entfernt gegenüber standen, kam es weder zum Weichen noch zum Vorrücken. Da stürzte der Lieutenant von Boden, den Säbel in der Hand, sich kühn auf die feindlichen Tirailleurs, sank aber auch in dem Augenblick von einer Kugel durch die Brust gebohrt, in meine Arme zurück und mit Hülfe von einigen Grenadieren trug ich ihn auf Gewehren aus der Schußlinie und übergab ihn einem Wundarzte. Der tödtlich Verwundete war – Herr von Bodelschwingh-Bellmede, welcher,“ setzte Jahn hinzu, „gegenwärtig Geheimer Staats- und Kabinetsminister ist. Und nun zu Bett; – gute Nacht!“

Als ich am andern Morgen früh vier Uhr aufstand, fand ich unsern greisen Wirth bereits in voller Thätigkeit. Studirte er etwa? Behüte! Ich fand ihn, wie er – angethan mit einer leinenen Jacke und mit Beinkleidern von demselben Stoffe – eine riesige „Radehacke“ schwang.

„Dies ist,“ äußerte er, „seit geraumer Zeit meine gewöhnliche Morgenarbeit und wird es auch so lange bleiben, bis über diesen Bergabhang ein anständiger Weg zu meinem Hause führt.“

[449]
Die Neuenburg und ihre lebendige Mauer. – Der Edelacker. – Schomburgk’s Geburtsstätte. – Weiberlist und Weibertreue. – Burgscheidungen, die Hofburg der thüringer Könige. – Der halbe König und sein Untergang. – Jahn’s Urtheil über das thüringer Königreich. – Ein Königshaus, nicht angefüllt mit Haß, Blut und Mord, sondern mit Wohlwollen, Treue und Liebe. – Graf von Schulenburg. – Jahn’s Abschied.

Nachdem wir auf der herrlichen „Umschau“ in Jahn’s Garten den Kaffee eingenommen, führte uns der Besitzer desselben nach dem Schlosse, d. h. nach der von Ludwig dem Salier oder, wir er später genannt wurde, von Ludwig dem Springer im [450] Jahre 1062 erbauten so sagenreichen Neuenburg. Dieses Schloß besteht aus mehren zu verschiedenen Zeiten aufgeführten Gebäuden, von denen nur noch die beim westlichen Eingänge dem 11. Jahrhundert angehören. Der Brunnen hat eine Tiefe von 400 Fuß. Die Schloßkapelle, eine jener so äußerst seltenen Doppelkapellen, hat zwei Geschosse über einander, von denen namentlich das obere wegen seiner schönen Säulenknäufe und Verzierungen der Bogengurte besondere Beachtung verdient. Der Schloßthurm, 147 Fuß hoch, gewährt eine schöne und ausgebreitete Aussicht. Im Fremdenbuche sagt Jahn am 5. Oktober 1828 hierüber Folgendes:

„Bei günstiger Witterung erkenne ich Fünfzigjähriger, mit unbewaffnetem Auge, vom Schloßthurme in der Rundsicht: den Petersberg, die Thürme von Halle, Landsberg, Merseburg, die Sternwarte von Leipzig, Lützen, Weißenfels, Hohen-Mölsen, die Gleitsburg, den Landgrafen und den Fuchsthurm bei Jena, den Ettersberg, Ausläufer der Finne, Burkertsrode – einen der hochliegendsten Orte im ebenen Thüringen – den Kyffhäuser und den Brocken.“

Die Neuenburg ist auch das bekannte Schloß, dessen Besitzer bei Anwesenheit des Kaisers Barbarossa, der den Mangel einer Mauer bedauerte, in einer Nacht die Burg durch seine Grafen, Edelleute und Knechte umstellen und so eine bewaffnete Mauer herstellen ließ, wie sie selbst der Kaiser nicht schöner und fester besaß.

Von dem Schlosse begaben wir uns nach dem berühmten Edelacker. Derselbe liegt nördlich von der Neuenburg, unweit der sogenannten Frankenstraße, und ist fünf Magdeburger Morgen und 38 Quadratruthen groß. Seinen Namen verdankt er folgender Begebenheit.

