Hermann, Fürst von Pückler-Muskau

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Autor: Paul Wesenfeld
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Titel: Hermann, Fürst von Pückler-Muskau
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 10 und 11, S. 164-167; 180-183
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1871
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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[164]
Hermann, Fürst von Pückler-Muskau.
Erinnerungen von Paul Wesenfeld.

Der Wind strich eisig über die Schneegefilde, welche sich unwegsam bis zum Eingange in den Vorpark des Schlosses Branitz (bei Cottbus in der Niederlausitz) ausdehnten, als wir uns vor Kurzem eines Tages dorthin aufmachten. Wir durcheilten die Schöpfungen des Fürsten Pückler auf der kürzesten Bahn. Nur im Vorübergehen fiel unser Blick in das Gebüsch zur linken Hand und auf das halbzerfallene hölzerne Gitter, welches das Grab der Reichsgräfin von Pappenheim, der geschiedenen Gemahlin des Fürsten, einer Tochter des großen Staatskanzlers Fürsten von Hardenberg, einfriedigt. [1] Vorbei – unser Besuch galt heute dem Fürsten selber: auf der Zinne seines Schlosses wehte das blau-gelb-schwarze Banner, das Zeichen, daß er aus seiner Residenz anwesend, daß er zu Hause war, aber – er war es heute zum letzten Male! In einer Stunde sollten seine irdischen Ueberreste zur ewigen Ruhe bestattet werden. Nur wenige Schritte, und – wir standen am Sarge des deutschen Odysseus. Semilasso hatte seinen „letzten Weltgang“ angetreten; seine „Briefe eines Verstorbenen“ waren nun in der That solche. Da stand der schwere gelbe Eichenschrein in der Mitte des von königlichem Luxus strotzenden Gemachs, dessen grüne Sammettapeten mit den weißen und rothen Lichtern, welche von außen her durch die Vorhänge der geschliffenen Scheiben fielen, und den zu Häupten des Sarges brennenden Kerzen einen magischen Reflex schufen. Der erlauchte Todte nahm von alle Dem nichts mit hinfort als sein letztes Bett mit den schweren Silberbeschlägen und den Palmenzweigen, Kränzen und Blattgewinden darauf. Alles, wofür sein Herz geschlagen und seine Seele geglüht, es war für ihn nur ein schöner Lebenstraum gewesen, aus dem für ihn selbst auf Erden nichts mehr zurückblieb als sein berühmter Name, sein unsterbliches Gedächtniß und seine weltbekannten Schöpfungen in der Park- und Gartenbaukunst. – –

Die Geistlichkeit hatte inzwischen ihre Amtshandlungen am Sarge verrichtet und unter dem Wirbel der gedämpften Trommeln des vorausziehenden Militärs setzte sich der Zug in Bewegung. Die Uhr an dem Cavalierhause gegenüber zeigte die erste Morgenstunde. Von dem Sarge wehten die schwarzen und weißen Federn des Helms des Verblichenen, sein erprobter ritterlicher Degen mit dem edlen Gefäß lag auf dem Sarge. In die umflorte kupferne Urne, welche ein Officier hinter dem Sarge nachtrug, war das Herz des Todten eingeschlossen, wie er es gewollt. Man hatte seinen letzten Willen in allen Punkten erfüllt: die damit betrauten Aerzte hatten die Section und chemische Zersetzung seiner Eingeweide bewirkt, und der Leichenzug bewegte sich nicht einem Kirchhof entgegen, vielmehr auf die drei riesigen Pyramiden im Westen des Schlosses zu. Die nördlichste von ihnen war das Ziel des Zuges. Sie erhebt sich aus der Mitte eines Sees. In ihr wollte der Fürst den letzten Schlaf thun. Eine provisorisch gezimmerte Brücke führte uns über den See hinüber an ihren Fuß, Wir standen vor dem in denselben hineingetriebenen Stollen einem schmucklosen mit einfachen Bohlen ausgeschalten Raum von etwa acht Kubikfuß Größe.

Das war der Rest der Herrlichkeit, die den Verstorbenen bis dahin umgeben. Dort wurde sein Sarg, mit der Urne darauf, beigesetzt. Der dienstthuende Prediger weihte den Tumulus als Gottesacker ein und sprach die letzten Gebete. Unter den Ehrensalven welche herüberkrachten, nahmen die Leidtragenden den letzten Abschied von dieser Stätte der Trauer und mit sich nur das Gedächtniß an den Entschlafenen und als äußeres Zeichen vielleicht ein grünes Blatt aus seinen letzten Kränzen.

Als wir von der Leichenfeier in das Innere des Parkes zurückkehrten, begegneten uns überall die Spuren der Hand des Verstorbenen, welche in Wort und Zeichen die Erinnerung an verehrte und geliebte Wesen wach zu halten und auch die ideale Schönheit zu verkörpern bestrebt gewesen war. Hier die Büsten Friedrich Wilhelm’s des Dritten, Stein’s und des Fürsten von Hardenberg. Dort der offene Tempel mit der goldenen Statuette der Henriette Sontag. Und

„Marmorbilder steh’n und schau’n mich an –“

– ein Bild aus altclassischer Vorzeit – Grazien und Sylphiden vor der Gemmenhalle, Nereiden im Schilf und an den Wassergestaden, Oreaden auf den Hügeln. Dort drüben ein Denkmal mit der Inschrift.

„Hier ruht die treuste Seele, welche ich auf Erden gefunden habe –“

– es gilt dem Lieblinge des Fürsten, einer Neufundlandsdogge, welche wohl mit der Lord Byron’s zu vergleichen gewesen sein mag. Dann hier im Gebüsch ganz nahe am Schloß, hart am Wege, eine Tafel, auf der es heißt:

„Hier ruht Adschameh, meine vortreffliche arabische Stute, brav, schön und klug.“

Alles, was unserm Blick begegnete, bildete einen Commentar zur Geschichte des Lebens des Verewigten, und wir gedachten lebhafter als je zuvor der Stunden, in denen er uns einen Einblick in dasselbe gestattet hatte.

Wenn ich an dieser Stelle diesen Erinnerungen laut Ausdruck gebe, so thu’ ich es aus eigenem Bedürfniß sowohl, als auch, um dem Leser zu Dem, was er über den berühmten Todten gehört oder gelesen, einen interessanten und gewiß willkommenen Beitrag zu liefern.

Durch einen früheren Aufsatz in diesem Blatte (siehe Jahrgang 1863, Nr. 27, worin auch des Zwerges Erwähnung geschehen ist) bin ich der Pflicht enthoben, hierbei näher auf des Fürsten Naturschöpfungen im Parke Branitz einzugehen, die zwar denen in der an den Prinzen Friedrich der Niederlande verkauften Herrschaft Muskau an Bedeutung nachstehen, dennoch aber von dem eminenten Talente ihres Gründers dadurch das beste Zeugniß ablegen, daß er sie aus todtem Sande hervorgerufen hat, während ihm bei denen in Muskau die Natur des Ortes dankbar entgegengekommen war. Ich will mich vielmehr hier lediglich auf die überaus interessante Person des großen Mannes und einige Züge aus seinem Leben beschränken.

