RE:Aigimios 3

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,1 (1893), Sp. 964
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3) Aus Elis (Gal. VIII 498), Arzt, ist der Überlieferung nach der erste, welcher über die Pulslehre schrieb, unter dem Titel περὶ παλμῶν, doch zweifelten einige an der Echtheit der Schrift (Gal. VIII 751. 498. 716). Jedenfalls lebte er vor Herophilos, dem eigentlichen Begründer der Pulslehre. Auch auf dem Gebiete der Diätetik scheint er schriftstellerisch thätig gewesen zu sein (Gal. VI 159). Fraglich, aber wegen der Zeit nicht unwahrscheinlich ist es, dass er mit dem Verfasser der πλακουντοποιικὰ συγγράμματα identisch ist, den Kallimachos ἐν τῷ τῶν παντοδαπῶν συγγραμμάτων πίνακι erwähnte (Ath. XIV 643 e).

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band S I (1903), Sp. 36
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S. 964, 11 zum Art. Aigimios Nr. 3.

Über die Krankheitstheorie des A. von Elis sind wir durch den Anon. Lond. XIII 21ff. genauer unterrichtet; darnach steht er auf dem Boden der knidischen Schule, lässt aber die Lehren der sikelischen Schule nicht unberücksichtigt. Demnach gehörte er frühestens dem Ausgange des 5. Jhdts. an. Wie Euryphon, das Haupt der knidischen Schule, vermutete er in der Menge der Überschüsse der Nahrung die Ursache der Krankheit. Die Gesundheit beruht auf dem Gleichgewicht der Ausscheidungen and Aufnahmen. Die Ausscheidungen erfolgen teils sichtbar durch den Darm, die Blase, die Ohren, die Nase und den Mund, teils nach dem Dogma der sikelischen Schule sinnlich nicht wahrnehmbar durch die Perspiration. Neben der Menge der Nahrungs. Überschüsse kommt aber für die Gesundheit auch die Nahrung selbst in Betracht; gehörige Verdauung und Verteilung der Nahrung dient der Gesundheit, während Neuaufnahme von Nahrung, ehe die erste verdaut ist, Krankheiten hervorruft (vgl. Ps.-Hipp. περὶ νούσων IV c. 45. 49. VII 568. 578 L.). Den Puls nannte er im Gegensatz zu den zeitgenössischen Ärzten παλμός; seine Schrift περὶ παλμῶν behandelte also die verschiedenen Pulsarten (vgl. Ruf. ed. Daremberg 219. 625, dagegen Fredrich Philol. Unters. XV 75, 1). Vielleicht ist bei Cael. Aur. de signif. diaet. pass. (Rose Anecdota II 207) Aegimius für das sicher verderbte Agrius zu lesen, der als Zeichen der Fieber eine Veränderung des Pulses ohne äussere Ursache betrachtete.