Als Ludwig der Eiserne durch die bekannten Mahnworte des rühlaer Schmieds: „Landgraf werde hart! Du unseliger Herr, was taugst Du den armen Leuten zu leben? Siehst Du nicht, wie Deine Räthe und Edelinge das Volk plagen und mähren Dir im Munde? Werde hart – werde hart“ wirklich ein strenger Herr geworden war und die gegen ihn empörten Edelleute bei Freiburg geschlagen hatte, bestrafte er sie folgendermaßen:

„Er nahm sie und führte sie zu Felde, und fand auf dem Acker einen Pflug; darin spannete er die ungehorsamen Edelleute je vier, riß mit ihnen eine Furche und die Diener hielten den Pflug. Er aber trieb mit der Geißel und hieb, daß sie sich beugeten und oft auf die Erde fielen. Wann dann eine Furche geahren war, sandte er vier andere ein und ahrete also einen ganzen Acker, gleich als mit Pferden; und ließ darnach den Acker mit großen Steinen zeichnen zu einem ewigen Gedächtniß. Und den Acker machte er frei, dergestalt, daß ein jeder Uebelthäter, wie groß er auch wäre, wenn er darauf käme, daselbst solle frei sein,[4] und wer diese Freiheit brechen würde, sollte den Hals verloren haben.“

Den Füllmund der Mauer, mit der der Edelacker einst umgeben gewesen, kann man noch heutigen Tages sehen.

Ludwig der Eiserne ist auch auf der Neuenburg gestorben (1172). Kurz vor seinem Tode entbot er seine gedemüthigten Vasallen zu sich und befahl ihnen, daß sie seinen Leichnam „mit aller Ehrwürdigkeit“ begraben und auf ihren „Hälsen“ von hier bis gen Reinhartsbrunn tragen sollten. Und als er gestorben war, erfüllten sie dies sein letztes Gebot wirklich; denn „sy sorchtin en mer, danne den tufil, – unde warin allis in den furchtin, ob her noch lebinde wäre.“

Von den Sehenswürdigkeiten, welche wir nun in der Stadt Freiburg selbst in Augenschein nahmen, nimmt die Annenkirche die erste Stelle ein. Sie stammt ans dem 12. Jahrhundert, hat die Form eines Kreuzes und ist mit drei Thürmen geschmückt. Auf der Ostseite befindet sich eine gewölbte doppelte Vorhalle. Nur der Chor ist im gothischen Style gehalten; die übrigen Parthien gehören der romanischen Bauschule an.

Die auf dem regelmäßigen und ziemlich geräumigen Marktplatze aufgestellte Bildsäule des Herzogs Christian von Sachsen-Weißenfels und Querfurt hat nicht den geringsten künstlerischen Werth. Sie ist früher auf dem Schloßhofe, dann in einem Jagdschlößchen aufgestellt gewesen und schließlich von dem freiburger Stadtrathe um zwei Thaler und zwanzig Silbergroschen angekauft worden.

Herzog Christian hat noch bei seinen Lebzeiten diese seine Statue aufrichten lassen; sie ist eine der „Zierden,“ welcher eine im großen Saale der Neuenburg angebrachte Inschrift in folgender Weise gedenkt:

„Was die hohen Ahnen bauten,
Liebte Herzog Christian
Als ein Zweig der Sachsen-Rauten,
Dem dies Land ist unterthan.
D’rum hat er, was ihn ergötzet,
Hier zur Zierde hergesetzet. MDCCXIX.“

Nachdem wir hierauf den nahegelegenen dieckertschen Weinberg besucht, jenen überaus freundlichen Rebenhügel, von wo man vortreffliche – von Westen aus vielleicht die schönste Aussicht auf Naumburg hat, kehrten wir wieder nach der Stadt zurück, deren alte Ringmauern und Eckthürme ihr immer noch ein mittelalterliches Colorit verleihen. Jahn zeigte uns hier das Haus, in welchem einer der edelsten Söhne Thüringens – Schomburgk – dieser würdige Schüler Alexanders von Humboldt, das Licht der Welt erblickt hat.