In den Monaten des Erwachens und Lebens in Baum und Blüthe den Park zu Branitz durchstreifend, hatte ich, bevor ich Gelegenheit fand, dem Fürsten näher zu treten, ihn öfter in den Anlagen umherwandeln gesehen. Seine hohe, ehrfurchtgebietende Gestalt trug, wie die Goethe’s, den Stempel der Unnahbarkeit auf der Stirn. Ein weiter syrischer Mantel von schwarzer Seide umwallte seine Schultern, ein hoher englischer Hut bedeckte das von einem schneeweißen, seidenartig seinen Barthaar umsäumte Gesicht, So stand er da und prüfte die eben begonnenen oder beendeten Gartenarbeiten. So ordnete er Veränderungen an und dictirte dem stets an seiner Seite befindlichen kleinen Herrn seine Bemerkungen, um sie später zu Hause näher zu berathen. Einige [165] Schritte zurück folgte ein Diener und in der Nähe hielt des Fürsten Equipage, ein Tilbury, ein Phaëton oder sonst ein anderes Phantasiegefährt, mit zwei hohen Rossen der edelsten Race bespannt, die ungeduldig schäumten und in die Stangen bissen und mit den Hufen scharrten. Hatte der Fürst hier seine Uebersicht gewonnen, so stieg er ein und war im nächsten Augenblicke an einem andern Ende des Parkes, um dort weitere Untersuchungen anzustellen. Gestattete es ihm sein körperliches Leiden, so stieg er, seines hohen Alters ungeachtet, auch wohl zu Pferde und umkreiste mit der Schnelligkeit des Hirsches seine Besitzungen. Dann war er ein Anderer geworden, die Zeiten seiner Parforcejagden, seiner Fuchshetzen, seiner Wettrennen schienen zurückgekehrt und Mann und Roß ein Ganzes zu sein.

Der Fürst erfreute sich bis an seinen Tod eines frischen, klaren und lebendigen Geistes. Zehrend an den reichen Erinnerungen vergangener Jahre, lebte er in seiner letzten Lebenszeit ein durchaus regelmäßiges, wenn auch nicht pedantisch an die Stunde gebundenes Stillleben. Ihm verdankte er wohl mit sein hohes Alter. Ernstes Studium, besonders der Geschichte, Philosophie und Botanik, wechselte mit schöngeistiger Lectüre ab. Er zog es vor, die Zeit, während welcher die Welt draußen lärmte und sich geschäftig mühte, der Ruhe zu widmen, welche ihm so wohl that, und vermochte es dafür, zu jeder Stunde der Nacht zu erwachen, um mit voller Geisteskraft zu arbeiten oder zu studiren. Er that es oft allein, ohne seinen Vorleser zu wecken.

Ein Liebling der Höfe und Freund der Koryphäen aller Länder, beherbergte sein Dach nicht selten Könige und Prinzen und Träger gefeierter Namen in den Gebieten der Kunst und Wissenschaft. Es ist noch nicht allzulange her, daß Namen wie Varnhagen van Ense und Ludmilla Assing unter den letzteren genannt wurden. Der Fürst hatte ja einen so bedeutenden Ruf und in und um sich so viel Anziehendes, daß man gern bei ihm einkehrte. Neben seinen ernsten und Erholungsstudien folgte er aber auch den Ereignissen des Tages mit Interesse. Er liebte es in dieser Beziehung, das Urtheil Anderer zu hören. In den letzten Jahren großenteils an das Zimmer gefesselt, versammelte er zu diesem Zwecke jeweilig des Abends in seinem Schlosse größere oder kleinere Gesellschaften aus der Stadt zu frugalen, aber ausgesuchten Soupers. Er verstand es dabei vortrefflich, die Elemente des Kreises so zusammenzusetzen, daß eine zwanglose Conversation ermögliche wurde. Er schloß selbst Männer aus dem Volke nicht aus, wenn sie sich irgendwie im Dienste des Gemeinwohls hervorgethan hatten oder Züge der Originalität und des Strebens verriethen. Bei der Unterhaltung wartete er ruhig, bis der Gast sich ausgesprochen hatte, wenn dies auch einmal schwerer von Statten ging. Nie unterbrach er ihn und keine Miene des Gesichts verrieth Ungeduld oder Zweifel oder gar Ueberlegenheit, aber aus seinen Fragen und Einwürfen sah man dann wohl, wie er auf allen Feldern des Wissens zu Hause war und welches Vergnügen es ihm machte, sich in allen Dingen zu informiren und unter Umständen belehren zu lassen. Dann kam er wohl selbst auf seine Erlebnisse, seine Reisen zu sprechen, und man lauschte mit Vergnügen seinen Erzählungen. Der Fürst erschien bei solchen Gelegenheiten in der Regel in seiner beliebten häuslichen Tracht, einem kleidsamen, gänzlich orientalischen Costüme. Bei solchen Soupers standen die Bedienten in weißen Handschuhen, aufmerksam und des Winks gewärtig, hinter den Stühlen. Ihre Bewegungen, ihr ganzes Verhalten straff und fest eingeschult, ihre Gesichter kalt und eisern, kein Zug verrieth den geringsten Grad von Vertraulichkeit zwischen Herr und Diener, wie dies in ähnlichen Verhältnissen bei einem langjährigen Zusammenleben nicht selten vorzukommen pflegt. Es herrschte in Allem eine minutiöse Hausordnung.

Nach dem Souper zog man sich in das Rauchzimmer zurück, wo Pfeifen und Cigarren, nach dem Belieben der Gäste, bereit lagen und der Mokka eingenommen wurde. Hier war die Unterhaltung noch freier und ungebundener und es bildeten sich zu diesem Zwecke auch wohl Gruppen. Immer aber blieb der Fürst der Mittelpunkt des Gesprächs. Er war in jeder Beziehung mäßig im Genuß. Nach dem Souper pflegte er aus einer Houka, einem Tschibuk oder Nargileh türkischen Tabak zu rauchen, nahm auch den Mokka nach der Art der Orientalen: eine kleine Tasse voll, ohne jede Zuthat, aber sehr stark, denn das Mehl der Bohne blieb in dem Aufguß und wurde vor dem Schlürfen darin aufgerührt. Es ist dies nicht Jedermanns Geschmack, der Fürst aber freute sich, wenn er einmal einen Gast fand, der ihm darin Bescheid thun und mit ihm türkisch rauchen und Kaffee trinken konnte. Nicht weit über zehn Uhr trat dann in der Regel ein Diener ein und meldete lakonisch: „Der Wagen ist angespannt!“ – es war das Zeichen, daß der Abend beendet und der Gast entlassen war. In Ausnahmefällen, wenn der Fürst sich nicht wohl oder ermüdet fühlte, die Gesellschaft aber noch munter war, zog er sich um diese Stunde auch wohl zurück, die Gäste freundlich einladend, sich ohne ihn noch weiter zu amüsiren. Beim Abschied war der Fürst so angenehm, wie beim Empfange, und wer dann in der prächtigen Equipage Seiner Durchlaucht nach der Stadt zurückkehrte, der schwelgte unterwegs noch im Nachgenuß der eben erlebten Stunden.

