RE:Aquae

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 294
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Aquae, Heilquellen, waren in grosser Zahl bekannt, Vitr. VIII 3. Plin. n. h. XXXI 4ff., vgl. auch Isid. or. XIII 13; so z. B. die A. Albulae bei Tibur, A. Cutiliae im Sabinerlande, die Bäder von Aenaria (Ischia) und die viel besuchten von Baiae; auch in den Provinzen A. Sextiae (Aix), fontes Mattiaci (Wiesbaden); s. d. folg. Art. Aqua, Aquae. In die als heilig geltenden Quellen warf man vielfach Münzen und sonstige Gegenstände (stipes). Der wichtigste Fund der Art ist der der A. Apollinares, Henzen Rh. Mus. IX 1854, 20ff. Ähnliche Funde machte man im See von Falterona (Bull. d. Inst. 1838, 65. 1842, 179), in Amélie les Bains (Rev. arch. IV 409. CIL XII 5367), Bourbonne les Bains (Bull. d. Inst. 1875, 133). So fand man 1811 in Schwalheim, 1831 bei Nauheim über 100 Stück Kaisermünzen (Hanauer Magazin I 17 S. 145. Bode Nauheim 117).

[Mau.]

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band S III (1918), Sp. 136–137
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S. 294 zum Art. Aquae:

Aquae, Bäder und Gesundbrunnen. In der Kurskarte (Tab. Peut.) sind die Bäder durch besondere Bildchen, ein viereckiges Gebäude mit Wasserbecken in der Mitte, ausgezeichnet (Miller Einleit. Text 94 = Itineraria Romana 1916 p. XLV), woraus sich die Bedeutung der Badeorte für den damaligen Verkehr ergibt. Ältere Belege für die in die Quellen hineingeworfenen Spenden (stipes: Plin. epist. VIII 8, 2, Quelle des Clitumnus, vgl. o. Bd. IV S. 57) sind zusammengestellt von Lersch Gesch. d. Balneologie usw. (1863), neuere z. B. von Espérandieu Le culte des sources chez les Éduens (1912). Außer Geldstücken u. a. wurden insbesondere auch Abbilder menschlicher Leiber und Gliedmaßen (darunter Augen) geopfert. Von Beispielen für solche Heilspenden seien hier einige angeführt. Vicarello (nicht Aquae Apollinares, s. o. Bd. I S. 296 Nr. 13): s. CIL XI 1 p. 496-501. Quelle auf dem Mont Auxois, bei Alesia, s. Espérandieu Recueil III 307ff. Quelle in Massingy-les-Vitteaux (Dep. Côte d'Or). s. ebd. 310ff. Quellen der Sequana-Seine s. CIL XIII 1, 1 p. 437f. Espérandieu III 314ff. Aus den Quellen von Luxeuil (CIL XIII 2, 1 p. 79ff.) sind Holzbilder ans Licht befördert. In den Heilquellen von Bad Niederbronn im Unterelsaß wurden im J. 1592 beim Reinigen der Brunnen über 300 römische Geldstücke aus der Zeit des Augustus bis gegen Ende des 4. Jhdts. n. Chr. aufgefunden (Roesslin 1593, abgedruckt in Matthis Aus Niederbronns alten Zeiten 1901, 45ff.; vgl. auch CIL XIII 2, 1 p. 155), und ebenso sind römische Geldstücke z. B. herausgeholt aus der erst 1803 wieder entdeckten Schwefelquelle von Nierstein, aus den Sauerbrunnen im Brohltal und bei Gerolstein sowie im Birresborn (Kr. Prüm) in der Eifel. Aus dem bis ins 18. Jhdt. vielbesuchten, jetzt vereinsamten Hambacher Sauerbrunnen im Fürstentum Birkenfeld, an der Landstraße Birkenfeld-Morbach, sind römische Geldstücke und eine Votivhand aus Holz zum Vorschein gekommen. Vgl. noch Ledain Plusieurs notices d'archéologie et de numismatique (1880) = Mém. Soc. d'arch. et d'hist. de la Moselle XV (1879) 268-271 Bourbonne-les-Bains. Möller Westd. Ztschr. II (1883) 284: Sablon bei Metz (Keune Lothr. Jahrb. 1903, XV 369f.); Jahresbericht der Gesellsch. f. nützl. Forsch. zu Trier 1859-1860, 35f.: St. Mattheiser Sauerbrunnen bei Trier. Becker Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst, N. F. III (1865) 26-38: Rheinländische Heilbäder und Mineralquellen in Römerzeiten. [137] Martin Friedberger Geschichtsblätter II (1910) 7ff.: Schwalheimer Sauerbrunnen bei Bad Nauheim. Klein Bonn. Jahrb. LXXXIV (1887) 55ff.: Tönnisstein im Brohltal (vgl. CIL XIII 2, 1 p. 489). Aus'm Weerth Bonn. Jahrb. LXVII (1879) 155f. - Zweifelhaft ist CIL XII 5367 (Amélie-les-Bains in den Ostpyrenäen). - Vgl. auch Sueton. Aug. 57 und Seneca nat. quaest. IV 2, 7.