Als jener berühmte Reisende und Naturforscher, Sir Robert Schomburgk, im Jahre 1815 – er war kurz zuvor von der Königin von England zum Baronet ernannt worden – seine Vaterstadt Freiburg besuchte, überreichte man ihm unter würdigen Feierlichkeiten das Diplom eines Ehrenbürgers. Ich war bei dem darauffolgenden Festmahle Tischnachbar von Jahn und notirte mir mit seiner Genehmigung die von ihm ausgebrachten Trinksprüche. Einer derselben lautete folgendermaßen:

„Die Schöpfung ist die älteste Offenbarung des Allwaltenden, eine Sternen-, Sonnen- und Weltenschrift. Darum Ehre der Naturwissenschaft! Ehre den Naturforschern, so uns vor Aberglauben und Unglauben schirmen! Die Naturforscher hoch!“

Nach Tische brachen wir von Freiburg auf und erreichten, geführt von unserm ortskundigen Wirthe, am linken Unstrutufer in etwa einer Stunde den der ehemaligen kaiserlichen Domaine Balgstedt gegenüber liegenden Rittersitz Zscheiplitz. Derselbe hieß in frühem Zeiten Weißenburg und war unter Anderm die Residenz des sächsischen Pfalzgrafen Friedrich III., zu dessen schöner Gemahlin Adelheid, eine geborene Markgräfin von Stade und Salzwedel, der bekannte Landgraf von Thüringen, Ludwig der Salier, eine eben so heftige als strafbare Liebe gefaßt hatte. Er fand bald Gehör, und die treulose Frau gab nun den Rath, ihr Buhle sollte am bestimmten Tage in dem dem Pfalzgrafen gehörigen Gehölz, genannt die „Reißen“ (unterm mönchenroder Felde), eine Jagd anstellen, unbegrüßt und unbefragt; sie wollte ihren Herrn reizen und bewegen, ihm die Jagd zu wehren; dann möchte er seines Vortheils ersehen. Ludwig ließ sich vom Teufel und der Frauen Schöne blenden und sagte zu. Als nun der mordliche Tag vorhanden war, richtete die Pfalzgräfin ein Bad zu, ließ ihren Herrn darin wohl pflegen und warten. Unterdessen kam Ludwig, ließ sein Hörnlein schallen und seine Hündlein bellen und jagte dem Pfalzgraf in dem Seinen, bis hart vor die Thür. Da lief Frau Adelheid heftig in das Bad zu Friedrichen, sprach: es jagen Dir ander Leut’ freventlich auf dem Deinen; das darfst Du nimmer gestatten, sondern mußt ernstlich halten über Deiner Herrschaft Freiheit. – Der Pfalzgraf fuhr auf aus dem Bad, fiel ungewappnet und ungerüstet, nur einen Mantel umgeworfen, auf seinen Hengst und da er den Landgrafen ersah, strafte er ihn mit harten Worten; doch der wandte sich und stach ihn mit einem Schweinspieß durch seinen Leib, daß er todt vom Pferde sank. – Frau Adelheid „rang“ – wie es in einem Volksliede aus dem Anfange des 16. Jahrhunderts heißt –

„ihre weißen Hände,
Rauft ans ihr gelbweiß Haar,“

und geberdete sich gar kläglich. Demungeachtet führte sie Ludwig – noch ehe das Jahr um war – auf sein Schloß Schauenburg und nahm sie „zu einem ehelich Weib.“

Ein steinernes Kreuz mit der Inschrift:

„Hic comes cecidit Palatinus.
Hunc prostavit comes Ludovicus.
.“

bezeichnet noch jetzt die Mordstätte.