Wen der Fürst bei sich empfing, den verließ jener erste Eindruck der Unnahbarkeit in der ersten halben Stunde der Unterhaltung, um dem Gefühl des Wohlseins und der Sicherheit Platz zu machen. Ich erinnere mich noch sehr wohl dieses Gefühls, als ich zum ersten Mal dem Fürsten auf seinem Schlosse begegnete. Es war ein wunderschöner Maientag mit „seidenen Lüften und seidenen Düften“, da ich in Begleitung eines Freundes, der den Fürsten gleichfalls noch nicht persönlich kannte, durch den im vollsten Schmuck prangenden Park ging und über die von den prächtigsten Blumen gezierte Rampe die Treppe des Schlosses empor stieg. Der Diener meldete uns Seiner Durchlaucht und öffnete vor uns die Thür, um auf einen Wink seines Gebieters augenblicklich wieder zu verschwinden. Wir waren in ein kleines Gemach getreten. Eine tropische Hitze umwirbelte uns. Trotz des sonnigen Wetters draußen war das Zimmer stark geheizt. Zu Anfang glaubten wir uns in den Orient entrückt, so fremd war die ganze Scene, welche sich uns darbot, Wohin das Auge fiel, traf es die sonderbarsten Gegenstände, meist orientalischen Ursprungs. Dicke Teppiche von bunten Farben und merkwürdigen Zeichnungen brachen das leiseste Geräusch des Fußes. Schwere dunkle Jalousien vor den Fenstern wehrten den Sonnenstrahlen. An den Wänden überall Vorhänge und kostbares fremdländisches Geräth, Möbel aus überseeischen Hölzern, kunstvoll geschnitzt, vergoldet. Hinter einer Portière ein schräges Feldbett, in Lanzenstangen hängend, mit rothseidenen Decken, davor eine Löwenhaut, darüber ein großer Sombrero mit niederhängenden Straußenfedern, türkische krumme Säbel, indische Yatagans, Flinten, Revolver und Pistolen aus allen Reichen der Welt und von den erdenklichsten Constructionen; Oelgemälde, Miniatur- und Pastellbilder, Aquarellen von Studien im Orient. Wenn jetzt Scheherazade mit ihrem Gefolge von Odalisken aus irgend einer Wandtäfelung lautlos eingetreten wäre, um uns ein neues Märchen zu erzählen, es hätte mich nicht befremdet. Auch mein Begleiter schien von diesen Betrachtungen noch ganz befangen, da winkte uns der Fürst freundlich, näher zu treten und auf einem Divan ihm gegenüber Platz zu nehmen. Er selbst saß auf einer Ottomane am Fenster, neben ihm stand ein Tisch von herrlicher Mosaikarbeit, auf welchem die verschiedensten Gegenstände zum bequemen Gebrauch bereit lagen. Seine Kleidung war ganz orientalische ein schwarzseidener Kaftan, rothseidene Pantalons, gelbe Maroquinpantoffeln.

Wir hatten ein Gespräch über die verschiedensten Gegenstände, aber schon nach wenigen Minuten fühlte ich mein Herz weniger heftig pochen, als ich immer wieder in des Fürsten wundervolle blaue Augen blickte, welche, je länger wir uns unterhielten, ich weiß nicht wovon mehr strahlten, ob von Freude und Erinnerungsseligkeit, oder von Güte, oder von Sanftmuth oder von dem Feuer der Jugend. Auf seiner hohen faltenlosen Stirn lag der echteste Seelenadel, seine Stimme hatte einen außerordentlich weichen, melodisch lieblichen Klang, seine Gedanken waren so originell, wie genial, und was er sprach, zeugte von Wärme und Empfindungsfülle einer edeln Brust, wie von der philosophischen Gelassenheit seines Gemüths. Er hatte soeben Schopenhauer gelesen und das Buch aus der Hand gelegt.

„Sie sehen,“ sagte er, meinem auf das Buch gehefteten Auge folgend, „ich rüste mich zu der letzten Reise – es wird Zeit. Aber ich bin gefaßt und ruhig, ich habe nichts mehr auf unserer Mutter Erde zu vollbringen, ich habe sie gründlich studirt und bis auf das letzte Geheimniß überall die Winke der Allmacht verstanden – bald werde ich auch dieses verstehen. Das Leben an sich“ – äußerte er im weitern Verlauf – „ist nichts Werthvolles, ich habe mich mit ihm abgefunden, ich habe es betrachtet wie ein angenehmes Geschenk von einer unbekannten freundlichen Hand – [166] aber es ist doch im Ganzen sehr eintönig und für den Forscher in seinen Hauptbedeutungen stumm und verschlossen. Ich habe recht viel zwar in ihm erfahren, aber umkehren möchte ich nicht, es wäre denn, daß ich es in seinen besten Phasen noch einmal mit der Geschwindigkeit eines Vogels oder Fisches durchmessen könnte. Aber ich möchte einmal ohne Schmerzen sterben, schnell, ohne ein langes Krankenlager, so wie mein Freund, Graf Putbus, gestorben ist, oder wie Herr von Fronsac, der Sohn des Cardinals Richelieu – so mitten im Wohlsein und in der Freude, mitten in einer heitern Gesellschaft. Nur keinen Schmerz, ich kann ihn durchaus nicht vertragen, denn ich bin eine sehr feine und sensible Natur – ganz, wie meine gute Mutter war, die mich mit vierzehn Jahren gebar. Daß ich nun schon in den Achtzigern stehe, das schreibe ich ihr zu, sie erreichte dasselbe Alter. Auch mein Vater war ein gesunder, starker Mann; leider starb er schon in den Fünfzigern an einem Steinleiden. – Was mich anlangt, ich habe nicht die leiseste Furcht vor dem Tode. Anders hier mein Freund Schopenhauer! – wie oft hatte ich ähnliche Gespräche mit ihm! – aber er war ein unverbesserlicher Hypochonder; er hatte eine solche Scheu vor dem Tode, daß er, glaube ich, daran allein gestorben ist!“

Was einmal nach seinem Ableben mit seiner Hülle geschehen sollte, beschäftigte ihn mehr. Er wollte in seinem Testamente anordnen, daß man sie verbrenne. Hierbei kamen wir auf Glaubenssachen, auf die Unsterblichkeit der Seele, auf die Ansichten des Sokrates, Moses Mendelssohn’s, und auf die Polemiker der Neuzeit ist dieser Richtung, namentlich aus Büchner’s „Kraft und Stoff“. Der Fürst äußerte sich dahin:

