RE:Antiphemos

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 2523–2524
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Antiphemos (Ἀντίφημος), Rhodier aus Lindos, der mit dem Vorfahren des späteren Tyrannen Gelon, dem Oiketor aus der triopischen Insel Telos, Gela gründete (Herod. VII 153). Er benannte sie nach dem gleichnamigen Flusse und versah sie mit dorischer Verfassung; sein Begleiter war [2524] der Kreter Entimos, der Name des ersten ummauerten χωρίον war Λίνδιοι, die Zeit 54 Jahre nach der Gründung von Syrakus (Thuk. VI 4 = Artemon frg. 5 aus Schol. Pind. Ol. II 14, FHG IV 341f. unter dem Tadel des Menekrates, und mit irrtümlicher Zeitangabe, s. Boeckh z. d. St., vgl. Schol. v. 16, wo als Siedler ausser Rhodiern und Kretern auch Peloponnesier genannt werden). Nach Philosteph. π. τῶν ἐν Ἀσίᾳ πόλεων frg. 1 aus Athen. VII 297 F, FHG III 29 war A. ein Lindier, Bruder das Lakios, Gründers von Phaselis. Nach Aristainetos π. Φασηλίδος frg. 1 aus Steph. Byz. s. Γέλα, FHG IV 319, erhielt er von der Pythia den Auftrag ,nach Westen zu fahren‘, wie Lakios ,nach Osten‘. A. lachte (γελάσαντος) und gründete Γέλα (Hs. ἣν ἂν, corr. Bochart); die Etymologie deutlicher Etym. M. p. 225, wo Ἀ. ἢ Δεινομένης (? wohl Verwechslung mit dem Vater Gelons und Hierons) ὁ Ῥόδιος ἐγέλασε … καὶ ἀπὸ τοῦ συμβάντος ὠνόμασε τὴν πόλιν. Nach Paus. VIII 46, 2 sind die Siedler des A. Dorier und entführte er aus der geplünderten Sikanerstadt Omphake ein dortiges Agalma von Daidalos Hand. O. Müller (Dorier I 115) etymologisiert den Namen über den verwandten Ἀντιόφημος als eine ,Personificierung des klarischen Orakels‘, dessen Stifter Rhakios er = Lakios, dem Bruder des A., setzt.