Die Freunde des Pfalzgrafen brachten über Ludwig bald nach seiner blutigen That die Reichsacht, nahmen ihn dann auf einer Reise nach Magdeburg gefangen und setzten ihn bei Halle auf die Burg Giebichenstein an der Saale unter strenge Obhut mehrer Wächter. Hier ward er über zwei Jahre festgehalten, bis wo es ihm endlich gelang, mit seinen Getreuen ein Verständniß anzuknüpfen. Diese sollten an einem bestimmten Tage mit Kähnen [451] um unter dem Giebichenstein erscheinen und am andern Ufer, im Dorfe Kröllwitz, sein Leibroß bereit halten. Zur verabredeten Zeit wagte er denn den gewaltigen Sprung aus dem Fenster der hohen Felsenburg hinab in die Saale. Und der gelang ihm: Ludwig entkam glücklich nach Sangerhausen und erhielt nun den Beinamen der Springer. Dr. Martin Luther erzählt diese Sage folgendermaßen: „Ludwig Springer, Landgraf zu Hessen und Thüringen, ist ein zorniger, heftiger Herr gewesen, der ward vom Bischofs zu Hall gesengklich auf dem Giebichensteine enthalten, daselbst ist er zum Fenster zum Schloß hinaus in die Sala gesprungen, Einen hohen Fels hinab, durchs Wasser geschwummen, und auf seinem Klöpper Schwan davon kommen und entronnen.“

Schloß Weißenburg ward späterhin von Frau Adelheid, als sie lebensmüde und bußfertig geworden, in ein Nonnenkloster umgewandelt. Sie nannte es „Supplicium“, d. i. Sühne. Aus Supplicium ist nun im Laufe der Zeit der Name Zscheiplitz entstanden.

Die Gartenlaube (1856) b 451.jpg

Scheidungen, die Hofburg der Thüringer Könige, mit Ansicht der alten Burg.

Von Zscheiplitz erreichten wir über Laucha, ein Städtchen mit alten Ringmauern und einer sehenswerthen Kirche, in etwa einer Stunde:

Burgscheidungen, an dessen Stelle einst die stolze Hofburg der thüringischen Könige von der lebensvollen Stadt „Schidingi“ in mächtigen Reihen umlagert ward. Hier war es auch, wo die Edelinge Thüringens in Schaaren zusammenströmten, um ihren geliebten König Hermannfried beglückwünschend zu begrüßen, als er an der Seite seiner jugendlichen Gemahlin Amalberga von seiner Brautfahrt wieder heimkehrte. Und weshalb hätten die Thüringer sich dieser Vermählung nicht freuen sollen? Ausgestattet mit allen Reizen, die nur ein Weib schmücken, war ja ihre Herrscherin auch die Nichte des Ostgothenkönigs Theodorich des Großen, und im Bündniß mit diesem so gewaltigen Fürsten glaubten sie sich fortan geschützt gegen die Macht der Franken und anderer feindlichen Nachbarn. Statt des gehofften Glückes aber brachte Amalberga, wie damalige Geschichtschreiben der Franken berichten – nur Unheil und Verderben – sowohl ihrem Eheherrn als auch dem ganzen Volke. So schön sie war, so stolz und herrschsüchtig zeigte sie sich bald. Sie konnte es nicht ertragen, daß ihr Gatte nur den dritten Theil des thüringischen Reiches besaß; denn das übrige Land gehörte seinen Brüdern Berthar und Balderich. Als nun einst Hermannfried aus einer Volksversammlung in seine Burg trat und sich zu Tische setzen wollte, hatte sie die Tafel nur halb decken lassen und ihm auf die Frage: was dies bedeute? geantwortet: „Einem nur halben Könige geziemt nicht, an einer ganz gedeckten Tafel zu speisen!“ Auf diese und ähnliche Weise reizte sie ihn so lange, bis er seinen Bruder Berthar erschlug und mit dem älteren, Balderich, um die Alleinherrschaft kämpfte, in welchem Kriege er von dem fränkischen Könige Theuderich von Austrasien gegen das Versprechen unterstützt ward, ihm die Hälfte der zu erobernden Länder zu überlassen. Als jedoch Balderich im Kampfe gefallen war (520), betrog Hermannfried seinen Bundesgenossen um seinen Lohn, so daß er nun das ganze Königreich seines verstorbenen Vaters (Basinus) besaß. Dieses aber erstreckte sich von der Donau bis weit über den Harz, ja früher bis an das baltische Meer, und von der Elbe bis zum westlichen Main und der Lahn. Theuderich wartete mit seiner Rache, bis der gefürchtete Ostgothenkönig Theodorich starb (528); dann aber brach er in Verbindung mit seinem Bruder, dem König Chlotar I., mit gewaltigen Heeresmassen über den Rhein nach Thüringen auf. Hermannfried lagerte mit seinen Schaaren an den Ronnebergen, in der Gegend vom heutigen Weißensee, als die Franken den Angriff begannen. Die Schlacht, bald in ein gegenseitiges Gemetzel übergehend, wüthete drei Tage lang, und die Leichen von Freund und Feind füllten endlich so das Bett der Unstrut, daß sie den Fluß dämmten und die Franken nun wie auf einer Brücke hinübergehen konnten. Hermannfried hatte ungeheure Verluste erlitten; aber erst am Abend des dritten Tages, als er noch [452] einmal, zwischen Liederstedt und Reinsdorf (dem Städtchen Nebra gegenüber), dem Feinde die Stirn geboten und immer neue Frankenschaaren heranzogen, warf er sich in seine Hofburg. Die Waffen, namentlich die gewichtigen Streitäxte[5]) seiner Thüringer, hatten unter den Feinden so gewüthet, daß diese, obgleich Sieger, sich genöthigt sahen, die Sachsen zum Antheil am Kampfe anzurufen. Bald rückten denn auch 9000 Mann dieser Hülfsvölker heran, geführt von Herzog Bärnward dem Askanier. Ihr Haar reichte bis auf den Schwertgriff herab und sie waren so große und stammhafte Leute, daß selbst ihren Bundesgenossen vor ihnen bange ward. Die Sachsen waren es denn auch, welche endlich – im October 528 – Schidingi, Stadt und Burg, erstürmten. Nachdem sie ihre ungeheure Beute in Sicherheit gebracht, zündeten sie den Ort an. Die Einwohner waren bereits größtentheils niedergeschlachtet.