„Unsere Hoffnung ist unser Glück; Glück ist nur ist absoluter Seelenruhe denkbar und eine Ruhe der Seele müßte die Seelenthätigkeit nicht ausschließen wenn das Glück zum Bewußtsein kommen soll, ohne welches es bedeutungslos wäre. Das Fortleben der Seele läßt sich nicht ohne die Voraussetzung des Gedächtnisses an das Vergangene und dieses wieder nicht ohne die Nerventätigkeit des Gehirns begreifen. Die Phantasie hält den Menschen die verschiedensten Spiegel vor das geistige Auge: die Indier waren glücklich in dem Glauben an die gänzliche Vernichtung des Körpers und der Seele und erblickten darin die vollkommenste Ruhe und Seligkeit. Meist Freund Goethe hatte wieder die eigenthümliche Besorgniß, ein stärkerer Geist könnte den seinigen nach dem Tode seines Körpers gewaltsam an sich reißen und in sich aufnehmen und ihn auf diese Weise vernichten. Man darf aber an solche Dinge nicht das secirende Messer des Verstandes setzen; es ist besser für uns, auf die Sprache des Herzens zu hören, weil wir darin den einzigen Trost, eben die Hoffnung, und darin wieder das Glück finden.“

In unseren weiteren Unterhaltungen bemerkten wir, wie der Fürst unendlich mehr in den Erinnerungen an seine eigene Vergangenheit, als in der Gegenwart lebte. Was seit seinem Scheiden von der Bühne des lebendigen Welttheaters geschehen, und seine eigenen Beziehungen dazu, betrachtete er als unwesentliche Staffage zu jenen und zog aus ihnen nur Parallelen zu denselben. Er halte im Allgemeinen wenig Gedächtniß und Gluth dafür: er war eben gesättigt. Aber die Berührung seiner Vergangenheit, namentlich seiner Reisen, belebte ihn augenblicklich. Er hatte in seiner eigenen Bedeutsamkeit selbstredend mit den berühmtesten Zeitgenossen verkehrt, hatte sie aufgesucht oder war von ihnen aufgesucht worden. Fiel in dieser Richtung eine Andeutung, so ertheilte der Fürst die interessantesten Aufschlüsse. Einmal wurde der Gefährlichkeit des Reisens in Griechenland Erwähnung gethan. Es waren kürzlich einige dort reisende englische Gentlemen von Räubern auf eine barbarische Weise ermordet worden.

„Armes Hellas!“ meinte der Fürst, „Lord Byron hat ihm vergeblich Gut und Blut geweiht; es ist nicht zu erwarten, daß es noch einmal aufblühen wird bis zur Höhe seines alten Glanzes; ein herrliches Land! man muß es gesehen haben mit seinen Trümmern, um Byrons schwärmerische Liebe dafür zu begreifen; ich habe Byron zwar nur einmal in Venedig gesehen, aber in Griechenland habe ich tausendmal an ihn gedacht. Ueberall fielen mir seine Verse ein, wenn ich etwas fand, was ihnen zum Stoff gedient. Seine Zeichnungen sind greifbar und so poetisch, wie sachgemäß.

Aber das Volk ist sehr verkommen, heute vielleicht noch mehr, als zu meiner Zeit. Damals gab es zwar auch schon Räuber dort, aber sie waren doch ritterlicher, als jetzt. Es waren die Klephten, welche in den Gebirgen ihr Unwesen trieben. Von ihrem Chef waren einige schöne Züge von Edelmuth im Umlauf. Das Alles reizte mich, ich beschloß, sie aufzusuchen. Ich hatte in meiner Jugend einen unüberwindlichen Hang zum Abenteuerlichen und zu allerlei Wagnissen. Das lag so in meiner Natur. Ich habe nie einen Augenblick an die möglichen Folgen und Gefahren gedacht. Erst nachher erschrak ich manchmal, wenn sie glücklich bestanden waren. So damals in Griechenland. Ich ließ mich eines Tages durch einen Bauer bei dem Haupte der Klephten zu Gast einladen. Ich wurde angenommen und ritt mit einigen Dienern ist das Gebirge. In einer Schlucht wurde ich von einer Vedette des Häuptlings angehalten. Ich wies mich aus. Sie that einen Signalschuß und in wenig Augenblicken war ich mitten unter den Räubern. Sie schienen sehr gut disciplinirt zu sein denn sie gaben mir in Reih’ und Glied auf ein Zeichen ihres Führers eine Grußsalve, daß die Felsen dröhnten. Ich habe mich dann einen ganzen Tag unter ihnen abgehalten; sie brieten mir einen Hammel und auch edler Wein fehlte nicht. Als ich sie am andern Morgen verließ, begleitete mich ihr Häuptling bis auf das geebnete Feld: es war ein brauner, verwilderter Kerl, in einer phantastischen Tracht, aber von scharfen, intelligenten Zügen. Er zog höflich seinen großen Hut beim Abschied, eine neue Salve krachte zu uns herüber. – Ich hatte den Leuten natürlich ein gutes Gastgeschenk hinterlassen,“ fügte der Fürst lächelnd hinzu.

Wir kamen auf das ewige Thema von Minne und Frauenanmuth und Schönheit. Der Fürst war in seiner Jugend, namentlich am sächsischen Hofe, ein Liebling der Damen gewesen. Er bestätigte das und meinte: „Ich habe die Frauen der halben Welt gesehen. In ganz Griechenland fand ich nur zwei annähernd classisch-schöne, die eine war eine Patrizierin in Athen, die andere eine Bäuerin auf dem Lande. Aber alle werden, was Seele und Gemüth anlangt, von unseren deutschen übertroffen. Schade, daß ihre Körperschöne durch die bedauerliche Racenkreuzung schon sichtlich zu verlieren anfängt; wenigstens erinnere ich mich, daß die Frauen in meiner Jugend eine größere Bewunderung eingeflößt haben, als die jetzigen.“

Der Fürst hatte sich bei seiner Rückkehr aus dem Orient vier Sclavinnen mitgebracht, auf welche er bei dieser Gelegenheit zu sprechen kam.

„Ich hatte sie in Afrika auf dem Sclavenmarkt gekauft,“ erzählte er, „ich zahlte für jede nur etwa hundert Thaler nach unserm Gelde. Sie haben mir viel Vergnügen und Zerstreuung gewährt. Sie gaben mir vielfach Aufschluß über die Sitten und Gebräuche ihrer Heimath. Wenn sie badeten, geschah es in einem Bassin und ich pflegte auf dessen Rand zu sitzen und ihnen zuzusehen wie sie im Wasser plätscherten und sich ergötzten – ländlich sittlich! Ich nahm sie mit nach Deutschland, zunächst nach Wien, aber sie wurden mir bald zu lästig und ich verschenkte drei von ihnen. Lady Esther Stanhope nahm eine davon mit nach Syrien und dem Libanon, wo sie sich ansiedeln wollte. Ich behielt nur eine. Sie war die Tochter eines Fürsten, welcher im Kriege mit einem Nachbarstamme besiegt und gefallen war. Seine Söhne wurden, nach dem dortigen Gebrauch, auf dem Schlachtfelde getödtet, seine Frauen und Töchter in die Gefangenschaft geführt und verkauft. Ich fand in dieser jungen Negerin einen so feinen Tact und eine so gute Erziehung, daß ich einen viel bessern Begriff von der Bildung jener Wüstenvölker bekam. Ich konnte sie, ohne mich ihrer zu schämen, beständig bei mir haben. In Wien bildete sie das Tagesgespräch; wenn ich mit ihr zu Pferde den Paraden beiwohnte, wurde sie von den Officieren umschwärmt, sie begleitete mich in die Gesellschaften, in welche ich und sie mit mir geladen war. In kurzer Zeit begriff sie deutsche Sitten und Manieren in welchen ich sie unterrichtete, und lernte es sehr leicht, englisch zu essen, das heißt mit dem Messer und der Gabel. Es war ein liebliches Wesen, glänzend schwarz von Farbe, mit den kleinsten Füßen und Händen, die ich je gesehen habe. Ueberdies hatte sie Witz und Geist. Ich konnte sie zu manchen Geschäften besser brauchen, als meine männliche Dienerschaft. So ritt sie mir und meinem Troß immer eine Tagereise voraus und bereitete mir die Stationen. Sie war darin äußerst gewandt. Ich hatte sie zu diesem Behufe in ein männliches Mamelukengewand gesteckt, ähnlich wie ich selbst es damals trug.

