RE:Albania 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,1 (1893), Sp. 1303–1304
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Albania. 1) Ἀλβανία (auch Ἀλβανίς Cass. Dio XXXVI 54), das Land östlich von Iberia (Georgien) bis zum kaspischen Meere. Grenzen nach Ptolemaeus V 12 und Plinius VI 29. 39: im Norden der Kaukasus in seiner östlichen Hälfte mit den (bis Derbend streichenden) Ceraunii montes; im Osten das kaspische Meer von der Mündung des Soanas (Ṣûlaq, Qoï-ṣû) oder auch des Casius (Samûr) an bis zur Mündung des Cyrus (Kur, Mtkwari) – dieser Meeresteil hiess denn auch mare Albanum (Plin.); Ptolemaeus kennt an der Küste zwei Inselchen, von flachen Sandinseln und beweglichen Dünen an der Mündung des Cyrus spricht Strabon –; im Süden der Unterlauf des Cyrus bis zur Landschaft Cambysene (Kambičân, Kambéčowan, von arm. kambeči ‚Büffel‘), dem Trifinium von Armenia, Iberia und Albania; im Westen der zwischen den Flüssen Cambyses (Jori) und Alazonius (Alazáni) streichende Bergzug (von Herethi und Kachethi) bis hinauf zum centralen Kaukasus. Ausser den Albaniae portae (s. Ἀλβάνιαι πύλαι) wird noch ein Pass im Bergzug von Cambysene erwähnt, welcher aus Iberien ins albanische Flachland führte. Von Flüssen werden erwähnt: im Inlande zum Stromgebiet des Cyrus gehörig Cambyses, Alazonius, Abas, Chanes, Rhoetaces, Sandobanes; und ins kaspische Meer sich ergiessend Albanus, Casius, Gerrhus, Soanas. Die Naturbeschaffenheit des Landes schildert Strabon XI 501 nach Theophanes kurz und bündig. Die Luft ist überaus mild, die Vegetation üppig und immergrün. Entlang dem Cyrus dehnen sich Grassteppen aus, Aufenthalt von Wild aller Art (auch Taranteln und Skorpione) und guter Weidegrund für Vieh, besonders Pferde. Weiter hinauf folgt ein Strich fetten Ackerbodens, durchflossen und berieselt von zahllosen Bächen und Kanälen, an Fruchtertrag ergiebiger als selbst Ägypten und Babylonien, ohne frische Saat zwei oder drei reiche Ernten spendend; im Hügelgebiet gedeiht ausserdem ohne jede Pflege der Weinstock – versetzen doch neuere Forscher wie V. Hehn die Heimat der Rebe in das südkaukasische Tafelland! Weiter hinauf folgt die Region der Waldungen und der Hochkamm des Kaukasus. Bei solcher Naturfülle gab es auch eine grosse Zahl von Ortschaften; Ptolemaeus nennt Abliana, Adiabla, Alamus, Albana, Bacchia, Baruca, Camechia, Chabala, Chadacha, Chobata, Deglane, Embolaea, Gangara, Gelda, Iobula, Iuna, Misia, Moziata, Mosega, Niga, Ossica, Samunis, Sanua, Sioda, Tagoda, Telaeba, Thabilaca, Thelbis, Thiauna. Aber, wenn wir absehen von einigen Küstenpunkten, z. B. Gangara (Bâqû) und von der Landeshauptstadt Chabala (Cabalaca bei Plin., jetzt Ru. Qabalah im Centrum von Šeki), so sind die meisten derselben für uns leerer Schall, kaum deutbare Überreste albanischer Nomenclatur; aus Rohr und Lehm aufgebaut, konnten sie an und für sich dem Zahne der Zeit nicht widerstehen, und die Steinvesten auf den Anhöhen verfielen bei den politischen Umwälzungen; vergeblich haben sich D’Anville, Mannert, Eichwald, Jankowsky (Petersburg [1304] 1846) und zuletzt Dorn (Caspia, Petersb. 1875, Anhang S. 197–216) bemüht, die Lage derselben genauer zu bestimmen.

Nachträge und Berichtigungen

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Band S I (1903), Sp. 51
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S. 1303f. zum Art. Albania:

1) An zwei Stellen der classischen Litteratur, Steph. Byz. s. Ἀριανία und Strab. XI 523 Ἀριανοί, sind, wie Marquart Erānšahr (Abh. d. Gött. Ges. d. Wiss. N. F. III 2) 117 wahrscheinlich macht, A. bezw. die Albanoi gemeint. Bei den Syrern als Arrân belegt; vgl. Hoffmann Ausz. aus syr. Act. pers. Märtyr. 78; bei den arabischen Geographen heissen die Kaukasusländer Arrân (geschrieben wird Al-rân; die Silbe Al fälschlich als Artikel gefasst); s. z. B. v. Kremer Culturgesch. d. Orients unt. d. Chal. I 341. Im übrigen vgl. über A. Marquart a. a. O. 116ff.