Befand sich das thüringische Königspaar auch unter den Ermordeten?

Amalberga war mit dreien ihrer Kinder entflohen und erreichte glücklich Italien, wo sie ihr Bruder Theodat, König der Ostgothen, in Schutz nahm. Ihr Sohn Amelfried kämpfte später als Reiteranführer des oströmischen Kaisers Justinian mit Auszeichnung gegen die Gepiden und starb dann als der letzte männliche Sprosse seines erlauchten Geschlechtes im fernen Morgenlande. Seine Schwester Rotelinde wurde mit dem Longobardenkönig Audoin und seine andere Schwester Ranekunde mit dem König Walcho vermählt.

Hermannfried entkam ebenfalls. Als er jedoch auf eine „freundschaftliche Einladung“ Theuderich’s des Franken (im Jahre 531) nach Zülpich am Rhein ging, ließ ihn dieser dort bei einem Gange aus den Befestigungswerken der Stadt in den Wallgraben stürzen, so daß er elendiglich ertrinken mußte. Eine andere Sage, der auch Jahn Glauben schenkte, berichtet hingegen, daß der letzte Thüringerkönig nach dem Falle Schidingis im nahen Eichenhaine bei der Mündung der Hassel in die Unstrut auf sein Bitten von dem ihn begleitenden Waffenträger erstochen worden sei.

Mit der Schlacht an der Unstrut endigte das thüringische Königreich nach einer Dauer von hundert Jahren. Die Sachsen erhielten die Gaue zwischen der Unstrut und dem Harzgebirge (Nord-Thüringen), das eigentliche Thüringen ward fränkische Provinz, und in die noch wenig angebauten Lande zwischen der Saale und Elbe wanderten slavische Stämme ein. Die zerstörte Hauptstadt aber fiel an Bärnward den Askanier.