[167] Ich hatte sie gewürdigt, mit mir an einem Tisch zu speisen. Sie begriff die Bedeutung dieser Gunst sehr wohl. Dafür war sie mir aber auch so ergeben, daß sie für mich gestorben wäre. Aber sie war leidenschaftlich, wie alle Orientalen. Eines Tages wollte ich sie strafen, weil sie launenhaft und kalt gegen mich gewesen war. Ich sagte ihr: ‚Du wirst von morgen an mit den Dienern speisen!‘ – aber ich bereute es im nächsten Augenblick, als sie, wie von einem jähen Schmerz elektrisirt, aufsprang, zur Wand eilte, wo meine Waffen hingen, mit Blitzesschnelle einen Dolch aus der Scheide riß, mit funkelnden Augen vor mich hintrat und sich vor meinen Augen niederzustechen drohte, wenn ich dabei beharre, ihr diese Schmach anzuthun. Ich kannte diese Augen, ich wußte, daß sie diese Drohung wahr machen würde – ich wollte sie nicht verlieren, mußte also nachgeben und that es. Aber ich hatte nie wieder Veranlassung, über sie zu klagen. Schade, daß sie mir in kurzer Zeit starb. Diese Wesen aus der Wüste können einmal unser Klima nicht vertragen, sie gehen ein, wie Blumen, ohne krank zu sein. Ich verlor auf diese Weise auch meinen Mohren und ein prächtiges Dromedar. Das war ein treffliches Thier, an Hunger und Durst gewöhnt; ich habe mehr als einmal täglich dreißig Meilen auf seinem Rücken zurückgelegt: ich saß in einem bequemen Stuhl und konnte weit hinein in die Ebene blicken. Pferde hätte ich zu solchen Märschen andauernd gar nicht verwenden können.“

Sie Alle sind in Muskau begraben und man erzählt sich noch heute besonders von jener lieblichen Sclavin, wie sie, im Federkleide auf einem weißen Zelter reitend, nicht von der Seite des Fürsten wich, ihn auf allen seinen Ritten begleitete und ihr Pferd so gewandt regierte, wie er das seine.

[180] Damals führte der Fürst manches Reiterkunststück aus, nicht mit seinen Vollblutpferden allein, sondern auch mit arabischen Mauleseln, die Wunder von Schnelligkeit gewesen sein sollen. Wenn er so, auf hohem spanischen Sattel sitzend, in ungewöhnlichem Costüme, den Reitknecht hinter sich verlierend, dahinsprengte, so konnte man ihm nicht lange genug nachsehen. Glaubte man ihn aber verschwunden, so hatte er inzwischen, trotz der Windeseile, sein Pferd schon wieder parirt und kam im gleichen Tempo [181] zurückgesprengt, in Staubwolken gehüllt. Glücklicher war der Fürst mit den in Arabien gekauften Pferden gewesen, weil sie schon in der Heimath an Strapazen und Entbehrungen gewöhnt worden waren. Wie der Fürst uns bei unserem Besuche erzählte, pflegten sie die Nacht im Freien zuzubringen, an Stangen gefesselt, und ohne je in einen Stall zu kommen. Mit ihnen und den aus England bezogenen Vollblutpferden hat er seiner Zeit dem Hofe in Weimar großartige Wettrennen gegeben. Er pries die Güte der ersteren noch heute und meinte, daß sie in Arabien für ihn kaum den fünften Theil des Werthes gehabt hätten, wie sie im Occident bezahlt zu werden pflegten. Aber er hatte auch sie nach und nach verloren. – „Es blieb mir nur eine Stute übrig,“ fuhr der Fürst fort und ein Schatten von Trauer ging über sein Gesicht, „das war meine brave Adschameh, die ich hier habe erstechen lassen müssen – Sie werden Ihr Denkmal unten im Park finden; ihr Stammbaum wurde von ihrem früheren Besitzer bis auf die Stuten Mohammed’s zurückverlegt. – Das war das schönste Pferd, welches ich je besessen habe – gesehen und gekauft aber habe ich einmal ein noch schöneres. Das war in Arabien bei folgender Gelegenheit: ich hielt mich gerade damals bei einem Stamm auf, dessen Fürst ein außerordentlich einflußreicher Mann war. Er hatte mir kurz vor meinem Scheiden sehr werthvolle Geschenke gemacht und ich wollte deshalb meinen sonst üblichen Etat für Gegengeschenke überschreiten Aber ich war verlegen in der Wahl, der Fürst besaß Alles, worauf ich dachte. Da half ich mir, indem ich seinen vertrautesten Diener zu Rathe zog; er sagte mir, sein Herr sehne sich nur noch nach einem Gegenstande auf der Welt, nach einer weißen Stute im Besitze eines andern Fürsten in dieser Gegend, der aber selbst zu stolz auf den Besitz jenes Pferdes sei, das man für einen unvermischten Abkömmling der Rosse des großen Propheten halte; sein Herr handle schon Jahre lang um dieses Pferd, aber es sei nicht feil, und so oft desselben Erwähnung geschehe, verdüstere sich sein Antlitz. – Als ich einige Tage später weiterzog, ließ ich dem Fürsten jene weiße Stute am rothen Halfter vorführen. Was er dazu sagte, kann ich in unserer Sprache nicht wiedergeben. Aber ich hatte auch eine enorme Summe von Geld und Ueberredung dazu aufwenden müssen, das Thier zu bekommen.“

Als der Fürst wieder einmal aus den Lord Byron zu sprechen kam, sagte er, er halte ihn nächst Shakespeare für den größten Dichter Englands. Er stellte seinen „The corsar“ hinsichts der Plastik neben das beste Werk Goethe’s, und war empört, daß ihm seine Landsleute selbst heute noch nicht seinen wohlverdienten Platz im Pantheon gönnten.

