Geschichte von Kloster Heilsbronn/Dambach

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
« Burk Geschichte von Kloster Heilsbronn
Deffersdorf »
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Wikisource-logo.png [[{{{WIKISOURCE}}}|{{{WIKISOURCE}}} in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Dambach (Ehingen) in der Wikipedia
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).
[503]
9. Dambach,

Pfarrdorf am Hesselberg. Miles Heinrich von Kemenaten verkaufte 1311 seine dortigen Güter für 64 Pfund Heller an das Kloster; ein Heinrich Stunde ein Lehen daselbst i. J. 1334 unter Siegelung „des Herrn Ritters Konrad von Pfalheim, Pflegers [504] des Grafen Ludwig von Oettingen.“ Über die Errichtung der Pfarrei siehe Abschn. VI oben bei Lentersheim; über den Neubau des Pfarrhauses beim 27. Abt Schopper, über die Verhältnisse im Reformationsjahrhundert Abschn. VI. Nebst Grundzinsen bezog das Kloster vom 14. Jahrhundert an bis zu seiner Auflösung alljährlich den Zehnten zum dritten Theil; die beiden andern Drittel bezogen Dinkelsbühl und Eichstätt. Die Baulast bei den Kultusgebäuden trugen die drei Zehntherren gemeinschaftlich. Die Lokalkirchenstiftung war stets arm. Im 30jährigen Kriege litt der Ort, obgleich kein Schlachtort, außerordentlich, besonders vom Spätherbst 1631 an, laut Bericht des Pfarrers Kepner, welcher von 1619 an bis zum Ende des Krieges dort fungirte. Beim Einfall von Plünderern wollte er mit Weib und Kindern am 9. Nov. 1631 nach Ehingen fliehen, wurde aber von 16 Arbergischen Reitern eingeholt, geprügelt, gebunden und zwischen zwei Reitern nach Dambach zurückgeschleppt. Er sollte 30 Thaler geben, die er nicht besaß. Diesen Plünderern folgten täglich andere, welche die Kirche erbrachen, die dahin gebrachten Habseligkeiten der Ortseinwohner raubten, eben so aus den Wohnhäusern und Stallungen Geräthe, Flachs, Leinwand, Viktualien und Vieh. Die Plünderer waren Tilly’sche, Lothringische und Pappenheimische Truppen, so vor Nürnberg gelegen. Sie legten die Pfarrscheune sammt vielen andern Gebäuden des Dorfes in Asche, worauf das Dorf völlig verödete. Das Pfarrhaus war nicht mehr bewohnbar; das Pfarrhaus in Ehingen noch in besserem Stande und zur Zeit unbewohnt. Kepner wurde angewiesen, nach Ehingen überzusiedeln, dort zu fungiren, von dort aus Dambach zu pastoriren, eben so auch Lentersheim, wo der Pfarrer Schrotzberger beim Herannahen der Truppen die Flucht ergriffen hatte. Kepner bezog die Einkünfte von den drei genannten Pfarrstellen. Gleichwohl war sein Einkommen kärglich und wurde ihm durch seine eigenen Parochianen geschmälert, welche gegen ihn zusammenstanden und den Zehnten herabdrückten. Der Zehnte von Dambach ertrug in 20 Kriegsjahren keinen Kreuzer. Im letzten Kriegsjahre wurde Kepner noch einmal obdachlos, da befreundete [505] schwedisch-französische Truppen die Kirche in Ehingen nebst vielen anderen Gebäuden, darunter auch das Pfarrhaus, in Brand steckten, wobei Kepner den letzten Rest seiner Habe verlor. Noch im sechsten Jahre nach der Beendigung des Krieges waren in Dambach die besten Pfarrwiesen mit Büschen bewachsen, mehr noch die Pfarräcker. Diese wurden wohlfeil verliehen und nach Fällung des darauf stehenden Holzes wieder urbar gemacht. Im zehnten Jahre nach dem Kriege, nachdem sich die noch lebenden Insassen wieder angesiedelt hatten, baten diese bei der Regierung und beim Verwalteramt Heilsbronn um Wiederbesetzung ihrer Pfarrstelle und um die zum Unterhalt eines Pfarrers erforderlichen Mittel. Sie erhielten zur Antwort: „Wir haben den gewesenen Kantor Längfelder zu Wassertrüdingen zur Pfarr Dambach angenommen und befehlen, ihn einzusetzen und an die Formula Concordiae zu weisen. Wir überlassen ihm das uns zustehende Drittel vom dortigen Zehnten, welches aber gegenwärtig nur acht Gulden erträgt. Mehr sind wir nicht zu leisten schuldig, da wir nebst Dinkelsbühl das ganz ruinose Pfarrhaus und den Stadel mit etwa 300 fl. zu bauen haben werden. Die Ortseinwohner haben den weiteren Bedarf für den Pfarrer aufzubringen, auch die erforderlichen Frohndienste zu leisten.“ 1665 erscheint dort als Pfarrer der Magister Weinsperger, bisher in Burgsalach; zwei Jahre darauf J. W. Schillfahrt, nachdem sein Vorgänger Weinsperger, gegen welchen die Gemeinde gravamina beim Konsistorium eingereicht hatte, von fürstlicher Durchlaucht kassirt worden war.

« Burk Geschichte von Kloster Heilsbronn
Deffersdorf »
Wikisource-logo.png [[{{{WIKISOURCE}}}|{{{WIKISOURCE}}} in Wikisource]]
Nach Wikipedia-Artikel suchen
Für eine seitenweise Ansicht und den Vergleich mit den zugrundegelegten Scans, klicke bitte auf die entsprechende Seitenzahl (in eckigen Klammern).