Als wir so die historischen Vorfälle durchsprachen, sagte Jahn unter Anderm – und der Ton seiner Stimme zeugte dabei von einer bei ihm seltenen, innigen Wehmuth: – „Ich liebe es sonst nicht, in fremden Zungen zu reden; aber so oft ich nach Burgscheidungen gekommen, so oft ist mir auch der Ausspruch entfahren: „Sic transit gloria mundi!“ Und nach einer Pause fuhr er fort: „Hermannfried mag den einen seiner Brüder erschlagen und gegen den andern in offner Feldschlacht gekämpft haben; aber die Beweggründe hiervon sind jedenfalls anderer Natur, als sie uns von seinen Widersachern, den fränkischen Geschichtsschreibern, namentlich von dem listigen Bischof von Tours, Gregorius, geschildert werden. Die Thüringer waren so recht geeignet, ein Dauer-Volk zu werden – und dazu wollte sie ihr unglücklicher König machen. Fränkische Federn haben ihn und die Seinen mit Unrecht angeschwärzt und mein Freund Luden spricht wahr, wenn er in seiner Geschichte des deutschen Volkes von dem thüringischen Königshause sagt: Es ist nicht angefüllt mit Haß, Blut und Mord, sondern mit Wohlwollen, Treue und Liebe. – Und nun erst die hochsinnige Amalberga! Wohl lebe ich des Glaubens, daß alles Böse, so in die Welt gekommen, entweder einen Pfaffen oder aber ein Weib zum Ursprunge gehabt; aber dieses Weib hat man verläumdet. Amalberga, unter den Augen ihres großen Ohms, Theodorich, herangewachsen, gebildet von dessen Geheimschreiher, dem vortrefflichen Cassiodor, sie, die Herzensfreundin der edlen und geistreichen ostgothischen Königstochter Amalasuntha – wie hätte sie hier in unserm traulichen Thüringen mit einem Male so umschlagen und Brudermord anstiften sollen?! – Ihr großer Ohm schreibt in einem Briefe an Hermannfried über sie unter Anderm Folgendes:

„Wir senden sie Dir als eine Zierde Deines Hofes, als eine Vermehrerin Deines Geschlechts, als eine treue Gehülfin Deiner Rathschläge, als eine liebliche Süßigkeit der Ehe, welche nicht nur die Last der Herrschaft mit Dir theilen, sondern auch Dein Volk durch bessern Unterricht bilden wird. Das glückliche Thüringen wird nun besitzen, was Italien gepflegt hat; denn gebildet in den Wissenschaften, und der feinen Sitten kundig, ist sie nicht allein durch ihre Abkunft eine Zierde, sondern auch durch ihre weibliche Würde: so daß Dein Vaterland nicht weniger hervorleuchten wird durch ihre edle Sitte, als durch seine Triumphe.“

Gegenwärtig ist Burgscheidungen nur ein mäßiges Dorf; doch hat es noch immer ein recht stattliches Schloß. Dasselbe liegt auf einem isolirten Berge hoch über der Unstrut und soll sein südlicher Theil, wie Jahn behauptete, ein Fragment der alten Königsburg sein. In der That zeugt dieser Theil, namentlich die steinerne Wendeltreppe, von einem alten Ursprunge und contrastirt in seiner Bauart gewaltig mit den übrigen Parthien, die erst in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts und zwar von dem Reichsgrafen Johann Mathias von der Schulenburg im ächten Rokokostil erbaut worden sind. Ein äußerst geräumiger Saal wird außer vielen andern werthvollen Oelgemälden auch von dem Bilde dieses berühmten Feldherrn geziert. Als General-Feldzeugmeister der „erlauchten“ Republik Venedig kämpfte er auf der Insel Corfu gegen die Türken so glücklich, daß ihm noch bei seinen Lebzeiten dort zum Dank der Senat ein Standbild errichten ließ, das die Inschrift enthielt: „Christianae reipublicae fortissimo assertori.“ Auch war er es, der im Jahre 1704 durch die Art und Weise, wie er die sächsische Armee rettete, selbst dem so kriegskundigen Schwedenkönig Karl XII. Achtung abzwang, indem dieser gestand: „Heute hat mich der Schulenburg besiegt.“

Das Schloß ist mit herrlichen Parkanlagen umgeben und gewährt wundervolle Aussicht; denn die hier in mäandrischen Krümmungen sich hinschlängelnde Unstrut mit ihren schmucken Schifflein, die stattlichen Berge mit waldigem Haupt und Rebengewand, die üppigen Wiesen, geziert durch Gruppen schöner Obsthaine, die reichen Saatfelder und die unzähligen freundlichen Dörfer: – Alles dies macht diese Landschaft zu einer der schönsten in Thüringen.