Auch die Staël hatte er in Paris kennengelernt. Er stellte sie der Lady Stanhope in geistiger Beziehung an die Seite, welche der ersteren aber an schlagfertigem Witz und Sarkasmus überlegen gewesen sei. – „Ich dinirte einmal bei der Stanhope,“ erzählte er, „zu gleicher Zeit mit einem geistreichen, etwas eingebildeten französischen Dichter, welcher die Gewohnheit hatte, den Kopf etwas schief zu tragen. Die Stanhope redete ihn im Scherz darauf an; er entgegnete: ‚Wissen Sie nicht, daß Alexander der Große den Kopf ebenso trug?‘ – ‚Das kann sein,‘ erwiderte sie sofort, ‚doch ich habe dieselbe Eigenschaft auch bei den spanischen Maulthiertreibern gefunden, aber diese hatten wenigstens einen Grund dazu, denn sie mußten sich öfter nach ihren Thieren umsehen!‘ – Der Dichter biß sich in die Lippe und schwieg.“

Bei Vergleichen anderer Schriftstellerinnen mit den deutschen blieb der Fürst länger bei der Marlitt stehen, von der er einige Novellen in der „Gartenlaube“ gelesen hatte. Er wünschte sehr, die interessante Dame kennen zu lernen. „Ihre Charakterzeichnungen,“ meinte er, „documentiren ein seltenes Menschenstudium und ihre Schilderungen der Versöhnung des schulgebildeten, der Natur entfremdeten Mannes mit der letzteren durch die Liebe des Weibes sind überraschend schön.“

Aus der Zeit der Jugendblüthe des Fürsten sind eine Menge von Scherzen im Volksmunde, welche von dem heitern Sinn des Fürsten, wie von seiner Wagehalsigkeit und endlich von manchem guten Einfall zur rechten Zeit Zeugniß geben. So fuhr er einmal einen ehrwürdigen geistlichen Herrn im Muskauer Park spazieren, als ein Platzregen kam und Beide vollständig durchnäßte. Den Fürsten incommodirte dies wenig, der Andere jammerte. Aber der Fürst wußte Rath. Er fuhr bei einem seiner Förster vor und überredete seinen Begleiter, sich zu entkleiden und, da ein entsprechender männlicher Anzug nicht aufzutreiben war, eine Sonntagsrobe der Frau Försterin anzulegen während aber die nassen Sachen trockneten, sich wieder mit auf den Wagen zu setzen und, um einem Katarrh oder Schnupfen vorzubeugen, in der wieder warm scheinenden Sonne weiter in dem Park spazieren zu fahren, wo er ja von Niemand gesehen würde. Der geistliche Herr war bereit. Kaum waren sie aber eine Strecke von dem Försterhause entfernt, da ließ der Fürst plötzlich den Pferden die Zügel schießen und fuhr, trotz aller Bitten seines Begleiters, mit diesem in die Stadt hinein und einige Male um die Kirche herum, worauf er denn zum andern Ende der Stadt wieder hinaus und auf Umwegen nach dem Försterhause zurücklenkte, wo die durchnäßten Sachen inzwischen denn auch wirklich trocken geworden waren.

Einen andern Scherz erzählte der Fürst selbst: „Als ich in Dresden diente, hatte ich eine Menge heiterer Cameraden. Dresden ist sehr schön und bot damals schon genug Amüsements; wie es aber in der Jugend kommt, daß man zu allerlei pikanten Dingen aufgelegt zu sein pflegt, so ging es auch uns. Nun hatten wir Kenntniß davon erhalten, daß eine etwas heruntergekommene Schauspielertruppe auf einem Dorfe ein paar Meilen ab gastire. Wir ritten also eines Tages hinüber. Da fanden wir denn ein so drolliges Völkchen beisammen, dem es zwar nicht an gutem Willen, desto mehr aber an Geld und ausreichenden Kräften gebrach, daß wir mit dem Director einen förmlichen Pact schlossen, hin und wieder an gewissen Tagen und zur Aufführung gewisser drastischer Stücke wiederzukommen und auf der Bühne thätig mitzuwirken. Das geschah auch einige Mal. Ich vergesse diese Stunden in meinem Leben nicht, wie wir inkognito dort Schauerdramen aufgeführt haben und dann nach einem mit den gesammten Thespisjüngern eingenommenen Mahle des Nachts im besten Frohsinn nach Dresden zurückgeritten sind.“

Ja selbst aus Weimar noch wird ein lustiger Einfall erzählt, den der Fürst dort in Scene setzte. Er hatte einst – gewiß absichtslos – zu einem Hofball keine Einladung erhalten. Im besten Wetter stellten sich die Glücklicheren ein. Da zieht gegen Abend ein Gewitter herauf. Der Regen gießt in Strömen es ist nicht abzusehen, ob es heut überhaupt noch aufhören wird. Der Ball ist zu Ende. Die Damen in elegantester Toilette treten aus dem Corridor in die Säulenhalle: – Hu – aber zum Glück stehen ja eine Menge Miethskutschen da! – Man athmet leichter – halt, Kutscher, hierher! – Besetzt! lautet die Antwort und – besetzt! die der sämmtlichen Kutscher. – Der Fürst hatte sie sämmtlich zu seinem Gebrauch miethen lassen.

Wie der Fürst in seinen jüngeren Jahren ein Meister in allen ritterlichen Uebungen war, so war er es auch als Schütze. Namentlich von seiner Fertigkeit im Pistolenschießen erzählt man sich halbe Wunder. So, daß er eines Tages einem Gärtnerburschen, der seine Ruhepause etwas gar zu lange ausdehnte und den Kopf träge auf seinen Spaten gestützt hatte, diesen auf eine bedeutende Entfernung vom Fenster aus unter dem Kinn fortschoß, und in gleicher Veranlassung einem ähnlichen Arbeiter, der auf einer Leiter am Weingerank stand, den Absatz vom Stiefel. Als einmal hierauf angespielt wurde, versetzte der Fürst:

„Nun ja, ich hatte eine gewisse Fertigkeit darin. Wenn ich einmal eingeschossen war, konnte ich fast mit Bestimmtheit auf meine Sicherheit wetten, nicht bloß in der Ruhe, sondern auch zu Pferde. Ich habe in Afrika Parforcejagden auf Schweine, sowie anderes Wild, mitgemacht, bei denen die Eingeborenen lange Flinten führten, während ich nur mit Pistolen versehen war. Als ich damit die erste Sau niederschoß, wunderten sich die Andern; sie hielten das gar nicht für möglich. Als ich aber ein ander Mal (es mag der Zufall mitgespielt haben) mit derselben Waffe einen Vogel aus der Luft herabschoß, waren sie nahe daran, mich für einen Zauberer oder ein übernatürliches Wesen zu halten. – Aber,“ fuhr der Fürst fort, „ich hatte einen Vetter, der mich darin doch noch übertraf; er konnte neunmal unter zehn dafür garantiren, daß er meine Kugel mit der seinigen deckte.“

Bei dieser Gelegenheit kam er auf etwas Naheliegendes – seine Duelle.