Burgscheidungen, noch jetzt der gräflichen Familie Schulenburg gehörend, wurde im Jahre 952 von Kaiser Otto dem Großen, dem bekannten ritterlichen Herzog Hermann Billung als ein „Mark“ überlassen. Im Jahre 1320 kam es an einen gewissen Beringer, der sich von der Zeit an von Scheidingen nannte. Spätere Besitzer waren: die Herren von Wiehe, die Grafen von Hoym und der Feldmarschall von Flemming, von dem es dann in den Besitz der Familie Schulenburg überging. Derselben gehört auch das in der Nähe gelegene so freundliche Dorf Kirch-Scheidungen, woselbst im Jahre 1784 der bekannte Philolog und Griechenfreund Friedrich Wilhelm Thiersch geboren wurde.

„Nun aber müssen wir Sie Ihrem Schicksale überlassen“ – sagte Jahn zu meinem berliner Reisegefährten – „denn die Abenddämmerung tritt bereits ein. Wenn Sie nach Ihrem Sand-Jerusalem, Berlin, zurückgekehrt sein werden, können Sie bei Ihrem Hausnachbar nach rechts als mein außerordentlicher Botschafter auftreten. Dieser vornehme Bummler hat nämlich unter die Leute gebracht, ich läge immerwährend auf der Bärenhaut, weil mich das Zipperlein plage. Sagen Sie ihm, er solle sich um seine Vatermörder und nicht um mich bekümmern. Wie die Verfassung meiner paar Unterthanen beschaffen, das haben Sie die beiden Tage erfahren, namentlich heute, wo Sie mehr als ein Mal über meinen Turnerschritt geseufzet. Und nun wenden Sie sich dort süd-westlich nach dem Saubach-Thale: in ¾ Stunden können Sie – am Wasser aufwärts – ihr heutiges Ziel, Bibra, erreichen. Morgen besuchen Sie dann die Steinklebe, jenen hohen und schönbewaldeten Berg unterhalb Wendelstein, auf dem im Jahre 640 der Thüringerherzog Rudolf die Franken bis zur Vernichtung geschlagen. Möge unser herrliches Thüringen denn auch Ihre Seele erfrischen und der güldene Mund seiner Sagen Sie erquicken! Gut Heil!“ –

  1. Nach der unglücklichen Schlacht bei Jena war bekanntlich auch der über dem brandenburger Thore zu Berlin angebrachte Siegeswagen von dem übermüthigen Feinde mit nach Paris genommen worden. Im Jahr 1811 betrachtet nun Jahn eines Tages dieses seines Schmuckes beraubte Thor mit ärgerem Ingrimm, denn je. Ein junger Turner seines Gefolges scheint mit ihm dies Gefühl zu theilen. „Was dachtest Du, als Du eben da hinauf schautest?“ fragt er den Knaben, und als dieser verlegen antwortet: „Nichts!“ gibt Jahn ihm eine derbe Maulschelle, indem er losdonnert: „Du sollst Dir aber etwas denken und zwar das: die Franzosen haben unsere Victoria geraubt, aber wir wollen sie uns schon einmal wieder holen!“ –
    Anmerk. den Verf.
  2. Gegenwärtig der Rittersttz Zscheiplitz.
    Anmerk. den Verf.
  3. Den 18. Oktober 1813.
    Anmerk. des Verf.
  4. Es kann nachgewiesen werden, daß dieser Acker noch lange Zeit nachher die Vorrechte einer „Freistatt“ genossen.
    Anmerk. d. Verf.
  5. Solcher Streitäxte hat man erst neuerdings wieder bei Burgscheidungen aufgefunden. Sie sind schwerer als die der andern deutschen Stämmen in Gebrauch gewesenen und unterscheiden sich außerdem auch durch ihre eigenthümliche Form. Man kann an ihnen nicht gut heransfinden, wie der Schaft befestigt gewesen sein mag.
    Anmerk. d. Verf.

  1. Fußnote fehlt.