„Ich hatte vier auf Pistolen und acht auf Säbel,“ ließ er sich aus, „mir waren Duelle, wie alle andere Gefahren angenehme Aufregungen. Nicht, daß ich sie gerade gesucht hätte, aber ich habe auch keins durch Nachgiebigkeit vorher beigelegt. Zum Glück [182] habe ich dabei in keinem Falle meinen Gegner getödtet oder lebensgefährlich verletzt und ich selber bin auch immer leidlich heil aus ihnen hervorgegangen. Und es ist mir jedesmal gelungen, von meinem Feinde versöhnt zu scheiden, bis auf einen Fall. Es stand mir ein höherer Officier gegenüber, der mich in den Zeitungen öffentlich herausgefordert hatte, weil er mich anders nirgends finden konnte. Ich hatte ihn, ich muß es gestehen, in meinen Schriften etwas scharf exponirt und trug allerdings insofern die Schuld. Als mir seine Herausforderung zu Gesicht kam, suchte ich ihn auf und stellte mich ihm. Er war gerade in der Nähe. Wir schossen uns mit unerheblichen gegenseitigen Erfolgen, aber er wollte meine Hand nicht nehmen und ging grollend von mir. Erst nach Jahren fand ich ihn in Berlin in den königlichen Gemächern wieder. Wir mußten uns Beide besinnen und der König dazu kommen, bevor wir uns erkannten. Der König drohte uns – da reichten wir uns denn die Hände.“

Die Kritik hat die Werke des Fürsten einer etwas kecken Sprache bezichtigt. Er wußte darum und äußerte sich dahin:

„Es mag sein, daß ich hin und wieder etwas schonungslos verfahren bin, aber das lag so in den Zeitverhältnissen und in meiner Natur. Ich habe es auch später nicht bedauert, bis auf meine Schilderungen Goethe’s. Der Altmeister zürnte mir deswegen, als ich das nächste Mal mit ihm zusammentraf. Ich besuchte ihn in Weimar, ich hatte ihn sehr lieb. Als er mich empfing, drohte er mir halb im Scherz und halb im Ernst: ‚Sie haben mich doch etwas zu sehr im Negligé gezeichnet!‘“

Von Goethe war der Fürst voll: „Ich will hoffen, daß Napoleon nicht, um ihm zu schmeicheln, sondern aufrichtig sprach, als er ihn zum ersten Mal sah: ‚c’est un homme!‘ – Goethe war es wirklich. Er bestärkte mich in meiner Liebe zur Natur und regte mich am ersten zu meinen späteren Parkschöpfungen an. Er hatte einige kleinere Proben darin von mir gesehen und sich darüber gefreut. Mit Bezug darauf sagte er, als wir von einander gingen, zu mir: ‚Verfolgen Sie diese Richtung, Sie scheinen Talent dafür zu haben; die Natur ist das dankbarste, wenn auch unergründlichste Studium, denn sie macht den Menschen glücklich, der es sein will!‘ – Und ich bin ihm gefolgt und bereue es nicht. Auch in anderer Beziehung nicht – ich habe mir Goethe’s ‚ganzen Menschen‘ zum Vorbild genommen.“

Wir verstanden den Fürsten. In der That hat Goethe ihm auf seinen Lebenswegen vorgeleuchtet, denn er war, wie dieser, stets objectiv in Wort und Handlungsweise, human gegen Jedermann, mild in seinem Urtheil, bescheiden, erhaben über jede kleinliche Eitelkeit. Er verachtete den Weihrauch der Menge und alle Lorbeeren, aber er verachtete keinen Menschen! – „Ich habe das von Goethe gelernt,“ pflegte er dann zu.sagen, wenn das Gespräch auf den Werth der Menschen als solche kam. „Goethe meinte immer, der Mensch könne nicht auslernen, am Erhabensten nicht und nicht am Geringsten!“

So war der Fürst eingenommen gegen die Träger des Adelstitels, welche ihn nur führen, um ihn zu weltlichen Vortheilen auszubeuten. Er war frei von Selbstgefälligkeit und Ruhmsucht, er betrachtete eine Sache nur als solche und nicht in ihrer Beziehung zu dem Urheber. Man war erstaunt, ihn feiernden Bemerkungen seiner Biographen lachend widersprechen zu hören. So, was seine Thaten im Freiheitskriege betraf, von denen wohl außerdem genug rühmliche überliefert sind. Als wir einmal auch darauf kamen, sagte er: „Ich habe mich nie vor der Front der beiderseitigen Truppen und in ihrem abwartenden Zusehen mit einem französischen Husarenobersten herumgehauen. Die Franzosen waren einfach auf der Flucht und der Oberst stürzte, als ich ihn verfolgte, vom Pferde, aber ich habe ihn weder niedergeschlagen, noch gefangen genommen; und daß ich dem Feinde einige Kanonen abgenommen, ist zwar richtig, aber das hat nicht viel zu bedeuten, denn ich fand sie vernagelt und verlassen in einem Hohlwege stehen und ließ sie von meinen Leuten als Beute mit fortnehmen.“ Im Anschluß hieran fuhr er nach einer Weile fort: „Die Blätter schreiben oft zuviel“ (und er lachte) – „da soll ich mit einer Luftschifferin Reichard aufgestiegen sein, und doch ist es in Wahrheit ihr Mann gewesen ich hatte den Ballon aus eigenen Mitteln ausgerüstet, um mich auch auf diesem Felde einmal zu versuchen.“

Es wurde von der altgriechischen Bildhauerkunst gesprochen. Beim Vergleiche mit den Erzeugnissen der Deutschen seit Anfang dieses Jahrhunderts meinte der Fürst: „Wenn die alten griechischen Meister heut’ aufstünden und Rauch’s Sarkophage im Mausoleum zu Charlottenburg, oder die Statue Friedrich’s des Großen unter den Linden in Berlin, oder Rietschl’s Goethe-Schiller-Monument in Weimar sähen, sie würden sie unbedingt für Werke ihrer Zeit erklären, ein vollkommenerer Faltenwurf läßt sich nicht denken.“

Hieran knüpfte der Fürst Betrachtungen über die Baukunst. Er kam auf Schinkel und sagte: „Sehen Sie seine Bauten! wie echt classisch, wie edel und einfach, wie rein und erhaben! Ich interessirte mich immer für diesen Meister und nahm ihn mit mir nach Muskau, wo er mein Schloß restaurirte. Damals war auch noch der Clemens Brentano bei mir und der Leopold Schefer: sie waren immer um mich – waren, jawohl!“ setzte der Fürst hinzu, indem er traurig das Haupt neigte; „sie sind Alle todt, auch der Honwald und der Contessa, die ich Beide in Halle so lieb gewonnen – das waren Alle Menschen, auf die der Himmel seine besten Geistesfunken versprüht; sie sind mir lange voran geeilt, nur ich bin übrig geblieben! Welche schönen Träume von dem uns noch bevorstehenden Leben habe ich mit ihnen geträumt! Ob sie ihnen Wort gehalten – ich weiß es nicht, aber ich für meine Person kann wohl gestehen, daß sie mich nicht ganz betrogen haben. Ich bin dem Lenker der Welten dankbar und erwarte nur noch seinen letzten Spruch!“ –

Und er war vor wenig Tagen gesprochen worden, dieser letzte Spruch, welchen der Fürst meinte!

Diesen Erinnerungen an den Geschiedenen nachhängend, hatten wir unvermerkt den Rückweg aus dem Parke angetreten und standen bei einer Biegung des Weges plötzlich wieder den Pyramiden gegenüber. Der Tumulus, welcher die fürstliche Leiche aufgenommen, hatte wieder ganz sein früheres Aussehen. Nichts außer der mit Erde vermischten Schneedecke seines Fußes verrieth, daß er sich geöffnet hatte.

Wir nahmen Abschied von dem so winterlichen wie traurigen Bilde vor uns. Es war Hochmittag. Die Sonne strahlte freundlich vom Himmel nieder. Von der Spitze der mittelsten Pyramide, der höchsten von den dreien, wehte wie grüßend das fürstliche Banner. Es umhüllte zeitweise das eiserne Gitterwerk, zu welchem hinauf eine Treppe führt. Auf der dort oben von einer Hellebarde getragenen eisernen Tafel flammte ein goldener Schein: es waren die Lettern des Hoffnung erweckenden Koranspruches, welchen der Fürst einst darauf hatte eingraben lassen als sein Glaubensbekenntniß:

„Gräber sind die Bergspitzen einer fernen schönern Welt.“

Hoffen wir wie er! –

Der Fürst starb, wie er es sich gewünscht, schmerzlos, an Altersschwäche. Nachdem ihn die Besinnung einige Tage vorher verlassen, kehrte dieselbe in der Nacht seines Todes noch einmal zurück. Er empfahl seiner Umgebung noch einen Gruß an sein Lieblingsroß, und im Gefühl seiner herannahenden Auflösung rief er:

„Man ebne mir den Weg zum Tumulus.“

Bald darauf, in der ersten Stunde des fünften Februars, eines Sonntags, hauchte er seinen Geist aus. Sein Geburtstag, der dreißigste Oktober des Jahres siebenzehnhundertfünfundachtzig, war gleichfalls ein Sonntag gewesen. Vier Tage nach seinem Tode erfolgte seine Beisetzung. –

Sein erfinderischer Geist wirkt nun nicht mehr in den für ihn engbemessen gewesenen Grenzen seines Parks. Wird dieser letztere erhalten bleiben zur Freude jedes Fremden und Einheimischen? Wir wissen es nicht, aber wir hoffen es mit Allen, welche ihn kennen gelernt haben. Die Herrschaft ist ein Majorat. Möchte der Nachfolger des Fürsten, der Graf Heinrich von Pückler, derzeit Commandeur der preußischen Gardelandwehrcavallerie in Frankreich, diesen lauten und allgemeinen Wunsch bestätigen!

Nach dem Testamente des Fürsten ist eine Frau von Pachelbe-Gehag, Marie geborene Gräfin von Seydewitz, in Ansehung seiner übrigen Nachlassenschaft, einige Legate abgerechnet, seine Universalerbin. Sie ist des Verstorbenen Nichte von der Seite einer Schwester. Es befinden sich in dem Nachlasse selbstverständlich die merkwürdigsten, seltensten und wunderlichsten Dinge, die der Fürst während seines langen Lebens zusammengetragen hat, vielfach von unschätzbarem Werth. Wir erwähnen außer einer Locke Napoleon’s des Ersten unter Glas und Rahmen und den vielen kostbaren orientalischen Sätteln, Reitzeugen anderer Art und Geschirren, sowie einer Masse prächtigen chinesischen Porcellans und Vasen aus [183] Etrurien und anderen berühmten Werkstätten nur aus der umfangreichen Bibliothek ein Unicum, Geschichte Wilhelm’s des Eroberes, von Froissard, einen im fünfzehnten Jahrhundert von der Hand eines französischen Mönches in Kalligraphie ausgeführten Folianten, mit Initialen und Illustrationen von noch frisch erhaltenen Farben. Man hat dem Fürsten für dies Werk einen unglaublichen Preis geboten, aber er war nicht zu bewegen, es zu veräußern; noch vor kurzer Zeit hat die Universität in Leyden mit seiner Erlaubniß von Künstlerhand einige Stellen daraus copiren lassen.

Cottbus, im Februar 1871.


  1. Heinrich Laube erzählt in seinen Erinnerungen an Pückler-Muskau folgenden hochherzigen Zug von dieser Frau: Sie war eine geschiedene Gräfin Pappenheim und liebte ihn sehr. Er ist ihr Ideal gewesen, an welchem ihre ganze Seele hing bis zu ihrem Tode. Daß sie auch von ihm geschieden worden, das hat in ihrem Herzensverhältnisse gar nichts bedeutet. Sie selbst hat ihm den Vorschlag der Scheidung gemacht. Er besaß nämlich einen unhemmbaren Trieb des Schaffens, und begann in Muskau die großen Anlagen ohne Rücksicht auf die Geldkräfte, welche Muskau gewährte, und welche für diese riesigen Anlagen unzureichend waren. So gerieth er in Schulden, und da sagte die Fürstin eines Tages: „Dein Geist verkümmert hier unter solcher Bedrängniß, suchen wir einen Ausweg! Du bist in der Blüthe Deiner Kraft, suche Dir in England eine reiche Frau, damit Du weiter schaffen kannst; ich trete zurück, indem wir unsere Ehe auflösen. Mein Freund wirst Du immer bleiben, auch wenn Du nicht mehr mein Gatte bist.“ Er sträubte sich natürlich; aber es geschah so, und er ging nach England. Von da schrieb er an sie, an seine Lucie, die „Briefe eines Verstorbenen“, welche ihn berühmt machten. Er suchte wohl kaum eine Frau, und er fand auch keine. So kam er zurück und rief: „Nun, Lucie, können wir uns zum zweitenmale trauen lassen!“ „Das würde lächerlich erscheinen,“ erwiderte sie, „und ist ja auch nicht nöthig. Die formelle Scheidung bedeutet uns nichts, und wir bleiben beisammen, als ob sie nicht geschehen wäre.“ So wurde es denn auch. Sie war älter als er und war eine vortreffliche Dame, gesegnet mit allen schönen Eigenschaften großen Adels, mit großem Sinn und großer Milde, und ausgerüstet mit dem edlen Berufe zum Regieren. Beruf ist die angeborene Fähigkeit: in’s Werk zu setzen; edler Beruf ist der hinzutretende Drang: Gutes und Schönes ins Werk zu setzen. Die Tochter Hardenberg’s hat diesen edlen Beruf einer jetzt schwindenden Adelsmacht in allen Lagen ihres Lebens ausgeübt, auch in den Lagen ökonomischer Bedrängniß, Es war ihr eine Lebenstendenz: fördersam zu wirken auch über den Kreis der naheliegenden persönlichen Interessen hinaus, fördersam zu wirken dem Ganzen und Großen.